Zyprexa bei Demenz???

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Isis

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Hallo,
der Neurologe, der fast alle unserer Bewohner behandelt, hat zwei Bewohner, die eindeutig an einer Demenz bzw. Multiinfarktdemenz leiden, mit Zyprexa "eingestellt".
Nun zeigt einer der beiden sehr negative Nebenwirkungen, die Richtung Parkonsinismus gehen, weswegen der jetzt auch Biperiden bekommt. Doch gebessert hat sich an der Symptomatik nichts - im Gegenteil, wir haben den Eindruck, es wird immer schlimmer. Er kann kaum noch gehen (trippelt so vor sich hin und ist in den letzten Tagen mehrmals gestürzt), schwitzt unglaublich viel, ist einerseits sehr unruhig ("läuft" ständig), wirkt andererseits aber auch sehr müde und "abgeschossen". Auch eine Halbierung der Dosis brachte keinen Erfolg.
Bevor er Zyprexa bekam, ist der Bewohner ständig weg gelaufen und hatte sehr aggressive Phasen - die merkt man ihm immer noch an, aber ihm fehlt jetzt der Elan, seine Aggressivität wirklich ausdrücken zu können.
In der Gelben Liste, die wir haben, steht als Indikation für Zyprexa Schizophrenie und bipolare Depression, die er aber nun wirklich nicht hat.
Welche Erfahrungen habt Ihr mit Zyprexa? Wird es bei Euch überhaupt beim Krankheitsbild Demenz angewandt???
 
Isis

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Vielen Dank für den Link! Ich habe mir den Text durchgelesen, und meine Meinung wurde da voll belegt.
Nunja, besagter Bewohner ist nun im Krankenhaus, und ich hoffe sehr, daß er dort mit anderen Medikamenten eingestellt wird.
 
Spawn

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hm... ich arbeite auf in der gerontopsychiatrie schwerpunkt demenz... und dort wird das auch gegeben... wir haben auch durchaus patienten, die halluzinieren und dort ist es das - zwar nicht so oft - gänig, dass man das gibt...
aber wenn ich jetzt so den artikel lese... *grübel*
 
Isis

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Ich habe den Artikel vom bfarm unserer PDL zukommen lassen, und der will jetzt mal ein ernstes Wort mit dem betreffenden Neurologen reden, auch, weil der für eine Visite bei 50 Patienten gerade mal 1,5 Stunden braucht - er guckt sich seine Patienten nämlich selten an....:sad:
Den Artikel fanden übrigens alle Pflegekräfte sehr gut und aufschlussreich!!!
 
Isis

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Hallo,
das Neueste in dieser Sache:
Letzte Woche hat der Neurologe wieder Visite gemacht (und ich hatte natürlich meinen freien Tag...), und man hat ihn auf die Empfehlung bezüglich Zyprexa angesprochen und die ausgedruckten Infos gezeigt. Seine Reaktion: Also, das müsse man nicht so ernst nehmen, da steckten ja noch andere Interessen hinter, sicher wäre die Pharmafirma genötigt worden, diese Info zu veröffentlichen, er kenne die Studie und die müßte man anders interpretieren...von ihm kam also nur blabla. Trotzdem hat er das Zyprexa bei einem Patienten ganz abgesetzt, und bei einer anderen Patientin die Dosis halbiert. Ärzte.......:rolleyes:
 
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Uli05

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Er nimmt doch nicht selber irgendwelche Medikamente?? Naja so ein leichter Wahn ist ja nichts schlimmes..:w00t: :redface: :w00t:
Aber solange er es trotzdem abgesetzt hat, gehts ja!!
Uli
 
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