Zwischen Leitung und pflege

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coralexa

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Bei uns am Haus sollte die Leitung von Mo-Fr arbeiten von 8:00-16:00 Uhr aufgrund von vielen offfenen Stellen arbeiten wir beide STL SSTL 100 % in der Pflege mit die Leitung nicht am WE und nur im Frühdienst, als Stellvertretung mache ich alle drei Schichten
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Neurologie / Neurochirurgie
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Hauself

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Hallo!

Ich stimme Smily zu, möchte es aber anders formulieren. ;) Vielleicht führt das zu ein bißchen mehr Verständnis.

Ich habe nun in meiner Laufbahn beides erlebt: SL´s, die auch pflegen, sich dann aber auch Zeit für ihre organisatorischen Arbeiten nehmen (müssen).
Und andere, deren Stärke eher in der Theorie als in der Praxis liegt und die nur im organisatorischen Bereich tätig sind.

Beides ist für mich nachvollziehbar. Je nach besonderen Stärken der SL (sind halt auch nur Menschen ;) ) und der Situation auf Station finde ich beides ok.

Ich denke, es ist einfach so, dass sich in der Pflege permanent viel verändert.
Wenn man das nicht im Alltag mitbekommt, nicht tagtäglich damit konfrontiert wird und nicht sowohl die positiven als auch die negativen Seiten mit erlebt, kann man automatisch einfach die Standpunkte und die Sorgen der Mitarbeiter nicht mehr richtig einschätzen und vor allem vertreten.
Man kann schwer unterscheiden: sind meine Mitarbeiter wirklich überlastet oder jammern sie chronisch? Übertreiben sie vielleicht, damit mal jemand zuhört? Man bekommt die Dringlichkeit vieler Anliegen einfach zwangsläufig nicht so sehr mit.

Das ist kein Vorwurf, ich halte das einfach für eine Tatsache.

Deswegen finde ich persönlich es gut, wenn SL´s zumindest gelegentlich in den Stationsalltag eingebunden sind. Auch Feiertags- und Nachtdienste sollte eine SL meiner Ansicht nach gelegentlich machen.

Ich hab es auf einer Station mal erlebt, daß die SL völlig die "Bodenhaftung" verloren hatte. Sie beschäftigte sich wirklich nur noch mit Pflegetheorie und sie hatte null Verständnis für die Belange der Mitarbeiter.

Verständlich ist für mich, daß die SL oft zwischen PDL und Mitarbeitern der Pflege wie zwischen zwei Stühlen sitzt. Sie muß im Prinzip die Auflagen der PDL und der Direktion erfüllen und ihre Mitarbeiter dazu bekommen, dies auch zu tun. Andererseits muß sie die Interessen der Mitarbeiter auch vertreten, wenn es zum Beispiel zu chronischen Überlastungen kommt.

Ist schon kein leichter Job.

Leider gibt es überall schwarze Schafe, die sich die Arbeit einfach nur so leicht wie möglich machen wollen und nicht wirklich andere Ziele verfolgen.

Es gibt zum Glück aber auch noch viele Idealisten, die ihre Arbeit mit viel Herzblut und Engagement machen.

Man kann eben in keinem Fall die Leute alle über einen Kamm scheren.

Liebe Grüße,
Hauself
 
Qualifikation
Krankenschwester, stellv. PDL, Praxisanleiterin
Fachgebiet
ambulante Pflege
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