Zwangseinweisung

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enibas1962

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Hallo, meine Schwiegermutter 83 Jahre, Pflegestufe 1, lebt seit Februar in einem Seniorenheim. Folgendes ist letzten Samstag geschehen : Eine Pflegekraft hat den Notruf informiert da meine Schw.Mutter gefallen ist, aber ohne sichtbare Verletzungen, allerdings mit , ich nenne es mal Wahnvorstellungen , Risse und Wasser an den Wänden , sowie Ameisen. Dieses hat sie wohl schon seit 3 Tagen. Die Notärztin ( Internistin ) stellte innerhalb von 10 Minuten die Diagnose , Verdacht auf akute Schizophrenie !!!! Ihr wisst was dies bedeutet ? Wir sind im Besitz einer Vorsorgevollmacht, die Ärztin hat sich nicht mit uns in Verbindung gesetzt ! Sie hat die Mutter zwangseingewiesen und zwar auf die geschlossene Psychatrie, uns wurde gesagt, sie hat nach dem PschKG gehandelt ! Unsere Mutter war nur am weinen, wir konnten erst am nächsten Tag zu ihr, es war grausam ! Ein Kampf hat begonnen....am Montag Rechtsanwalt, damit kein Betreuer bestellt wird, es hat ja niemand nach der Vorsorgevollmacht gefragt ! Schließlich haben wir unsere Mutter nach 2 Nächten dort wieder raus geholt mit Dank des Rechtsanwalts. Schließlich lag es an mangelnder Flüssigkeit und überdosierten Medikamenten ! So schnell kann Mann/Frau auf einer geschlossenen landen .
 
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Baldr

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AW: Zwangseinweisung

Ja, das kann sehr schnell gehen wenn man an den/die falsche Arzt/Ärztin gerät.
Mich würde interessieren ob ihr den Fall juristisch weiterverfolgt oder ob euch euer bisheriger Erfolg reicht und die Sache für euch abgeschlossen ist?
 
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enibas1962

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AW: Zwangseinweisung

....wir haben erstmal einen ausführlichen Bericht an die Ärztekammer geschrieben. Mal schaun wie es weiter geht.
 
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traveler

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AW: Zwangseinweisung

@enibas:

Derjenige, der vermutlich nicht richtig gehandelt hat ist doch wohl das Altenheim und nicht die Notärztin, oder ist mir da was entgangen?

Wenn ein Mensch dehydriert und das muss jede AP oder GuK erkennen, dann treten bei älteren Menschen Verwirrtheitszustände auf.
Dem entgegen zu Wirken ist doch wohl Aufgabe des Altenheims.

Wenn die Verwirrtheit schon 3Tage bestanden hat, warum seit ihr dann nicht informiert worden?
Das AH sollte informiert sein über eine Vorsorgevollmacht, der NA doch wohl eher nicht.

Bei aller Vorsicht, aber derjenige der da Mist gebaut hat ist doch wohl das AH?

Ein Notarzt kommt und stellt eine Verdachtsdiagnose, 10Minuten sind da völlig ausreichend, denn der nächste Notfall wartet und weißt den Pat. zu Abklärung in das nächste KH, mit einer Verdachtsdiagnose.

Wie gesagt, der Kürze der Zeit geschuldet, ist das eine mögliche Diagnose.
Diejenigen, die ihre S.Mutter kennen müssten ist das Pflegepers. im AH.

Warum sollte sich denn die Ärztin mit Angehörigen in Verbindung setzen, ist das nicht Aufgabe des AH?
Frage mich allerdings was es gebracht hätte, sich mit den Angehörigen in Verbindung zu setzen?
Sie können weder medizinisch die Diagnose anzweifeln, noch die Einweisung verhindern, da sie nicht Betreuer sind?

Wie lange hätte das denn nun im AH weitergehen sollen mit der Austrocknung, wenn die S-Mutter nicht gefallen wäre?

Ein Mensch ist plötzlich verwirrt und man reagiert 3 Tage nicht, erst wenn er fällt?

Und dann der Notärztin eine Vorwurf machen?
Ich finde da völlig fehl am Platze!

Ich würde mal mit dem AH ein paar Takte reden!

Ach so - wer hat denn die Medis überdosiert?
 
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asdert

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AW: Zwangseinweisung

Hallo,

also wenn die Notärztin eine Eigengefährdung gesehen hat, dann kann sie Deine Schwiegermutter nach PsychKG in die Klinik bringen lassen. Bei uns Land Brandenburg ist es dann §12, der muß vom diensthabenden Arzt sofort bestätigt oder aufgehoben werden. Falls bestätigt, dann kommt innerhalb von 24 Stunden ein Richter, um über die Unterbringung zu entscheiden. Also kann man der Notärztin überhaupt keinen Vorwurf machen. (Zumal ja auch die meisten Notärzte keine Psychiater sind.)

Ich würde auch mal in Ruhe mit den zuständigen im AH reden. Es muß ja nachweisbar sein, wer die Medi angesetzt hat und wie es mit der Trinkmenge aussah. Und dafür ist jemand zuständig gewesen.
 
S

sonnemonde

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AW: Zwangseinweisung

Hallo,

muss mich der Meinung von renje und asdert anschließen, den Sachverhalt den du uns hier beschrieben hast, geht ja schon ins grob fahrlässige (von Seiten des AH), hier kommt ja schon ein Tatbestand der Körperverletzung in betracht, um nur einen zu nennen. Die PFKs des AH hätten aufjedenfall die Symptome einer Dehydrierung erkennen müssen und sofort angemessene Interventionen (Maßnahmen) einleiten müssen. Im Doku-System nachschauen, ist ein Trinkprotokoll vorhanden?? Spätestens jetzt hätte hier eins angelegt werden müssen, Pflegeberichte??? Ganz wichtig stdl. Flüssigkeitsaufnahme kontrollieren, anbieten, ggf. anreichen, an Wunschgetränke denken etc.pp. und ganz wichtig dokumentieren was hat die Bew. getrunken wieviel, eigenständig od. musste sie angereicht werden, erinnert werden....Ebenfalls hätte man schauen müssen warum trinkt die Bew. nicht ausreichend?? Schmecken ihr die Getränke nicht od. liegen Schluckbeschweden -> Halsschmerzen vor od. vergisst sie das Trinken und muss erinnert/ aufgefordert werden??? Ebenfalls hätten die Medikamente überprüft werden müssen -> auf Nebenwirkungen, Wechselwirkungen usw....Und auch der HA hätte hinzugezogen werden müssen, wenn alleine durch die pflegerischen Interventionen keine Besserung des Befindes/ Verhaltens der Bew. eintritt. Auch von meiner Seite unbedingt auch das Gespräch mit der WBL und PDL des AH suchen und nicht nur die Fehler bei dem NA suchen. Zu bedenken ist, die NA sehen die Bew. nur in Notfallsituationen, sie müssen oft nur mit den Schilderungen der diensthabenden PFKs, den vorhanden Mediblättern und vorhanden ärztl. Anordnungen lebensrettende Entscheidungen treffen, da wie z.B. im o.b. Fall die Bew. oft keine klaren Aussagen/ Angaben mehr geben können. Man muss immer alle Seiten betrachten.

LG

sonnemonde
 
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