Intensiv ZVK-abstöpseln

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MarcMann

Hallo Ihr,
bisher haben wir immer einen ZVK mit Vetren abgestöpselt (100 I.E./ml). Nun gibt es Vetren nicht mehr. Habt Ihr Ersatzpräperate?
Die Lösung unserer Apotheke ist eine eigene Lsg., hergestellt aus 0.1ml Heparin 25000 I.E. auf 10 ml NaCl 0,9 %, wovon 5 ml gespritzt werden sollen. Das ist eine sehr blöde zu handhabende Mischtechnik. Wie gestaltet Ihr das bei Euch?

Danke,
Marc
 
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Auggie

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Hallo Marc,
bei uns wird der ZVK gar nicht abgestöpselt;warum auch?Wenn der ZVK abgestöpselt wird,wird er doch nicht mehr benötigt oder?Dann kann er auch entfernt werden,oder,wenn man sich nicht entschliessen kann,lässt man langsam über 24h eine Infusion darüber laufen(falls es ein einlumiger Katheter ist).Ein mehrlumiger Katheter sollte gegen einen einlumigen ausgetauscht werden.
Greetz from,


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Rolf
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Oliver

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Hallo Marc,
Auch ich muss Rolf Recht geben, einen ZVK stöpselt man nicht ab.Wozu macht Ihr das denn? Für Transporte kann man wohl besser eine kleine Infusion laufen lassen oder wenn man den ZVK nicht mehr braucht dann kommt er raus. Man denke an die viel zetierte Katheter-Sepsis!
 
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Elisabeth

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Hallo Marc,
wir arbeiten seit 6 Jahren schon nicht mehr mit dem sogenannten "Heparinschloß" bei ZVKs. Der Katheter wird mit NaCl 0,9% durchgespült und der Wegehahn geschlossen. Da wo eine Flüssigkeit ist, kann kein Blut sein. Ergo, es gibt keine "dichten" ZVKs oder Flexülen, auch ohne Heparin.
MfG Elisabeth
 
HBR69

HBR69

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Hallo Zusammen,

wir "stöpseln" unsere Patienten zur Mobilisation schon ab. Dann muß ich allerdings gestehen wird mit keinerlei Heparin oder ähnliches versiegelt. Das wird bei uns nur mit den Scheldonkatheter gemacht. Ein sehr großes Problem sind manchmal unsere arteriellen Spülsysteme. Wenn wir z.b. einen CT-Transport haben ist das schon eine ziemliche Aktion wenn dann auch noch ein PA-Katheter liegt ist das Stippenwirrwar ziemlich heftig. Wie regelt Ihr das denn bei Euch so?
Gruß
Heike
 
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Auggie

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Hallo Heike,hallo All
wie gesagt,abgestöpselt wird bei uns nicht,weder zur Mobilisation noch zu Transporten.
Zum "Strippenproblem" bei Transporten: Ich halte es für sehr fahrlässig,den ZVK oder was auch immer,zu diesem Zwecke abzustöpseln;oder habe ich dich da falsch verstanden?
Wenn bei uns ein Transport ansteht,wandern die komplette Infusionstherapie und die notwendigen Perfusoren mit.
Lediglich beim Transport in den OP bleibt die Ernährung auf Station,stattdessen wird eine extra angeordnete Infusion mitgenommen und die Perfusoren werden auf die einzelnen Lumen verteilt.
Greetz from,

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Rolf
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MarcMann

Themenstarter/in
Hallo All,
danke erstmal für die rege Hilfestellung. Eine Frage noch: Gibt es dazu irgendwo etwas Schriftliches? Ihr wißt wahrscheinlich, wie es ist, wenn man mit dem Argument kommt: "Bei anderen klappt das aber auch...)
Das wäre fein :smile:

Marc
 
HBR69

HBR69

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Hallo Auggie,

warum hältst Du denn das "abstöpseln" zur Mobilisation bzw. zum Transport für fahrlässig? Die Patienten werden dann ja nicht sehr lange z.b. mobilisiert. Zum Transport wird natürlich eine "freie Flüssigkeit" angehangen. Wie legt ihr denn die Perfusoren in oder an das Bett? Teilweise haben wir Infusionsgalgen wo natürlich alles drangehangen werden kann. Trotzdem ist ein "Strippenwirrwar" vorhanden. Wenn dann auch noch Monitore(da haben wir eine Halterung am Bett) und Beatmungseinheit (Oxylog 2000) mit muß kann das schon sehr aufwendig werden. Vor allem im CT stehen wir dann vor manchmal schon recht heftigen Problemen.
Gruß
Heike
 
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frank

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hallo,

wir stöpseln auch noch mit heparin 200ie/ 2ml ab, aber da dürfte sich etwas ändern, ich nehme mal an das wir dann auch "nur" noch mit nacl 0,9 durchspülen werden.
bei hickmann- kath. verfahren wir auch so.
vobei ich auf einer knochenmarkstransplant arbeite, dort bleiben die katheter meist bis zur entlassung.
mich würde interessieren ob es da irendwelche studien gibt :smile: ?
gruss frank
 
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Oliver

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Hallo Heike
Wir verwenden bei sollchen Transporten, zum CT, wenn es geht die neuen Perfusoren von Braun. Die lassen sich gut stapeln, im Bett oder an einer angebrachten Stange befästigen. Es gibt aber auch von der Firma Fresenius eine 3-teilige Spritzenpumpe womit man einen 3 lumigen ZVK gut versorgen kann. Es gehört natürlich auch etwas Absprache mit der Radiologie dazu, das solche Patienten am Anfang oder am Ende des Tagesprogramm kommen. Des weiteren versuchen wir bei solchen Patienten immer zu zweit zu gehen + Arzt.
 
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Auggie

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Hallo Heike,hallo All
ich halte das Abstöpseln für grob fahrlässig,weil jede Manipulation am ZVK die Möglichkeit einer Keimverschleppung darstellt.Gerade auf einer Intensivstation sollte man das nicht ausser Acht lassen,wie schnell ist es da zu einer Sepsis gekommen.
Das Problem mit den Strippen kenne ich,aber das ist in meinen Augen ein sehr viel kleineres als das Problem der Keimverschleppung;es ist lösbar.Zum Transport gehen wir folgendermassen vor: am Kopfteil des Bettes sind li. und re. 2 Infusionsstangen,ich habe noch nie erlebt,das die bei einem Patienten nicht ausreichend waren.Oxylog und Transportmonitor befinden sich am Fussende.Die Zuleitungen der Perfusoren sind,zur besseren Übersichtlichkeit bei den notwendigen Systhemwechseln,kleine Aufkleber angebracht mit dem Namen des Medikaments.
Ist es nicht besser,den ZVK zu entfernen,als zu riskieren das sich die PatientInnen eine Sepsis einfangen?
Greetz from


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Rolf
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Elisabeth

Themenstarter/in
Hallo @all,
reden wir nicht gerade von zwei verschiedenen Sachen: "Heparinschloß" oder Sinn oder Unsinn von Dekonnektion bei ZVK.
1. ZVKs werden nicht immer nur bei Intensivstpatienten genutzt. Manche Medikamente können nur über zentrale Katheter gegeben werden und nicht immer ist die Anlage eines Portes sinnvoll, z.B. wenn das Medikament nur für einen begrenzten Zeitraum gegeben werden muß.
2. Manchmal sind die räumlichen Gegebenheiten nicht so, daß man alle Infusiomaten und Perfusoren mitgeben kann. Wir müssen z.B. unsere Patienten für Transporte auf einfache Tragen umlagern.
3. Ein zwischenzeitliches Verteilen von diversen Perfusoren um den eventuell nicht genutzten Ernährungsschenkel während der Zeit des Transportes zu spülen, halte ich für wenig sinnvoll- wie verfahre ich dann mit Medikamentenresten in den verschiedenen Schenkeln?
Das bestimmte hygienische Grundregeln bei einem "Abstöpseln" gewahrt werden müssen, versteht sich
doch wohl von alleine.
MfG Elisabeth
 
HBR69

HBR69

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Hallo an Alle,

Elisabeth, Du sprichst mir aus der Seele!! Ich meine nämlich auch, daß ein gewisser hygienischer Umgang mit allen Zugängen obligat sein sollte. Deshalb verstehe ich nicht so ganz die Einwände von Auggie.
Bei uns sind Kathetersepsen sehr selten. Wir haben ein mikrobiologisches Monitoring und sind somit schon auf dem Laufenden was unsere "hausgemachten" Infektionen angeht! Katheterinfektionen sind sehr selten dabei. Oftmals haben wir mit unseren chirugischen Wunden Probleme. Da arbeiten wir allerdings auch schon dran, das wir das in den Griff bekommen.
Was unsere Transportprobleme angeht hoffe ich wird sich das bald bessern weil wir ein anderen "Transportwagen" ausprobieren wollen. Der wird an das Fußende eigehängt und darauf kann alles befestigt werden. Das eigentliche Problem sehe ich aber vielmehr bei Umlagerungen z.b. in der Radiologie.
Beschriftet sind unsere Leitungen übrigens i.d.R. auch alle.
Gruß
Heike
 
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sunflower

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Hallo,

man kann sich doch recht einfach sein "eigenes" Vetren herstellen:
Man nehme eine 50ml NaCl0,9%-Flasche und tue dort 5000I.E. Heparin rein. Somit entspricht 1ml dieser Lösung = 100 I.E. !

Was das Katheter abstöpseln betrifft, insbesondere im Zusammenhang mit Transporten, schließe ich mich den Verfechtern des Abstöpselns an. Ich nehme grundsätzlich nur die allernötigsten Perfusoren (i.d.R. Katecholamine und evtl. noch Sedierung) mit (nach vorheriger Rücksprache mit dem Arzt). Alles andere wird abgestöpselt (auch ZVD und PA-Katheter). Art. wird natürlich als RR-Monitoring belassen. Die Schenkel werden zuvor mit NaCl0,9% durchgespült.
Auch macht mir eine "Transportinfusion" wenig Sinn. Sie hängt nämlich nur zusätzlich rum. Ich nehme zwar eine 1000ml Flasche Ringer- oder G5%-Lsg (je nach E'lyte Wert) "standby" mit (alles noch originalverpackt), falls der Pat. plötzlich Volumen brauchen sollte, aber da wir sowieso bei jedem Transport immer einen Notfallkoffer mitführen, erübrigt sich diese Maßnahme auch.
Meine Devise ist, je weniger Kabelsalat herrscht, desto sicherer(!) ist der Transport, denn es bestehen potentiell weniger Möglichkeiten der Dislokation und sonstiger Verletzungen. Es bringt doch wirklich nichts, z.B einen PA-Katheter mit auf Transport ins CT zu nehmen, zumal die Werte während der Fahrt eh keine therapeutische Konsequenz haben.
Für mich ist es immer der reinste Horror, wenn ich KollegInnen bei deren Rückkehr mit helfe, den Pat. wieder am Bettplatz anzuschließen und ich dort ein dermaßiges Wirrwarr vor mir habe, daß man dann nämlich gezwungen ist, alles zu diskonnektieren und neu zusammenzustecken, weil ein Chaos bei den Kabeln herrscht.
Auch finde ich es durchaus legitim, einen nicht benötigten Schenkel an einem Multilumenkatheter abzustöpseln (z.B. mit heparinisierter Lsg, Kontraindikationen beachten!). Die weitere Verabreichung irgendeiner Infusion zum "offenhalten" halte ich sowohl wirtschaftlich, als auch hinsichtlich der Hygiene für nicht gerechtfertigt, denn bei jeder i.V. Zufuhr kann eine Verkeimung auftreten, was aber durch ein abstöpseln vermieden wird.
Die Patienten auf unserer Station sind durchweg mit einer Vielzahl invasiver Katheter ausgestattet (Routine: Art, 4-lumig ZVK, 1-2 Braunülen und oft Swan-Ganz+Shaldon). Die Kathetersepsen entstehen m.E. nicht durch gelegentliches abstöpseln dieser, sondern von vornherein durch unsaubere Arbeitsweise desjenigen, der die Zugänge legt!!! Ich habe h z.B. noch nie einen Arzt erlebt, der wirklich die von der Klinikhygiene vorgeschriebene 1-minütige Einwirkzeit des Hautdesinfektionsmittels beachtet hat...

Viele Grüße,
sunflower
 
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Josef.w

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Hallo an Alle,
seit einiger Zeit gibt es einen Verschlußstopfen der Fa. Vygon ( Bionecteur ) der zenral an einem ZVK bei Diskonnektion den ZVK verschließt. Ein Patiententransport und notwendige Mobilisierung sind dann gefahrlos möglich. Bei erneutem Anschluß einer Infusion ist dann nur der Verschlussstopfen zu desinfizieren.
 
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Krankenpfleger
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captain111

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Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht einen ZVK oder einen Sheldon mit Vitamin C abzustöpseln; dies hat den Vorteil, dass man nicht mehr erst einmal das Injizierte ( Heparin verdünnt ) aspierieren muss. Sondern man kann direkt den ZVK zum Beispiel ohne einen zusätzlichen Handgriff wieder bestücken.

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Chaoty

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Hallo Pflegende;
ich kann mich noch daran ZVK´s abgestöpselt zu haben, liegt aber schon 21 jahre zurück.
Ich weiß aber noch das Wir damals 0,2ml Heparin plus 1,8ml NaCl 0,9% gemixt und durchgespritzt haben.
Gruß

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[Dieser Beitrag wurde von Chaoty am 29. Januar 2001 editiert.]
 
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Frank Fischer

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hallo,

ich will das thema nicht noch mal aufwärmen was besser ist, mit oder ohne heparin, interessieren würde mich aber ob es zu diesem thema irgendwelche studien gibt.
zur diskussion auf station brauche ich material was wissenschaftlich unterfüttert ist.

gruss

[ 07. Mai 2001 21:05: Beitrag editiert von Frank Fischer ]
 
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Martin

Neues Mitglied
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10.05.2001
Hi Hike!
Jetzt mal eine dumme Frage! Wie sieht denn bei Euch das mikrobiologische Monitoring aus?! Würde mich echt interessieren!
Gruß
Martin
 
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Fachgebiet
Intensiv
M

Martin

Neues Mitglied
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10.05.2001
Hi Hike!
Jetzt mal eine dumme Frage, obwohl es die ja eigentlich nicht gibt!
Wie sieht denn bei euch das mikrobiologische Monitoring aus?! Würde mich echt interessieren!
Gruß
Martin :eek:
 
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