Allgemeinchirurgie Zustand nach Magen-OP

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Besorgte

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12.06.2007
01328
Hallo! Ich bin KEIN professioneller Pfleger aber eine besorgte Ehefrau, die sich keinen Rat weiß, außer hier im Forum Gesprächspartner zu finden. Mein Problem: Vor 3 Wochen musste ich meinen Mann mit einem Magengeschwür (perforiert) per Notruf ins Krankenhaus bringen. Er wurde operiert. Der Magen konnte vollständig erhalten bleiben. Zurückgeblieben ist ein sehr großer Bauchschnitt. Der Heilungsprozess verlief in der Klinik planmäßig, so dass er nach 11 Tagen entlassen wurde. Er machte mir einen recht frischen Eindruck, gab aber an, dass er durch die Klinikvorgänge immer nur wenige Stunden geschlafen habe. Er schläft JETZT unheimlich viel und sehr fest. Zum einen kann ich mir vorstellen, dass solch eine große OP sehr angreift, zum anderen schaue ich sehr sorgenvoll hin. Ist denn das normal, dass das Schlafbedürfnis jetzt so groß ist??? - Von der Hausärztin bin ich gar nicht überzeugt. Erst hat sie meinen Mann nach der Rückkehr nach Hause 2 1/2 Std. in der Praxis warten lassen warten lassen. (Wir haben extra vorab gefragt, wann eine günstige Zeit ist.) Den Kurzbericht hat sie wohl eher nicht gelesen, denn alles was da drin stand, hat sie meinen Mann gefragt und ihn dann 3 Wochen krank geschrieben, ohne einen Termin der Zwischenkonsultation. Ich hätte gedacht, die Narbe und auch das Blut (im Krhs. wurde Kaliummangel festgestellt.) müssten kontrolliert werden. Bin ich da auf dem Holzweg?
Ich hoffe, ihr könnt mich beruhigen, dass das alles normal ist. Ich habe zum Verlauf solcher Operationen im Netz nichts gefunden. Bitte gebt mir einen Rat.
Liebe Grüße Besorgte
 
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Z

Zischi

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Hallo Besorgte,

ich kann die Sorge wirklich verstehen. Also ich denke schon, dass so ein Eingriff samt Narkose für den Organismus sehr belastend ist, dann noch die Umstellung auf eine fremde Umgebung. Das alles zehrt schon sehr. Das erhöhte Schlafbedürfnis lässt sich daraus denke ich schon ableiten. Wie ist denn dein Mann am Tag so drauf? Leistungsfähig oder wird ihm schon noch alles ein wenig zu viel? Was sagt er denn dazu, findet er es komisch?
Kaliummangel nach größeren Eingriffen bzw. nach längerer Ernährung über Infusionen ist nicht untypisch und gibt sich meist von selbst wieder, vor allem wenn man wieder normal ißt und trinkt. Ne Blutkontrolle bei weiterer Leistungsschwäche und großem Schlafdefizit wäre trotzdem angedacht, möglicherweise liegt eine Blutarmut vor, evtl. noch von der OP bedingt. Aber kluge Ratschläge aus weiter Entfernung geben ist hier nicht mein Ding zumal von außen betrachtet es immer recht schwierig ist. Der einfachste Weg ist eine erneute Vorstellung in der Klinik in der dein Mann operiert wurde, die sollen das unbedingt abklären.

Alles Gute weiterhin
PS: ein Hausarztwechsel kostet nichts!
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger, Bildungsreferent
Fachgebiet
Erwachsenenbildung im Gesundheits- und Sozialwesen, Ambulante Pflege
Weiterbildungen
Deutsches Netzwerk Primary Nursing
B

Besorgte

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12.06.2007
01328
Hallo Zischi, danke für die Antwort. Eine "Fernbehandlung" sollte es ja auch nicht sein. Die antwort hilft mir schon weiter. Mir ging es ja nur darum, was nach einer solchen OP überhaupt "normal" ist, denn das will ich dann natürlich auch geduldig hinnehmen. Ihr habt da einfach mehr Erfahrungen. (Meine medizinische Bildung erstreckt sich eher auf den Umgang mit körperbehinderten Kindern, mit denen ich arbeite.) Die letzten Tage waren schon etwas besser. Mein Mann schläft zwar immer noch "wie narkotisiert", aber immerhin meist nach ersten "Aktivitäten". (Außerdem ist natürlich diese Schwüle draußen furchtbar nervig.) Leistungsfähig würde ich meinen Mann noch nicht unbedingt beschreiben, aber er hat jetzt die Motivation, seinem Verein zuschauen zu gehen. (Hoffe, dass das was er sich zutraut, auch funktioniert.- Immer diese Sorgen....)Mir wäre es natürlich lieber, wenn er tagsüber, wenn ich arbeiten bin, die Spülmaschine einräumen ....würde.:wink: Vom Essen/trinken her ist es so, dass mein Mann wohl "Order" hat, immer kleine Portionen (nicht scharf und nicht fasrig dafür ruhig Butter) zu essen. Er ißt wirklich sehr, sehr wenig, hat insgesamt auch 8 kg abgenommen. Ich versuche jeden Tag zu kochen, wobei meine Belastbarkeitsgrenze langsam auch erreicht ist. Haushalt, Krankenpflege und Arbeit sowie die nervliche Anspannung ist schon heftig. - Insofern ein ganz liebes DANKE fürs Zuhören und o.g. Antwort.
VlG Besorgte
 
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N

Napster

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10.10.2004
16816
Hallo Besorgte,

Das erhöhte Schlafbedürfnis ist sicherlich zum einen der relativ ruhelosen Zeit im KH geschuldet,da besteht Nachholbedarf.Zum anderen sorgt aber auch die aktuelle Witterung zu schneller Ermüdung,sinkender Leistungsfähigkeit und -wie von Dir beschrieben- folgenden Tiefschlafphasen.
Vergiß nicht,der Körper hat in der letzten Zeit allerhand durchgemacht.Das akute Ereignis,der OP-Streß,die nervige,schlafarme Zeit im KH.Jetzt,in vertrauter Umgebung, nimmt er sich,was er braucht.

Positiv ist zu bewerten,daß jetzt bereits wieder Aktivitäten in Angriff genommen werden,wie Vereinstätigkeiten usw.,welche sicherlich erfreulicher sind als die Durchführung irgendwelcher Hausarbeit.Aber auch hier gilt,nicht volle Kraft voraus,öfter mal Pausen machen,langsam steigern.

Ja,und das Essen.Ganz richtig,viele kleine Mahlzeiten über den Tag.Kleine Portionen füllen den Magen nicht so schnell.Also auch gern mal öfter was zwischendurch,auch mal sündigen... mengenmäßig nicht zu üppig,dafür gerne häufiger.

Und bedenke bei aller Fürsorge auch das eigene Befinden.Du schreibst,es ist grenzwertig im Augenblick,die Mehrfach- bzw. Vielfachbelastung zwingt Dich bald in die Knie.Ist da noch tägliches Kochen möglich,nötig,ein Muß ?
Wohl nicht.Sicherlich,Du möchtest die Versorgung Deines Mannes sicherstellen...alles richtig.Aber um DEINER Gesundheit willen,greif auch mal auf Fertigartikel zurück,laß' ihn auch mal selbst köcheln...und sprich mit ihm,erklär Dich.

Viel Kraft,bei allem,was noch kommen mag !
Napster
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Pflege in der Onkologie
Fachgebiet
Onkologie innerhalb eines Klinikums mit ca.800 Betten
Weiterbildungen
Arbeitsgruppe Pflegerichtlinien
Arbeitsgruppe Onkologische Fachpflege
D

dr.poops

:troest:Hallo, liebe "Besorgte"! Die anderen haben schon recht, dein Mann muss erstmal die ruhelosen Tage in der Klinik ausschlafen - das macht er auch ganz richtig, daß er sich dem hingibt, der Körper muss sich von er OP/der Narkose erholen und auch der Heilungsprozess verbrät einen Haufen Energie.
Essen: wie schon erwähnt, sind mehrere kleine Portionen das "A" und "O". In der traditionellen chinesischen Medizin gibt es einen ganzen Schwung an guten Tipps - zum Beispiel braucht dein Mann kräftigende und wärmende Speisen (Ingwer ist ein absoluter all-rounder, es sei denn, man mag ihn nicht... als Tee, als Würze im Essen, einfach super!). Auch eine Kartoffelsuppe mit Möhren (oder Gemüsesuppe mit Reis und Möhren, Hühnersuppe - also auch all das, was Hebammen Frauen nach einer Geburt anraten!) ist gut (die meisten Jungs stehen doch auch auf Eintöpfe). Es gibt in der Akupunktur auch die Möglichkeit, Energiepunkte zu stimulieren, um ihn wieder schonend aufzubauen. Das klingt jetzt vielleicht ein bißchen "abgespaced", aber ich habe - als relativ überzeugte "Schulmedizinerin" - gerade in Phasen der Erholung von Akupunktur und entsprechender Diätetik sehr profitiert.
Und - gönne auch dir was Feines! Schokolade:thumbs:?
Dir und deinem Mann alles Gute! dr.poops
 
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

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05.07.2001
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