Zuständigkeit Pflegefälle nach Krankenhausaufenthalt

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Daniel Kißmann

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30.06.2013
53359
Hallo Leute,

meine Großmutter liegt im Krankenhaus und hat ja aktuell schon die Pflegestufe eins. Jetzt geht es darum wer organisiert den Aufenthalt für die Zwischenpflege. Es streitet sich momentan die Sozialstation des Krankenhauses mit dem Pflegedienst der meine Großmutter bereits betreut. Gibt es da Vorschriften wer sich darum zu kümmern hat oder liegt das im ermessen der angehörigen? Vielen Dank für die Hilfe!
 
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Böserwolf

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29.09.2008
kassel
AW: Zuständigkeit Pflegefälle nach Krankenhausaufenthalt

Zwischenpflege? Soll die Großmutter vom KH ins Heim ?
 
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Radler

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31.03.2013
89269
AW: Zuständigkeit Pflegefälle nach Krankenhausaufenthalt

Könnte es sein, dass der SozialDIENST des Krankenhauses KURZZEITpflege angeregt hat, weil sie meinen, dass deine Großmutter z. Zt. (noch) nicht nach Hause entlassen werden kann?
 
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Krankenhaus
N

nofretete

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28.09.2010
01983
AW: Zuständigkeit Pflegefälle nach Krankenhausaufenthalt

Hat deine Großmutter eine Betreuung für Gesundheitsvorsorge?
 
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Altenheim
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Daniel Kißmann

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30.06.2013
53359
AW: Zuständigkeit Pflegefälle nach Krankenhausaufenthalt

Wie bereits erwähnt hat meine Großmutter bereits die Pflegestufe 1. Ob sie endgültig zuhause leben kann ist noch nicht klar. Sie leidet unter demenz und versucht momentan häufig aufzustehen und stürzt dann, was in dem Alter weitere Operationen zur Folge hat. Die Frage ist wer Zuständig ist bei den weiteren Maßnahmen, die Gesetzliche Krankenkasse legt die Verantwortung dem Sozialdienst in die Hände oder dem Pflegedienst? Sie in die Zwischenpflege zu geben entstammt den Angehörigen.

Es muss doch einen klaren verantwortlichen geben bei sowas?
 
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Soldat
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BmVG
L

Lisy

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03.04.2008
SCHWÄBISCH GMÜND
AW: Zuständigkeit Pflegefälle nach Krankenhausaufenthalt

Hallo Daniel,
wenn deine Oma dement ist müßte sie einen Betreuer haben. Dieser ist dann zuständig. Hat sie den (noch nicht) ist auch niemand zuständig. Man kann nicht mal so einfach, egal ob KK, KH, Sozialdienst oder Pflegedienst über andere Menschen bestimmen. Das wäre strafbar.
Ich weiß, ist jetzt nicht Antwort die dir weiterhilft, aber so ist es halt. Und wenns ganz schlimm kommt, wird sie auf eigenen Wunsch auch noch aus der Kurzzeitpflege "entlassen". Weil, auch die dürfen niemanden gegen seinen Willen festhalten. Wie schon erwähnt: Es sei denn es ist ein gesetzlicher Betreuer bestimmt. Der darf das. Da seit ihr jetzt als Angehörige gefragt.
Lisy
 
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Altenpflegerin
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pdl
Böserwolf

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29.09.2008
kassel
AW: Zuständigkeit Pflegefälle nach Krankenhausaufenthalt

Ja, die Angehörigen . Oder sollen wildfremde Menschen über das Schicksal deiner Oma entscheiden? Dann wird irgendwann ein gerichtlicher Betreuer bestellt und ihr habt dann nichts mehr zu melden.
 
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Altenpfleger
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Freiberufler
J

josephine

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15.03.2008
München
AW: Zuständigkeit Pflegefälle nach Krankenhausaufenthalt

Hallo Daniel,

ich hab den Eindruck, dass du mit den Begrifflichkeiten etwas überfordert bist. Bitte verstehe das nicht falsch, die Begriffe sind künstliche Konstrukte und es erwartet niemand, dass der Normalmensch mit z.B. Rechtsbegriffen ohne jede fachliche Erklärung klarkommt. Würdest du hier über deinen täglichen Job berichten, hätten hier sicher mehr als 80% GROßE Fragezeichen im Gesicht.

Also: Deine Oma hat Pflegestufe 1. Das heißt, dass sie bei täglichen Verrichtungen der Pflege mindestens 45 Minuten am Tag Hilfestellung benötigt (und um das nächste Mißverständnis gleich auszuräumen: 45 Minuten dauert nach Ansicht der Experten der Pflegekassen das Waschen nicht!) und ca 45 Minuten Hilfestellung bei Haushaltsangelegenheiten (also Einkaufen, Kochen Putzen, etc.). Ob sie dement ist oder nicht spielt dabei zunächst keine Rolle, lediglich die Minutenberechnung (die sehr wenig mit Logik oder Menschenverstand zu tun hat, sondern wiederum sehr konstruiert ist) wird dadurch etwas "günstiger".
Ob sie nach einem KH-Aufenthalt in der bisherigen Situation zu Hause weiter leben kann oder nicht - das hat mit der Pflegestufe nichts zu tun.
Die Ärzte im kH sind wohl der Meinung, sie braucht zukünftig mehr Hilfestellung, in welcher Form auch immer. Deswegen haben sie für den Sozialdienst eine Verordnung geschrieben. Der Sozialdienst hat nun die Aufgabe mit deiner Oma, den Angehörigen und eben dem Pflegedienst Kontakt aufzunehmen, um zu sehen, was deine Oma will, was sie braucht, was die Angehörigen wolllen und zu leisten in der Lage sind, was der Pflegedienst leisten kann und welche Meinung dieser vertritt.
Der Pflegedienst hat einen Vertrag über bestimmte Leistungen (z.B. Medi`s richten, beim Waschen helfen, beim zu Bett gehen, beim Putzen, Einkaufen oder was auch immer). Ausserdem geben die natürlich bei Gefahr Alarm und sagen auch, wenn sie der Meinung sind, dass die Oma alleine nicht zurecht kommt. Einen Pflegeplatz für welchen Zeitraum und welche Situation auch immer organisieren sie nicht.
Wenn nun ein Pflegeplatz im Anschluß an einen KH Aufenthalt nötig ist, kann der Sozialdienst des KH einen organisieren. Voraussetzung ist das Einverständnis deiner Oma. Sollte sie so dement sein, dass sie das nicht mehr entscheiden kann, dann muss dieser Zustand von einem Facharzt festgestellt werden (Neurologe, Psychiater) und ggf. ein Betreuungsverfahren eingeleitet werden. Das erfordert Kontakt mit dem Amtsgericht, was die Klinik tun kann, aber nicht muss.
Sollte deine Oma eine Vorsorgevollmacht haben, so kann auch diese alternativ greifen. Dennoch muss ein Facharzt feststellen, dass sie nicht mehr in der Lage ist, selbst zu entscheiden.
Ob Selbst, Betreuer oder Bevollmächtigter, DERJENIGE ist zuständig. Der Sozialdienst tritt lediglich als Vermittler auf.

Es klingt ein bisschen so, als seist du der Meinung, deine Oma kann im Moment nicht zurück in ihre Wohnung. Wenn sie das aber möchte, kannst du lediglich versuchen, ein Betreuungsverfahren beim Amtsgericht anzuregen, oder eine Fachärztliche Untersuchung in der Klinik anregen.

"Zwischenpflege" gibt es nicht (nach meinem Kenntnisstand). Wohl aber Reha, AHB oder eben Kurzzeitpflege oder Übergangspflege. Bei der Vermittlung eines Platzes kann, sollte und wird der Sozialdienst helfen. Die Entscheidung liegt aber bei deiner Oma (oder Bevollmächtigtem oder Betreuer, vgl oben)

Verantwortlich sind also die Patienten selbst, bzw. die Angehörigen.


Ich weis aus eigener Erfahrung als Angehörige, dass der Weg nicht leicht ist (wer sagt seiner Oma schon gerne, dass sie ihr Hirnkasterl nicht mehr soweit beisammen hat, dass sie alleine leben kann?!) aber es ist in Deutschland zum Glück sehr schwierig die Selbstbestimmung eines Menschen einzuschränken.

Ich hoffe, ich habe dir nicht auf die Zehen getreten und du kannst mit diesem Ganzen Wußt etwas anfangen.

LG,
josephine
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Palliativ
Weiterbildungen
PA, Palliative Care
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Daniel Kißmann

Neues Mitglied
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Themenstarter/in
30.06.2013
53359
AW: Zuständigkeit Pflegefälle nach Krankenhausaufenthalt

Schönen guten Abend,

erstmal VIELEN DANK für die wirklich hilfreichen Antworten an Lisy und besonders an Josephine. Gerade für die Mühe der ausführlichen Beschreibung. Meine Mutter ist bereits durch eine Vorsorgevollmacht dazu berechtigt. Das der Patient aber trotz starker Demenz erst endmündigt werden muss war uns hier nicht so bewusst. Ich gebe zu die Begrifflichkeiten bringt man leicht durcheinander, natürlich ist von kurzzeitpflege die Rede.
Schade ist das der Sozialdienst nicht immer besonders Kunden- bzw. Patientenfreundlich reagiert, sonst hätte man dort auch fragen können.

Vielen Dank nochmal!!! Hab mich sehr gefreut über die Information!

Liebe Grüße
Daniel
 
Qualifikation
Soldat
Fachgebiet
BmVG
Böserwolf

Böserwolf

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29.09.2008
kassel
AW: Zuständigkeit Pflegefälle nach Krankenhausaufenthalt

Der Patient muss nicht entmündigt werden,deine Mutter braucht nur die Betreuungsvollmacht von deiner Oma,dann kann sie in ihrem Sinne handeln.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
R

Radler

Mitglied
Basis-Konto
31.03.2013
89269
AW: Zuständigkeit Pflegefälle nach Krankenhausaufenthalt

Hallo Daniel,
Vorsorgevollmacht ist doch das beste, was es gibt in diesem Fall. Vorsorgevollmacht heißt, dass man jemand anderem, dem man voll vertraut, die Vollmacht erteilt für einen zu entscheiden,für den Fall dass man selbst aus welchem Grund auch immer nicht mehr kann. Und zwar in jeder Hinsicht. Ist natürlich gefährlich leicht zu mißbrauchen. Aber in eurem Fall heißt das , deine Mutter entscheidet.
Der Sozialdienst eines Krankenhauses ist dafür da, tätig zu werden, wenn Zweifel daran bestehen, ob die bisherige Versorgung weiterhin ausreicht. Der Grund dafür ist, dass für einen Krankenhausaufenthalt eine medizinische Notwendigkeit bestehen muss, Pflegebedürftigkeit ist kein Grund. Pflegebedürftige kann man aber auch nicht einfach -mal krass ausgedrückt - auf der Türschwelle absetzen, also wird der Sozialdienst tätig und zwar normalerweise nicht erst am Tag vor der Entlassung, sondern sobald man den Eindruck hat, da könnte die bisherige Versorgung nicht reichen. Kurzzeitpflege ist eine häufig gewählte Möglichkeit, wenn man noch nicht genau weiß, wie die Entwicklung des Kranken einzuschätzen ist. Gerade nach Operationen brauchen die meisten einfach noch etwas Zeit bis sie sich wieder erholt haben. Diese Zeit zahlt die Krankenkasse aber nicht. Im Krankenhaus wird nach Fallpauschale abgerechnet, d. h. überspitzt ausgedrückt im Prinzip bekommt das Krankanhaus das gleiche Geld ob deine Oma 3 Tage oder 3 Wochen da liegt. Also: Sozialdienst. Normalerweise arbeitet der Sozialdienst aber in enger Absprache mit den Angehörigen. Wenn das bei euch nicht so war, habt ihr wahrscheinlich einen TOP Sachbearbeiter erwischt. Shit happens.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Krankenhaus
S

Shanith

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12.06.2013
Berlin
AW: Zuständigkeit Pflegefälle nach Krankenhausaufenthalt

Guten Morgen,

ich kann gerne mal aus meiner Sicht als ehemals betroffene Angehörige berichten.

Meine Großmutter stürzte ebenfalls in der häuslichkeit und ein KH Aufenthalt war nicht vermeidbar. Das sie bereits mehrere Jahre an einer demenziellen Erkrankung leidet machte die Sache nur noch schwieriger. Im KH kam dann schnell heraus das sie vorerst nicht allein zu Hause leben kann. Leider waren auch die Angehörigen aus beruflichen und privaten Gründen nicht in der Lage sie zu Hause aufzunehmen, vorerst jedenfalls nicht.

Die Sozialarbeiterin im Krankenhaus bat uns zum Gespräch und da saßen wir dann nun alle. Die große Frage "Wie sagen wir es Oma?"
Nicht nur meine Ausbildung und meinem derzeitigen Arbeitsplatz geschuldet wollten wir es gern mit einer KZP im Seniorenheim versuchen. Die Zeit dachten wir dafür zu nutzen privat einiges zu regeln um sie dann vieleicht doch nach Hause zu holen.

Zusammen mit der Sozialarbeiterin wählten wir ersteinmal 2 Heime aus und sind dann zusammen mit Oma dort hin gefahren und haben sie uns angesehen. Vor dem Besuch im Heim war die Einstellung meiner Oma nicht gerade positiv gegenüber einem Pflegeheim. Es stellte sich schnell heraus das sie ein ganz anderes Bild von einem Heim hatte. ( Ein Tisch, daran 4 Rollstühle, zum teil schlafen die Leute die anderen schauen sich an, regelmäßiggibts essen, und mit viel Glück kommt alle Zeit mal einer und sagt Hallo. Naja da lass ich der Phantasie mal freien lauf :))

Nach einem ausführlichen Gespräch mit der Heimleitung und nachdem wir uns alles zusammen angesehen hatten, entschied Oma für sich das sie dort Urlaub machen möchte. Also gings los mit der KZP, anschließend Verhinderungspflege. Wir dachten immernoch sie kommt mit nach Hause, wir hatten einen Weg gefunden und waren beim organisieren.

Kurz vor Ende der Verhinderungspflege, als wir mit Oma alles wegen zu Hause besprechen wollten, sagte sie uns sie bleibe da wo sie ist, das wäre schließlich ihr zu Hause und sie möchte nicht weg.

Nun ja wir akzeptierten natürlich ihren Wunsch, wir haben es auch nie bereut. Zusammen hatten wir noch 6 schöne Jahre zusammen (die schlechten Zeiten blende ich aus, erinner mich lieber an die guten :))

Fazit:
In unserem Fall war es genau richtig alles zusammen mit Oma zu besprechen und sie bei allem einzubinden. Sicherlich muss man schauen nach dem Grad der Demenz, ob dies noch möglich ist.
Die Sozialarbeiterin im KH kümmerte sich wirklich um alles, selbst um die Anträge bei der KK. Die Heimleitung half uns auch immer wieder, zeigte uns viele Wege auf, half uns beim Beantragen von Leistungen ect.....
Ja es geht auch anders, aber wir hatten echt Glück.

Vieleicht hilft dir der kleine Erfahrungsbericht ja weiter.

Liebe Grüße Shani


PS: mein 2 Forumeintrag, langsam traue ich mich :grin:
 
Qualifikation
PDL/Gerontopsychiatrische Fachkraft/Praxisanleiterin
Fachgebiet
vollstationäre Pflege
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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