Zusammenarbeit mit der Stellvertretung

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Ramönchen

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Hallo Ihr Lieben,

heute wende ich mich mit folgendem Problem an Euch:
Vor ziemlich genau zwei Jahren habe ich eine Station als Leitung übernommen. Ich hatte damals keinerlei Erfahrung, habe auch vorher nie als Stellvertretung gearbeitet. Die Kollegin, die bis dahin die Station geleitet hat, war eigentlich die Stellvertretung und hat die Leitung nur kommissarisch übernommen. Ganz als Leitung wollte sie nie arbeiten, da sie sonst den Leitungskurs hätte machen müssen.
Im September diesen Jahres habe ich nun den Leitungskurs mit sehr gutem Erfolg abgeschlossen. Ich habe viel gelernt und bin dabei, das Erlernte nach und nach umzusetzen.
Bis vor kurzem dachte ich, daß wir ganz gut zusammen arbeiten, aber in letzter Zeit arbeiten wir eher gegeneinander. Immer öfter habe ich das Gefühl, bevormundet zu werden und daß sie mir vorschreibt, wie ich meine Arbeit zu machen habe. Das ist nun auch schon anderen aufgefallen und die Mitarbeiter sprechen mich darauf an. Ich denke, ein klärendes Gespräch wird sich nicht vermeiden lassen,aber damit habe ich noch gar keine Erfahrung und mir graut ein bißchen davor...

LG, Ramona
 
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Microknee

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Hallo Ramona! Da ist schnellstens ein klärendes Gespräch fällig. Frag sie, was sich verändert hat, seit du deinen Stationsleitungskurs hast, den sie ja nie machen wollte? Ich denke, dass sie Angst hat, von dir bevormundet zu werden und dreht den Spieß einfach um.Teile ihr offen mit, dass es dich kränkt, wenn sie so mit dir umgeht. Schreib dir genau auf, was dir negativ an ihr aufgefallen ist und was du mit ihr besprechen möchtest. Halte dich an deinen Leitfaden und lass dir das Gespräch nicht aus den Händen nehmen. Ihr müsst wieder auf einen Nenner kommen, sonst haben es eure MA leicht einen Keil zwischen euch zu treiben. Wie sieht eure Aufgabenaufteilung aus? Gibt es Bereiche, für die nur sie verantwortlich ist und andere Bereiche, für die ausschließlich du zuständig bist? Ist sie deine Stellvertretung und vertritt dich, wenn du nicht da bist, oder wie läuft das bei euch? Grenz dich soweit ab, dass du ihr klar machst, dass du zwar die Chefin bist, aber auch auf ihre Mitarbeit und Hilfe angewiesen bist. Es ist immer schwierig, wenn es bei Führungspositionen Abstufungen gibt. Da muss es klar definierte Stellenbeschreibungen geben, an die sich jeder zu halten hat. LG Microknee
 
Qualifikation
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OP-Managerin (IHK)
Weiterbildungen
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Fort- und Weiterbildung
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Ausbildung zur OP-Managerin
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Ramönchen

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AW: Re: Zusammenarbeit mit der Stellvertretung

Hallo Microknee,

vielen Dank für deine Antwort. Heute fand nun das Gespräch mit meiner Stellvertretung statt und ich fürchte, es ist total in die Hose gegangen. Letztendlich sind wir beide unzufrieden aus diesem Gespräch gegangen. Sie hatte sich erhofft, ich würde nach meiner Ausbildung ganz viel Neuerungen und Veränderungen ins Team bringen. Als ich ihr dann sagte, daß es demnächst schon einige Veränderungen geben wird, die auch ihre Arbeit betreffen, da war sie dann nicht mehr so begeistert. Die Veränderung betraf das Schreiben des Dienstplanes. Den hat sie seit einigen Jahren geschrieben. Da sich allerdings in den letzten Monaten die Beschwerden darüber häuften und ich mich gegenüber meiner Vorgesetzten immer wieder dafür rechtfertigen mußte, habe ich nun vorgeschlagen, den Dienstplan vorerst selbst zu schreiben, mir dabei aber ihre Unterstützung gewünscht. Das wollte sie allerdings nicht und ist nun sehr enttäuscht, möchte mit dem Dienstplan gar nichts mehr zu tun haben und fühlt sich "ihres Amtes enthoben". Ich habe zwar versucht, zu erklären, daß dem nicht so ist und daß Stellvertretung mehr ist als nur Dienstplan schreiben, aber ich glaub, das war nix....
Nun wird unsere Zusammenarbeit wahrscheinlich auch nicht besser:cry:

LG, Ramona
 
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Microknee

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Re: AW: Re: Zusammenarbeit mit der Stellvertretung

Hallo Ramona, das ist sehr schade, dass das Gespräch so negativ verlaufen ist. Aus Sicht deiner Stellvertretung kann ich die Enttäuschung aber verstehen. Da geht jemand auf eine Weiterbildung und trotzdem bleibt erst mal alles beim Alten. Die Änderung betrifft einen selber, indem ihr Aufgabenbereich von dir übernommen werden soll. Wusste sie, dass es Beschwerden über den DP gab? Vielleicht wäre es besser gewesen, das Schreiben des Dienstplanes nicht komplett aus ihren Händen zu nehmen, sondern ihr Unterstützung anzubieten und ihn eine Weile gemeinsam zu schreiben. Zu zweit sieht man oft mehr und erkennt Ungereimtheiten, die der andere oft nicht sofort sieht. Denk nochmal über dein Vorgehen nach und versuche sie, falls du noch an einer Zusammenarbeit mit ihr interessiert bist, ins Boot zurückzuholen. Überlegt gemeinsam, wer welche Aufgabenbereiche zukünftig übernehmen soll und wer für was verantwortlich ist. Deine Stellvertretung kann z. B. die Einarbeitung und Personalentwicklung mit Einsatzplanung als eigenständigen Bereich übernehmen. Du bist ihr zwar weisungsbefugt und hast Kontrollfunktion, aber sie hat einen Bereich, den sie planen und überwachen kann und über den sie dir lediglich Bericht erstattet. Dann hat sie das Gefühl auch etwas zum System auf eurer Station beizutragen. LG Microknee
 
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