Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

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TheEssener

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Interessiere mich für die Qualifizierung zum Alltagsbegleiter § 87 b SGB. Den Bildungsgutschein kann ich von der ARGE erhalten. Diese Qualifizierungen dauern in der Regel 2-3 Monate. Aus persönlichen Gründen (bei meiner im Haushalt lebenden hilfebedürftigen Mutter wurde bereits 3 mal durch die Novitas BKK Pflegekasse die Pflegestufe abgelehnt) wäre für die Schulung ein Träger besser, der eine Unterrichtszeit z.B. von 8.00-12.30 anbietet. In meiner Stadt habe ich bisher nur eine Bildungseinrichtung gefunden, die das anbietet, doch da habe ich jetzt keine Chance mehr.
Mein Fallmanager in der ARGE sagte, er habe keine Probleme mir den Bildungsgutschein auszustellen, es gäbe da aber kaum volle Stellen. Bei einem Bildungsgutschein bin ich jedoch definitiv aus der Job-Perspektive raus, weil wieder näher am ersten Arbeitsmarkt. Obwohl noch weiter langzeitarbeitslos. Durch das Programm Job-Perspektive können Arbeitgeber einen Zuschuss von bis zu 75 % erhalten, wenn sie eine langzeitarbeitslose Person einstellen.
Ursprünglich komme ich aus dem Büro-/Verwaltungsbereich. Erfahrung in der Betreuung Demenzkranker liegt vor: Gemeinwohlarbeit von Herbst 2006 bis Frühjahr 2008, danach bis Ende November 2008 oft zu Besuch und auch ehrenamtlich. Vergeblich versuchte ich dort etwas in der Job-Perspektive. Man hat dort eine Kollegin aus der Gemeinwohlarbeit zunächst als 400 € Kraft und später dann in der Job-Perspektive eingestellt, die mehr aufzuweisen hatte als ich. Was genau weiß ich zwar nicht, bestimmt jedoch Zertifikate oder Erfahrung, z.B. in Hauswirtschaft.

Die Befürchtung die ich habe ist, dass ich nach erfolgter Qualifizierung 87 b wieder zu viel Energie in die Stellensuche investiere. Bei den meisten Altenheimen, wo ich mich mal im Sommer beworben habe als Betreuungshilfskraft (mit Angabe der Zuschussmöglichkeit) antwortetete man nicht einmal. Man teilte mir im Rahmen der Flankierung Job-Perspektive mit, dass man in Altenheimen für die Jobperspektive eher Leute nimmt, die man kennt. Na ja...
Ohne Beziehungen und Fürsprecher läuft, gerade in Altenheimen, heute nichts. Was soll ich denn noch machen, wenn schon 16 Monate Gemeinwohlarbeit und ein halbes Jahr Ehrenamt nicht ausreichen, um dort etwas zu finden???
Lohnt sich der ganze Aufwand denn überhaupt (zu viel Energie investieren), wenn man bedenkt dass man so um die 650 Euro brutto verdient und dazu über 100 Bewerbungen als Alltagsbegleiter schreiben musste???

Was meinen andere???
 
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Joan Doe

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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

Hi

Bei uns in der Region lassen nicht mal die Arbeitsämter Betreuungskräfte mehr ausbilden - sie haben eingesehen, dass diese in weitem Umfeld keine Chance haben, eine Stelle zu bekommen :cry:

Die Heime lassen ihre eigenen Leute (meist die ungelernten) ausbilden. Die kennen dann das Klientel und die Umgebung schon und müssen nicht noch mal extra eingelernt werden!


LG Joan
 
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TheEssener

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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

Hi

Bei uns in der Region lassen nicht mal die Arbeitsämter Betreuungskräfte mehr ausbilden - sie haben eingesehen, dass diese in weitem Umfeld keine Chance haben, eine Stelle zu bekommen :cry:

Die Heime lassen ihre eigenen Leute (meist die ungelernten) ausbilden. Die kennen dann das Klientel und die Umgebung schon und müssen nicht noch mal extra eingelernt werden!


LG Joan
Wo kommst Du denn genau her (Bundesland ? Größere Stadt in der Nähe?) ? Also, ich denke mal dass wenn ich doch die Möglichkeit habe, direkt nach einer Maßnahme mit den Bildungsgutschein wieder in die Job-Perspektive kommen kann, dann werde ich das wohl machen mit dem 87 b. Ich vermute, dass die Anzahl der Stellen in nächster Zeit wieder zunehmen wird, aber dann nicht alles von den Pflegekassen mehr mitfinanziert wird und es neue Beschäftigungsprogramme (subventioniert) für Arbeitslose geben wird!
 
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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

Hi

Sorry fürs späte Antworten, war im KH!

Schreib dir eine PN!


Gruß Joan
 
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mysteha

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Es ist in der letzten Zeit so, seit die Pflegekassenleistungen, gerade bei dementiell erkrankten Menschen sehr gestiegen sind,
dass sehr viele Betreuungskräfte nach § 87b ausgebildet werden.
Ich hatte schon mehrfach Praktikanten in meiner Einrichtung, die diesen Weg gewählt haben, bzw. ihn wählen wollen.
Das Problem ist nach Beendigung des Lehrgangs nur, ob diese Betreuungskräfte in den Heimen auch als solche eingesetzt werden.
Und dieses ist leider aus Personalmangelgründen nicht immer der Fall.
Vielleicht versuchst du mal, in deiner Nähe eine Einrichtung zu finden, die nur Betreuung von dementiell Erkrankten anbietet (wie z.B.
eine Tagesstätte), wenn du dich dort für ein Praktikum bewirbst und dieses der ARGE vorlegst, hast du vielleicht Chancen den
Lehrgang zu starten.
Die Teilnehmer, die sich bei mir beworben haben hatten ganz unterschiedliche Unterrichtsmodelle, teilweise am Tag, teilweise in
Abendform. Du musst dich einfach mal schlau machen, was in deiner Region so angeboten wird.
Der "Markt" ist gefragt und wird derzeit auch dementsprechend gefördert.

lg. mystehe
 
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its58

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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

Ich glaube nicht an die massenhafte Ausbildung von Betreungskräften, da wird doch nur an den Leuten verdienst und sie werden in Ehrenamtlichen Tätigkeiten ausgenützt. Denn viele demente Menschen können und wollen nicht nur beschäftigt werden und Spiele spielen, sondern haben oft auch noch andere und altersbedingte Erkrankungen und was kann dann ein kurz ausgebildeter Demesnbegleiter tun ? Sich in die Pflege einspannen lassen, zu gewollten Dumpinglohn auf maximal auf 450 Eurobasis ?
 
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Ich halte auch nichts von der, wie du sagst, massenhaften Ausbildung von Betreuungskräften, aber dennoch ist fact, dass es derzeit so läuft.
Wir können nur dahingehend Einfluss nehmen, dass wir versuchen diese Betreuungskräfte auch in ihrem jeweiligen Bereich einzusetzen,
natürlich nur, wenn sie dafür geeignet sind.
Und mir sind schon einige Bewerber sehr positiv aufgefallen, die den "Job" wirklich gut machen können, das kann ich ja dann auch in einem
entsprechenden Zeugnis oder einer Beurteilung zum Ausdruck bringen.
Die Spreu vom Weizen zu trennen ist eben immer die Frage
 
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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

@ Myteha
Die Spreu vom Weizen trennen, sehe ich nicht als meine Aufgabe bei ehrenamtlichen Betreuungskräften, sondern ich sehe nur der Gesetzgeber will Billigkräfte und das möglichst schnell und Arbeitgeber reiben sich die Hände, er hätte volle Stellenpläne und schwarze Zahlen !-)
 
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pegean

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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

Ich glaube nicht an die massenhafte Ausbildung von Betreungskräften,
Da brauch ich nicht dran zu glauben ich weiß es .Stapelweise hatten wir schon Bewerbungen teilweise von Menschen die bereit waren 2-3 h täglich zu fahren -eine Tour .
Allerdings kümmert sich um die Einstellung bei uns nicht die PDL sondern die Leitung des Sozialdienstes .Wenn diese für die Einstellung ist (nach Probearbeit)dann legt sie die Bewerbung der PDL u. der HL vor .

LG
 
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wenn sich jemand bei mir für ein praktikum im rahmen der "Ausbildung " nach 87b
bewirbt, kann ich den Bewerber ja erst mal nur vom Vorstellungsgespräch her beurteilen,
aber im Praktikum kann er sich dann beweisen. Und ich muss sagen, wir hatten schon
viele geeignete Praktikanten in unserer Einrichtung, aber wir können natürlich nicht
alle übernehmen.
 
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Care2000

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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

Ersteinmal möchte ich mit den geschilderten Vorurteilen etwas klar stellen: Betreuungskräfte dürfen laucht Richtlinie nicht in der Grundpflege eingesetzt werden. Ist auch ein Kriterium der MDK Prüfung. Der Stellenschlüssel (Zusatzvereinbarung §87b SGB XI nach 01.01.2015) hat sich massiv verbessert. Von 24:1 auf 20:1. Weiterhin wurden früher zur Berechnung des Stellenanteils ausschließlich Bewohner mit einer PEA zugrunde gelegt. Jetzt werden alle Bewohner berücksichtigt. Warum aufeinmal das Gießkannenprinziep herausgeholt wird - weiß ich auch nicht und finde es auch nicht Bedarfsgerecht. Das hat folgende Auswirkung, was ich mit einer Beispiel-Einrichtung darlegen möchte:
ALT
Belegte Plätze: 80
Personen mit PEA: 33
Berechnung: 33 : 24 = 1,375 VK
Die Einrichtung muss also laut Richtlinie 1,375 Vollzeitkräfte vorhalten.
Ganz tricky wird es bei der Berechnung für die TPH.

NEU
Belegte Plätze: 80
Personen mit PEA: 33
Berechnung: 80 : 20 = 4 VK
Die Einrichtung muss also laut Richtlinie 4 Vollzeitkräfte vorhalten. Ist doch schon ein unterschied und hat den Vorteil das der Berechnungschlüssel relativ konstant ist. Da die Belegungszahl nicht so stark variert wie die Anzahl der Personen mit PEA.

Also wird der Bedarf der Einrichtungen diesbezüglich stark ansteigen. Zu der Frage was kann ein "Demenz-Begleiter" tun: Ich persönlich finde die traditionelle Bespassung Spiele etc. ebenfalls nicht für immer angebracht. Jedoch bieten die Alltagsbegleiter nach §87b die Chance ein Stück normales Leben in die Einrichtung zu tragen. Beispielsweise kann man die Bewohner (gerade die Damen) mit in den "Stationshaushalt" integrieren. Dazu gehört beispielsweise die Zubereitung der gemeinsamen Mahlzeit, Wäsche falten, Staubwischen..... . Man muss die Arbeiten der Senioren nicht als Ausbeutung verstehen und die Selbstbestimmung steht explzit im Vordergrund. Eine therapetische Begleitung ist diesbezüglich eine Voraussetzung. Aus meiner Erfahrung heraus habe ich selber erlebt wie eine "Aufgabe" Menschen wieder aufblühen lässt.
 
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its58

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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

@ care

und wie beschäftigten Sie Ihre Betreungskräfte weiter, wenn Demenerkrankte Damen nach ihrem aufblühen, durch haushaltnahes Mitwirken, oft durch weiteres Verblühen- d.h. bei Verschlechterungen z.b durch Stürze usw. in Pflegestufe 3 abrutschen und vermehrte Pflege brauchen ? Kochen dann ihre Betreungskräfte-Demenzbegleiterinnen weiterhin und allein das Essen des Statinshaushaltes, das in den vielen Altenpflege Einrichtungen eh aus Großküchen und in Tablettsystem geliefert wird
 
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Care2000

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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

@its58

Du scheints einige Prinzipien nicht verstanden zu haben. Warum behauptest du das Menschen die immobil sind und wenige Ressourcen besitzen nicht betreut werden können. Dort hat die Betreuung eine andere Form und sei es nur, dass jemand einfach da ist und mal die Hand hält oder streichelt.s Wenn du meinst das würde nicht funktionieren, dann bin ich froh das du ambulant abeitest.

Und nochmal: Betreuungskräfte kochen nicht in Großküchen, sondern wenn überhaupt als therapeutische Maßnahme zusammen mit den Pflegebedürftigen und nicht als Servicekraft generell für die Einrichtung. Diese Diferenzierung ist vorgeschrieben. Setzte dich doch erstmal mit den Vorgaben auseinander bevor du eine Bewertung durchführst. Wenn in einigen Einrichtungen diese Vorgaben umgangen werden, wird diese bei einer Kontrolle sanktioniert. Schwarze Schafe gibt es überall.

Weiterhin bleibt die Belegungszahl, Verteilung der Pflegestufen usw. immer im Fluss, d.h. es sterben Menschen und es kommen neue. Die MA nach §87b haben also immer "naschub".

Insgesamt gibt es immer ein Verbesserungsbedarf - ich denke aber das die Maßnahmen auch bei den Menschen ankommt. Die Einrichtung die diese Zusatzvereinbarung nicht abschließt ist selber schuld.
 
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its58

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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

@ Care 2000
rechnen Sie sich ruhig weiterthin hinter Ihrem Schreibtisch sitzend, fehlende Pflegeplanstellen in der Altenpflege bürokratisch schön-----> Kopie Ihrer Aussagen, die mir mehr sagen------->
Jedoch bieten die Alltagsbegleiter nach §87b die Chance ein Stück normales Leben in die Einrichtung zu tragen. Beispielsweise kann man die Bewohner (gerade die Damen) mit in den "Stationshaushalt" integrieren. Dazu gehört beispielsweise die Zubereitung der gemeinsamen Mahlzeit, Wäsche falten, Staubwischen..... . Man muss die Arbeiten der Senioren nicht als Ausbeutung verstehen und die Selbstbestimmung steht explzit im Vordergrund. Eine therapetische Begleitung ist diesbezüglich eine Voraussetzung. Aus meiner Erfahrung heraus habe ich selber erlebt wie eine "Aufgabe" Menschen wieder aufblühen lässt.

und ich antworte Ihnen auch noch mit den ebenfalls kopierten Worten von Hernn Leopold dem Pflegeexperten aus dem Zdf Chatroom nach folgender Sendung
[h=1]ZDFzoom: Auf Kosten der Alten[/h] [h=2]Was in Pflegeheimen schief läuft[/h]Reinhard Leopold:
Gegenfrage: Würden Sie in der Autowerkstatt die Putzfrau Ihr Auto reparieren lassen? Spass beiseite - Betreuungskräfte können - das wurde im Film auch deutlich - die Situation nicht wirklich verbessern, da sie ausschließlich für Tätigkeiten wie Vorlesen, Spazierengehen etc. da sind. Der Stress in der Pflege bleibt


Reinhard Leopold:
Ehrenamtliche gibt es schon eine ganze Menge - die dann aber z.t. missbraucht werden für andere Tätigkeiten, als ursprünglich vorgesehen.
gwalt2015:
Gesetzliche Regelung zum Personal. Was würde schon was bringen. 20.000 Betreuungskräfte mehr hieße höchstens 2 Kräfte pro heim mehr. Und die leisten keine Pflege wie Herr Leopold schon schrieb.

bergdohle:
stellen betruuungskräfte tatsächlich mehr quilität sicher...sie dürfen nicht pflegen, haben keine ausbildung

Reinhard Leopold:
Stimmt, sie werden nur geschult. Für eine gute Betreung, die den alten Menschen gerecht wird, bräuchte es aber wirklich mehr Zeit und Qualifikation

- - - Aktualisiert - - -

Und P.S. @ Herr Care 2000.....:rolleyes:
[h=2]Interview mit der Filmautorin ober genannter sendung- Valerie Henschel[/h]schliesse mich mich lieber folgender Ausage als Ihrer Meinung an !-)

Das erste Pflegestärkungsgesetz, das seit Januar 2015 in Kraft ist, setzt den Schwerpunkt auf die Verbesserung der ambulanten Pflege, also der Menschen, die zuhause gepflegt werden. Das ist ein ganz wichtiger Schritt, weil mit dem Gesetz auch pflegende Angehörige entlastet werden. Für die Menschen in den Heimen sieht das Gesetz 20.000 zusätzliche Betreuungskräfte vor. Das ist auf jeden Fall eine Entlastung für die Heime, aber in Hinblick auf die Überstundenberge und Burnout-Raten eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein bis zwei Kräfte im Heim zusätzlich werden nicht ausreichen, um die Situation für die alten Menschen langfristig zu verbessern. Außerdem ist noch nicht klar, ob tatsächlich 20.000 Menschen gefunden werden, die in Heimen arbeiten wollen.
 
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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

@ Care 2000
rechnen Sie sich ruhig weiterthin hinter Ihrem Schreibtisch sitzend, fehlende Pflegeplanstellen in der Altenpflege bürokratisch schön-----> Kopie Ihrer Aussagen, die mir mehr sagen-------> [...]
und ich antworte Ihnen auch noch mit den ebenfalls kopierten Worten von Hernn Leopold dem Pflegeexperten aus dem Zdf Chatroom nach folgender Sendung [...]
Und P.S. @ Herr Care 2000.....:rolleyes:
Interview mit der Filmautorin ober genannter sendung- Valerie Henschel

schliesse mich mich lieber folgender Ausage als Ihrer Meinung an !-)

[...]
Geht das auch in einem vernünftigen Ton?
 
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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

der Thread ist von 2010!!! Warum wärmt man so was auf und regt sich dann noch auf?
 
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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

der Thread ist von 2010!!! Warum wärmt man so was auf und regt sich dann noch auf?
Weil das Thema momentan zwar hochaktuell ist, jedoch an den meisten bislang vorbeigegangen zu sein scheint. Unser aller Bundesgesundheitsminister am 29.05.2014:

[video=youtube;dQsBC1t4blE]https://www.youtube.com/watch?x-yt-ts=1421914688&x-yt-cl=84503534&v=dQsBC1t4blE&feature=player_detailpag e#t=69[/video]

Inzwischen ist die Reform durch den Bundestag und ein paar 10.000 Betreuungskräfte sollen jetzt den Fachkräftemangel lösen. Fachkräfte einzustellen, so seine Feststellung, sei schlicht zu teuer.

Für mich - ganz persönlich - ein schönes Beispiel, was passieren kann, wenn jemand Entscheidungsmacht inne hat, jedoch nur einen ausserordentlich rudimentären Ansatz notwendiger Kompetenz. Durch die zur-Schau-Stellung einer nicht vorhanden - oder zumindest "wahnsinnig ungenauen" - Kenntnis der tatsächlichen Notwendigkeiten (oder der puren Ignoranz derselben), wird weder ersterer noch letzterer Mangel behoben oder auch nur sinnhaft angegangen. Das Gegenteil ist der Fall.
Durch die Absenkung der Zugangsvorraussetzungen im Pflegebereich und eine demenstprechende Erhöhung der Kopfanzahl, wird der Fachkräfte- und der hieraus resultierende Qualitätsmangel mathematisch schön gerechnet, ohne an der Situation der Pflegenden und zu pflegenden auch nur einen Deut zu verbessern. Betreuungskräfte können und sollen, admoderate ihrer nicht vorhandenen pflegerischen Kompetenz und Fachkenntnis, eben tatsächlich nur betreuen und das, anzunehmend, auch sehr gut - aber eben nicht pflegen. Ein Glaser mag ein Auto putzen können, jedoch käme niemand auf die Idee, diesen die Karosserie schweissen zu lassen.

Natürlich kann man argumentieren, dass die Tätigkeiten der Betreuungskräfte selbstverständlich durch Dritte (hier z.B. dem MDK) überprüft werden und - sollten sie anderweitig eingesetzt werden - dies Konsequenzen für die Einrichtungsbetreiber nach sich ziehen.
Das liest sich prinzipiell gut - wer sich aber die heutigen Realitäten vor Augen führt, dass der MDK in aller Regel keine einzige Pflegeinrichtung im Bundesgebiet mehr mit Prüfungen überrascht (Korruption und Freundschaftsdienste sind nicht nur in südlichen Ländern hoffähig) und diese somit zwischenzeitlich zur Makulatur und zum Beruhigungsinstrumentarium der Bevölkerung verkommen sind, der darf berechtigterweise die Frage stellen, wie eine betriebsinterne andere Verwendung der Betreuungskräfte effektiv überprüft, geschweige denn verhindert werden soll.

Die Antworten hierzu sind m.E. offensichtlich. Ebenso die Frage, ob Einrichtungen Betreuungskräfte auch für andere Aufgaben einsetzen werden, die originär der Pflege obliegen. Die Mehrzahl der Einrichtungen wird, vor dem Hintergrund der kontinuierlich zunehmenden Arbeistverdichtung und des Personalmangels in der Pflege, hierzu schlicht gezwungen sein. Ob man diese Reform somit als Anstiftung zum Betrug betrachten kann, in der eine Bundesregierung ihre Verantwortung auf Einrichtungen und Pflegedienste, letztlich also auf die zu pflegenden Menschen selbst abwälzt? Das wird sich jeder selbst beantworten müssen.
 
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Care2000

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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

@its58
Tja, und da sind wir wieder bei dem Punkt das alles schlecht ist. Warum Pflegen wir denn noch überhaupt. Wie gesagt die Neurungen sind nicht perfekt, aber eine der Maßnahmen die den Menschen erreicht. Wir leben in einer Gesselschaft in der Konsenz Entscheidungen getroffen werden. Da wird es leider nie optimale Lösungen geben.
Aber gleich etwas zu verteufeln das stationär schlecht laufen soll und im gleichen Abschnitt dann sagen aber ambulant sind die Leistungen ein wichtiger Schritt empfinde ich als bipolar und nicht seriös. Ich würde gerne die Diskussion wieder von der Emotionsebene auf die Sachebene heben und mit Fakten argumentieren - wenn du es erlaubts ;)

P.S.

In meinen Beiträgen wird nichts kopiert und wenn ich zitiere dann gebe ich auch die Quelle an. Mit dem Schreibtisch haben Sie mittlerweile recht und es ändert sich auch damit die Perspektive. Ich versuche jedoch nie "die am Bett stehen" zu vergessen. Habe selber 15 Jahre am Bett gearbeitet.
 
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@ Care
Ich bin seit 1974 in der Krankenpflege tätig und werde niemals damit aufhören für besserer Bedingungen und Qualität in der Pflege einzustehn. Ich habe in den verschiedensten Bereichen und in den verschiedensten Funktionen gearbeitet und muss mich hier mit Sicherheit nicht rechtfertigen. Aber Sie und ich werden eines Tages auch alt und evtl. Pflegebedürftig sein und ganz ehrlich mir ist brutal Angst davor, denn eine Gesellschaft zeichnet sich u.a auch dadurch aus, wie sie mit alten Menschen umgeht ! Und was unseren Disput betrifft, lesen Sie bitte nur hier in älteren Forenr nach, welche Erfahrungen Betreungskräfte bisher schon machten. Ich habe auch erlebt wie Betreungskräfte gar nicht umhin kommen, jemanden Dementen auf Toiletten führen zu müssen, Essen einzugeben, Transfer von und in Rollstühle machen zu müssen usw. usw. und ich lese auch was sie verdienen und kenne nicht eine männliche Betreungskraft......Pflege soll billiger werden und finanzierbar bleiben ist und war seit jeher die Devise in Kliniken, Heimen und in der ambulanten Pflege und daran wird sich im Tubokapitalismus auch nichts mehr ändern.....LEIDER.......dies war mein letzter Beitrag hier, mit freundlichem Gruß an jeden hier !-)
 
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AW: Zusätzliche Betreuungskräfte 87 b SGB

...welche Erfahrungen Betreungskräfte bisher schon machten. Ich habe auch erlebt wie Betreungskräfte gar nicht umhin kommen, jemanden Dementen auf Toiletten führen zu müssen, Essen einzugeben, Transfer von und in Rollstühle machen zu müssen usw. usw. und ich lese auch was sie verdienen und kenne nicht eine männliche Betreungskraft......Pflege soll billiger werden und finanzierbar bleiben ist und war seit jeher die Devise in Kliniken, Heimen und in der ambulanten Pflege und daran wird sich im Tubokapitalismus auch nichts mehr ändern.
Und genau darin liegt die Krux - der Unterschied zwischen propagierter Schönfärberei und dem, was man vor Ort dann tatsächlich antrifft. Im Jahre 1998 wurde der Begriff "sozialverträgliches Frühableben" durch den Ärztekammerpräsident Karsten Vilmar in einem Radiointerview mit dem NDR verwendete. Das Thema war die Gesundheitspolitik der Bundesregierung. Vilmar sagte wörtlich: "Dann müssen die Patienten mit weniger Leistung zufrieden sein, und wir müssen insgesamt überlegen, ob diese Zählebigkeit anhalten kann, oder ob wir das sozialverträgliche Frühableben fördern müssen." Auf die Nachfrage, ob die Pläne der Regierung zu einem früheren Tod von Patienten führen würden, meinte Vilmar: "Wird diese Reform so fortgesetzt, dann wird das die zwangsläufige Folge sein."
Diese Aussagen kann man für die aktuelle Situation der Pflege heute ohne jegliche Abänderung, in genau dieser Form, so unterschreiben.

Die Empörung über den Begriff "sozialvertägliches Frühableben" war seinerzeit groß, die Aussage in die Nähe nationalsozialistischen Sprachgebrauchs gerückt, der Kern der Aussage jedoch nicht im Ansatz behandelt. Letztlich gipfelte dies dann in der Wahl zum Unwort des Jahres 1998. Betrachtet man jedoch selbst die heutige Situation - also 17 Jahre später - hat dieser Ausspruch mehr denn je nicht nur seine Berechtigung, sondern umso mehr Wahrheitsgehalt. Die Angst vor der eigenen Pflegebürftigkeit, die its58 beschreibt, sind heute erheblich bergündeter und weitreichender, als sie dies in der neueren bundesdeutschen Geschichtsschreibung jemals waren.
 
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