Arbeitsrecht Zivilcourage oder Leichtsinn?

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T

Teetrinkerin

Aktives Mitglied
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22.10.2009
Frankfurt
Eine Kollegin hat gekündigt und bekommt ein ihr nicht befriedigendes Zeugnis, geht dagegen vor.
Vermutlich geht es um die Benotung des Arbeitsverhaltens gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern.
Die Kollegin war nicht "einfach", sie ist eine Top Pflegekraft, macht eine 1a Arbeit am Bett.
Es gab Kollegen die hatten Probleme mit ihr, ich hatte die einmal am Anfang und habe mich mit ihr ausgesprochen und persönlich hatte ich keinerlei Konflikte mehr mit ihr.
Andere hatten das wohl zeitweise, es hätten Leute auch ihretwegen gekündigt (hab ich so nicht mitbekommen) und in einem Fall fand ich ihr Verhalten schon grenzwertig.
Sagen wir es so, wenn die Kollegin jemanden mochte, war es gut, aber sie hackte schon gerne auf Schwächeren rum und war nach vorne freundlich, aber ich war immer auf Hab Acht.
Probleme hatte ich aber keines mehr mit ihr.

Nun hat sie mich gefragt, ob ich vor Gericht für sie aussagen würde, bzw. ob ich aussagen würde, dass ich an ihrem Verhalten zu mir und zu den Bewohnern nichts auszusetzen hätte.
Unser gemeinsamer Konflikt ist drei Jahre her.

Wenn ich jetzt bloss von mir ausgehe, könnte ich das rein faktisch bestätigen. Moralisch würde ich sagen, die war schon nicht ohne, aber mir hat sie nichts getan.

Frage ist nun, wenn ich aussage, schieße ich da nicht gegen meinen Arbeitgeber?
Ist das ein Interessenkonflikt den mein Arbeitgeber mit mal übel nehmen könnte?
Soll ich vorsichtig oder ehrlich sein?

Was meint ihr?
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Pflege
leaving-the-moon

leaving-the-moon

Unterstützer/in
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29.06.2011
Karlsruhe
AW: Zivilcourage oder Leichtsinn?

Der Konjunktiv "übelnehmen könnte" besteht immer. Daraus machen kann er nur etwas Handfestes, wenn du aus vertragsrechtlichen Gründen nicht vor Gericht in diesem Falle aussagen dürftest.

Ich würde diesbezüglich bei Betriebsrat, Gewerkschaft oder einem Anwalt nachfragen.
 
Qualifikation
PFK Intensiv und Anästhesie
Fachgebiet
Freiberufler, Intensiv und Anästhesie
Weiterbildungen
abgebrochenes Studium von anno dunnemal, FWB Anästhesie und Intensiv, FWB Stationsleitung, Peer Toutoring Kinaesthetics,
weissbrk

weissbrk

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07.03.2006
Münster
AW: Zivilcourage oder Leichtsinn?

Ich würde diesbezüglich bei Betriebsrat, Gewerkschaft oder einem Anwalt nachfragen.
und dann auch gleich nachfragen, ob Du mit Fragen bzgl. des Verhältnis Deiner Kollegin zu Vorgesetzten / anderen MA rechnen musst und hier dann die Aussage verweigern kannst...
Wenn überhaupt, würde ich mich ganz, ganz strikt nur und ausschließlich sachlich zu meinem PERSÖNLICHEN Verhältnis zu dieser Kollegin äußern wollen, sonst zu nix.
Du vermutest doch nur, dass es um die Beurteilung des Verhaltens gegenüber Vorgesetzten geht - aber warum sollte dann Dein Verhältnis zu ihr abgefragt werden? Kommt dann nicht doch vielleicht "Wie haben Sie Frau XY im Umgang mit Vorgesetzten erlebt?" und was sagst Du dann?
Wenn Deine Kollegin (evtl. auch "nur" aus Deiner Sicht) unfair beurteilt wurde, wäre es moralisch aus meiner Sicht schon richtig, sie zu unterstützen - aber Deine Bedenken verstehe ich auch sehr gut.
Evtl. noch ein klärendes Gespräch mit der Kollegin, um was es ganz konkret geht, und erst dann entscheiden? Ich schreib mit vielen Fragezeichen, weil ich ein solches Verfahren noch nie erlebt habe.
 
Qualifikation
Verwaltung
Fachgebiet
privat
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
29.07.2005
Köln
AW: Zivilcourage oder Leichtsinn?

Du kannst nur eine Aussage machen die auf deinem persönlichen Umgang mit ihr beruht. Alles andere würde ich außen vor halten. Und das würde ich ihr klar und deutlich sagen. Mir stellt sich auch die Frage, warum sie Probleme hatte. Wenn Ursachen der Konflikte immer wieder Überstunden bzw. Einspringen für andere war, frage ich mich, ob sie nicht teilweise auch Recht hatte mit ihren Aussagen. Manchmal ist es leider so, dass Arbeitnehmer, die selbstbewußt ihre eigenen Interessen vertreten nicht gerade beliebt bei den Kollegen sind.

Für Aussenstehende ist eine gerechte Beurteilung nicht möglich.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
N

nofretete

Aktives Mitglied
Basis-Konto
28.09.2010
01983
AW: Zivilcourage oder Leichtsinn?

Also erstmal als Zeugin kannst die Aussage nur verweigern, wenn du dich selbst belastest. Und wenn du diesbezüglich gefragt wirst, ihr Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten deiner Meinung nach, mußt du da auch was sagen. Ich würde für sie nicht aussagen, denn wenn ich eine Kollegin hätte, wegen der andere schon gekündigt haben, scheint ihr Verhalten sehr grenzwertig zu sein. Oder voll und ganz die Wahrheit sagen.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
M

Microknee

Mitglied
Basis-Konto
31.08.2011
Augsburg
Re: AW: Zivilcourage oder Leichtsinn?

Die Frage für mich ist: Kommt es überhaupt zu einer Verhandlung? Wahrscheinlich wird sich außergerichtlich geeinigt von RA Arbeitnehmer zu RA Arbeitgeber. Es geht um die inhaltliche Beurteilung in einem Arbeitszeugnis und nicht um Vergehen im Bereich BTM oder um gefährliche Körperverletzung im Bereich der Pflege. Wenn deine Kollegin sich ihren Kompetenzen bewusst ist, braucht sie keinen Fürsprecher. Weil sie sich aber selber kennt und weiß, wie sie ist und handelt, sucht sie natürlich Verbündete um ihr evtl. Fehlverhalten abmildern zu können. @Teetrinkerin: In meinen Augen solltest du dich da heraushalten und ihr klar machen, dass auch du ihr Verhalten oft als sehr grenzwertig empfunden hast, obwohl du persönlich mit ihr nach anfänglichen Schwierigkeiten keine Probleme mehr hattest. Weißt du, was im Zeugnis steht? Es kann doch sein, dass gar nicht ihre Fachlichkeit in Frage gestellt wird und Anlass zur Kritik gibt, sondern ihre Persönlichkeit und ihr Verhalten. Und da sind nach deinen Schilderungen doch realistische Zweifel angebracht. LG Microknee
 
Qualifikation
OP-Schwester
Fachgebiet
OP-Managerin (IHK)
Weiterbildungen
Praxsianleitung OP
Fort- und Weiterbildung
Führungskräftewerkstatt
Ausbildung zur OP-Managerin
Böserwolf

Böserwolf

Unterstützer/in
Basis-Konto
29.09.2008
kassel
AW: Zivilcourage oder Leichtsinn?

Schließe mich Mikroknee an. Würde mich da vollkommen raushalten.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
S

Stripping

AW: Zivilcourage oder Leichtsinn?

Ein AZ muss IMMER wohlwollend formuliert werden und ist nicht zulässig, dass ein schlechtes Licht auf den ehem. MA geworfen wird. Das ist so geregelt und kann ganz leicht über den Berufsverband (dbfk) abgewickelt werden. Ich habe es getan und mein Chef hat das Zeugnis aber sowas von unverzüglich ausgebessert, so kannte ich ihn nie. Ein AG ist zwar nicht verpflichtet zu lügen und dir etwas ausstellen, was nicht stimmt, aber er ist dazu verpflichtet, dass dir daraus kein Schaden ensteht. Mein AZ war vorher nicht schlecht, aber - wie hier per PN festgestellt wurde - eher ungeübt und lies Spielraum für Interpretationen übrig. Ganz schlecht , wenn Statisten am Werk sind ;-)) . Trotzdem...es wurde dem Pdl abgenommen und die Geschäftsführerin hats übernommen und abgeändert, habe den dbfk beauftragt und es war übern Tisch.
 
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Pflegeboard.de

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05.07.2001
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