Zivil in Psychiatrie ?!?

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Kiki76

Kiki76

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28.11.2007
21354
Wir arbeiten eigentlich "gemischt" ! Unser Chef hat sich darauf eingelassen, die "Kittel" Bewohnerfreundlich zu gestalten, so dass sie nicht ganz weiß sind, sondern viel Farbe enthalten ( Knöpfe, Ränder, Namensschilder ), aber man auch einheitlich angezogen ist und als Ansprechpartner erkennbar ist. Die Hosen sind eher zivil, aber hell und bei 60 ° waschbar ( versteht sich von selbst ). Im Sommer arbeiten wir mit Shirts ( natürlich ebenfalls mit Logo ).

Es wird überlegt, ob ein Arbeiten in zivil überhaupt Sinn macht, es gibt da viele Pro und Kontra.
Aus einem anderen Betrieb kenne ich es so, dass während des Tages zivil gearbeitet wurde und wenn Toilettengänge waren oder grundpflegerisch gearbeitet wurde, haben wir uns "Kittel" übergeworfen, die eher an Lätzchen erinnerten, aber total süss waren und dem Zweck entsprachen. Ich muß aber dazu sagen, dass die Leute in einer Wohngruppe waren, die an Zuhause erinnerte und keineswegs Stationscharakter hatte.

Gruß Kirstin
 
Qualifikation
Pflegefachkraft, WBL, Gerontofachkraft
Fachgebiet
WBL eines Wohnbereiches für Demenzerkrankte
Weiterbildungen
Mitglied im psychiatrischen Verband Schleswig- Holstein und Mitglied in einem Verband für Kommunikat
Digger

Digger

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17.04.2007
44801
Hi,

ich persönlich bin für Dienstkleidung.
Aus mehreren Gründen:
  • für mich bedeutet diese "Uniform" auch die Verkörperung der Autorität (was für mich auch einer "geschlossenen akut Station" sehr wichtig ist) und dabei hilft diese Arbeitskleidung (natürlich nicht alleine!!!)
  • und ich bin schon oft genug angespuckt, angepinkelt, angekotzt und ähnliches worden, und ich habe keine Lust "das" mit nach Hause zu nehmen!!!!
SO das war es fürs erste!

Gruß





Vader
Hallo Vader, ich kann nicht ganz nachvollziehen warum jemand Autorität verkörpern muß und auch seine Arbeitskleidung als Uniform sieht?
Ich glaube dann sollte man eher bei der Bundeswehr arbeiten als in einer psychiatrischen Klinik (obwohl ich da keinen großen Unterschied sehe).
Ich arbeite schon seit über 30 Jahren in der Psychiatrie, davon über 10 Jahre im Akutbereich, und wurde nicht ein einziges Mal angespuckt, angepinkelt bzw. angekotzt etc.. .
Aber vielleicht liegt dass auch daran weil ich, während der ganzen Zeit, keine Uniform getragen habe und auch keine Autorität verkörperte?

Digger
 
Qualifikation
FP Psychiatrie
Fachgebiet
Entgiftung
MuuuHaaa

MuuuHaaa

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07.02.2007
0815
Hallo Vader, ich kann nicht ganz nachvollziehen warum jemand Autorität verkörpern muß und auch seine Arbeitskleidung als Uniform sieht?
Ich glaube dann sollte man eher bei der Bundeswehr arbeiten als in einer psychiatrischen Klinik (obwohl ich da keinen großen Unterschied sehe).
Ich arbeite schon seit über 30 Jahren in der Psychiatrie, davon über 10 Jahre im Akutbereich, und wurde nicht ein einziges Mal angespuckt, angepinkelt bzw. angekotzt etc.. .
Aber vielleicht liegt dass auch daran weil ich, während der ganzen Zeit, keine Uniform getragen habe und auch keine Autorität verkörperte?

Digger

Hab mich vielleicht blöd ausgedrückt. In der Psychaitrie wurde ich noch nie angekotzt oder angepinkelt (das wurde nur einmal ein Kollege:grin:) das meisste ist mir in der Somatik passiert.
Angespuckt wurde ich schon in der Psychiatrie. Was allerdings mit meiner Person zu tun hatte. Die Betreffenden Pat. kannte ich gar nicht, war nur zufällig im Zimmer und diese fixiert und ich leider in erreichbare Nähe.

Ich denke schon das ich ich bzw. wir (meine Kollegen) ein Autorität verkörpern, was ich weiss gott nicht negativ meine. SOndern in dem Sinn als Hilfestellung. Ich bin gerne Ansprechpartner für Besucher und die sprechen mich auch an, da ich durch meine Dienstkleidung als Personalerkkennbar bin. Es definiert meine Position. Ich habe genug Kollegen die man in Zivi nich von den Patienten unterscheiden kann:wink: Diese erkennbarkeit heisst für mich auch da zu sein. Allerding muss ich zugeben das ich Bürotage hab und dann auch Zivil bin.

Der wichtigste Grund für mich, man kann es nennen wie man will: Ich finde es praktisch!!! Ich muss Frühmorgens nicht darüber nachdenken was ziehst du heute auf der Abeit an. Dieser Punkt ist schnell abgehackt:innocent:


Gruß

Vader
 
Qualifikation
Pointenkiller
Fachgebiet
Niemansland
M

Milchmann

Neues Mitglied
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07.01.2007
41464
Hallo,

für mich gehört das Tragen von ziviler Kleidung zum therapeutischen Mileu einer Station. Ich sehe es nicht als wichtig an, mich optisch von den Klienten abzugrenzen. Warum sollte man das auch tun? Erkennungsmerkmal sollte an der Stelle das Namenschild sein.
Bei uns in der Klinik wir nur auf den gerontopsychiatrischen Stationen in weißer Dienstkleidung gearbeitet, was hygienische Gründe hat.
Ich bin fest der Meinung, dass Dienstkleidung in der modernen Psychiatrie nichts zu suchen hat.

regards
der Milchmann
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Psychotherapie
MuuuHaaa

MuuuHaaa

Gesperrter Benutzeraccount
07.02.2007
0815
Hi,

ich verstehe eigentlich überhaupt nicht warum Dienstkleidung das Therapeutische Milieu stören sollte?
Nur weil ich keine zivile Kleidung anhabe bin ich doch Therapeutisch nicht besser oder schlechter. *am kopf kratz*

Wie gesagt, ich bin dadurch erkennbar. Ich definiere mich nicht dadurch?
Deshalb verstehe ich Meinungen nicht, warum Zivile Kleidung da Helfen sollte.
Für mich ist es immernoch die Person die in der Kleidung steckt.

Für mich war es nie ein Problem eine professionelle Beziehung zu den Patienten aufzubauen (trotz der weissen Kleidung). Ausserdem denke ich man sollte die Patienten nicht für blöder halten als sie sind, die erkennen sehr schnell wen sie vor sich haben.

Und zum xten Mal...... ich finde es praktisch!


Gruß

Sodom / Vader (sorry für die Formulierung mit dem "blöder", mir fiel grad keine bessere Bezeichnung ein)
 
Qualifikation
Pointenkiller
Fachgebiet
Niemansland
MuuuHaaa

MuuuHaaa

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07.02.2007
0815
Hallo liebe Kollegen,

ich weiß, dass jeder der sich mit dem Thema auskennt, dass in der Psychiatrie, diese Art von "Anstaltskleidung" verpönt ist. Fachlich und auch menschlich gesehen brauchen wir das auch nur in Pflegesituationen, wo es um somatische Versorgung geht.

Wir leisten Beziehungsarbeit, sollten deshalb wissen, was der "weiße Kittel-Effekt" auslöst? Ansonsten muss ich davon ausgehen, dass jemand nicht gut sein Fachgebiet hinterfragt hat.

Es gibt medizinische Klärung, wo dann auch unser Arzt seine Kittel anzieht, z.B. bei der körperlichen Untersuchung. Genauso halten wir es auch bei der Grundpflege, usw..
Ich brauche diese optische Trennung nicht. Es gibt schon genügend andere Mechanismen, die schwer sind zu überbrücken für unsere Patienten.

Ich bin ehrlich entsetzt, dass immer wieder Kollegen danach trachten weiße Kittel zu tragen. Woran liegt das? Zuwenig Ausbildung, zuwenig Fachwissen? Oder einfach nur Angst vor der Verantwortung, oder vor den Patienten?

Hi,

o.g. Text habe ich per Link über die PN erhalten.

Ich finde es vermessen alle Kittelträger über einen Kamm zu scheren und diesen also mir zu unterstellen ich würde mich nicht damit auseinandersetzen.
Vor allem dies noch mit dem Ausbildungstand gleich zusetzen!
Sowas nenn ich eine Killerphrase!:mad_2:

Mir gefällt diese optische Trennung(allein schon deswegen weil ich nicht darüber nachdenken muss: Was zieh ich an:wink: ) und wie ich schon in der Antwort auf diese PN geschrieben habe, haben meine Patienten eher ein Problem damit wenn ich durch meine Bürotage in Zivil rumlaufe.
Ich kann mich an einen Patienten erinnern der ein "weißkittelsyndrom" hatte, dies hat sich bei ihm durch ein Blutdruckerhöhung gezeigt!

Mir drängt sich die Frage auf, ob manche Pflegekräfte zivile Kleidung benötigen um ihre position zu bestimmen, das die zivile Kleidung benötigt wird, damit man sich selbst über seine Rolle im klaren ist.


Wenn man sich selbst seiner Position im klaren ist, danke ich spielt es keine Rolle was man für eine Arbeitskleidung an hat.

Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken.

Auch wenn ich die Formulierung für unglücklich halte: Man sollte die Patienten nicht für blöder halten als sie sind.
Weiterhin bleibe ich bei der Überzeugung, wenn es zu Zwangsmaßnahmen kommt ist es dem Pat. schnurzpiep egal was ich an habe.

Und wenn es um einen Beziehungsaufbau geht, denke ich weiterhin das liegt an einem selber und dort kann eine entsprechende Schulung und / oder Ausbildung hilfreich sein und nicht die KLeidung die man trägt.


Mich würde interessieren inwie weit mich Dienstkleidung aus der Verantwortung nimmt?


Gruß


Vader...ähm Sodom
 
Qualifikation
Pointenkiller
Fachgebiet
Niemansland
Fragmentis

Fragmentis

Mitglied
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Themenstarter/in
Hallo CrashPS und alle anderen,

Dein Aspekt ist eine Sache, die ich noch gar nicht bedacht habe. Unterscheiden sich bei Euch die Berufsgruppen auch in der Kleidung ?

Ich kenne es meist so, daß der einzige Unterschied in der Kleidung die "Berufszugehörigkeit"-Beschreibung auf dem Namensschild ist. Also sozusagen: Wenn zivil, dann alle zivil ...
und angenommen, die anderen Disziplinen - wie z.B. Ärzte - ziehen sich den Kittel an, dann würde ich mich ja fragen, wofür die den brauchen, wenn alle anderen Disziplinen keine berufsspezifische Kleidung benötigen.

Wie steht es damit bei Euch mit der Kleidung der verschiedenen Disziplinen ?

Fragend verbleibt
Euer Fragmentis

P.S.: Aber bleiben wir bei der Pflege: Ich glaube immer noch, daß das karierte Hemd die Standard-Männer-Psychiatrie-Pflege-Uniform ist ... :laughing:
 
Qualifikation
Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Psychiatrie
Fachgebiet
Psychiatrie
Weiterbildungen
EDV, Pflegestandards, Aromapflege, Moderatoren-Training, CQM, Dozent zu bestimmten Themen aus dem Bereich Psychiatrie und Pflege, Pflegediagnosen
H

haduloha

Mitglied
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04.01.2007
21745
In der APP ist Dienstkleidung (Uniformierung) kontraindiziert - Stigmatisierung!
Unterscheiden sich bei Euch die Berufsgruppen auch in der Kleidung ?
Nö, Pflege, Sozialarbeiter, Ärzte, Ergotherapeuten etc. sind alle in zivil gekleidet.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger Psychiatrie
Fachgebiet
ambulante psychiatrische Pflege
Weiterbildungen
BAPP - Vorstand und Regionalgruppe Nord
S

Stuffl

Neues Mitglied
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31.07.2008
65812
Hallo,
bei uns auf der Station ist dieses Thema auch gerade wieder aktuell. Die Hälfte des Teams trägt zivil, die andere Dienstkleidung. Jetzt haben wir versucht uns zu einigen, was aber leider nicht klappte.
Ich bin für zivil und ich werde diese Dienstkleidung auch nicht wieder anziehen!!!!!

Steffi
 
Qualifikation
Gesundheits-, und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Psychiatrie, Akutstation
Lorien

Lorien

Neues Mitglied
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16.07.2008
44287
Früher arbeitete ich einige Zeit in einer gerontopsychiatrischen Abteilung. Dort war eine durchweg weiße Arbeitsbekleidung angesagt. Allenfalls im Hochsommer trugen wir dort private Shirts u.ä. in Ermangelung passender gestellter Oberbekleidung.In anderen rein psychiatrischen Abteilung später wiederum trug das Personal zivil. War am Anfang für mich eine Umstellung, jedoch war der Sinn dahinter durchaus verständlich. (Auch wenn sich MuuuHaaa Dieser wohl entzieht ;-) ). Menschen die einer psychiatrischen Behandlung bedürfen, werden zumeist auch heute noch schief angesehen in der Gesellschaft. Wenn diese Menschen sich dann doch endlich überwinden / überzeugen lassen (oder es gänzlich gegen ihren Willen geschieht), ist diese weiße "Schutzbekleidung" ein zusätzliches abweisendes Standessymbol, was es den Patienten erschwert sich zu öffnen. Und gerade in der Psychiatrie ist der elementare erste Schritt der, das die Patienten uns erzählen, wie sie sich fühlen und was ihre Wahrnehmungen sind. Nur selten hilft da ein MRT, Blutbild u.ä.In den letzten jahren gibt es allerdings auch immer mal wieder Zeiten, wo eine Schürze oder ein Arbeitskittel für kurze medizinische oder potentiel keimbeladene Arbeiten nicht ausreichen. In Zeiten von MRSA/ORSA/VRSA, Noro-Virus und Co sind dann die Schutzbekleidungen zumindest zeitweise wieder angesagt, im erstgenannten Fall natürlich noch erweitert durch weitergehende Schutzmaßnahmen.
Mir drängt sich die Frage auf, ob manche Pflegekräfte zivile Kleidung benötigen um ihre position zu bestimmen, das die zivile Kleidung benötigt wird, damit man sich selbst über seine Rolle im klaren ist.
Interessant. Ich kenne dieses Argument eigentlich nur umgekehrt, nämlich das manche Kollegen das brauchen um sich sofort als Personal kenntlich zu zeigen und ein gewisses Maß an Autorität auszustrahlen.
Weiterhin bleibe ich bei der Überzeugung, wenn es zu Zwangsmaßnahmen kommt ist es dem Pat. schnurzpiep egal was ich an habe.
Kommt drauf an. Will ich noch deeskalieren ist eine beruhigende und gleichrangige (zivilgekleidete) Herangehensweise oft fruchtbarer. Steht eine Fixierung u.ä. hingegen mit Sicherheit an, könnte eine "weiße Wand" evtl. schon beeindruckender sein. Doch wäre das nur von marginaler Bedeutung, da die "Kopfzahl" meist viel mehr bewirkt in solchen Situation - wenn überhaupt.
P.S.: Aber bleiben wir bei der Pflege: Ich glaube immer noch, daß das karierte Hemd die Standard-Männer-Psychiatrie-Pflege-Uniform ist ... :laughing:
Um es in den unsterblichen Worten einer Soap-Figur zu sagen .... "Ich glaube nicht, Tim."
 
Qualifikation
Krankenpflege
Fachgebiet
Psychiatrie
H

haduloha

Mitglied
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04.01.2007
21745
Hallo zusammen,
...und gleichrangige (zivilgekleidete) Herangehensweise...
ich persönlich habe mich immer gegen genau dieses Argument gewehrt.
Es gibt hier keine Gleichrangigkeit!
Die Rollen sind definiert, egal wer was trägt!
Das ist genau wie mit dem "Du" zwischen Pflegekraft und Patienten. Es wird eine scheinbare Gleichstellung projeziert, die es de facto nicht gibt. Nur weil ich zivil trage, stelle ich keine Gleichrangigkeit her.
Wenn dem so wäre, bräuchte ich ja bloß in der Klinik einen Anzug tragen und stünde dem Pflegedirektor gleich im Rang.

Für die Gestaltung eines guten Milieus ist die Zivilkleidung allerdings das perfekte Stilmittel.
Was bisher in diesem thread unbeschrieben geblieben ist, ist die Tatsache, dass ich mit einer angemessenen Kleidung auch einen pädagogischen Effekt erzeugen kann.
Patienten können sich aus der Vielfalt der Pflegekräfte einen "Mix" an verschiedenen Kleidungsstilen ansehen und sich selber einen wählen. Dabei greift die Vorbildfunktion auf der basalen Ebene recht gut: Intakte und saubere Kleidung werden vorgelebt und können leichter vom Patienten übernommen werden.

Eine Rollendiffusion braucht man eher nicht zu befürchten, dass liegt weiter in der Steuerung durch die Pflegekraft.

Der vielbeschriebene Hygieneanspruch lässt sich gut durch temporäre (!) Kittel - in welcher Form auch immer - befriedigen.
Im Effekt zeigt es den Patienten auch, dass für verschiedene Tätigkeiten, verschiedene Kleidung erforderlich ist und stärkt nur das positive Vorleben von situationsadäquatem Handeln.

Gruß
haduloha
 
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Fachkrankenpfleger Psychiatrie
Fachgebiet
ambulante psychiatrische Pflege
Weiterbildungen
BAPP - Vorstand und Regionalgruppe Nord
J

jini22

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16.05.2008
39104
Bei uns laufen Sie in hellgelb rum , die Sachen wurden aber gestellt vom Chef alle einheitlich nen Kitel und Tshirt und Westen in hellem gelb mit dem Logo drauf , Hose meist Weiss oder wie es jeder selber mag .. Praktikanten jedoch in Weiss auf eigene Kosten , Ergos tragen Orange , Physio = Weiss / grün , Psychologische Betreuer in Zivil , Büro Leute tragen Anzug und Chef auch , Zivilkleidung ist nicht erlaubt bei uns es muß weiss sein komplett und dann ebend immer gewechselt werden , und die Angestellten müssen Dienstkleidung tragen denne ,
 
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Altenpflegehelfer
Fachgebiet
Altenheim
Fragmentis

Fragmentis

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Hallo Haduloha,

Danke für diesen wundervollen Eintrag...

Es gibt hier keine Gleichrangigkeit!
Die Rollen sind definiert, egal wer was trägt!
Das ist genau wie mit dem "Du" zwischen Pflegekraft und Patienten. Es wird eine scheinbare Gleichstellung projeziert, die es de facto nicht gibt. Nur weil ich zivil trage, stelle ich keine Gleichrangigkeit her.
Wenn dem so wäre, bräuchte ich ja bloß in der Klinik einen Anzug tragen und stünde dem Pflegedirektor gleich im Rang.
Für die Gestaltung eines guten Milieus ist die Zivilkleidung allerdings das perfekte Stilmittel.
Was bisher in diesem thread unbeschrieben geblieben ist, ist die Tatsache, dass ich mit einer angemessenen Kleidung auch einen pädagogischen Effekt erzeugen kann.
Patienten können sich aus der Vielfalt der Pflegekräfte einen "Mix" an verschiedenen Kleidungsstilen ansehen und sich selber einen wählen. Dabei greift die Vorbildfunktion auf der basalen Ebene recht gut: Intakte und saubere Kleidung werden vorgelebt und können leichter vom Patienten übernommen werden.
Eine Rollendiffusion braucht man eher nicht zu befürchten, dass liegt weiter in der Steuerung durch die Pflegekraft.
Der vielbeschriebene Hygieneanspruch lässt sich gut durch temporäre (!) Kittel - in welcher Form auch immer - befriedigen.
Darf ich fragen, ob Du einen sozialpsychiatrischen beruflichen Hintergrund hast ?

@ jini:
Nur so als Frage um die Begründung Deines Arbeitgebers dafür: Warum tragen die Psychologen bei Euch keine Einheitskleidung ? Überspitzt gefragt: fliegen Keime etc. nicht auch bei einem Nieser im 4-Augengespräch oder einem Gruppengespräch ? Diese Frage stelle ich mir zu diesem Thema in vielen Einrichtungen; gilt ja genauso für den Sozialarbeiter im Krankenhaus, der handschüttelnd von Zimmer zu Zimmer geht ... ;-)
Grüßend,
Fragmentis
 
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Psychiatrie
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H

haduloha

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04.01.2007
21745
...Darf ich fragen, ob Du einen sozialpsychiatrischen beruflichen Hintergrund hast ?...
Hallo Fragmentis,
eine klare Antwort auf diese Frage wäre: "Jetzt ja!":wink:

Lass' es mich einmal so beschreiben -
Schon in der Ausbildung wusste ich, dass ich in den psychiatrischen Bereich wollte.
Was ich in der Ausbildung gesehen hatte, fand ich zwar "gut" aber durchaus verbesserungsfähig.
Meine ersten Schritte als exminierter habe ich dann in einer Wachsaalpsychiatrie gemacht (war ich da "Wärter" oder Pfleger??).
Da wurde mir sehr deutlich klar, dass es anders gehen MUSS.
Schließlich habe ich den Arbeitsplatz gewechselt und habe es da schon deutlich menschlicher, aber noch immer nicht ausreichend gut erlebt (insbesondere der massive Personalabbau und die viele institutionelle Gewalt waren nicht mein Fall).
Während der Fachweiterbildung habe meinen Feinschliff erhalten, meine Ansichten bestätigt gefunden und als ich dann im Fachpraktikum im komplementären Bereich ambulant gearbeitet habe wusste ich: "Das will ich auch!"

Aber vollständig umsetzen und ausleben kann ich meinen Anspruch an meine Arbeit erst seit dem ich mich mit einem ambulanten psychiatrischen Pflegedienst selbständig gemacht habe.
JETZT ecke ich nicht mehr an, wenn ich meinen "sozialpsychiatrischen Impulsen" nachgehen will.

Und deshalb das klare: "Jetzt Ja!"

Gruß
haduloha

 
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Fachkrankenpfleger Psychiatrie
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ambulante psychiatrische Pflege
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Fragmentis

Fragmentis

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... dachte ich mir ...

Man spürt Deine Haltung in Deinen Zeilen ...

Super ... und wir müssen alle in der Psychiatrie versuchen, die Erfolge der sozialpsychiatrischen "Revolution", die noch geblieben sind, zu bewahren ... und da sind Kollegen wie Du immer wieder das Salz in der Suppe, wenn ich das mal so sagen darf ...

:)

Fragmentis
 
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H

haduloha

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04.01.2007
21745
:danke: für Deine lobenden Worte :rotwerd:

Das geht mir runter wie :bier: (Öl gibts hier nicht als Smiley)
 
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05.07.2001
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