Zivil in Psychiatrie ?!?

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Fragmentis

Fragmentis

Mitglied
Basis-Konto
Verehrte Kolleginnen und Kollegen,

mich würde interessieren, ob Ihr auf Eurer psychiatrischen Station schon/noch /wieder/nie in Zivilkleidung oder in "Pflegekluft" (weiß) arbeitet.
Und - in diesem Zusammenhang - in welchem Bereich.

Z.B. habe ich die Erfahrung gemacht, daß Kollegen in der Gerontopsychiatrie öfter noch "in weiß" arbeiten, in Tageskliniken aber eher in Zivilkleidung, auf geschlossenen Stationen teilweise gemischt, je offener desto ziviler allerdings.

Und wie haltet Ihr es mit der Hygiene ? Laut Infektions-Gesetz muß ja medizinisch-pflegerisches Personal nicht nur auf den Ehering verzichten, sondern auch sonst "Dienstkleidung" tragen. Oder habt Ihr Alternativen, z.B. "zivile Einheitstracht", die z.B. in Form von T-Shirts vom Arbeitgeber gestellt wird ?

In Zeiten von diversen Durchfallerkrankungen denken Arbeitgeber ja auch immer mehr über so etwas nach, um Ausfallzeiten zu vermeiden ? Oder ist dies nur ein Vorwand, um die Pflegenden (oder besser den Pflegestand) nach den Errungenschaften der Psych-Enquete wieder auf ihren alten Entwicklungsstand zurückzuversetzen ?

Und was würdet Ihr sagen, wenn Euer Arbeitgeber Euch wieder "persilweiß" machen wollte ? Kann man in der Psychiatrie auch "in weiß" überhaupt oder eben erstrecht Normalität vermitteln ? Oder seid Ihr anderer Meinung, z.B. daß in der Einheitskleidung auch eine solidarische Haltung der Pflegenden zum Tragen kommt, als Berufsgruppe ?

Fragen über Fragen, die, wenn man mal kurz innehält, nicht einer gewissen berufspolitischen Brisanz in der Psychiatrie entbehren,
Euer
Fragmentis
 
Qualifikation
Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Psychiatrie
Fachgebiet
Psychiatrie
Weiterbildungen
EDV, Pflegestandards, Aromapflege, Moderatoren-Training, CQM, Dozent zu bestimmten Themen aus dem Bereich Psychiatrie und Pflege, Pflegediagnosen
MuuuHaaa

MuuuHaaa

Gesperrter Benutzeraccount
07.02.2007
0815
Hi,

ich persönlich bin für Dienstkleidung.
Aus mehreren Gründen:

  • ich möchte für die Patienten und Besucher als Personal erkennbar sein (wofür meiner Meinung nach ein Namensschild nicht ausreicht)
  • ich habe keine Lust morgens zu überlegen was ich anziehe
  • die Arbeitskleidung wird vom Arbeitgeber gestellt (wir können die uns nach Wunsch aus einem Katalog aussuchen)
  • für mich bedeutet diese "Uniform" auch die Verkörperung der Autorität (was für mich auch einer "geschlossenen akut Station" sehr wichtig ist) und dabei hilft diese Arbeitskleidung (natürlich nicht alleine!!!)
  • und ich bin schon oft genug angespuckt, angepinkelt, angekotzt und ähnliches worden, und ich habe keine Lust "das" mit nach Hause zu nehmen!!!!
SO das war es fürs erste!

Gruß

Vader
 
Qualifikation
Pointenkiller
Fachgebiet
Niemansland
J

johanna59

Mitglied
Basis-Konto
13.05.2006
50189
Hallo
ich arbeite in Zivilkleidung die jedoch nur meine Arbeitskleidung ist. Außerdem muss sie bis 60 Grad waschbar sein. Was mir wichtig ist, ist das die Kleidung sauber und ganz ist.In der direkten pflege tragen wir eine Pflegeschürze.
So finde ich das ganz in Ordnung
Gruß
Cpfeiffer
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Pflegeheim
kleinergizmo

kleinergizmo

Mitglied
Basis-Konto
15.05.2005
61267
Hallöchen,

in meinem psychiatrischen Einsatz war ich auf einer soziotherapeutischen, offenen Station und "durfte" auch in zivil gehen. Ich fand's gewöhnungsbedürftig, mir persönlich wäre es in weiß lieber gewesen. Allerdings aus dem Grunde vertretbar, dass es von Seiten der Patienten so gut wie nie solch beschriebene "Aussetzer" gab und wir mit direkter Pflege tatsächlich nichts zu tun hatten, bei einem Durchschnittsalter der Patienten von ca. 35 Jahren. Einzelne Verbandwechsel wurden wenn nötig auch mit Schürzen erledigt - so fand ich es dann okay.
Sämtliche gerontopsychiatrischen und geschlossenen Stationen des KHs hatten übrigens Dienstkleidung, was ich wirklich sinnvoll fand. Die Abgrenzung war mir nicht mal so wichtig... Offen gestanden hat mich als 22jähriges, 156cm kleines Wesen kein Einziger für einen Patienten gehalten - die Patienten selbst kennen einen inklusive Funktion ohnehin nach 2 Tagen.
Ist sicherlich immer eine Frage des Verhaltens... In dem Moment, wo man aber mit relativ "gesellschaftsverträglichen" Patienten zu tun hat, reicht da im Normalfall aber auch ein klares Wort.
Und klar, das waren nur einige Wochen Einblick... Aber ein erster Eindruck hat sich da schon eingestellt.

So generell bin ich immer für Dienstkleidung, im somatischen und insbesondere im ambulanten Bereich erst recht. Außerdem finde ich ganz altmodisch, dass weiße (oder unifarbene) Klamotten einfach Sauberkeit ausdrücken, so lange sie eben sauber sind ;) - und im geriatrischen Bereich ja häufig genug einfach mal nach der Person da in der Tracht gerufen wird. Da irritieren oft ja schon unterschiedliche Frisuren...

Fazit: Für mich gerne immer Dienstkleidung, einzig psychiatrische Stationen, die bewusst auf Eingliederung abzielen, finde ich in zivil sinnvoll und persönlich angenehm.

LG,
Gizmo
 
Qualifikation
Krankenpflegerin
Fachgebiet
Dialyse
M

MiChung

Hallo,

das scheint derzeit ein aktuelles Thema zu sein - ist zumindest häufig im Gespräch. Einige Kliniken gehen wohl dazu über, wieder Dienstkleidung einzuführen.
Ich persönlich habe nach meinem Ausbildungsende 1988 die Dienstkleidung ablegen können und muss sie hoffentlich auch nicht mehr anziehen.
Ich ziehe natürlich auf der Station nicht meine "besten Sonntagssachen" an, sondern achte darauf, dass diese gut zu waschen sind. Bisher habe ich keine großartigen Schwierigkeiten gehabt. (Arbeite derzeit auf einer geschlossenen allgemeinpsychiatrischen Station)
Es gibt für den Bedarfsfall Einmalschürzen, die ich jedoch auch eher selten gebraucht habe. (Höchstens bei der Durchführung infektiöser Verbandswechsel/ Durchführung der Körperpflege, o.ä.)

Mir ist der "partnerschaftliche" Umgang mit den Patienen wichtig. In der psychiatrischen Arbeit geht es schwerpunktmäßig um Beziehungsgestaltung. Im "weißen Kittel" bin ich eher "die Schwester" an die man sich wendet, wenn man diverse körperliche Beschwerden hat, Arznei möchte, o.ä.
Das Tragen von Zivilkleidung ermöglicht m.E. eine andere Kommunikationsebene.

Für Besucher und neue Patienten bin ich gut erkennbar, da ich auf diese zugehe und mich vorstelle. Zudem sind unsere Namensschilder, auf denen Name und Berufsbezeichnung stehen, auch nicht zu übersehen.

In der Gerontopsychiatrie und in der Somatik macht Dienstkleidung Sinn. In allen anderen Bereichen sähe ich es auch als "Rückschritt" wieder (weiße)Dienstkleidung einzuführen.
Über Alternativen (zivile Einheitskleidung) ließe sich ja streiten - wobei ich mich persönlich schwer tun würde, meine Individualität aufzugeben.

LG
 
MuuuHaaa

MuuuHaaa

Gesperrter Benutzeraccount
07.02.2007
0815
Hallo,

ich glaube das die Dienstkleidung nicht an einem partnerschaftlichen Umgang hindert. Das macht schon selbst einen aus.

Mich macht Zivikleidung definitiv nicht Partnerschaftlicher!!! Ich persönlich möchte nicht Partnerschaftlich mit den Patienten umgehen sondern Professionell. Und wenn ein Pat. einen partnerschaftlichem Umgang benötigt bekommt er ihn auch. Jeder so wie ers brauch.

Gruß

Vader
 
Qualifikation
Pointenkiller
Fachgebiet
Niemansland
G

Grufti

Neues Mitglied
Basis-Konto
07.08.2006
47137
Hallo liebe Leute !

Nach nun langen Berufsjahren im psychiatrischen Pflegebereich bin ich erschrocken zu lesen Dienstkleidung wieder zur Diskussion zu stellen.
Im Bedarfsfall halte ich griffbereite Schutzkleidung aus hygienischen Gründen
für unabdingbar. Es gibt aber auch Dienstzeiten auf allen Stationen wo über
längere Zeiten (mehrere Stunden während einer Schicht) Dienstkleidung
vollkommen überflüssig ist. Im rein pflegerischen Bereich (Geriatrie,Geronto-
psychiatrie) mit hohem dauerhaft grundpflegerischem Arbeitsaufwand halte
ich Dienstkleidung für sinnvoll. In anderen Bereichen war die Dienstkleidung
früher auch ein Herrschaftsinstrument. Musste ein Patient beispielsweise
fixiert werden, lautete das Motto "wir bilden eine weiße Wand". Ich bin
froh mit dem Ausziehen der "Wärterkleidung" gekoppelt mit Schlüsselriemen,
mit Beginn der Psychiatriereform nie mehr in einer Einrichtung gearbeitet zu
haben wo Dienstkleidung Pflicht war. Im übrigen halte ich die Ansteckungs-
gefahr auf jedem öffentlichen WC ggf. für größer als auf einer psychiatrischen
Station.
Gruß Gruft
 
Qualifikation
exam. Krankenpfleger
Fachgebiet
Suchtklinik
M

MiChung

Hallo,

ein professioneller Umgang mit den Patienten versteht sich ja wohl von selbst... mit partnerschaftlich meine ich "auf einer Ebene".
Bin wohl ähnlich allergisch gegen "weiße Wand" (treffende Formulierung) und riesige Schlüsselbunde, wie Grufti beschreibt....
Vielleicht hat man eine andere Einstellung wenn man andere Zeiten erlebt hat... ich denke bei Dienstkleidung in der Psychiatrie auch gleich an Machtdemonstration, vielleicht weil ich damals viele Kollegen erlebt habe, die die Dienstkleidung aus diesem Grund bevorzugten und sich lange sträubten diese abzulegen.

LG
 
MuuuHaaa

MuuuHaaa

Gesperrter Benutzeraccount
07.02.2007
0815
Hi,

mir persönlich ist es egal in welchem Bereich ich arbeite, ich bevorzuge Dienstkleidung.
Und was die Weisse Wand angeht. Es stimmt wir bilden eine Wand. Dem Patienten selbst ist es schnurz piep egal ob die Wand in Farbe oder Weiss ist.
In Schulungen die ich anhalte, verdeutliche immer die Wirkung einer solchen Wand. Ich wurde schon abgegriffen und wurde verletzt! Und bei Fixierungen gilt bei mir das Motto: SOviel Verstärkung bis die Angst weg ist! Und da is die Farbe der Kleidung vollkommen egal.
Ich verpflege einen sehr guten sozialen Kontakt mit den Patienten, die sollen allerdings auch ihre Grenzen wissen (hilfreich ist auch wenn man seine eigenen kennt!*g)

Ich bin Krankenschwester und steh dazu! Und das drücke ich auf der Arbeit auch mit meiner Kleidung aus!
Nur am Rande bemerkt kann man ja auch frabige Dienstkleidung anziehen.

Ich habe auch in der Offenen gearbeitet und auch in Zivil. Ich fühle mich in Dienstkleidung wohler.

Gruß

Vader
 
Qualifikation
Pointenkiller
Fachgebiet
Niemansland
Fragmentis

Fragmentis

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
Hallo Leute,

zumindest in somatischen Kliniken sehe ich es immer öfter, daß die Kollegen da T-Shirts tragen z.B. mit eingestickten Logos, die Führungsetage sogar Hemden bestickt bekommt und Krawatten. Die Ergotherapeuten gehen ja da oftmals mit diesem Beispiel der Pflege voran. Aber wie sieht es aus bei anderen ? Und was haltet Ihr von dieser "Zwischenlösung" ? Ist dies eine mögliche Lösung für die Psychiatrie, also sozusagen "zivilisierte Dienstkleidung" zu tragen ?

Fragend nach Meinungen und Ideen oder Erfahrungen mit Lösungen,
Fragmentis
 
Qualifikation
Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Psychiatrie
Fachgebiet
Psychiatrie
Weiterbildungen
EDV, Pflegestandards, Aromapflege, Moderatoren-Training, CQM, Dozent zu bestimmten Themen aus dem Bereich Psychiatrie und Pflege, Pflegediagnosen
Schwester Christa

Schwester Christa

Unterstützer/in
Basis-Konto
10.03.2007
Heilbronn
Hallo Gemeinde!

Nach längerer Abwesenheit melde ich mich auch mal wieder zu Wort.

Ein interessantes Thema für mich, da wir genau diese Frage vor knapp einem Jahr auf unserer Station erörtert haben. :thumbsup2:

Zunächst das Ergebnis: Wir haben uns darauf geeinigt, in Zivil zum Dienst zu kommen, dann aber einen weißen Kittel drüberzuziehen. Kompromisse sehen manchmal blöd aus, :heul: ich hätte gerne komplett in zivil gearbeitet.

Die Mehrheit der Kollegas brachte auch die Hygieneargumente, die meiner Ansicht nach aber in der Psychiatrie im allgemeinen und in meiner Abteilung (Sucht/ Entgiftung) im besonderen zu vernachlässigen sind.
Arbeitskleidung aus hygienischen Gründen im Sinne des Gesetzes ist da nötig, wo hygienisches Arbeiten zwingend erforderlich ist; da wo offene Wunden im Spiel sind oder sonstwie ein erhöhtes Ansteckungs- oder Keimverschleppungsrisiko besteht. In diesem Fall ist es erforderlich, dass die Schutzkleidung mindestens täglich frisch angezogen wird. Wer macht sowas im psychiatrischen Bereich wirklich? Hier wird das Hygieneargument häufig ad absurdum geführt.
Es gab noch andere Argumente für "weiß": das gemeinsame Auftreten und der große "Stauraum" (Taschen für Kulis, Telefone, Steriliumfläschchen etc.), was die Mehrheit des Teams dann eben doch für die weißen Kittel stimmen ließ.

Meine Argumente für Zivil: Im wesentlichen um Distanzen zu den Patienten abzubauen. Ich sehe es ähnlich wie MiChung. Natürlich sollte es zur grundsätzlichen Einstellung psychiatrisch Pflegender gehören, dass sie auf Patienten zugehen und bereit sind eine (wie auch immer geartete) Beziehung aufzubauen. Der weiße Kittel oder die weiße Uniform drückt aber schon optisch die "offizielle Ebene" aus, die für manche Gespräche erst mal überwunden werden muss. Und gerade im Suchtbereich haben wir es sehr oft mit Klienten zu tun, die allem "offiziellen" und uniformierten sehr reserviert gegenüber stehen.

Ich hatte damals sehr viele sehr junge Kollegen, die teilweise direkt von der (somatischen) Schulbank in die Sucht gekommen sind. Ich hab dann ganz ketzerisch mal versucht, der Diskussion eine andere Wendung zu geben, indem ich mal den Begriff "Schutzkleidung" hinterfragt habe; wer muss sich eigentlich in der Sucht vor wem schützen?? Wurde leider nicht weiter drauf eingegangen, aber ich denke, alle wussten, worauf ich raus wollte. Betretenes Schweigen...:angry:

Jetzt rennen wir halt mit Überwurfkitteln rum und werden öfters mal für Ärzte gehalten. Wer´s braucht..


Ach ja, diese Variante steht in der Abstimmung nicht zur Auswahl, deshalb hab ich mich noch nicht beteiligt.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger f. Psychiatrie
Fachgebiet
Niederschwelliger Drogenentzug
M

MiChung

Hi,

noch ein kleiner Nachtrag zum Thema: ich hörte kürzlich von Kollegen der Akutaufnahme, dass einige Mitarbeiter ihre von Haus gestellte weiße Dienstkeidung (praktisch, weil kostenlos - und "Stauraum für diverse Dinge weil viele Taschen) bunt eingefärbt haben.
Eine bisher noch nicht genannte Alternative ;-)

LG
 
M

mfraundorfer

Neues Mitglied
Basis-Konto
30.09.2007
83564
Hallo!
Ich trage bereits seit 1974 keine "Uniform" mehr! Dienstkleidung war für mich immer Schutzkleidung, das heißt in der Geriatrie, im Umgang mit Schwerstbehinderten, auch auf einer geschlossenen Akutaufnahme
unbedingt Ja! Wenn Dienstkleidung aber vor allem der Abgrenzung und Unterscheidung dient, ein ebenso klares Nein! Es sollte die gemeinsame Entscheidung eines Teams sein! Deshalb habe ich auch, wenn ich auf Stationen mit Dienstkleidung eingesetzt war, diese Entscheidung des bestehenden Teams akzeptiert. Allerdings würde ich nicht in einer Klinik arbeiten wollen, die das Tragen von Dienstkleidung explizit vorschreibt!

LG
MF
 
Qualifikation
Fachrankenpfleger für Psychiatrie/Stationsleitung
Fachgebiet
Psychiatrie
MuuuHaaa

MuuuHaaa

Gesperrter Benutzeraccount
07.02.2007
0815
Hi,

auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen:

Ich habe kein Problem mit meiner Dienstkleidung!!!
Sie hindert mich in keinster Weise bei einem Kooperativen Umgang mit dem Patienten und bis jetzt hab ich noch nie von den Patienten gehört das es sie stört. Es bleibt bei meiner Meinung nicht meine Kleidung mich definiert, sondern meine Arbeit. Warum sollte ich also auf den Luxus der Dienstkleidung verzichten?

Ich bleibe bei der Aussage das "Kleider machen keine Leute".
Ich finde es angenehm Dienstkleidung zu tragen. Ich halte es für Blödsinn das die Dienstkleidung meinen Umgang mit den Patienten definiert, das mache immer noch ich selbst.

Patienten die ich in den Ausgang begleitet habe, habe ich gefragt ob ich mich umziehen soll (weil ich davon ausgegangen bin das die Patienten in der öffentlichkeit stört), jeder und ich betone jeder hat mir mitgeteilt das das für ihn kein Problem sei.
Wenn ich den Eindruck gehabt hätte, das meine Dienstkleidung meine Patienten im Ausgang gestört hätte, hätte ich mich auf jedem Fall umgezogen.

Ich möchte nicht in privater Kleidung in einer Klinik (für mich ist die Psychiatrie eine Klinik wie jede andere) arbeiten. Ich möchte als Ansprechpartner sichtbar sein, für Patienten wie für Angehörige oder Kollegen.

Und ich bin heilfroh das mein Arbeitgeber mir meine Dienstkleidung zur Verfügung stellt!!

Gruß

Vader
 
Qualifikation
Pointenkiller
Fachgebiet
Niemansland
Fragmentis

Fragmentis

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
Hallo Leute,

war jetzt wegen Urlaub länger nicht mehr da, weswegen ich mich schon sehr bei meiner Rückkunft über den regen Austausch hier freute.

Frage meinerseits mal zum Thema "Definition Dienstkleidung":
  • Ist Dienstkleidung unbedingt immer Kittel ?
  • Kann Dienstkleidung nicht auch zivil sein ?
  • Wie steht es, wenn der Dienstgeber z.B. T-Shirts, Poloshirts oder Hemden stellt, die halt z.B. mit einer Applikation oder einem Logo versehen sind (So, wie sie z.B. die Ergotherapeuten tragen) ?
Der Großteil geht bei dieser Diskussion ja davon aus, daß Dienstkleidung die klassisch weiße Uniform oder vielleicht ein farbiges Oberteil bedeutet. Aber was wäre denn, wenn der Dienstgeber z.B. das von den Herren doch zumeist witzigerweise bevorzugte bügelleichte Karohemd zum Standard macht und sein Logo draufsetzt ? Wäre das so eine Zwischenlösung für Euch ?!?

Fragend und freundend auf mehr,
Fragmentis
 
Qualifikation
Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Psychiatrie
Fachgebiet
Psychiatrie
Weiterbildungen
EDV, Pflegestandards, Aromapflege, Moderatoren-Training, CQM, Dozent zu bestimmten Themen aus dem Bereich Psychiatrie und Pflege, Pflegediagnosen
M

MiChung

@Fragmentis,

natürlich muss "Dienstkleidung" nicht zwangsläufig "weiße Kluft" bedeuten. Unter Dienstkleidung verstehe ich eine einheitliche Arbeitskleidung für alle Mitarbeiter.
Wenn es nicht um die aus hygienischer Sicht notwendige "weiße Kleidung" geht, würde ich allerdings für mich persönlich keinen Nutzen darin sehen - außer vielleicht, dass sie ggf. vom Arbeitgeber gestellt werden kann (in der heutigen Zeit der Sparmaßnahmen wohl eher nicht von auszugehen).

Vielleicht bin ich ja ein wenig eigen, aber ich bin froh, keine "vorgeschriebene" Kleidung tragen zu müssen, sondern mich in meiner "Haut" wohlfühlen kann, weil sie auch zu mir gehört - wie gesagt, es würde mir schwer fallen, meine Individualität aufzugeben....

In Bezug auf die "Zugehörigkeit" : diese ist anhand unserer Namensschilder ersichtlich auf denen Name, Berufsbezeichnung/ Funktion und das Logo der Klinik abgebildet sind.


LG MC
 
Cr@shPS

[email protected]

Mitglied
Basis-Konto
17.10.2007
66955
Hey also ich bin recht neu hier aber schließe mich hier mal an.
Ich arbeite in einer teilweiße geschlossenen psychiatrie/neurologie, bei uns kann jeder Angestellte anziehen was er möchte. Jedoch ist vermehrt Dienstkleidung zu erkennen. Allerdings muss man dazu sagen nicht einheitlich und auch nicht nur "weiß".
Ich selbst trage je nach Laune und Arbeitsaufkommen, meistens weiße Hosen und zivile Poloshirts oder einen blauen/grünen Kasack.

Ich persönlich finde mittlerweile Dienstkleidung besser und zwar aus folgenden Gründen:
-Ich bin ebenfalls schon oft genug angespuckt und angepinkelt worden.
-In unsere Abteilung ist der Grundpflegerische Aufwand aufgrund Neurologischen Pat. bzw. Gerontopsychiatrischen Pat. recht hoch.
-Ich möchte das die Distanz so weit es geht gewahrt wird, gerade bei unserem Patientengut z.b. zur Ausnüchterung etc.
-Ich finde man sollte mir auch ansehen was mein Beruf ist. Die Docs tragen ja auch ihren Kittel oder nicht???
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Interdisziplinäre Intensivstation/Stroke Unit
Weiterbildungen
Mitglied in der JAV seit 2005
T

TomBer83

Mitglied
Basis-Konto
25.06.2007
53110
HI
es gibt auch dienstkleidung die nicht weiß ist...hatte ich damals in meinem schülereinsatz auf der geschlossenen an....
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
allg. Pflege
T

thomasmaurer

Mitglied
Basis-Konto
26.07.2006
79312
Ich pflege psychiatrisch in Zivilkleidung auf einer Station im gerontopsychiatrischen Bereich
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Psychiatrie
Fachgebiet
Gerontopsychiatrie
rioteer

rioteer

Neues Mitglied
Basis-Konto
kein leichtes thema.

natürlich verändert dienstkleidung nicht den persönlichen umgang mit den patienten, sie wirkt sich allerdings auf die wahrnehmung der patienten aus. das muss allerdings nicht immer zum negativen geschehen, so kann dienstkleidung z.b. das oftmals kumpelhafte einiger patienten nehmen und den behandlungsaspekt mehr in den vordergrund rücken. gleichzeitig steht eine uniformierte kleidung natürlich auch für autorität und vermag dadurch auch ängste vermitteln. einem patienten, der sich aus ängsten heraus "fügt" ist nicht geholfen!

ich arbeite auf einer geschützten aufnahmestation in der akutpsychiatrie in zivil, habe allerdings immer weiße schutzkleidung in einem schrank griffbereit. den selbstschutz, und sei es auch nur aus befindlichkeitsgründen, sollte man schließlich auch nicht unterschätzen.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
gesch. Akutpsychiatrie
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Verwandte Forenthemen

S
Hallo, ist in für die Arbeit in der Psychiatrie ein Führungszeugnis vorzulegen? Bzw. darf der Arbeitgeber ein Führungszeugnis...
  • Erstellt von: Sternderl
1
Antworten
1
Aufrufe
322
B
J
Studienteilnehmer:innen gesucht Für unsere Online-Befragung zum Thema Befürchtungen, Belastungen und Bedürfnissen im Umgang mit...
  • Erstellt von: JuleZi
0
Antworten
0
Aufrufe
337
J
B
Hallo Zusammen, ich bin auf dieses Board gestossen da ich mich seit geraumer Zeit mit dem Gedanken trage in die Pflege zu gehen, den...
  • Erstellt von: Berndian
0
Antworten
0
Aufrufe
942
B
NUTOKA200
Hallo zusammen, ich habe es geschafft, als erster Sozialpädagoge auf der Hochsicherheitsstation der Forensik eine Stelle zu bekommen...
  • Erstellt von: NUTOKA200
0
Antworten
0
Aufrufe
821
NUTOKA200