Studium & Beruf Zielbesprechnungen

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I

Ingo Tschinke

Hallo Pflegekollegen,

mich würde interessieren wer von Euch in der Praxis mit Zielgesprächen mit den Mitarbeitern Erfahrung gesammelt und wer dies in der Praxis einsetzt.

In der Klinik in welcher ich tätig bin, wird dieses Managementinstrument seit etwa zwei Jahren verwendet. In der Praxis sieht dies so aus, dass im Ablauf eines Jahres jede Stationsleitung mit der PDL eine Zielvereinbarung festlegt, in dem beide Seiten Verpflichtungen mit einem festen Zeitrahmen eingehen, z.B. dass bestimmte Pflegeinstrumente in der Praxis umgesetzt werden, dass die PDL bestimmte Fortbildungsleistungen erbringt etc.
Im weiteren hat die Stationsleitung die Aufgabe, mit jedem Mitarbeiter eine solche Zielvereinbarung einzugehen, bzw. ein Mitarbeitergespräch über Wünsche, Kritik und Anregungen zu führen, die beidseitig ausgerichtet sind. Dabei werden auch Ziele vereinbart, was der einzelne Mitarbeiter im Ablauf eines Jahres zur eigenen Förderung an den Tag legen will. Nach Ablauf eines Jahres wird reflektiv betrachtet, was bei den Zielen herausgekommen ist und warum diese oder jene erreicht oder nicht erreicht wurde. So ist es einfacher für die Stationsleitung einen tatsächlichen Überblick über die Bedürfnisse und Anliegen der Mitarbeiter zu erhalten, aber auch über die eigene Position auf der Station (mal vorrausgesetzt, das beide Kritik annehmen und äussern können).

Mich würde es nun interessieren, wer dies in beschriebener oder anderer Form einsetzt und nutzt. Aber auch eine Reflektion derjenigen, die dieses Managementinstrument nicht kennen und was sie davon halten. Als Literturhinweis sei hier der Beitrag in dem Buch "Führung und Management im Krankenhaus" (hrsg. H.W. Hoefert) von Gabriele M. Borsi zur Personalentwicklung genannt.

Cheers

Ingo :redface:

[ 20. Oktober 2002 15:14: Beitrag editiert von Ingo Tschinke ]
 
S

Sabine Kuhn

Mitglied
Basis-Konto
01.08.2000
Hallo
ich kenne eine Station auf der die Mitarbeitergespräche
geführt werden!

Diese sind sehr zeitauffendig und wurden auch erst sehr skeptisch betrachtet!

Meine persönliche Meinung ist das diese nur dann sinnvoll sind wenn die Reflektion auch stattfindet!


Ich versuche einmal Kontakt mit der genannten Station auf zu nehmen .
:smile:

Bis bals Sabine Kuhn
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
chirurgische ITS
I

Ingo Tschinke

Themenstarter/in
Hallo Sabine

die Erfahrungen, die ich mit den Mitarbeitergesprächen gemacht habe, sind zum überwiegenden Teil sehr positiv. Auich die anderen Stationsleitungen in unserem Haus berichten ähnliches.

Mich würde interessieren, was auf der von dir angesprochen Station so schief läuft?

Cheers

Ingo :redface:
 
K

Kai-Uwe Klöting

Mitglied
Basis-Konto
17.07.2000
44225
Hallo Ingo

Wir sind gerade dabei es einzuführen,ich habe demnächst mein erstes Gespräch mit der PDL und bin schon sehr gespannt.Zu diesem Thema hatten wir vorher 2 Tage eine Fortbildung wo uns dieses näher gebracht wurde.Ich selber muss nach meinen Gespräch dann damit anfangen Mitarbeitergespräche zu führen ,ich erhoffe mir dadurch einen positiven Effekt für die Abteilung.Denn dies welches in diesen Gesprächen besprochen wird kommt sonst häufig zu kurz.Das Problem was ich sehe ist das diese Gespräche viel Zeit erfordern werden und wo ich die finde weiß ich noch nicht ganz genau.
:eek:
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
A

abraka

Mitglied
Basis-Konto
16.10.2002
Hallo Ingo,
wir führen diese Mitarbeiter-Gespräche seit ca. einem Jahr durch und haben die Leitungen und Stellvertr. vor Beginn darin geschult (4 FB-Tage). Die Resonanz der MA war gut, allerdings ist es nicht ganz so neu, da die MA durch die Einarbeitung verschiedene Gespräche in ähnlicher Form gewöhnt sind.
Was durchweg positiv angekommen ist, waren die FB-Wünsche der MA, die zeitnah in den FB-Plan aufgenommen wurden.
Gruß Anette :redface:
 
Qualifikation
Krankenschwester, A+I Fachpflege, PDL, QMB-TÜV
Fachgebiet
QB / Häusliche Pflege
I

Ingo Tschinke

Themenstarter/in
Hallo Kai-Uwe

ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass es gut ist die Mitarbeitergespräche zeitlich genau festzulegen und erst einmal damit zu beginnen, wie der Mitarbeiter sich im Team selbst positioniert, wie er sich dort fühlt, dann kann man mit der Kritik und den Wünschen, die an dich als Leitung hat weitermachen, um dann zu der Kritik mit darauffolgenden Förderung des MA fortzufahren ("was kann dir helfen oder wie kann ich dir helfen, da weiterzukommen"). Am Ende kommt dann eine gemeinsame Zielbestimmung - schlussendlich ein Protokoll, welches der MA und du selbst bekommt (sonst niemand!! - wg. Vertrauensverhältnis)
<BLOCKQUOTE>quote:</font><HR>
Denn dies welches in diesen Gesprächen besprochen wird kommt sonst häufig zu kurz.Das Problem was ich sehe ist das diese Gespräche viel Zeit erfordern werden und wo ich die finde weiß ich noch nicht ganz genau. <HR></BLOCKQUOTE>

Natürlich ist schwierig, gerade auf einer Intensivstation die Zeit dafür zu finden, aber glaube mir nach dem Gespräch wird die Arbeit leichter und besser, weil gerade die Dinge, die kleinen Missstimmungen usw., besprochen hat.

Cheers

Ingo :redface:
 
I

Ingo Tschinke

Themenstarter/in
Hallo Annette,

vielen Dank für deine Antwort. Du schilderst in deiner mail, dass den meisten MA soetwas oder ähnliches bereits bekannt war und deswegen die Ängste gering. Es scheint so, dass ihr in den von dir betreuten Pflegediensten Glück gehabt zu haben, solche MA zu haben. Vielfach scheint das ja eher nicht der Fall zu sein. Ich hoffe ja immer wieder das diese Managemantmethoden sich schon weiter verbreitet haben, in der Bundesdeutschen Krankenhauslandschaft. Aber dazu ist es notwendig, dass die Leitung in den Direktion der Pflege auch damit vertraut sich oder sich damit vertraut machen. Das kann man zumeist von den akademischen Pflegemanagern annehmen, aber die sind noch in der Minderheit. Vielleicht werden Personalveränderungen in den Leitungen tatsächlich dafür sorgen, dass moderne (so modern sind eigentlich gar nicht mehr) Managementmethoden Einzug halten bzw. tradierte Methoden endlich auf den Müll landen.

Cheers

Ingo :redface:
 
A

abraka

Mitglied
Basis-Konto
16.10.2002
Hallo Ingo,
leider hat das einigen Schweiß gekostet, die MA soweit zu breingen, dass sie in einem Gespräch sich "wirklich" äußern. Aber wir haben klein angefangen und zwar bei den Einarbeitungskonzepten für neue MA, Probezeitgespräche (in verschiedenen Zeitabständen)durchgeführt. Dies dann alles mit einem "Paten", der für die Einarbeitung zuständig war. Durch dieses "gewöhnen" an Gespräche in der Einarbeitung, ist dann der Schritt zu Zielvereinbarungen u.ä. nicht sehr groß. Allerdings gibt es immer Menschen, die mit all dem am liebsten nichts zu tun haben mögen. So nach dem Motto "ich habe Pflege gelernt und mit allem anderen möchte ich nichts zu tun haben". Das sind dann die Herausforderungen, die das Leben an einen stellt. An manchen Tagen sehr schwer zu ertragen.
Weiterhin viel Spaß "im Gespräch" .
Gruß Anette :redface: :redface:
 
Qualifikation
Krankenschwester, A+I Fachpflege, PDL, QMB-TÜV
Fachgebiet
QB / Häusliche Pflege
I

Ingo Tschinke

Themenstarter/in
Hallo Annette,

das hört sich nach einem sehr fundierten Konzept an, was dort in den ambulanten Einrichtungen durchgeführt wurde. Letztlich führen immer nur klare und eindeutige Konzepte zum Ziel - wichtig ist dabei vor allem die Personalentwicklung. Denn ohne eine vernünftige MA-orientierung mit gelichzeitige Kunden/patientenorientierung bleibt man den tradierten Strukturen verhaftet.

Cheers

Ingo :redface:
 
U

Utsch

Neues Mitglied
Basis-Konto
02.10.2002
Hallo!
Bei uns in den Kliniken (insgesamt über 1500 Betten) werden auch Mitarbeitergespräche 1mal im Jahr geführt. Es werden sehr gute Erfahrungen inzwischen damit gemacht. Vorlage ist ein Fragebogen der von einer Arbeitsgruppe erarbeitet wurde, in der auch viele verschiedene Berufsgruppen (Verwaltung, Pflege, Fort- und Weiterbildung) mitgearbeitet haben. Dieser Bogen wird von beiden "Seiten", also beispielsweise Mitarbeiter und Stationsleitung ausgefüllt oder durch gearbeitet. Jeder für sich und im Gespräch werden dann alle Punkte durchgesprochen. Und nicht nur der einzelne Mitarbeiter bekommt feedback, sondern auch die Leitung vom Mitarbeiter. Zuletzt werden Wünsche und Zielvereinbarungen fürs nächste Jahr getroffen. So ein Gespräch kann mitunter schon 1,5 Std dauern, ist aber sehr fruchtbar und wird inzwischen sehr stark angenommen. Wie ehrlich es läuft liegt natürlich immer noch an jedenm selber.
So viel von hier
Ute Frei :smile:
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe
Fachgebiet
Schule für Pflegeberufe/ Krankenpflegeschule
I

Ingo Tschinke

Themenstarter/in
Hallo Ute,

es freut mich zu hören, dass ihr in eurer Klinik so positive Erfahrungen mit den Mitarbeitergesprächen gemacht habt. Ist dies im Rahmen eines geplanten Konzeptes zur Personalentwicklung geschehen? Im weiteren würde mich
interessieren, welche Punkte der Fragebogen abdeckt? Werden hauptsächliche Ziele zur eigenen Personalentwicklung besprochen (was kann ich besser machen, wo brauche ich Unterstützung)? Oder auch deutliche Kritikpunkte an beide Seiten?

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Cheers

Ingo
:redface:
 
U

Utsch

Neues Mitglied
Basis-Konto
02.10.2002
Hallo Ingo,
ich werde dran denken. Wenn ich nächste Woche wieder in der Schule bin suche ich den besagten Bogen raus und lasse Dir die fehlenden Infos zu kommen. Also eweng Geduld ;)
Gruss Ute :smile:
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe
Fachgebiet
Schule für Pflegeberufe/ Krankenpflegeschule
I

Ingo Tschinke

Themenstarter/in
Hallo Ute,

ja das wäre toll wenn du den Bogen mal hier im Forum vorstellen könntest, ich bin sehr daran interessiert, wie ihr das erarbeitet habt.

Cheers

Ingo :redface:
 
U

Utsch

Neues Mitglied
Basis-Konto
02.10.2002
Hallo Ingo,
ich habe den besagten Bogen jetzt vor mir liegen, allerdings speziell für Azubis. Für die Mitarbeiter auf den Stationen ist er aber sehr ähnlich.
Teil I Aufgabengebiet
was gefällt an der Ausbildung; Welche Besonderheiten gab es (Projekte etc.); gibts es Verbesserungsvorschläge und wenn ja werden diese angenommen und umgesetzt?
Teil II Zusammenarbeit Ausbildungsverantwortliche und Azubi
wie sind die Infos über den Ausbildungsverlauf; wie empfanden Sie die Gesprächsbereitschaft; Zusammenarbeit (Dozenten, Lehrer, Mitschüler, Vorgesetzte);
Teil III Förderung und Entwicklung
persönliche Stärken/ Schwächen (Theorie und Praxis); was trägt die Ausbildungsstätte dazu bei, was macht der Azubi selber; welche Unterstützung wird benötigt
Teil IV Einschätzung von Leistung und Verhalten
hier Einschätzung von den Lehrern
Teil V Einschätzung Führungsverhalten
hier beurteilt der Azubi den Lehrer
Teil VI Ausbildungsziele
Ziele und Maßnahmen des kommenden Jahres

Okidoki, soviel von hier. Wir haben damit sehr gute Erfahrungen und wird von den Schülern und uns sehr geschätzt.
Gruesse Ute :smile:
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe
Fachgebiet
Schule für Pflegeberufe/ Krankenpflegeschule
I

Ingo Tschinke

Themenstarter/in
Hi Ute,

vielen Dank für die Aufstellung, sie gibt einen guten praktischen Hinweis - wie solche Zielbesprechungen inhaltlich zu führen sind.

Da es sich scheinbar um eine Arbeit eines Qualitätszirkel handelt, scheint es ja auch von der breiten Masse auch getragen zu sein. Das ist eine gute Umsetzung qualitativer Personalentwicklung.

Danke nochmal.

Ingo :redface:
 
Pflegeboard.de

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Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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