Wundmanagement wundtherapie für diabetischen Fuß

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Jana1

Mitglied
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12.10.2007
30916
Hallo,
wir haben bei uns eine Bewohnerin mit Diabetes Typ 1.
Vor 3 Wochen hatte sie eine Blase an der linken Ferse. Nun ist die Ferse offen, es eitert und Sekret kommt heraus.
Wir behandeln jetzt die Wunde mit Octinisept und Alevyn nicht klebend. Wir machen jeden Tag morgens 1 x Verbandswechsel.
Wir sehen aber keine Besserung.
Der Doktor weiß sich auch keinen Rat mehr.
Vielleicht könnte mann mit Ligasano arbeiten und die Wunde damit umschliesen und den Rest offen lassen?

Hat damit jemand schon Erfahrung gemacht?
Wenn jemand noch eine gute Wundtherapie kennt, bin ich für jeden Rat dankbar.

Danke Jana :rolleyes:
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
stationäre ALTENPFLEGE
F

Feldsalat

Mitglied
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21.03.2009
51647
Hallo!

Allevyn 1x täglich wechseln ist ein teurer Spass und nicht sinnvoll. :nono:
Schaumverbände sollten 2-3 Tage auf der Wunde verbleiben weil sie sonst einfach zu teuer werden.
Ligasano macht meiner Meinung nach keinen Sinn und offen lassen ist auch nicht gut. Eine Wunde braucht zur Heilung einen Wundverband der Ruhe, Wärme und Feuchtigkeit gewährleistet.

Eine Ferndiagnose ist immer schwierig, deswegen benötigen hier denke ich alle noch mehr Informationen. Also:
- Ist die Druckentlastung gewährleistet?
- Was bedeutet Eiter?
- Wie ist die Ernährung der Patientin?
- Wie ist der Diabetes Eingestellt?
- Genaue Beschriebung der Wunde?
- Evtl. Infektionszeichen?
- Abstrich durchgeführt?
- Durchblutungssituation?

Wie Du siehst ist das alles nicht so einfach auf die Schnelle. Habt ihr die Möglichkeit einen wundberater z. B. über einSanitätshaus einzuschalten?

Viele Grüße
Feldsalat
 
Qualifikation
Leitung Wundmanagement
Fachgebiet
Wundmanagement
Weiterbildungen
Wundexpertin ICW
S

stern3007

Aktives Mitglied
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29.07.2005
Köln
Bei solchen von dir beschriebenen Patienten sollte man schon auf richtige Lagerung achten, bevor die Karre in den Dreck gefahren wurde.

Abgesehend davon, dass mir die Informationsbasis zu dünn ist und ich mich den Fragen von Feldsalat anschließe, kommt mir hier noch der Gedanke, einen Abstrich machen zu lassen und dann ggf. eine silberhaltige Auflage verwenden.

Auf jeden Fall ist aber konsequente Lagerung das absolute Muß. Daohne erreichst du nichts.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
Lilly-Willow

Lilly-Willow

Mitglied
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17.07.2007
56130
ich denke Vorwürfe helfen Jana jetzt auch nicht weiter. :wink:


also ich schließe mich bezüglich der Fragestellung meinen Vorrednern an.
wenn du sagst dass die Wunde eitert, somit infiziert/entzündet ist, ist ein Wundabstrich das allererste dass erfolgen MUSS

wir haben auch schon mal einen Fuß in dieser Form behandelt. wir haben super Erfolge mit Lavasept GEL und steriler Kompresse erreicht. Lavasept ist ein lokales Wundantiseptikum, welches die Wunde desinfiziert. wenn also der der Wundabstrich ein positive Ergebnis bringen sollte, auf jedenfall antiseptisch behandeln und dann sind auch tägliche bis 2 mal tägliche VWs angebracht.

ist die Wunde keimfrei, kann man mit Alginaten arbeiten oder eben wieder mit PU-schaum.
und wie besagt auf jedenfall absolute DRUCKENTLASTUNG


Gruß Lilly :eek:riginal:
 
Qualifikation
Krankenschwester; Praxisanleiterin
Fachgebiet
Alten und Pflegeheim
Weiterbildungen
"Expertenstandard Menschen mit chronischen Wunden"
Weiterbildung zur Praxisanleiterin
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
29.07.2005
Köln
Es geht hier nicht darum Vorwürfe zu machen, sondern einen Fehler zu benennen damit das nicht wieder passiert. Der Ausgangsthread sagt ja nicht aus ob die Ursache erkannt wurde.
 
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Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
F

Feldsalat

Mitglied
Basis-Konto
21.03.2009
51647
Guten Morgen,

mit Sicherheit geht es nicht um Vorwürfe.
Aber ich finde es fast schon fahrlässig wie hier mit "gutgemeinten" Ratschlägen um sich geworfen wird. Ein DFS ist immer eine total schwierige Angelegenheit und pauschale Therapievorschläge ohne genauere Erkenntnisse über die Ausgangssituation können auch mal ganz schnell nach hinten los gehen.
Eine Wunde sollte nicht nach dem Motto : " Bei Herrn XY hat geholfen das...., also hilft das bei Frau AB auch"
Man sollte wenn man Produkte empfiehlt auch immer die möglichen Gefahren mit aufzählen. Zum Beispiel Alginate nicht auf Knochen und Sehnen. Es gibt eben Kollegen die nicht so fit sind und darauf dann nicht achten.
Ich bin der Meinung das bei so einem Fall eine externe Wundberatung hinzugezogen werden soll. Den die ganzen Ratschläge und Vorschläge die hier kommen sind reine Interpretationen aufgrund von unseren Vorstellungen durch die Informationen (die auch noch recht dürftig sind).

Wir kennen ALLE weder die Wunde noch den dazugehörigen Patienten noch die Ausgangssituation, deswegen sollte auch keiner eine Pauschale Therapie vorschlagen.

Viele Grüße
 
Qualifikation
Leitung Wundmanagement
Fachgebiet
Wundmanagement
Weiterbildungen
Wundexpertin ICW
B

bico

Mitglied
Basis-Konto
13.07.2006
26382
Geh mal auf die Internetseite des MDK dort findest du eine Grundsatzstellung Dekubitus. Da sind jedemenge Arbeitshilfen, Wundtherapien, pflegerische und med. Hilfen usw enthalten. Ihr findet gemeinsam mit dem Arzt bestimmt über den Weg eine Lösung lieben Gruß bico
 
Qualifikation
Beraterin im Gesundheitswesen
Fachgebiet
Pflege,Organisation
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
29.07.2005
Köln
Wir kennen ALLE weder die Wunde noch den dazugehörigen Patienten noch die Ausgangssituation, deswegen sollte auch keiner eine Pauschale Therapie vorschlagen.
Wenn hier in diesem Forum über eine Wundbehandlung diskutiert wird, gehe ich davon aus, dass jedem klar ist, dass man die Individualität des Patienten und der Wunde berücksichtigen muß. Ich sehe hier gepostete Vorschläge als evtl. mögliche Behandlungen an, deren Einsetzbarkeit noch mit den individuellen Faktoren abgeglichen werden muß.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
Lilly-Willow

Lilly-Willow

Mitglied
Basis-Konto
17.07.2007
56130
ich fand das die ersten beiden Beiträge etwas forsch rüber kamen, mehr nicht. wollte keinem auf die Füße treten :wink:

so und wenn ich schreibe, dass wir "schon mal" einen Bewohner mit dem etwa gleichen Problem hatten, dann teile ich doch gern mit wie es bei uns gelaufen ist, wenn es laut meiner Erfahrung doch positiv war.

dann ist das weder ein "gutgemeinter Ratschlag" noch ein "pauschaler Therapievorschlag" SONDERN lediglich ein Erfahrungsbericht!! ganz einfach.

und wie @ stern3007 schon gesagt hat, sollte doch jedem klar sein, das alles was hier gepostet wird, Vorschläge und Erfahrungsberichte sind und nur mögliche Behandlungsweisen vorgeben, die noch abgeglichen werden müssen.

ich denke das Jana um jeden Rat und Vorschlag dankbar ist den sie kriegen kann. ich denke dass sie somit auch einfach die Möglichkeit hat besser mit einem Arzt zu kommunizieren. quasi mit einem bisschen Grundkenntnis vorab :eek:riginal: und ohne ärztlichen Segen geht doch eh nix. heißt ja noch lange nicht das nur weil wir es vllt so oder so machen, der Arzt diese Meinung auch teilt. :wink:


lieben Gruß
Lilly
 
Qualifikation
Krankenschwester; Praxisanleiterin
Fachgebiet
Alten und Pflegeheim
Weiterbildungen
"Expertenstandard Menschen mit chronischen Wunden"
Weiterbildung zur Praxisanleiterin
S

Sr. Käthe

Mitglied
Basis-Konto
03.04.2009
59505
:rolleyes: Ich stimme Feldsalat grundsätzlich zu.. aber letztlich sind wir alle hier im Forum, um Erfahrungen auszutauschen und eben auch, um Fragen zu stellen, wenns mal wieder etwas schwieriger wird.. und dazu gehören sicher auch die obigen Ratschläge. Prinzipiell halte ich es aber für richtiger, in allen Wundfragen mit Wundmanagern zusammenzuarbeiten, ob dafür jetzt einrichtungsintern einer zur Verfügung steht, oder-wie bei uns im Haus- ein externer Dienst kommt. Das sind die Leute, die die nötige Fachlichkeit haben, und die sich ggf. auch mit ratlosen/unwilligen/besserwisserischen Ärzten auseinandersetzen. Wundmanagment entwickelt sich ständig weiter, so wie alle Bereiche des Gesundheitswesens, und wir als Pflegekräfte können nicht alles wissen... wir müssen nur wissen, wo`s geschrieben steht bzw. an wen wir uns wenden können :innocent:
Mich würd aber grundsätzlich auch interessieren, wie diese Wunde entstanden ist- Bergwanderung mit dem Senioren-Gebirgsverein? :neugier:
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Stationär
Weiterbildungen
Multiplikatorin Fachkompetenz Demenz
demnächst Dementia Care Mapping
M

Marcus Franciscus

Mitglied
Basis-Konto
18.02.2008
90470
Huhu,
hier Marcus Franciscus. `ne Frage, habt Ihr die Möglichkeit einen "Wundmanager" hinzuzuziehen? Die haben Erfahrung (meiner zehn Jahre) und setzen sich mit dem Arzt zusammen. Sehr oft (fast immer) hat meiner Erfolge.
Kosten tuts bei meinem nix, nur das Material muß von ihm bezogen werden.
Liebe Grüsse M.F.
P.S. Ich finds stark sich im Netz Hilfe zu holen! Zeugt von Engagement, und zeigt der Mensch (Patient/Bewohner) ist Dir nicht egal! Find ich gut!!
 
Qualifikation
exam. "plager"
Fachgebiet
Altenpflege
Weiterbildungen
i.w.S.d.W." Leerer" Pflegeberufe, Pflegetheoretiker "praktisch kann ich nur denken"
B

Bookwood

Mitglied
Basis-Konto
31.03.2010
52531
AW: Re: wundtherapie für diabetischen Fuß

Wird dir Ursache nicht beseitigt kann man Wundtechnisch machen was will - die Wunde wird nicht abheilen!

Wenn die Wunde nicht heilt sollte undebingt die Gefäßsituation abgeklärt werden! Da es verschiedene Behandlungsstrategien sich daraus ergeben. Meißtens liegt aber eine arterielle Beteiligung vor, die evtl. chirugisch saniert werden muss!
Wichtig ist es den Fuß bestmöglich abzupolstern und vollkomen zu entlasten!

Vor und Nachsorge:
Bitte auch unbedingt das Schuhwerk des Pat. neu beurteilen weil aufgrund der fehlenden sesibilität oft völlig unpassendes Getragen wird.
 
Qualifikation
Auditor
Fachgebiet
TQM Auditor, QM
Weiterbildungen
Exam. Krankenpfleger, Wundmanger (ICW), Qualitätsbeauftragter DIN ISO (TÜV), DCM Basic, TQM Auditor (EQ Zert), Gutachter
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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