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Wundheilungsstörung nach Perforiertem Appendix, ich benötige Schwarmwissen

  1. Liebe Kollegen,

    am 15.11. rief meine Schwiegermutter mich an, sie hätte 39°C Temperatur. Ich bin hingefahren und habe mir das angesehen, nachdem sie mir mitteilte das sie sich ebenfalls Erbrochen hatte und wohl seit 2 Tagen Diarrhöen hat wollte ich ihr einen Bereitschaftsarzt holen. Sie wollte das nicht und versprach mir am Montag zum Hausarzt zu gehen, wo sie nicht war. Am Dienstag war sie endlich beim Hausarzt der einen Ultraschall machte und ein Labor. Er meinte der Appendix wäre gereizt. Sie wollte trotz meines Vorschlags nicht in ein Krankenhaus. Was ich nicht wusste zu diesem Zeitpunkt waren die Leukos bereits über 100. Ich mache es kurz er versuchte weiterhin sie in seiner Praxis zu therapieren, bis er Do entschied sie solle jetzt doch ins Krankenhaus. Ich begleitete sie in die Klinik und erfuhr auf dem Weg dorthin von ihr, dass ihr Hausarzt meinte ihr CRP wäre bei über 250 und die Leukos über 1000 (ich war entsetzt, das Labor lag ihm zu diesem Zeitpunkt bereits 24h vor). Ende vom Lied es mussten nicht durch der Appendix, sondern auch 12 cm Colon entfernt werden und der Appendix war bereits perforiert. PostOp bekam sie Zienam (Imipenem), hatte 2 EasyFlows und einen Pufi(?). Jetzt hat sie wohl Wundheilungsstörungen und muss tgl.zum VW in die Klinik, aufgrund meiner Schichten kann ich sie nicht begleiten und ich erfahre entweder nur die Hälfte, immer was anderes oder nur was sie erzählen mag. Sie meinte zu mir seit gestern würde die Wunde gespült werden, mit Jodstreifenaus tamponiert werden und ggfs. bräuchte sie eine VAC-Pumpe und eine Re-Op. Laut ihrer Aussage fährt er beim Spülen mit der "Nadel" unten rein in die Wunde und kommt oben wieder raus, die Wunde wurde auch mehrmals wieder eröffnet. Ich selber habe die Wunde noch nicht gesehen. Da ich das letzte Mal vor 10 Jahren in der Chirurgie tätig war, ist mein Wissen massiv eingerostet, ich habe bereits etliche Bücher gewälzt aber ich finde keine Antwort. Meine Fragen, wie sind die gängigen Vorgehensweisen in so einem Fall? Tamponiert man noch mit Jod? Und ist der Pufi Standard? (was ich mir nicht vorstellen kann) muss die VAC Pumpe operativ angelegt werden, also auch zum Wechsel? (sie meinte das so zu mir, wir haben das damals auf der Station gewechselt) Und wieso haben sie noch nicht erneut mit einer Antibiose begonnen?

    Ich danke Euch für Eure Hilfe
     
  2. Dein Stichwort heisst "Vakuumtherapie/-verband".
    Im Internet kannst Du schauen, wie und wieso diese Technik angewendet wird.
    Zum Abregen : Die Pumpe wird nicht "einoperiert".
    Mit Jod tamponieren ? Na klar ! Die Keime kennen ja schon alle Antibiotika mit Hersteller & Bestellnummer.
    Wir müssen inzwischen "back to the roots" : Jod, Schwefel und Peroxid.
    Mit der "Nadel" meint Deine Schwiegermutter vermutlich eine Knopfkanüle (hoffe ich).

    Alles Gute
    Frieda
     
  3. Hi,

    Ja sie meinte definitiv eine Knopfkanüle. Das war mir auch klar,hab es da blöd mit ihren Worten hingeschrieben. Das die ihr nicht die ganze Pumpe implantieren weiss ich schon,nur wir haben früher die Schwämchen ganz normal auf Station gewechselt. Sie soll, falls es dazu kommt aber 2 Wochen stationär bleiben und die Ärtze haben ihr wohl gesagt man müsste das dann operativ versorgen. Also das Schwämchen im OP wechseln. Bei dem Jod habe ich nicht schlecht geguckt weil es ja auf dem Markt ne ganze Menge super Produkte gibt.

    LG
     
  4. "operativ versorgen" ist ein weiter Begriff. Wie das gemeint ist/durchgeführt wird ??? Vgl. chir. Ambulanz.
    "Auf dem Markt" ist vieles. Ob es sinnvoll/bezahlbar/Humbug/kontraindiziert/allergiegeneigt/zugelassen/keimspezifisch...
    Einzelfallentscheidung des Arztes.
    (Zitat eines Oberarztes der Klinik, in der ich gelernt habe : "Ist der Chef nicht da, entscheidet der gesunde Menschenverstand")
     
  5. soviel zum "Gesunden Menschenverstand":
    Die Mär vom „gesunden Menschenverstand“
     
  6. Moin,
    zur VAC-Therapie: Da die Wunde sich im abdominellen Bereich befindet erscheint es schon ratsam den Verband im OP unter sterilen Bedingungen anzulegen. Da man evtl auch noch etwas Gewebe entfernen muss, ist die Vorstellung dies nicht in Vollnarkose zu machen ja auch eher gruselig. Je nachdem wie tief der Schwamm im Bauchraum liegt wird dann auch der Schwamm im OP gewechselt.
    Eine Tamponade mit Jodstreifen kann man machen, Jod hat eine antiseptische Wirkung. Ich halte dies aber für eine wenig unsinnig, da Jod (zumindest bei Beta Isodona) nur eine Wirkungsdauer von 6-8 Stunden hat. Somit wäre ein mehrfacher Verbandswechsel am Tag nötig.
    Was die Antibiotika angeht, würde ich sagen, dass es erst einmal einen Keim in der Wunde geben sollte der damit ausgeschaltet werden soll. Dies wird ja durch Abstriche und Antibiogramm überprüft. Wenn da nichts ist, ist Antibiose also auch überflüssig.
    Wundheilungstörungen hängen auch nicht zwangsläufig mit einer Infektion zusammen, sondern haben die verschiedensten Ursachen.
    Wie bei allem anderen mit chronischem Verlauf sollte man sich auch und gerade bei Wunden in Geduld üben.
    Noch ein kleiner Tipp: Wenn Du keine Zeit hast persönlich im KH vorbei zuschauen, vereinbare doch ein Telfonat. Ich habe bisher noch keinen Arzt kennen gelernt, der hierzu nein gesagt hätte.
    Gruß
     
  7. Herzlichen Glühstrumpf !
    Bei unseren "Kliniken" komme ich - telefonisch - nie über das Vorzimmer der Abteilung hinweg.
    Bitte verrate mir das Codewort.
     
  8. @Keßler, du hast das Zitat von @Brennessel sicherlich aus versehen verfälscht? In deinem Post#7 liest sich deine zitierte Stelle so als ob die Ärzte sich telefonisch auf eine VAC-Therapie einlassen.
     
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