Wundmanagement Beurteilung Wundversorgung Wunde verändert sich nicht

Monsti

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Hallo zusammen,

nach sehr langer Forenabstinenz (mir ging's gut :grin: ) habe ich wieder ein Problem, bei dem Ihr mir vielleicht weiterhelfen könnt.

Am 10.09. wurde ein seit einem Jahr sehr anhängliches Furunkel direkt unter dem li. Sitzhöcker entfernt. Da es gerade keine akute Entzündung gab, wurde die Wunde nach der OP mit einigen Stichen vernäht. Am späten Abend des 16.09. (da war ich längst wieder zu Hause) bemerkte ich eine beginnende Entzündung. Am nächsten Tag war ich zum Ziehen der Fäden beim Hausarzt. Dem gefiel das nicht und bestellte mich für seinen Wochenendnotdienst am nächsten Tag. In der Nacht 17./18.09. wachte ich in einer Blut-Eiter-Lache auf: Die Wunde war in Gänze aufgeplatzt. Weil inzwischen auch die Wundumgebung stark gerötet und geschwollen war, ich Fieber hatte und mich mies fühlte, wies er mich sofort wieder ins KH ein.

Fieber konnte per Ohr-Thermometer im KH nicht festgestellt werden: 36.8. Ich hatte aber ein digitales Gerät mit und maß im Zimmer vaginal. Das Ergebnis: 38.9, Kontrollmessung axilar: 36.6. Bei der Visite sprach ich die Ärzte auf die deutliche Temperaturdifferenz an, erntete aber nur Schulterzucken bzw. die "Aufklärung", dass axilare und rektale/vaginale Temperaturmessungen nun mal etwas differieren. Auf meine Bemerkung, dass ich ca. 1 Grad Temperaturdifferenz ja auch normal finde, doch über 2 Grad eben nicht, kam nur erneutes Schulterzucken.

Die Entzündung beruhigte sich zum Glück innerhalb von zwei Tagen von selbst so, dass man mich wieder nach Hause entließ. Übrigens hatte ich zu jenem Zeitpunkt vaginal 36.8 und axial 36.1 Temperatur - perfekt also. Ich sollte das Loch täglich zweimal ausduschen und eine sterile Kompresse in den Slip legen, so dass die Wunde etwas geschützt ist, meinte der Chirurg. Komische Idee, wo so eine Kompresse an dieser blöden Stelle sofort verrutscht ... :wassat:

Da ich selbst die Stelle kaum einsehen kann und mein Mann für die Wundversorgung nicht geschaffen ist, wurde der hiesige Sprengel (= mobiler Pflegedienst) beauftragt. Die empfahlen 1x täglich ausduschen bzw. Sitzbad vor der der Wundversorgung. Im übrigen wird die Wunde seit 1,5 Wochen mit med. Honig + Aquacell-Einlage versorgt und steril verbunden.

Leider tut sich bis heute überhaupt nichts in Richtung Wundheilung. Die Wunde sieht nach wie vor so aus wie am 22.09. Heute signalisierte mir die behandelnde Krankenschwester, dass angesichts der natürlich auch heute vollkommen unveränderten Situation möglicherweise eine erneute chirurgische Intervention erforderlich sein könnte.

Meine Fragen:
- Was macht Ihr mit solchen Wunden, bei denen sich so gar nix tut?
- Ist die bisherige Therapie möglicherweise unpassend?
- Könnten meine arthritisbedingte Immunsuppression (Arava und Enbrel) die Wundheilung stören?
- Was kann ich evtl. ernährungstechnisch tun?
- Könnte es wirklich sein, dass die Wunde nochmals chirurgischer Intervention bedarf?

Damit Ihr einen Anhaltspunkt habt, schicke ich noch ein Foto vom 22.09. mit. Die Wunde sieht bis heute gleich aus, ist nur fast kreisrund geworden. Auch die Tiefe ist unverändert.

22.09.10c.jpg

Sorry für diesen Roman, danke für einen hilfreichen Rat und liebe Rundrumgrüße (hoffe, ich bin mit den neuen Forenfunktionen klargekommen ...)

Angie
 
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nofretete

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AW: Wunde verändert sich nicht

schon maql auf MRSA Besiedlung testen lassen? Das würde mir jetzt mal so spontan dazu einfallen!
 
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Fripi

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AW: Wunde verändert sich nicht

Hm, die Wunde ist ja recht tief, zudem scheinen mir die Wundränder unsauber zu sein. Grundsätzlich würde ich das auch umgehend einem Chirurgen vorstellen, eventuell besser wäre noch die Beratung bei einem Wundmanager. Da das ganze zugenäht war hat sicher der Narbenbildungsprozess in den betroffenen Wundarealen eingesetzt, wenn dann anschließend die Wunde wieder aufreißt sind die Ränder oft so unsauber oder habverheilt das man um eine Anfrischung der Wundränder nicht herumkommt, also rundherum die oberste schicht abtragen und anschließend zuheilen lassen. Je nach dem muss das mehrfach geschehen.
Ich bin ansonsten kein experte was med. Honik angeht, würde jedoch darauf achten das die Wunde komplett gefüllt ist, geht die Aquacell einlage in die Wunde oder liegt sie nur auf? Vorzugsweise gibt es innerhalb der Wunde eine ausfüllung um die neubildung anzuregen, was genau man dazu nimmt müsste ich jedoch nachgucken, ich bin mir sicher da finden sich Experten hier im Board :)

Bleibt zu sagen das diese Wunde, auch wenn sie klein ist, sicherlich einige Zeit benötigen wird bis sie heilt, gerade wenn die Primäre Wundheilung nicht funktioniert hat.

lg, Nils

*edit* PS: Sollte die Wunde infiziert sein muss dem natürlich abgeholfen werden. Nach der ENtzündung , wurde da ein paar Tage mit desinfizierender Lösung gespült bis die entzündungszeichen zurückgingen? Wenn nciht würde ich auch dringend einen Abstrich machen lassen (Sowieso sinnig) vor allem auch wegen der Nähe zum Darmausgang - das man sich da Keime einfängt ist ja sehr wahrscheinlich und ausduschen ist jetzt auch nicht die Hygienischste Reinigung die man sich so vorstellen kann.
 
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Monsti

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AW: Wunde verändert sich nicht

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Antworten! Nun schickt man mich wieder ins Krankenhaus *nerv*. :angry:

Werde berichten, was daraus geworden ist.

Liebe Grüße
Angie

P.S. @Nils: Mein Darmausgang ist am rechten Unterbauch. Hinten ist alles zugenäht, damit entfällt das Hygieneproblem. :wink:
 
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greeneyed

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AW: Wunde verändert sich nicht

Hallo Angie!



Jetzt habe ich ne ganze Weile versucht zu antworten, weil meine Inet Verbindung gestreikt hat. :(
Auch wenn es sich so schnell anders entwickelt hat, möchte ich meine zuvor verfasste Antwort posten.


Ich sollte das Loch täglich zweimal ausduschen und eine sterile Kompresse in den Slip legen, so dass die Wunde etwas geschützt ist, meinte der Chirurg. Komische Idee, wo so eine Kompresse an dieser blöden Stelle sofort verrutscht ...
Wunden müssen immer steril behandelt werden, d.h. mit steriler Flüssiglkeit Spülen und einen Verband wählen, der keine Verunreinigungen von aussen zulassen kann.

Die empfahlen 1x täglich ausduschen bzw. Sitzbad vor der der Wundversorgung. Im übrigen wird die Wunde seit 1,5 Wochen mit med. Honig + Aquacell-Einlage versorgt und steril verbunden.
Bitte keine Sitzbäder, wirkt sich negativ auf die Wundheilung aus. Mal einen kleinen Riß an den Händen kennt wohl jeder, wenn man damit einige Minuten unter Wasser geht, kann man die aufweichende Haut sehr schön beobachten. Keime können leichter eindringen, es wird wohl kaum jemand die speziellen Duschköpfe zu Hause haben. Ausduschen ist aufgrund der Unsterilität auch eher abzulehnen.
Sollte die Wunde keine Entzündungszeichen mehr aufweisen. Also weder eine abnorme Rötung, Schwellung, Schmerzen, Erwärmung, könnte eine Wundspüllösung angewendet werden. Es wird gerne Prontosan W empfohlen, weil dies einen antibakteriellen Konservierungsstoff enthält. Die Spülungen sollten grundsätzlich über 28 °C bis max. Körpertemperatur haben, da sonst die Wundheilung für einige Stunden quasi einfriert.
Feuchte Wundversorgung macht aufgrund der Wirkungsentfaltung und Kosten nur Sinn, wenn der Verbandswechselintervall mindestens 48h beträgt. Infizierte Wunden sollten grundsätzlich mindestens einmal täglich verbunden werden.
Zur grundsätzlichen Kombination Medihoney und Aquacell habe ich keine Erfahrungswerte.
Was kommt denn als Abdeckung drauf?

Leider tut sich bis heute überhaupt nichts in Richtung Wundheilung. Die Wunde sieht nach wie vor so aus wie am 22.09. Heute signalisierte mir die behandelnde Krankenschwester, dass angesichts der natürlich auch heute vollkommen unveränderten Situation möglicherweise eine erneute chirurgische Intervention erforderlich sein könnte.
Eine erneute Vorstellung beim Chirugen wäre durchaus sinnvoll.


- Könnten meine arthritisbedingte Immunsuppression (Arava und Enbrel) die Wundheilung stören?
JA!

- Was kann ich evtl. ernährungstechnisch tun?
Eine ausgewogene Ernährung, reich an Zink, Vitamin C und Eiweiß.

- Könnte es wirklich sein, dass die Wunde nochmals chirurgischer Intervention bedarf?
Ja.

Damit Ihr einen Anhaltspunkt habt, schicke ich noch ein Foto vom 22.09. mit. Die Wunde sieht bis heute gleich aus, ist nur fast kreisrund geworden. Auch die Tiefe ist unverändert.
Fotos vermitteln nur einen situativen Eindruck. Es vermittelt eine Vorstellung, dennoch darf es hier nicht als Grundlage für irgendwelche speziellen Versorgungsempfehlungen genommen werden. Man sieht nicht wie tief die Wunde ist, ob sie evtl. einen kleinen Gang gebildet hat. Man kann auf dem Foto auch nichts über die Feuchtigkeit, Geruch und andere wichtige Kriterien erkennen.
Mir fehlt bei solchen Fotos vorallem immer die ganz persönliche Situation des Menschen. ;)


Lieben Gruß und Gute Besserung!
 
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Paddy

AW: Wunde verändert sich nicht

Puhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh,

die Wirkung von medizinischem Honig ist bis heute nicht erwiesen. Bäder oder ausduschen ist nicht mehr aktuell. Die Wunde macht auf dem Foto einen sehr trockenen Eindruck, sie sollte feucht gehalten werden. Unter der voraussetzung, dass die Wunde sauber ist und nicht anfängt zu heilen, würde ich protogran Prisma anwenden. Sehr teuer aber es sollte nach 2-3 Wochen eine sichtbare Wundheilung begonnen haben. Wundspülung würde ich mit angwärmter Wundspüllösung vornehmen, Zellteilung und somit Wundheilung findet erst bei 28 Grad statt.
Ich sehe hier eigentlich keinen Grund eines stationären Aufenthalts.

LG Paddy
 
Monsti

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AW: Wunde verändert sich nicht

Hallo zusammen,

wie Ihr seht, bin ich nach wie vor zu Hause, aber weiterhin unsicher. Das Ding schmerzt ekelhaft. Die mich heute früh behandelnde Schwester meinte, sie an meiner Stellte würde mit dieser Wunde auf jeden Fall ins Krankenhaus gehen, weil sie davon ansgeht, dass da ein hartnäckiger Keim drinsitzt. Da ich darauf absolut keinen Bock habe, wird auf meinen Wunsch hin die Therapie morgen umgestellt: Spülung mit Prontosan und silberhaltige Wundeinlage. Bessert sich über das Wochenende gar nichts bzw. verschlimmert sich weiterhin, gehe ich in doch ins Krankenhaus.

@Paddy: Nur zur Wundversorgung gehe ich sicher nicht ins KH, sondern nur dann, wenn ein erneuter chirurgischer Eingriff erforderlich ist. Wie die dortige Wundversorgung aussieht, weiß ich: 2x täglich warm ausduschen und trocken verbinden. Das bringt aber gar nix. Du hast Recht. Die Wunde ist trocken und inzwischen trotz täglicher Reinigung dick belegt. Den Belag kriegt man kaum runter. Dort, wo er besonders dick ist, hat sich der Wundrand jetzt auch schmerzhaft entzündet. Die NaCl-getränkte Aquacel-Einlage wird am nächsten Tag trocken und knochenhart wieder aus der 100%ig unveränderten Wunde herausgezupft.

Sekundär heilende OP-Wunden (Platzbauch, diverse Portwunden und nach der Rektumamputation) hatte ich schon öfters, doch so wie diese Wunde verhielt sich bisher noch keine. Deshalb wende ich mich an Euch.

Liebe Grüße und gute Nacht

Angie
 
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herbstzeitlose

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AW: Wunde verändert sich nicht

Ich bin sehr unsicher, ob ich dir auf Entfernung zu etwas ratem darf- ohne den Zustand der Wunde zu kennen.
Zu dem, was du und andere hier schreiben, kommen mir folgende Gedanken,-
Beläge?Warum ist der Wundrand entzündet, wenn an sich die Wunde trocken ist?
Macht es Sinn, Aquacell mit Nacl zu tränken?Es zeichnet sich dadurch aus, dass es u. a. 25fach seines Eigengewichtes an Exsudat aufnehmen kann. Und dass durch die Art der Exsudataufnahme, nur vertikale Aufnahme,-Wundrand und Wundumgebung trocken bleiben.Selbst bei einem mäßig aufkommendem Exsudat kann es zur Austrocknung führen!!!Und du schreibst was von trockener Wunde.
Alginate haben ein sehr hohes Aufnahmevermögen, geben unter Druck aber die resorbierte Flüssigkeit wieder ab(Gefahr von Mazeration), ist auch nur für den Einsatz bei mäßig bis stark exsudierenden Wunden,- sollte auch nicht über die Wunde hinaus, weil es sonst wiederum die Haut austrocknet.
Promogran und Primsa werden nur bei sauberen Wunden eingesetzt, oben stand aber was von Belägen usw.Ihre poröse Struktur verleiht ihnen ein hohes Aufnahmevermögen von Wundexsudat, aber du schreibst, die Wunde sei trocken.
Also alles mehr oder weniger Produkte, die deine Wunde noch zusätzlich austrocknen würden.Durch zusätzliches Anfeuchten der oben genannten Produkte frage ich mich, ob es Sinn macht, in einer trockenen Wunde eingesetzt zu werden.
Es gibt zur Zeit eine intelligente Wundauflage, auch als Wundfüller in Tamponadenform. Wenn Exsudat vorhanden, nimmt sie Exsudat auf- wenn die Wunde trocken, gibt sie Feuchtigkeit ab- das Material wird dann pergamentpapierartig,wenn die Abgabe an Feuchtigkeit erschöpft ist- also dann unbedingt wechseln, evtl. dann erst Anfeuchten m. Nacl, um den VW nicht schmerzhaft werden zu lassen.Gibt es mit oder ohne PHMB,- Suprasorb X,- wie alle Wundfüller locker einbringen, nicht stopfen!!!
Prontosan muss mind. 15 Minuten wirken, wenn es optimal wirken soll !!! und über 28 Grad warm sein.
Ist der Wundumgebung mazeriert, Hautschutz!
Und einen Wundabstrich mit Erreger und Resistenzbestimmung würde ich in jedem Fall machen lassen.
Wunddusche zu Hause nur mit speziellem Filtervorsatz, muss vorher genehmigt werden bei der Krankenkasse, kostet sonst als Leihgabe ca. 50 Euro pro Monat!
Übrigens auch wichtig, eine ausgewogene Ernährung, besonders jetzt viel trinken und eine erhöhte Aufnahme an Eiweissprodukten!
Nun kannst du sagen, oh ja, da mach ich auch,- aber dann kommt der nächste und der nächste und der nächste!Speicher für dich all die gutgemeinten Ratschläge und Informationen und besprech dich mit einem Wundberater vor Ort. Es wird nicht nur einen geben, von Selbstbehandlung rate ich dringend erst einmal ab!
Dir alles Liebe und Gute, die Herbstzeitlose
 
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Monsti

Monsti

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AW: Wunde verändert sich nicht

Hallo Herbstzeitlose,

herzlichen Dank für Deine Antwort. Ich werde den gesamten Thread ausdrucken und den Pflegekräften des Sprengels zur Lektüre geben.

Da ich nur dann erneut ins KH gehen werde, wenn nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten eine erneute chirurgische Intervention angezeigt ist, wurde auf meinen Wunsch hin die Therapie umgestellt, jetzt: Silvercel-Einlage und Abeckung mit Tielle Plus (Hydropolymerverband). Dies bleibt nun zwei Tage drauf. Ab Sonntag sehen wir weiter, hoffentlich sind dann wenigstens die dicken gelben und schwer entfernbaren Beläge geringer geworden ...

Gestern abend hatte ich die Wunde mit großer Mühe (per Handspiegel und über 45 min. dauernd) selber versorgt: Reduzierung der Beläge mit sterilen, NaCl-getränkten Kompressen (soweit möglich), mit NaCl getränkte Aquacel-Einlage, Abdeckung mit einer sterilen Kompresse und Mefix (Mefix und etwas ähnliches von 3M sind die einzigen Pflaster, die ich vertrage). Nächste Versorgung durch den Sprengel war heute früh.

Man mag mir von einer Eigenversorgung vielleicht abraten, aber ich hatte 2,5 Jahre lang (2004-2006) meine Port-Pflege sowie das An- und Abhängen der parenteralen Ernährung eigenständig erledigt. Dafür wurde ich angelernt und meine Vorgehensweise vom Hygienebeauftragten des Bezirkskrankenhauses abgesegnet, so dass mir steriles Arbeiten durchaus geläufig ist. Ist ja auch in meinem eigenen Interesse. Zu Port-Infektionen kam es immer nur im Rahmen des Nadelwechsels, aber nie wegen meiner täglichen Routinearbeiten.

Nichtsdestotrotz ist es mir aufgrund der ungünstigen Wundposition natürlich wesentlich lieber, wenn die Versorgung durch diplomierte Pflegekräfte erfolgt, die sich auch mit den möglichen Therapien viel besser auskennen als ich. Wie gesagt: Ich hatte schon öfters sekundär heilende OP-Wunden, aber eine, die sich derart stur verhält, hatte ich noch nie. :mad_2:

Liebe Grüße an Dich und die anderen

Angie

Heute sah die Wunde so aus:



Sie ist zwar nicht kleiner geworden, aber schaut insgesamt besser aus *denk* Sie ist übrigens noch 1,8 cm tief (ursprünglich 2 cm)
 
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herbstzeitlose

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AW: Wunde verändert sich nicht

Hallo Monsti,-
ich freu mich, dass du dich dazu entschieden hast- und nicht alleine rumdokterst ;-) Unsere wohlgemeinten Tipps können nur ein Denkanstoss für dich und deinen fachlich kompetenten Behandler vor Ort sein.
Lass doch einfach wieder von dir hören/lesen- mich würde interessieren, wie es in deinem Falle weitergeht.
Alles Liebe und Gute für dich, herzlichst die Herbstzeitlose
 
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herbstzeitlose

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AW: Wunde verändert sich nicht

Liebe Monsti,-
auch zur Anwendung Silvercell und Schaumverband liesse sich nun einiges sagen.
Du verstehst unter Eigenversorgung etwas anderes als ich mit Selbsttherapie.
Sicherlich bist du gut angeleitet worden, einen Verband zu wechseln, aber die Auswahl der Produkte, die für deinen Dekubitus notwendig sind, solltest du einem Fachmann/frau überlassen.
Silvercel setzt man ein bei infizierten Wunden. und silvercel enthält eine Stoff, um mehr Feuchtigkeit zu binden.Hydrokolloide und Hydropolymerverbände darf man wiederum nicht für infizierte Wunden nehmen, da wählt man eine andere Abdeckung.Und Schaumverbände haben u. a. den Vorteil, dass sie vermehrtes Exsudat aufnehmen. Und du sagst, die Wunde wäre an sich trocken.
Merkst du, was ich dir sagen will?
Es gibt so viele Faktoren, die man bei der Auswahl der richtigen Wundauflage und Wundfüller bedenken muss, da kann man als Laie schon mal den Überblick verlieren.
Begib dich mit wachem Auge in die Hände eines Fachmannes/Fachfrau!Und nimm demjenigen nicht von vornherein die Möglichkeit einer Therapie aus der Hand ;-)
Liebe Grüße die Herbstzeitlose
 
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AW: Wunde verändert sich nicht

Kann meiner Vorrednerin nur zustimmen. Laß mal wieder von dir hören. Zur Wunde kann ich dir nicht so viel raten, bin Dauernacht und habe daher nur mit sogenannten kleinen Unfallwunden zu tun. Bei uns im Haus wird mit Suprasorb gearbeitet. Und im großen und ganzen gute Erfahrungen gemacht. Kommt ja doch immer auf die Wunde drauf an, und was gut anschlägt. Bei dem einen reichen einfachste Sachen wie Leukasekegel oder einfachste Wundbefeuchter und bei manchen nur ganz spezielle Sachen, wo man halt lange probieren muß. Aber Wundabstrich würde ich trotzdem mal machen lassen.
 
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AW: Wunde verändert sich nicht

Hallo, Ihr Lieben,

zunächst herzlichen Dank für Eure wertvollen Ratschläge und Infos! Ihr seid klasse!

Einschätzung der mich therapierenden Schwestern (es sind 4 im wechselnden Dienst):
- Die Wunde ist meist zu trocken (mitunter saftelt sie aber auch sehr stark, es geht rauf und runter).
- Die Wunde scheint infiziert zu sein.
- Die Wunde ist innen und randlich sehr stark gelb belegt.
- Die Wundränder sind im Bereich der Beläge gerötet und geschwollen.
- Die Wunde hat sich seit dem 21.09. nicht verändert.

Was ich - dank Euren Infos - zunächst als dringlich ansehen würde, wäre ein Abstrich, um eine eventuelle Keimbesiedlung festzustellen. Macht sowas auch der Hausarzt? Falls ja, gehe ich gleich am Montag hin.

Bitte sagt mir, wenn ich Euch auf den Keks gehe, aber ich bin Euch für Eure Informationen unendlich dankbar. Ich möchte mit der Hilfe des Sprengels und Euch unbedingt einen erneuten chirurgischen Eingriff verhindern. Nach unzähligen OPs und z.T. ewig langen Krankenhausaufenthalten habe ich mittlerweile eine mächtige Aversion gegen stationäre Aufenthalte entwickelt. Sicher versteht Ihr das.

Liebe Grüße
Angie
 
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Paddy

AW: Wunde verändert sich nicht

Hallo,

ich denke nicht, dass Du jemanden auf den Keks gehst! Nun zu Deiner Frage, der Hausarzt macht die Abstriche. D.h. dass in der Regel die Schwester den Abstrich macht und zum Hausarzt bringt. Der Wundverband der zurzeit durchgeführt wird erscheint, von weitem aus betrachtet, sinnvoll. Eine ideale Lösung wäre eine Vacuumversiegelung. Diese ist aber ambulant schwer bei der Kasse durchzusetzten und es ist amb. schwierig, dass Vacuum zu erhalten. Hier wird unter stetigem Sog das Sekret abgesaugt. Die Wunde ist somit immer sauber. U.u. ist dies allerdings auch sehr schmerzhaft. Wie gesagt, aus ferne, halte ich den Verband mit Silber etc. auch für sinnvoll.

LG Paddy (Wundexperte ICW e.V.)
 
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Paddy

AW: Wunde verändert sich nicht

P.S.

Sag doch bitte mal dem Personal, dass sie bitte die Fotos immer bei gleichem Licht, in der gleichen Perspektive und im gleichen Abstand durchführen sollen. Es sieht ebenfalls so aus, als wären die Fotos nach der Wundreinigung gemacht, sinnvoll wäre vorher.
 
Monsti

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AW: Wunde verändert sich nicht

Hallo Paddy,

hast Recht, man machte die Fotos immer nach der Reinigung. Ich selbst hatte am Abend des 30. Septembers vor der Selbsversorgung ein Foto davon gemacht. Hier ist die Wunde ungereinigt. Mir fallen da vor allem die Beläge auf. Wo der gelbe Belag besonders dick ist (unterer Bildrand), schmerzt es auch recht unangenehm. Helfen diese beiden Fotos irgendwie weiter?

Liebe Grüße
Angie
 

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Paddy

AW: Wunde verändert sich nicht

Die Beläge/Sekret geht bei der Wundreinigung sofort ab?
 
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AW: Wunde verändert sich nicht

P.S.

Sag doch bitte mal dem Personal, dass sie bitte die Fotos immer bei gleichem Licht, in der gleichen Perspektive und im gleichen Abstand durchführen sollen. Es sieht ebenfalls so aus, als wären die Fotos nach der Wundreinigung gemacht, sinnvoll wäre vorher.
Also nach aktuellem Stand sollte immer nach der Reinigung fotografiert werden. Dadurch werden stets gleiche Voraussetzungen für die Fotodokumentation geschaffen.
Nekrosen, Zelltrümmer usw. verfälschen das Erscheinungsbild der Wunde (Nachzulesen 100 Fragen zur Wundbehandlung, S. Danzer, B. Assenheimer)
 
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Leider z.T. nur schwer.
 
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AW: Wunde verändert sich nicht

Ooops, Ihr seid ja flott! Meine letzte Antwort war für Paddy gedacht ...

Jetzt geh' ich schlafen.

Gute Nacht und liebe Grüße
Angie
 
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