Wundbehandlung

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Bethke Axel

Bethke Axel

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27.02.2002
24118
Hallo KollegInnen!
Wie geht Ihr bei euch in der Ambulanz mit dem Thema chronische Wunden um?
Bei uns werden alle Konsile aus der internistischen Abteilung durchgeführt, natürlich auch Wunden.
Dadurch das wir nur einen Notfallambulanz haben und eigentlich nur Erstbehandlungen in der Ambulanz durchführen, betreuen wir chronische Wunden nur in dem Zeitraum in dem Patienten stationär sind. Somit fehlt uns die Erfahrung ob neue Verbandmittel wirklich so toll sind und wie sie sich unterscheiden.
Wir setzen trotzdem seit ca. 1 Jahr Verbandmittel für die feuchte Wundbehandlung ein.
Wie geht ihr mit dem Problem der Erfahrungsbildung um.
Wir wollten eine Diabetischer-Fuß-Ambulanz mit den niedergelassenen Ärzten aufbauen, daß ist leider an der Ignoranz der Krankenkassen aber noch in einem größeren Umfang an der Ignoranz der Kassenärztlichen Vereinigung gescheitert. Das Problem ist wie immer das Geld. Und die Kassenärztliche Vereinigung ist in dieser Hinsicht so nützlich wie ein Kropf.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie geht ihr mit dem Problem chronische Wunden um?

Gruß Axel :confused:
 
Qualifikation
Ltd. Krankenpfleger
Fachgebiet
Chirurgische Ambulanz/ Internistische Aufnahmestation
H

heiner

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25.01.2002
69121
Hallo Axel,
also am besten ist es ja,daß die Wunden erst garnicht chronisch werden.Sollte es dann doch so sein,so würde ich an Deiner Stelle die Industrie zB Smith und Nephew,Hartmann etc.fragen,wie die mit chron.Wunden umgehen.Erstgenannte gibt sich immer viel Mühe und die Artikel sind bestens geeignet.
Naja,diabetische Fußambulanz wäre eine gute Sache,scheitert jedoch an einigen Interessengruppen.Leider ist das hier so.
Heiner :eek: :eek:
 
Qualifikation
ex.Krankenpfleger
Fachgebiet
ambul.Pflege
Bethke Axel

Bethke Axel

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27.02.2002
24118
Hallo Heiner!
Natürlich weiß ich das es Interessengruppen gibt, die vieles verhindern.
Aber was tust du bei euch? Und was sind deine Erfahrungen im Bereich chronische Wunden. Die Industrie erzählt viel und jeder Aussendienstler preist sein Produkt als das beste an. Wie haltet ihr es mit der Wunddokumentation?

Gruß

Axel :confused:
 
Qualifikation
Ltd. Krankenpfleger
Fachgebiet
Chirurgische Ambulanz/ Internistische Aufnahmestation
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marmay123

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25.04.2002
81675
Qualifikation
Krankenpfleger und Lehrer für Pflegeberufe
Fachgebiet
Krankenpflegeschule
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Foxman

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13.09.2004
Hi Jungs,
also wir lassen unsere chronischen Wunden, die im übrigen (als Anmerkung zu einer Antwort) durch verschiedene Faktoren chronisch werden können, ohne das man da eingreifen kann, von unserem Wundfachpfleger versorgen und auch begutachten.

Natürlich muß man eines beachten: Es dürfen nur Verbandsmaterialien EINES Herstellers verwendet werden, da die Hersteller an sich keinerlei Verantwortung für Interaktionen übernehmen und wir damit mal wieder den schwarzen Peter haben.

Wir haben einen Ablauf für chronische und septische Wunden. Es kümmert sich nur eine Pflegekraft pro Schicht darum, um vor allem hygienische Verhältnisse zu wahren. Letztenendes muß der Arzt sagen, was er will, aber man kann ja durchaus auch auf richtige Maßnahmen hinweisen. Es gibt halt immer noch zu viele Doc´s Marke "Hauptverbandplatz".
Die stationären Patienten werden von Station bestellt und im septischen Raum bzw. OP versorgt, die ambulanten Patienten bekommen Termine, an die sie sich halten müssen. Für die Wunddokumentation nutzen wir a) vorgefertigte Formulare der Fa. Hartmann und b) unsere Digitalkamera.

Die Behandlung von diabetischen Füßen ist meines Wissens nach speziell ausgebildeten Fußfetischisten ...äh...nein...höhö....Fußpflegern/-innen vorbehalten und darf rein pediküremäßig nicht von uns durchgeführt werden. Ansonsten, was Gangräne usw. angeht, ist das ein rein chirurgisches Fachgebiet und kann / darf nur von Chirurgen bzw. Pflegepersonal durchgeführt werden.

Grüße
Jörg
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Interdisziplinäre Notfallambulanz
M

msoltau

Hallo @ all,
ich leite bei uns im Krankenhaus das Wundmanagement.
Die Stationen informieren mich über Patienten mit chronischen Wunden, und ich spreche mit dem zuständigen Stationsarzt die Therapie ab. Bei uns im Haus werden drei große Firmen geführt deren namen ich nicht unbedingt nennen will. Ich bekomme nämlich kein Geld von denen für die Werbung.
Mann sollte sich aber alle Firmen mal einladen und dann die für sich besten Produkte raussuchen.
Sorry war abgeschweift.
So wenn der Wundverband dann steht, macht die Station die Wechsel, sind natürliuch geschult worden. Wenn es Probleme gibt bin ich jederzeit für die Stationen ansprechbereit.
Einen Wunddokumentationsbogen haben wir auch. Ich habe mir aus allen Vorhandenen von diversen Firmen das beste rausgesucht und selber entworfen.
Dann haben wir noch dreimal in der Woche ambulante Sprechstunde, wo wir von niedergelassenen Ärzten PAtiente überwiesen bekommen.
So viel Spaß noch allen
Gruß Maja
 
Bethke Axel

Bethke Axel

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27.02.2002
24118
Hallo Maja!
Wir sind mit der Einführung der Wundschwester noch etwas zurück und ich würde sie bei uns im Haus gerne einführen. Mir fehlt gegenüber der Verwaltung und der PDL aber noch ein bischen Info und Überzeugungsmaterial.
Kannst du mir da vielleicht helfen?
Gibt es für deine Stelle eine Stellenbeschreibung?
Gruß
Axel
 
Qualifikation
Ltd. Krankenpfleger
Fachgebiet
Chirurgische Ambulanz/ Internistische Aufnahmestation
M

msoltau

Hallo Axel,
leider gibt es keine Stellenbeschreibung.
Bei uns hat sich eine Firma mit eingeklinkt und hat diese Stelle erstmal gesponsert. Mitlerweile stehen wir auf eigenen Beinen.
Man könnte die PDL damit überzeugen, das ja Das Wundmanagement die Stationen unterstützt und somit mehr Luft auf Station ist. Außerdem hatman dann ein einheitliches Schema was man verfolgt und nicht Stationsabhängiges herumdocktorn an den Wunden. Das hat bei uns relativ gut gefruchtet. So konnte man die Stationen auch davon überzeugen, das ich denen ja nichts wergnehme sondern sie nur unterstütze.
In welchem HAus arbeitest du denn? Man könnte die PDL ja mal fragen, ob ihr euch das bei uns mal anschauen könnt.
Gruß Maja
 
F

Foxman

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13.09.2004
Hallo,
stimmt absolut, was Maja da schreibt. Einheitliches Vorgehen erleichtert alles ungemein. Ist aber ein harter Weg dahin....bis wir unsere Docs mal vom Rivanol weghatten.....Beta wird dagegen auch von unserem Wundfachpfleger akzeptiert.

Womit wir Schwierigkeiten hätten, ist ein externes Stellensponsoring, weil man dadurch quasi auf eine Produktschiene gedrückt wird. Ist aber wohl im Sinne des Patienten besser als gar nichts.

Problematisch wird es in der Regel poststationär, weil die Hausärzte meist aus Kostengründen auf insuffiziente Mittel zurückgreifen müssen.

Obwohl es mich immer noch schaudert, hier noch eine kleine Story aus einem Haus, in dem ich für eine kurze Weile arbeitete.....eine Patientin mit venöser Insuffizienz und daraus resultierenden chronischen Ulcera an beiden Beinen wurde von uns auf meinen Vorschlag hin mit Feuchtverbänden und Lavasept behandelt, worauf sich gut granulierendes Gewebe bildete. Als ich dann in Urlaub war und der Chefarzt sich einmischte , dachte ich , als ich wiederkam, mich tritt ein Pferd. Hat der Komiker der Patientin doch tatsächlich Zucker auf die Wunden streuen lassen. Es ist mir durchaus bekannt, das dies früher einmal ein probates Mittel war, aber das war frischer Pferdemist ja auch. Nicht nur, das das neue Gewebe weggeschmurgelt war, nein, die Patientin durfte auch noch jeden Tag Höllenqualen erleiden. Ich empfehle jedem mal, auf eine kleine Wunde bei sich selbst Zucker draufzustreuen.........:eek:

Die Dummheit stirbt zuletzt, denke ich mal. So wird halt aus Unkenntnis und Kostengründen das Mittelalter reaktiviert. Wohl dem, der fortschrittliche Methoden ausprobieren darf, ohne aber das Alte zu vergessen. Solche Horrorstories kennt wohl jeder von uns, oder? :)

Grüße
Jörg Fuchs

by the way.....sobald unser Wundfachmensch wieder aus dem Urlaub zurück ist, geb ich Euch mal seine mailaddy, damit ihr ihn selbst fragen könnt, ist echt ein kompetenter und netter Bursche
 
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Krankenpfleger
Fachgebiet
Interdisziplinäre Notfallambulanz
Manegger

Manegger

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Hallo zusammen,
ich möchte hier gerne ein paar klärende Worte sprechen.
Wundbehandlung ist natürlich noch immer(leider) in vielen Häusern ein ungeliebtes Kind.
In der Ambulanz und im Krankenhaus gibt es aber Wege und Möglichkeiten aus der Misere.
Z.B. kann dieser Zuckerstreuende Chefarzt ganz gewaltig Ärger bekommen, wenn man seine Machenschafften der Krankenkasse, der Ärztekamer und der Kassenärztlichen Vereinigung meldet.
Hintergrund ist die gesetzliche Verpflichtung eines Arztes (und jeder Pflegekraft) nach neuesten Stand des derzeitigen Wissens eine Wunde zu behandeln. Krankenkassen können und werden bei zuwiderhandlungen den MDK einschalten und ggf Regressansprüche wegen einer verzögerten nicht adäquaten Behandlung stellen, die Ärztekanmmer wird sich solch ein schwarzes Schaf auch nicht länger halten wollen und was die KV macht? ...kann bis zur Lizensentziehung (oder sowas ähnlichem )kommen.
Dies alles sind Punkte, die beim 3.Pflegerechtsymposium in Köln am 29.10.2004 Thema waren.
Ich verweise auch darauf, dass Pflegende eine Remonstrationspflicht haben, also keinerlei Anordnungen durchführen, die dem Patienten Schaden zufügen und entgegen des neusten Stande des Wissens ist. Man hat auf jeden Fall die Pflicht dem Arzt dies zu schildern, einschließlich möglicher Konsequenzen.
Im Kranbkenhaus kann man dies auch über die PDL und dem ärztlichen Leiter zum Wohle unserer Patienten abwickeln.
Gruß
Klaus
 
Qualifikation
Dipl.Pflegewirt
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Teammitglied
05.07.2001
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