Arbeitsrecht Wochenend-Dienste -wie kurzfristig darf die Planung sein?

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virago

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Hallo zusammen,

ich habe eine Frage bezüglich Wochenend-Diensten; genauer gesagt bezieht sich meine Frage darauf ob ich ein Recht darauf habe frühzeitig zu erfahren welchen Dienst ich an einem geplanten Dienst-Wochenende zu verrichten habe.

Zu den Rahmen-Infos: Ich arbeite in einem KH in dem ein Teil der Mitarbeiter nach TVÖD und ein Teil nach AVR beschäftigt ist.
Meines Wissens hat man einen Anspruch darauf dass ein fristgerechter Dienstplan erstellt wird und dieser dann nach Genehmigung verbindlich ist; Änderungen sind nur in beiderseitigem Einverständnis möglich. Diese Vorgabe wird in meiner Abteilung auch grundsätzlich erfüllt -bis auf einen "Pferdefuss": das Wochenende.
Von MO bis FR steht im Dienstplan Früh-, Spät-, Zwischen- oder Nachtdienst fest, nur an den Dienst-WE´s steht da einfach nur "Dienst" (Ausnahme: Nachtdienst, der ist fest eingeplant). Die "Tag-Mitarbeiter" sprechen sich dann untereinander ab wer welchen Dienst macht; die Vorgabe ist dabei: 2 im Frühdinst (6-14:12), 1 im Zwischendienst (10-18:15) und 2 im Spätdienst (13:45-22).
Leider gibt es in der Abteilung in den letzten Monaten vermehrt Krankmeldungen und es wird von den verbliebenen Mitarbeitern erwartet, dass sie diese Ausfälle kompensieren wenn kein Ersatz zu organisieren ist -dieser "Ersatz" ist immer seltener gegeben. Mit anderen Worten: manchmal weiß ich am FR noch nicht, wie ich denn am SA und/oder SO zu arbeiten habe. An Wochentagen kann ich mich ja auf den Dienstplan berufen, aber wie sieht es aus wenn das WE einfach nur mit "Dienst" geplant bin?
Muß ich mich da bedingungslos allem unterwerfen was die Stationsleitung/PDL für angebracht hält? Oder habe ich auch für meine Dienst-WE´s ein Anrecht auf eine verbindlichere Vorplanung?

Grundsätzlich geht es mir nicht darum dass ich an meinen Dienst-WE´s einen bestimmten Dienst machen oder nicht machen möchte -im Gegenteil, ich habe durchaus Verständnis dafür dass man auch mal flexibel sein muss. Das bin ich auch durchaus, nur wird es mittlerweile zur Gewohnheit dass man bis zuletzt nicht genau weiß, wie man den nun arbeiten soll/muß. Und da ich auch sowas wie ein Privatleben führe, würde ich gerne dagegen angehen.
Zumindest eine Woche vorher wüsste ich schon gerne wie ich an meinem Dienst-WE arbeiten soll.
Gibt es dafür auch eine gesetzliche Regelung? Oder wird diese dadurch ausgehebelt, dass da einfach nur "Dienst" steht?

LG & vielen Dank vorab, virago
 
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bowielein

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AW: Wochenend-Dienste -wie kurzfristig darf die Planung sein?

Gibt es einen MAV oder Betriebsrat?
Einfach mal anregen, daß der Dienstplan zukünftig den genauen WE-dienst nennen soll.
Ansonsten wären 4 Tage vorher das Minium, wo die Dienste stehen sollten, also am Mittwoch. Wenn nicht, sei ein Spielverderber, und sage du kannst nur noch so arbeiten, wie es dir grad passt. Sprich du suchst dir deinen Wunschdienst aus und trägst den so ein.
 
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thorstein

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AW: Wochenend-Dienste -wie kurzfristig darf die Planung sein?

In einem gut funktionierendem Team könnte so eine Regelung ja auch Vorteile haben. Du solltest daher zunächst klären, wie es zu dieser Regelung gekommen ist. Auf jeden Fall geht das nicht ohne Zustimmung des Betriebsrats. Möglicherweise gibt es dazu eine Dienstvereinbarung auf Wunsch der Mitarbeiter?
Arbeitsrechtlich scheint mir diese Regelung aber nicht haltbar zu sein, aus den von dir schon genannten Gründen. Mir ist auch nicht klar, wie die PDL die Verorgungssicherheit herstellt, wenn sie gar nicht weiss, wer wann wie arbeitet.
"Normal" wäre, dass man die Dienste festlegt, es aber den Mitarbeitern frei steht, zu tauschen.
 
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leaving-the-moon

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AW: Wochenend-Dienste -wie kurzfristig darf die Planung sein?

Diese Regelungen kenne ich auch und sie führten über Jahre immer wieder zu Diskussionen und vertaner Zeit, weil man die gerade nicht anwesenden Kollegen noch am Telefon erreichen musste um das Wochenende abzudecken. Schlussendlich gab es in einer Teamsitzung den Konsens, dass die Wochenenden und auch die Feiertage vorgeplant werden und es dann jedem frei steht sich einen Tauschpartner zu suchen. Dabei wurden die Dienstwochenenden immer abwechselnd F/S und S/F geplant. Das hat den Stress rausgenommen dass Freitagmittag immer noch diskutiert und gefeilscht wird und die MA können trotzdem in Eigenregie ihre Wochenenden planen und jeder weiß, dass er genauso arbeitet wie es im DP steht, wenn er nicht gefragt wird und tauscht.

Für ein Modell mit Zwischendiensten muss dann eben entsprechend anders geplant werden. So würde dann eines von z.B. 5 Dienstwochenenden mit Zwischendienst vorgeplant z.B. sowas kann man im Urlaubsplaner auch schon eintragen - da können auch langfristige Tauschwünsche schon angedacht werden.
 
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SchwesterWolfgang

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AW: Wochenend-Dienste -wie kurzfristig darf die Planung sein?

. . . eine direkte gesetzliche Grundlage, die solche Dienstplangestaltung verbietet, gibt es nicht. Man könnte die 4-Tage-Ankündigungsfrist für Arbeit auf Abruf nach dem § 12 des TZBefrG zur Grundlage nehmen, denn dort steht im Satz (2): "Der Arbeitnehmer ist nur zur Arbeitsleistung verpflichtet, wenn der Arbeitgeber ihm die Lage seiner Arbeitszeit jeweils mindestens vier Tage im Voraus mitteilt." Daraus ergibt sich eigentlich bei richtiger Lesart zweierlei: erstens die 4-Tage-Frist und zweitens, dass der Arbeitgeber (bzw. seine "Erfüllungsgehilfen" wie PDL, STL oder WBL) verpflichtet ist, dieses mitzuteilen . . .
 
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