Wo bleibt die Menschlichkeit????

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TheEssener

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[FONT=Arial, sans-serif]Durch das Programm „Job-Perspektive“ können Arbeitgeber einen Zuschuss von bis zu 75 % für zunächst 24 Monate bekommen, wenn diese eine langzeitarbeitslose Person einstellen. Auch eine 100 % Förderung ist in Ausnahmefällen möglich, es muss sich da allerdings um einen gemeinnützigen Arbeitgeber handeln, die zu verrichtenden Arbeiten müssen zusätzlich sein. Ferner muss eine [/FONT][FONT=Arial, sans-serif]Absichtserklärung[/FONT][FONT=Arial, sans-serif] vorliegen (bei 100 %), die zu fördernde Person nach diesen 2 Jahren einzustellen. [/FONT]

[FONT=Arial, sans-serif]Erstmalig kam ich, aus dem Büro-/Verwaltungsbereich kommend, im Sommer 2008 für die Job-Perspektive in Frage. Man machte mir 2-3 Angebote, wo sich allerdings nichts ergab. Von Januar bis November 2009 absolvierte ich daher eine erneute Gemeinwohlarbeit bei der NEUEN ARBEIT der Diakonie Essen. Eingesetzt wurde ich in einem kaufmännischen Praxistraining bei einem Kooperationspartner. Ich äußerte gegenüber meiner Fachkraft Bedenken, da dort jemand aus meinem Bekanntenkreis als Ausbilder arbeitet, und das ich dort für die Zeit nach der Gemeinwohlarbeit keine Chance auf eine Stelle in der Job-Perspektive habe. Doch man ließ mir keine andere Wahl. Der Frust, auch über die Sache mit dem Altenheim zog sich durch nahezu die gesamte Maßnahme. In dem Altenheim, in dem ich rund 16 Monate bis Frühjahr 2008 im Rahmen von Gemeinwohlarbeit beschäftigt war, danach oft zu Besuch und auch ehrenamtlich arbeitete, hatte ich versucht ob sich etwas im Rahmen der Job-Perspektive machen lässt (ohne Wissen einer möglichen 100 % Förderung!). Vergeblich! [/FONT]

[FONT=Arial, sans-serif]Seit Anfang November 2009 komme ich wieder für die Job-Perspektive in Frage. Ende März 2010 erhielt ich eine Einladung zu einer Infoveranstaltung für eine zusätzliche Maßnahme „Flankierung Job-Perspektive bei der NEUEN ARBEIT. Zweimal monatlich muss ich im Durchschnitt dort hin. Obwohl ich wusste dass dies nichts bringt, habe ich [/FONT][FONT=Arial, sans-serif]aus Angst vor Sanktionen zugesagt.[/FONT][FONT=Arial, sans-serif] Es erfolgten rund 30 initiative Bewerbungen per Mail, zwei davon für den Bürobereich, der Rest als Betreuungshilfskraft in Altenheimen/Seniorenzentren. Man teilte mir bei der NEUEN ARBEIT mit, dass man dort eher Leute nimmt, die man kennt, z.B. aus der Gemeinwohlarbeit oder Ehrenamtliche. [/FONT][FONT=Arial, sans-serif]Seitdem frage ich mich, warum man mich im letzten Jahr dort eingesetzt habe, wo ich keine Chance habe das man mich kennen lernt um vielleicht später dort eine Stelle mit dem Zuschuss zu bekommen?[/FONT]

[FONT=Arial, sans-serif]Erschwerend [/FONT][FONT=Arial, sans-serif]kommt für mich noch die Situation einer im Haushalt lebenden hilfebedürftigen Familienangehörigen, deren Pflegestufe abgelehnt wurde. Mir ist es kaum möglich, mal unbeschwert irgendwo hinzufahren und einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Vor kurzem musste ich mal weg. Als ich wiederkam lag sie fast eine Stunde auf dem Balkon, war hingefallen. Ich ließ einen Rettungsdienst kommen. Eine Situation, die an die Nerven geht. Der Druck ist enorm, je länger ich arbeitslos bleibe riskiere ich es, im Todesfalle oder bei einer möglichen Heimunterbringung die Wohnung und mein soziales Umfeld zu verlieren, weil ich dann wegen zu hoher Kosten hier raus muss. Ich habe dem Job-Center mitgeteilt, dass ich nicht in Vollzeit arbeiten kann. Man teilte mir freundlich mit, dass eine Teilzeitstelle nicht gefördert werden kann, wenn keine Pflegestufe vorliegt.[/FONT]

[FONT=Arial, sans-serif]Der Kirchenkreis Essen[/FONT][FONT=Arial, sans-serif] und mehrere Gemeinden sind Träger der Neuen Arbeit. Vor Monaten kontaktierte ich den KK Essen und bekam als Antwort, dass mein Schreiben zur Klärung weiterer Detailfragen an die Neue Arbeit weitergeleitet wurde. Da keine weitere Reaktion kam, teilte mir der zuständige Assessor nach wiederholter Nachfrage nur ganz einfach und billig mit, dass eine Beschäftigung im Projekt Stadtteilservice (wo ich mich dann auch um die Person kümmern könnte) nicht möglich sei. Doch so lasse ich mich nicht unterkriegen! [/FONT][FONT=Arial, sans-serif] [/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif][/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]Die Hoffnung einen Arbeitgeber zu finden, der die Sache mit der hilfebedürftigen Familienangehörigen als einen Akt der Menschlichkeit sieht (was die Kirche nicht tut), diese Hoffnung habe ich noch nicht aufgegeben. Vielleicht ist es ja ein Arbeitgeber, der einen ziemlich dicken Hals auf den Staat hat, z.B. weil er zu viel Steuern zahlt und Lust hat, denen mal eins reinzuwürgen.[/FONT]

[FONT=Arial, sans-serif]Ebenso erhoffe ich mir, bald eine Antwort auf die Frage zu finden, warum es offenbar nicht möglich ist, die Person in der Jobperspektive zu betreuen? Im Rahmen einer 100 % Förderung aus meiner Sicht schon machbar, es müsse sich nur ein gemeinnütziger Träger, z.B. die NEUE ARBEIT, finden! Doch hier stellt man sich quer, ich bleibe aber dabei: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!!![/FONT]
 
Qualifikation
Seniorenbetreuung
Fachgebiet
Keiner
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