Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

R

Rundumsorglospaket

Aktives Mitglied
Basis-Konto
4
88131
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo GRP,

kann deinem Beitrag voll zustimmen.
Trifft den Nagel auf den Kopf.

Das mit verdi hab ich so noch nich gehört, ausser einzelen Stimmen.
Neue Probleme schaffen?
Na klar für die Ärzte!
Die sehen ihre Allmacht gefährdet!
GRP und renje: Ihr sprecht mir aus der Seele.
 
Qualifikation
ex. KS, FKS A+I, Diplom. GuKP, RbP, Studentin
Fachgebiet
freiberuflich, Bayern, Studentin Pflegepädagogik staatliche Hochschule Ba-Wü
Weiterbildungen
Studentin Pflegepädagogik , Gründungsmitglied Bundesverband freiberuflicher Pflegefachkräfte e.V.
K

Kangaroo

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
47799
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo zusammen.......
"Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere" - und doch gibt es einige, die es ändern wollen und tasächlich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten tun.


Ich habe selber 16 Jahre mit jammern und klagen....und auch teilweise mit "Nichtstun" verbracht, bis mich der Burn out dahingerafft hat.
Nachdem ich diesen Zustand ein wenig überwunden hatte, kam die glückliche Fügung das mir ein neuer Beruf angetragen wurde - Personaldisponent bei einem Personaldienstleister, der den Pflegebereich neu aufbauen möchte. (Ja, auch wir wollen ein Stückchen vom Kuchen abhaben !!!)
Warum ich nun hier poste, ist ganz einfach........

ICH habe jetzt die Möglichkeit Mitarbeiter vernünftig einzuplanen, gerecht zu entlohnen und ihren Fähigkeiten entsprechend einzusetzen, Probleme wirklich wahr zunehmen und aktiv daran zu arbeiten und somit einen MOTIVIERTEN Mitarbeiter bei mir zu haben, der bei unseren Kunden eine gute bis sehr gute Leistung erbringt, sofern man Ihn/Sie läßt. Ich verändere nichts im Großen, jedoch auch kleine Erfolge sind und bleiben für mich Erfolge.
Desweiteren bin ich auch für den "Vertrieb" zuständig und habe somit auch mit der Personalführungsebene zutun und kann Euch nur eins sagen: Es ist definitiv möglich einiges zu erreichen - die Entscheider der großen bis mittleren Häuser bzw. Verbände(AG) haben Luft nach oben.....sonst könnte ich für meine Mitarbeiter nicht solch exorbitant guten Arbeitsbedingungen aushandeln.

Ich persönlich kann nur sagen, ich bereue meinen Schritt nicht und versuche sowohl für das Unternehmen, welches ich arbeite, als auch für meine Mitarbeiter das Meiste heraus zu holen, ohne das ich das "Dreiecksverhältnis" Personaldienstleister - Mitarbeiter - Kunde auch nur annähernd belaste.

Gruß an alle
Stefan Kawaters

P.S.: An alle auf Station/Wohnbereich/im amb. Dienst : Wenn ein Personaldienstleister angerufen wird, dann ist es meistens soweit, das "die Hütte brennt" - die Mitarbeiter, die dann auftauchen, verstehen sich als Feuerwehr und wollen im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen - unterstützt diese Menschen ein wenig und ganz schnell wird sich eine Art "Reissverschluß" entwickeln und alle haben dadurch Erleichterung bei der Arbeit......macht Ihr das Gegenteil und versucht Ihr diese Leute zu demotivieren (wo ich sehr heftig eingreife und interveniere - zur Not sogar soweit, das ich diesen Kunden nicht mehr unterstütze), dann machte ihr EUCH das Leben nur zusätzlich schwer.............

MfG
Stefan Kawaters
 
Qualifikation
Personaldienstleister
Fachgebiet
Pflegeberufe
G

GPP

AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo Stefan,

Du hast vollkommen recht mit der These, dass es sich lohnt aus seinem angestammten Bereich herauszugehen, wenn man dort nichts verändern kann. Das ist beispielhaft für Menschen, die demotiviert (burnout?...) sind und ich frage mich was dies in der Veränderung des Status unseres Berufsbildes zu tun hat.
Die Menschen, die ich kenne, die sich als Leiharbeitnehmer betätigten, tuen dies aus Geldgründen (Dazuverdiener), aus purer Not (finde nichts anderes) und selten aus dem Grund sich umzuschauen (drum prüfe wer sich bindet) oder das Berufsbild / Ansehen der Pflege zu verbessern.
Das hat, vielleicht liege ich da falsch, wenig mit einer Imageverbesserung der Pflege zu tun und degradiert uns in den Augen vieler zu Tagelöhnern auch wenn die es besser wissen müssten.
Wir gehen diese Wege durchaus gemeinsam mit anderen Berufsgruppen. Nur wenn die Zukunft meines Berufes so aussieht, dass es nur noch wenige Stammitarbeiterinnen mit Festvertrag gibt, die mit wechselnden Leiharbeitnerhmerinnen arbeiten dürfen, so glaube ich nicht, dass das meinen Qualitätsansprüchen oder denen meiner Kunden gerecht wird.

Gerhard
 
R

Rundumsorglospaket

Aktives Mitglied
Basis-Konto
4
88131
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo Zusammen,

ich als Freiberufler bin selbständig und z.B. kein Leiharbeiter. Ich trage das volle unternehmerische Risiko. Auch aufgrund dieser Tatsache muss ich eine qualitativ hohe Dienstleistung anbieten und nicht nur das, sondern dies auch in der Praxis tagtäglich präsentieren. Transparenz ist mir sehr wichtig in der Zusammenarbeit mit meinen Auftraggebern und natürlich auch gegenüber denen, die bei meinem Auftraggeber festangestellt arbeiten. Ich bin unterstützend tätig.
Ich bin selbständig geworden, weil mir die Wertschätzung in einer Festanstellung oft fehlte und ich mich nicht mehr zu eng mit den Sorgen und Nöten von Kliniken bis ins Detail beschäftigen möchte. Erst durch diese freiberufliche Tätigkeit kann ich wieder von einer Berufung sprechen. Jobs in Festanstellung und verantwortungsvollen Positionen und Aussichten bekomme ich oft angeboten.
Die Sicherheit in einer Festanstellung kann mich nicht locken. Da krebse ich lieber auf dem Zahnfleisch herum, als mich tagtäglich anpflaumen zu lassen.
Daher Pro für die Zertifizierung. Eine Zertifizierung kann schon Einiges verbessern.
 
Qualifikation
ex. KS, FKS A+I, Diplom. GuKP, RbP, Studentin
Fachgebiet
freiberuflich, Bayern, Studentin Pflegepädagogik staatliche Hochschule Ba-Wü
Weiterbildungen
Studentin Pflegepädagogik , Gründungsmitglied Bundesverband freiberuflicher Pflegefachkräfte e.V.
Böserwolf

Böserwolf

Unterstützer/in
Basis-Konto
32
kassel
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Nur wenn die Zukunft meines Berufes so aussieht, dass es nur noch wenige Stammitarbeiterinnen mit Festvertrag gibt, die mit wechselnden Leiharbeitnerhmerinnen arbeiten dürfen, so glaube ich nicht, dass das meinen Qualitätsansprüchen oder denen meiner Kunden gerecht wird.

Gerhard
Hallo,

ich arbeite ja nun auch als Freiberufler - nicht als Leiharbeiter - und meine Qualitätsansprüche sind mit Sicherheit genau so hoch wie die deinen. Als Freiberufler musst du teilweise mehr als 100% geben, sonst wirst du nämlich nicht mehr gebucht, so einfach ist das.

Was ich während der rund 2 Jahre festgestellt habe, ist, dass "richtige" Leiharbeiter meist keine Altenpfleger sondern "nur" Helfer, zwar überwiegend examiniert, aber eben Helfer sind, die teilweise aufgrund der geringen Entlohnung und wegen relativ kurzer Dauer ihres Einsatzes schon gar nicht motiviert sind und auch dementsprechend arbeiten. Gibt natürlich auch Ausnahmen und kann man nicht verallgemeinern.

Ich habe in Einrichtungen gearbeitet wo der ganze Betrieb zusammen brechen würde wenn keine Freiberufler oder Leiharbeiter dort "aushelfen".
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
B

Bookwood

Mitglied
Basis-Konto
0
52531
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Solange MA Dienständerungen an einem genehmigten Dienstplan und ständiges Einspringen hinnehmen, wird sich nicht an der Situation verändern. Wann begreift die Pflege, dass mitlerweile Fachkräftemangel besteht. Die MA in der Pflege werden für den Betrieb immer wertvoller. Diese Machtposition sollte man ausnutzen - gemeinsam.
 
Qualifikation
Auditor
Fachgebiet
TQM Auditor, QM
Weiterbildungen
Exam. Krankenpfleger, Wundmanger (ICW), Qualitätsbeauftragter DIN ISO (TÜV), DCM Basic, TQM Auditor (EQ Zert), Gutachter
R

Rundumsorglospaket

Aktives Mitglied
Basis-Konto
4
88131
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Solange MA Dienständerungen an einem genehmigten Dienstplan und ständiges Einspringen hinnehmen, wird sich nicht an der Situation verändern. Wann begreift die Pflege, dass mitlerweile Fachkräftemangel besteht. Die MA in der Pflege werden für den Betrieb immer wertvoller. Diese Machtposition sollte man ausnutzen - gemeinsam.
Absolut richtig! Dienstplanänderungen können nur vom Mitarbeiter/in (bei bestehendem Dienstplan) sozusagen genehmigt werden. Jedes Mal, wenn ein festangestellter Mitarbeiter/in einspringt, länger bleibt u.a. wird der AG sich entspannt nach hinten lehnen können. Eine Änderung der bisherigen Situation wird nicht erfolgen. Der Mensch steht im Mittelpunkt: Ja sicher. Allerdings es ist Aufgabe des AG dafür zu sorgen, dass er seine Mitarbeiter/innen "fürsorglich" behandelt und nicht auf den Schultern der Mitarbeiter/innen seine Probleme abläd. Natürlich gibt es Arbeitsverträge und da gibt es für beide Seiten Rechte und Pflichten. Diese müssen eingehalten werden.
Um allerdings überhaupt noch seine Mitarbeiter/innen motivieren zu können braucht es in jedem Falle transparente Informationen und Lösungsvorschläge.
z.B. eine attraktivere Vergütung, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für jeden.

Leider ist es so, dass z.B. die Möglichkeit besteht eine Person mehr pro Schicht einzuplanen. Dies wird dann immer wieder von oben kategorisch abgelehnt. Entweder derjenige der es dann letztendlich genehmigt bemerkt es nicht und es geht durch oder es fällt auf und dann muss man die Person mehr pro Schicht wieder abziehen. Die Begründung lag dann oft darin, dass dies nicht übers ganze Jahr zu jeder Zeit zu rechtfertigen wäre. Das ist mir unverständlich.
 
Qualifikation
ex. KS, FKS A+I, Diplom. GuKP, RbP, Studentin
Fachgebiet
freiberuflich, Bayern, Studentin Pflegepädagogik staatliche Hochschule Ba-Wü
Weiterbildungen
Studentin Pflegepädagogik , Gründungsmitglied Bundesverband freiberuflicher Pflegefachkräfte e.V.
C

Chef de Saucier

Aktives Mitglied
Basis-Konto
1
30625
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Ich würde es auch wünschenswert finden, wenn die MA in konkreten Fällen solidarisch das Einspringen verweigern würden, wenn der Dienst natürlich nicht geplant ist. Bislang ungeklärt - hier scheiden sich die Geister - ist, ob der AG nicht im Sinner einer Dienstantweisung den MA verpflichten kann.
 
Qualifikation
* - *
Fachgebiet
PFK
R

Rundumsorglospaket

Aktives Mitglied
Basis-Konto
4
88131
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Dienstanweisung nur dann, wenn Minusstunden da sind....das wäre der einzige wirkliche Fall, der mir einfallen würde. Ach und dann gibt es ja noch die Mitarbeitervertretung, die dem AG noch aufs Dach steigt.
Es gibt sogar Betriebsvereinbarungen nach einem Ampelsystem, wo der Mitarbeiter ab 80 Plusstunden daheim bleiben muss.
Ach und gäbe es eben auch noch die Überlastungsanzeige!
 
Qualifikation
ex. KS, FKS A+I, Diplom. GuKP, RbP, Studentin
Fachgebiet
freiberuflich, Bayern, Studentin Pflegepädagogik staatliche Hochschule Ba-Wü
Weiterbildungen
Studentin Pflegepädagogik , Gründungsmitglied Bundesverband freiberuflicher Pflegefachkräfte e.V.
F

Funkenstern

Neues Mitglied
Basis-Konto
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Halo Ihr
Ich bin jetzt auch schon über 20 Jahre in der Pflege. Ich habe viel Spaß und finde den Verdienst nicht schlecht. Ich denke es wäre schön, wenn sich an den Personalschlüssenl etwas ändern würde, glaube aber auch, dass es einfach nicht finanzierbar ist. Ich sehe ein großes Problem im oft sehr hohen Anspruchsdenken der Bewohner und Angehörigen. Oft ist es doch so, das ein BW mit Pflegestufe 1 wesentlich mehr Aufmerksamkeit und Hilfe einfordert, wie ein BW mit Pflegestufe 3. Auch wollen alle vor dem Frühstück gewaschen und angezogen sein. So ist es jedenfalls bei uns. Es fehlt oft dass Verständnis dafür, dass dies nicht immer geht. Wir haben das bei uns auch erst besprochen, da wir auf Grund niedriger Pflegestufen 14 Stunden in der TAgschicht einsparen müssen. Das Bedeutet, eine Hilfskraft in jeder Schicht weniger. Dazu kommt dass es wohl eine neue Verordnung geben soll, das ab 30 Betten nachts eine Hilfskraft dazukommen soll - aus dem aktuellen Bestand. Es wird wohl wirklich so sein, dass auch die Bewohner ihre Ansprüche ( die teilweise bei uns sehr hoch sind 9 runterschrauben müssen, bzw. selbst auch flexibler sein müssen. Eine große Hilfe wäre auch, wenn die ganze Dokumentation nicht immer mehr werden würde. Uns Pflegenden schlag ich vor, nicht immer nur zu jammern, sondern auch die schönen Seiten des Berufs zu sehen. Und steht endlich auch mal alle hin zu den Bewohnern und sagtz. B. es tut mir leid, ich habe keine Zeit sie eine halbe Stunde lang mit 5 verschiedenen cremes einzucremen usw., Oder macht Angehörigen klar, dass es nun mal keider nicht klappt, Mit dern Mutter oder dem Vater jeden Tag Stunden lang Gehübungen zu machen. Ich habe auch schon mal erklärt, dass es auch eine Lösung ist statt am Wochenende für 10 Minuten mal kurz zu Besuch zu kommen ( Angehörige wohnen im gleiche Ort ) Selbst mit der Mutter kleine Spaziergänge zu machen. In Diesem Sinne, klar wir Pflegenden müssen umdenken. ABer auch die Angehörigen und unsere Bewohner. Denn für die ist es selbstvwerständlich, wie für die Politik, dass wir unser Freizeit opfern, oder Überstunden machen, oder uns kaputtarbeiten.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Onkologie und Palliative Care
Weiterbildungen
Zusatzqualifikation Palliative Care
N

nofretete

Aktives Mitglied
Basis-Konto
12
01983
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Und nicht zu vergessen, eigentlich sind wir ja auch diejenigen, die die Bewohner mitunter auch sehr "verwöhnen", indem wir halt jeden morgen versuchen, zu bestimmten Zeiten die Bewohner zu versorgen, oder eben die 5 Cremes benutzen, so wie der Bewohner das will, denn wir sind ja nicht immer unterbesetzt. Wenn dann aber mal nicht so viele sind, dann klingeln die Bewohner, mit der Frage, ja wo bleiben sie denn heute? Sonst bin ich immer 5 Minuten zeitiger dran. Aber ist es nicht eigentlich unsere Schuld?

Will damit jetzt nicht sagen, daß es keine Probleme in der Pflege gibt, weil so ist es ja nicht, aber wenn wir was ändern wollen, müssen wir auch unser Verhalten reflektieren und gegebenenfalls ändern. Nicht nur jammern und meckern auf alle anderen.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
M

Multimobid

Mitglied
Basis-Konto
2
37296
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo nofrete
irgendwie drehen wir uns hier im Kreis. Wenn ich so sehe sind es hier aud dieser Plattform immer die gleichen Leute. Wie willst du den da was verändern? Wir benöttigten eine größere Plattform wo mehr Leute erreichbar wären. Denk mal drüber nach

Grupß

Barny
 
Qualifikation
Pflegekraft
Fachgebiet
Nachtdienst/stat. Altenpflege
R

Rundumsorglospaket

Aktives Mitglied
Basis-Konto
4
88131
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo nofrete
irgendwie drehen wir uns hier im Kreis. Wenn ich so sehe sind es hier aud dieser Plattform immer die gleichen Leute. Wie willst du den da was verändern? Wir benöttigten eine größere Plattform wo mehr Leute erreichbar wären. Denk mal drüber nach

Grupß



Barny
Es sind hierüber schon mehr Leute erreichbar, als Du vielleicht glaubst. Es werden hier mehr Leute lesen, als das sie schreiben. Wie in jedem Forum !
 
Qualifikation
ex. KS, FKS A+I, Diplom. GuKP, RbP, Studentin
Fachgebiet
freiberuflich, Bayern, Studentin Pflegepädagogik staatliche Hochschule Ba-Wü
Weiterbildungen
Studentin Pflegepädagogik , Gründungsmitglied Bundesverband freiberuflicher Pflegefachkräfte e.V.
Kessia

Kessia

Aktives Mitglied
Basis-Konto
3
Berlin
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Es werden hier mehr Leute lesen, als das sie schreiben. Wie in jedem Forum !
Also das ist wahr. Ich lese z.B. ja nicht nur auch mit, sondern habe meinen "Senf" ja auch schon beigetragen. Sicherlich ist es schwer zu rebellieren, aber ....es ist eben nicht unmöglich. :super:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Intensivpflege
M

Multimobid

Mitglied
Basis-Konto
2
37296
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo alle zusammen,

habe mich gestern wieder unbeliebt gemacht. Habe einige Bundestagsabgeordnete mit ner Mail beästigt. Es ist Wahljahr.

An: Dr. Ursula von der Leyen
Betreff: Misstände im der Altenpflege

Hallo Frau v.d. Leyen,

Misstände im der Altenpflege
ich arbeite , wie viele andere auch seit vielen Jahren in der Pflege. Die Arbeitssituation wird immer unbeschreiblicher. Die gesetzlichen Arbeitsschutzrechte werden mit Füßen getreten kaum einer kommt noch dazu Pause zu machen, die die Rauchen haben da noch den Vorteil das sie ihren Kopf schnell ins Freie halten um mal schnell ne Zigarette zu Rauchen. Arbeitszeitgesetz (Ruhepausenregelung) funktioniert nicht Von den Beörden auch keine Kontrollen. Ich habe den Eindruck, das die Politik damit sind nicht nur sie gemeint, aber sie präsentieren sie nun mal, das die Politik hier schläft und nur Lippenbekenntnisse macht. Sie werden verstehen das ich hier anonym sein möchte. Aber es sind ja bald Wahlen und ich denke, das da einige daran denken werden. hier ein Link zum Spiegel online, vielleicht kennen sie den
:Ausbeutung im Altersheim: Mobbing, Stress und Doppelschichten
mit freundlichen Grüßen ein(e) ausgebrannter Altenpfleger(inn)


viele Grüße
 
Qualifikation
Pflegekraft
Fachgebiet
Nachtdienst/stat. Altenpflege
heloisa

heloisa

Mitglied
Basis-Konto
1
67707
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

von Rundumsorglospaket:
"Freiberufliche Pflege bedeutet keine Leiharbeit, da ich selbständig unterwegs bin. Ich komme von meiner eigenen 1- Mann - Firma und bin kein Zeitarbeiter, also sprich kein Leiharbeiter von einer Zeitarbeitsfirma oder einer Personalvermittlungsfirma.
Der Auftraggeber handelt mit mir die Konditionen aus und dies wird in einem individuellem Dienstleistungsvertrag festgehalten. Ausserdem besitze ich eigene AGB`s."

---------------------------------------------hm......nun denn....für die Einrichtungen die uns buchen ist es doch fast das selbe, mal ehrlich. Ob ein Freiberufler kommt oder ein Kollege von ner großen Personalvermittlungsfirma, wir gehören nicht zum Stamm und wir sind zum Aushelfen da. Mehr nicht. Und nicht weniger. Daß ich höflich behandele und behandelt werden will ist klar. Daß ich gescheit arbeite auch.
Ich habe momentan 3 "feste" Heime, dennoch; wenn die wieder irgendwann einstellen bin ich weg. Und da kümern eigene "AGB´s" und Verhandlungen auch nicht.
In FFM gibt es eine Einrichtung die fast nur mit Zeitarbeitsleuten und Freiberuflern arbeitet, die Zustände sind skandalös und desaströs.
Was gebraucht wird ist ein starker Personalstamm.
Daß zu diesen Konditionen und Bedingungen keiner arbeiten will, mich eingeschlossen, ist klar.:bae:
Wollt ich nur mal so anmerken.

Aber, um wieder zum Thema zurück zu kommen. Ich war gestern auf einer Fortbildung des DBfK, und in den Pausen kam es zu den typischen Gesprächen zwischen den Teilnehmern. Alle, wirklich alle sind unzufrieden mit dem Gehalt, mit den Arbeitsbedingungen, mit dem Betriebsklima.
Doch ändern können sie alle nichts.
Nun denn, meckert alle weiter. Ich habe das Gefühl man fühlt sich in diesem Meckern wohl und gut.
 
Qualifikation
altenpflegerin, studentin
Fachgebiet
Heimbeatmung
Kessia

Kessia

Aktives Mitglied
Basis-Konto
3
Berlin
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Alle, wirklich alle sind unzufrieden mit dem Gehalt, mit den Arbeitsbedingungen, mit dem Betriebsklima.
Doch ändern können sie alle nichts.
Nun denn, meckert alle weiter. Ich habe das Gefühl man fühlt sich in diesem Meckern wohl und gut.
Natürlich. Nicht getadelt ist eben gelobt genug. Ich höre das jeden Tag und jeden Tag begleitet es mich: "Das fällt uns auf die Füße", "Ich kann dazu nichts sagen", "Das kotzt einen an", "Ich halt mich da raus", "Schlimm, was hier abgeht"...usw.
Wenn derartige Äußerungen sogar noch von Betriebsratsmitgliedern getätigt werden, bin ich natürlich sehr betroffen.
Noch mehr natürlich, wenn eigens in die Gewerkschaft fleißig monatliche Prämien eingezahlt/abgebucht werden und diese Mitarbeiter nach z.B. über 15 Jahren noch nicht einmal diese in Anspruch genommen haben....:spinner:
Ich werde mal bei einem Verlag anfragen, ob ich nicht inzwischen in der Lage wäre, ein Buch zu schreiben...:wink: :ausheck:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Intensivpflege
R

Rundumsorglospaket

Aktives Mitglied
Basis-Konto
4
88131
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

von Rundumsorglospaket:
"Freiberufliche Pflege bedeutet keine Leiharbeit, da ich selbständig unterwegs bin. Ich komme von meiner eigenen 1- Mann - Firma und bin kein Zeitarbeiter, also sprich kein Leiharbeiter von einer Zeitarbeitsfirma oder einer Personalvermittlungsfirma.
Der Auftraggeber handelt mit mir die Konditionen aus und dies wird in einem individuellem Dienstleistungsvertrag festgehalten. Ausserdem besitze ich eigene AGB`s."

---------------------------------------------hm......nun denn....für die Einrichtungen die uns buchen ist es doch fast das selbe, mal ehrlich. Ob ein Freiberufler kommt oder ein Kollege von ner großen Personalvermittlungsfirma, wir gehören nicht zum Stamm und wir sind zum Aushelfen da. Mehr nicht. Und nicht weniger. Daß ich höflich behandele und behandelt werden will ist klar. Daß ich gescheit arbeite auch.
Ich habe momentan 3 "feste" Heime, dennoch; wenn die wieder irgendwann einstellen bin ich weg. Und da kümern eigene "AGB´s" und Verhandlungen auch nicht.
In FFM gibt es eine Einrichtung die fast nur mit Zeitarbeitsleuten und Freiberuflern arbeitet, die Zustände sind skandalös und desaströs.
Was gebraucht wird ist ein starker Personalstamm.
Daß zu diesen Konditionen und Bedingungen keiner arbeiten will, mich eingeschlossen, ist klar.:bae:
Wollt ich nur mal so anmerken.

Aber, um wieder zum Thema zurück zu kommen. Ich war gestern auf einer Fortbildung des DBfK, und in den Pausen kam es zu den typischen Gesprächen zwischen den Teilnehmern. Alle, wirklich alle sind unzufrieden mit dem Gehalt, mit den Arbeitsbedingungen, mit dem Betriebsklima.
Doch ändern können sie alle nichts.
Nun denn, meckert alle weiter. Ich habe das Gefühl man fühlt sich in diesem Meckern wohl und gut.
Die AGB`s braucht man aus Haftungsgründen. Ein Leiharbeiter ist bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt und ein Freiberufler ist selbständig. Das ist ein gravierender Unterschied. Auch braucht ein Freiberufler nur darauf zu achten, dass er mind. 2 Auftraggeber pro Jahr hat. Daher kann es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit vorkommen, dass man durchaus in einem Team integriert sein wird. Ich als Freiberufler sehe mich als Unterstützer und kein Auftraggeber kann garantiert nicht mehr Unruhe vertragen, als sie eh schon vorhanden ist. In diesem Punkt unterscheiden wir uns ganz klar von dem Leiharbeiter. Ebenso auch in dem Punkt, dass wir Unternehmer sind und mit unserem Privatvermögen das Unternehmerrisiko tragen, wie ich erst vor Kurzem feststellen musste. Ohne Moos nix los und das spornt den Freiberufler noch mehr an. Die Motivation ist eine vollkommen Andere.

Zum Thema: Ja wir sind selbst an der Misere schuld, da wir uns nicht stark machen für unseren eigenen Berufsstand. Wir sind mit 1,2 Millionen, die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen. Das Problem der Berufsgruppe ist leider, dass sich jeder bequem auf seinen Hintern setzt und denkt: " Es ändert sich garnichts." Das ist auch richtig so, denn wer sich bequem auf seinen Hintern hockt und nichts tut, der wird auch nicht mit einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und ebenso wenig mit mehr Geld rechnen können. Ebenso wenig wird es ein adäquates Gesetz geben und ebenso wenig wird die Fort- und Weiterbildung angeglichen und ebenso wenig Anerkennung wird man erhalten. Für NICHTS kommt auch NICHTS. Das ist Fakt!
Das zweite Problem der Pflege ist, dass sie leider immer unsozialer und härter wird. Da ist nichts von Solidarität o.ä. zu verspüren. Dies bedeutet auch wieder von "NICHTS komt GARNICHTS".
Es ist so:

Jeder Tarifvertrag der mit ver.di abgeschlossen wurde gilt auch nur für die Mitglieder in diesem vollem Umfang und auch nur die Mitglieder können sich rechtlich darauf berufen. Ebenso ist ein AG nur bei den ver.di Mitgliedern dazu verpflichtet, den Tarifvertrag im vollen Umfang anzuwenden. Die AG von heute wissen aber um den Pflegenotstand und somit ist durchaus in der Praxis üblich, dass auch Nicht- Mitglieder in den Genuss dieses abgeschlossenen Tarifvertrages zu kommen.

Eine Gewerkschaft alleine funktioniert nicht, ein Berufsverband alleine ebenso wenig......aber eine Pflegekammer (ist eine öffentlich- rechtliche Körperschaft und hat Hoheitsrechte). Dabei bin ich der Meinung, dass wir in unserer Berufsgruppe alle 3 benötigen werden, um uns freizuschaufeln. Die Berufsverbände haben das mittlerweile begriffen und die Gewerkschaft wirkt nach Aussen hin so (vorallem nach dem Interview), als würde sie sich persönlich auf den Schlips getreten fühlen. Allerdings will eine Pflegekammer nicht den Job der Gewerkschaft übernehmen. Es hat sich allerdings gezeigt, dass eine Gewerkschaft unsere Berufsgruppe nur in tarifpolitischen und nicht in berufspolitischer Hinsicht vertreten kann. Wobei ich der Meinung bin, dass sie durchaus die Aufgabe der Unterstützung zur Verfügung stellen sollten und unbedingt sollen.

Hierbei kommt es ganz klar auf uns Pflegende an: Wir sind ver.di und sollten uns nicht von so ein paar Bürohopsern aus ver.di übermannen lassen. Auch dort haben wir Pflegende wieder zugelassen, dass über uns bestimmt und geurteilt wird. Ver.di sind wir, die Mitglieder sind und ver.di hat uns vor dem Interview bezüglich Pflegekammern nicht nach unserer Meinung gefragt. Das ist das Problem.
Der falsche Weg ist nun aus ver.di oder Berufsverband und Co auszutreten. Der richtige Weg wäre:

gemeinsam am Ziel Selbstverwaltung der Pflege zu arbeiten.
Arbeiten alleine bringt nichts, sondern vorallem ist es sehr wichtig die Menschen auf die Pflege aufmerksam zu machen und zwar schon im Umfeld. Wir brauchen eine Pflegekammer, da nur dort die Selbstverwaltung möglich ist und auch nur die Anerkennung der Pflege in Deutschland nicht nur innerhalb des Gesundheitswesens steigen wird, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus. Das bedeutet: Wir verwalten uns selbst und lassen uns nicht mehr auf der Nase herumtanzen.

Wenn Ihr schon motzt, dann motzt nicht nur intern, sondern motzt auch draussen und vorallem Eure Ideen sind gefragt.....Schreibt Briefe an die FDP, haltet Kontakt zu Euren Abgeordneten und haltet Kontakt zu Initiativen, Berufsverbände, Gewerkschaft.

Es ist 5 nach 12 in unserer Berufsgruppe. Nein nicht 5 vor 12 und auch nicht 12 sondern 5 nach 12. Wir brauchen eine Selbstverwaltung, wir brauchen Anerkennung. ...und diese erreichen wir nicht durch ver.di oder einen Berufsverband Alleine, sondern dies erreichen wir nur durch UNS und um dies rechtlich zu verfestigen : Brauchen wir eine Pflegekammer.:super:
 
Qualifikation
ex. KS, FKS A+I, Diplom. GuKP, RbP, Studentin
Fachgebiet
freiberuflich, Bayern, Studentin Pflegepädagogik staatliche Hochschule Ba-Wü
Weiterbildungen
Studentin Pflegepädagogik , Gründungsmitglied Bundesverband freiberuflicher Pflegefachkräfte e.V.
R

Ren-Hoeck

Mitglied
Basis-Konto
0
02906
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Ja. Ist soweit alles richtig. Weiter ist auch richtig, so lange Gewerkschaften nur darauf warten, dass einer mal zu ihnen kommt ... Solange Gewerkschaften wie Verdi und die Lokführer mit nicht mehr nachvollziehbaren Forderungen für kleine Gruppen der Gesellschaft das Verständnis der anderen überstrapazieren, solange Ärzteverbände für eigene Forderungen, die sich für gewöhnlich auf überproportional mehr Geld beschränken, von den Krankenhäusern erwarten diese in anderen Bereichen (gibt ja dann nur noch Pflege und Hauswirtschaft und was will man letzteren noch wegnehmen) zu ersparen, solange Komunen ein ausgabenbezogenes Interesse an Niedriglohn und Unterbesetzung in der Versorgung der Ärmsten in der Gesellschaft interessiert sind, solange darf mir keiner übelnehmen, dass mein Arsch auch an die Wand muss. Denn sozial ist das schon lange nicht mehr.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
ambulant/Heimbeatmung
R

Ren-Hoeck

Mitglied
Basis-Konto
0
02906
0
AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Noch ne Anmerkung in eigener Sache. Ich arbeite in einem Unternehmen, das Sozialdienst und Heimbeatmungspflege gleichermaßen anbietet. Die Kohle stimmt, nur es fehlt noch Personal um den Dienstplan in jedem Fall abzusichern. Nun unser Problem. Der Chef ist willig nur der Arbeitsmarkt ist schwach. Wir können eben nur einstellen, wer a) die Vorraussetzungen erfüllt und b) auch bei uns anfangen möchte.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
ambulant/Heimbeatmung
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.