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Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

  1. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    Hey Heloisa, eigentlich streiten wir uns nich wirklich, jede Form unserer Arbeit, ob nun angestellt oder frei hat Vor- und Nachteile, wie du ja sehr schön beschrieben hast. Und was soll ich sagen, der Zickenkrieg gehört doch irgendwie dazu, für mich, obwohl es manchmal au lästig sein kann. Viel Leisten tut jeder von uns.
     
  2. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    das ist kein streiten, sondern lediglich ein Hinweis, dass auch andere hoch qualifizierte Arbeit abliefern und dies auch müssen, denn sonst stehst du als Freiberufler irgendwann auf irgendeiner schwarzen Liste und kannst dir Aufträge abschminken.
    Für mich ist es selbstständlich, dass ich mein Bestes gebe, dafür werde ich gut bezahlt.
    Dass es auch andere gibt, ist unbestritten. Aber die findet man sowohl unter den fest angestellten als auch den freiberuflichen.
     
  3. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    hi barny,
    ich sehe das ganz genauso wie Du, und da bin ich unter meinen freunden die natürlich alle ebenso in der pflege arbeiten nicht allein.. nur reicht es nicht nur zu erkennen was schief läuft, die wirklich wichtige frage ist, zumindest meiner meinung nach wie man das system verändern kann. das gesundheitssystem, die fehlende lobby für pflegekräfte etc.. raus auf die straße? ich weiß es nicht... ich finde der beruf hat so viel schönes an sich, das aber durch viele gegebenheiten einfach nur zugrunde gemacht wird, und der derzeitige pflegenotstand macht es nicht besser,da überall stellen fehlen die nicht besetzt werden können.und das muss sich ändern..
    .
     
  4. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    auf die strasse alle mann... oder alle ab zum arzt.. das würde helfen! aber das wird nie passieren!
    eine demo hab ich mitgemacht und da gings eher um die azubis 1995.... aber sonst wird seitdem ich in der pflege bin immer nur gejammert und nichts getan und so wird es auch in zukunft weitergehen! da bin ich realist!
     
  5. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    Ja, Axis (im schönen Kittelchen)...das seh ich auch so.:)
    wie gesagt...wenns um´s Streiken geht müssen sicher alle arbeiten....
     
  6. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    Hallo Alle miteinander,
    das habe ich im Netz gefunden:

    Pflege in Mettlach stellt Arbeitgeber Ultimatum

    In der DRK Klinik Mettlach hat die Pflege des Seniorenzentrums wie der Reha-Klinik ein Ultimatum an ihren Arbeitgeber formuliert. Sollte der Arbeitgeber nicht bis zum 1. Mai seiner Organisationsverantwortung nachkommen, wird keine Pflegekraft mehr aus dem Frei kommen und keine Vertretungen mehr organisieren. Das gab heute ver.di Gewerkschaftssekretär Michael Quetting in Mettlach bekannt.
    Auf Pflegeteilversammlungen am 26. Januar 2011 berieten Pflegekräfte um 6:20 Uhr, 10:00 Uhr, 12:00 Uhr und 16:00 Uhr ausführlich ihre Situation mit dem Betriebsrat. Betriebsratsvorsitzende Anne Schiffmann und ihre Kolleginnen und Kollegen nahmen die Beschwerden der Kolleginnen an und sie berieten gemeinsam, wie man gegen die zahlreichen Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz vorgehen könne. Auch der Konzernbetriebsratsvorsitzende Klaus Weiler war zu Gast und berichtete über die Verhandlungen mit der DRK-Trägergesellschaft Süd-West mbh. In dem neuen Tarifvertrag mit ver.di wurde vereinbart, dass Zuschläge für unplanmäßige Dienste im Rahmen einer Betriebsvereinbarung geregelt werden. Nun stellt sich der Arbeitgeber aber stur. Für die DRK-Klinik in Mettlach sieht der Arbeitgeber gar keinen Bedarf. Gewerkschaftssekretär Michael Quetting, selbst gelernte Pflegekraft, beriet sich mit den Pflegenden, wie man die „skandalösen Zustände in Mettlach“ angehen kann.
    Die Arbeitssituation für die Pflege in der DRK Klinik Mettlach ist unerträglich geworden. Rufen aus dem Frei wurde zur Selbstverständlichkeit. Dienstpläne werden viel zu spät veröffentlicht und sind dann nur zu Teilen genehmigt. Man wird im Urlaub gerufen, Doppelschichten müssen gefahren werden, die Zuständigkeiten sind nicht klar geregelt und die Überstunden häufen sich zum Berg. Die Kolleginnen berichten, dass Urlaub nicht genommen werden könne. Eine Kollegin: „Man trickst uns aus und behauptet, man habe nach Krankenschein Minusstunden.“
    Die ver.di Betriebsgruppe traf sich noch am Abend des gleichen Tages und fasste die Ergebnisse der Diskussionen zusammen. In einer Erklärung heißt es: „Wir sind in Sorge bezüglich der qualifizierten Versorgung der Patienten. Wir sind nicht mehr länger bereit, unter solchen Bedingungen zu arbeiten. Seit über einem Jahr versuchen wir gemeinsam mit dem Betriebsrat die Situation zu verändern. Aber der Arbeitgeber versucht die Schuld „nach unten“ abzugeben und lässt uns im Regen stehen. Mit Verlaub, auch wir Pflegende haben Rechte. Unsere Geduld ist am Ende.“

    viele Grüße von Barny

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ das ist von Brecht
     
  7. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    Ja diese Situation kenne ich nur zu gut. Glücklicherweise gibt es auch noch seriöse Häuser.
    Jeder hat so seine Probleme und das mit dem Arbeitszeitgesetz ist schön und gut, allerdings wenn das EU - Recht durchgeht, dann wird es noch schwieriger für Alle. Da ist dann die Phase paar Tage am Stück Dienst und frei vorbei. Da braucht es noch mehr Pflegekräfte.
    Alles hat immer zwei Seiten. Entweder man jammert und tut nichts oder man jammert und engagiert sich. Jeder ist sich seines Glückes Schmied und jeder kann Entscheidungen treffen.
    Die Gewerkschaften sind wichtig und doch leider nicht immer goldrichtig. Sie sind oft zu lange aus der Pflege draussen und gehen von sich selbst aus. Da wird es dann in Verhandlungen oft zum Problem. Denn auch eine Betriebsvereinbarung kann ihre Tücken haben.
     
  8. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    hallo , Barny hat wieder was entdeckt:

    Die Pflegekräfte in Deutschland schlagen Alarm. Die Branche fordert Unterstützung von Kanzlerin Merkel.
    Berlin - Mit einer Protestaktion sollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) zu Schritten gegen „den katastrophalen Zustand in der Pflege“ gedrängt werden, berichtete die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, Gudrun Gille, am Montag in Berlin. Massenweise sollen Pflegebedürftige, Pfleger und Angehörige symbolische gelbe Karten an Merkel schicken. „Wir erwarten von der Kanzlerin, dass sie eingreift“, sagte Verbandsgeschäftsführer Franz Wagner.
    Angesichts der wachsenden Personallücken gebe es immer öfter Pflege nur auf dem Papier. „Schüler in der Altenpflegeausbildung lernen schon, mehr zu dokumentieren, als tatsächlich getan wird“, sagte Gille.
    Das ist die – paradoxe – Konsequenz des neuen „Pflege-Tüvs“, der eigentlich die Situation der Heimbewohner verbessern sollte. Da der Medizinische Dienst der Krankenversicherung die Angaben bei seinen Prüfungen lesen wolle, werde in der Praxis mehr dokumentiert, als tatsächlich erledigt worden ist.
    „Wir sind wütend und zornig und auch manchmal verzweifelt“, sagte Gille. Zwar ist die Zahl der Alten- und Krankenpfleger nach Verbandsangaben in den vergangenen zwei Jahren leicht gestiegen. Allerdings seien es weniger als nötig. Vor allem sorgt sich der Verband, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2020 um mehr als 500 000 auf 2,9 Millionen steigen werde, es dann aber allein in den Krankenhäusern voraussichtlich 140 000 Pflegekräfte zu wenig gebe.
    Rösler will am 7. Dezember Pflege-Vertreter zu Beratungen in sein Ministerium einladen. „Ziel muss es sein, die Pflege weiter zu verbessern und sie auch finanziell auf ein langfristig tragfähiges Fundament zu stellen“, hatte Rösler in einem Interview gesagt. Der Geschäftsführer des Berufsverbands, Wagner, will Rösler in die Pflicht nehmen: „Wir warten darauf, dass den Ankündigungen Taten folgen.“ Dauerstress, immer mehr Arbeit für immer weniger Pflegekräfte und Zehn-Stunden-Dienste ohne Pause gefährdeten zunehmend die Patienten, sagte Gille. Vor allem die Nachtdienstbesetzungen seien haarsträubend. Sowohl im Krankenhaus als auch im Pflegeheim sei es nur der Leistung der Pflegenden zu verdanken, dass nicht mehr passiere.
    Viele Pflegekräfte würden wegen Überlastung, mangelnder Aufstiegschancen und Bezahlung vorzeitig aus dem Beruf aussteigen, sagte Wagner. Die Aussetzung von Wehrpflicht und Zivildienst verschärfe die Lage weiter. „Das Bundesgesundheitsministerium ignoriert die Probleme und ist beratungsresistent.“dpa

    gelesen im Tagesspiegel vom 2.11.2010(online)
     
  9. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    Allen, die hier posten kann ich nur den Newsletter von Bibliomed empfehlen ( Bibliomed - Newsletter ). Hier kann man täglich die Fort- und Rückschritte der Pflege sehen. Derzeit sind viele Berichte über die geplante Pflegekammer in Bayern drin. Hier sieht man auch wer für und wer gegen uns arbeitet...ganz schlechtes Bild gibt die FDP und Verdi ab!
    Wer schon lange Board-Mitglied ist, kann sich vielleicht noch an die Diskussion vor ca. 5 Jahren hierzu erinnern...
    Es sieht so aus, als ob das erste Bundesland einen Kammer-Weg einschlagen könnte (...Vorsicht: viele Konjuntiktive!!!)

    Wer aktiv was machen will, soll in einen Berufsverband eintreten und sein Geld dort einbezahlen wo Berufspolitik für die Pflege gemacht wird. Je nach Verband sind das 10 bis 30€ im Monat. Das ist gut investiertes Geld, das auch von der Steuer abgesetzt werden kann. Unter anderem erhält man da auch regelmäßig entsprechende Literatur (z.B.: DBFK hat "Die Schwester, der Pfleger" als monatliche Verbandszeitschrift, Abo ist im Mitgliedsbeitrag enthalten).
    Alles Gejammere und gut gemeinte Eigeninitiativen, die dann eh nie stattfinden sind warme Luft.

    gpp
     
  10. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    Der DbfK ist sicherlich eine gute Wahl, wenn ich Wissen möchte wo ich meine nächste Fort- oder Weiterbildung machen möchte. Auch als Lieferant über Entwicklungen in der Pflege und für Info`s allgemein sicherlich eine gute Sache. ABER ! Die Zielsetzung und das Eigenverständnis des DbfK ist mit Sicherheit nicht in der Veränderung der Zustände in der Pflege zu sehen :heul: Ich bin an einer ordentlichen Entlohnung, an einer guten Arbeitsumgebung, an ausreichend Personal usw. sehr interessiert und diese Interessen vertritt der DbfK nicht. Die anderen Berufsverbände leider auch nicht, sind meist auch viel zu klein ( dafür können die selbst natürlich nichts ), um überhaupt politisches Gehör zu finden. Marburger Bund, Cockpit ... sind starke Vertreter der jeweiligen Berufsstände. Sowas haben wir leider nicht. Ein Institution, die die Politik auch unter Druck setzen kann anstatt Handzahm mit am Tisch zu sitzen, wird benötigt. Geredet wurde wahrlich genug und viele haben erlebt wozu das geführt hat. Mehr Arbeit, weniger Geld :bae:

    Ganz allgemein geht es um Geld. In den zurückliegenden Jahren gab es eine noch nicht beendete Abwärtsspirale im Gesundheitswesen bezogen auf Pflegekräfte. Bereits in der Vergangenheit wurden Verbesserungen nicht "geschenkt", sondern durch den Arbeitskampf erstritten. Würden nur 25% aller Pflegekräfte ein paar Tage Streiken, was hätte man für einen Hebel und was für einen unglaublichen Druck könnte man auf die Entscheidungsträger ausüben. Wie groß wäre das Entsetzen auf der Seite unserer Kunden, Pat...., wenn nur eine Woche keine Pflegekraft käme ?

    Aber so hat man eine große Anzahl von Menschen mit denen man eben machen kann was man will. Warum sollte man etwas verändern, wenn wir denen sowieso nicht beikommen können ?
     
  11. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    Hallo Chef,

    Entlohnung = Gewerkschaft

    Tja wenn - schöne Welt.

    Bin ja mal gespannt wieviele dieses Jahr zumindest zum Warnstreik kommen?

    Ähm - nicht vergessen - vorher doppelt so schnell und hinterher länger bleiben, damits ja keiner merkt, dass man weg war:whistling
     
  12. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    So sehe ich es auch ( Bericht von Chef de Saucier ), natürlich profitieren erst einmal die die Tarifverträge haben. Aber irgendwie strahlt das auch auf nicht tarifgebundene in irgendeiner Form ab. Wie gesagt Berufsverbände sind OK, aber Tarifverträge machen nur die Arbeitgeberverbände mit ihren jeweiligen Tarifpartner. Und wenn ihr meint das Verdi nichts auf die Reihe bringt, dann überlegt mal warum. Es sind so glaube ich nur 40 % in der Pflege organisiert.Mehr brauche ich wohl nicht zu sagen. Und wer macht Druck....es sind nur die Mitglieder, vorrausgesetzt es sind welche da. Ich kenn das noch aus der Zeit der IG Metall, wo wir als Vertrauensleute uns zusammengesessen haben und überlegt was wir machen wollen. Das haben wir dann den jeweiligen Gewerkschaftssekretären gesagt.....da wollen wir hin.

    Gruß

    Barny
     
  13. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    Es gibt den Druck nur vor Ort. Kündigen auf einer Station z.B. mehr als 10 Pflegekräfte auf einmal, dann kommt der AG ins massivste "schwitzen"...nur zu Recht.

    Es ist verschulden des AG `s seine Leute nicht im Griff zu haben, die z.B. ihre Position ggfs. ausnutzen und ebenso ist es verschulden des AG, wenn die Entlohnung nicht stimmig mit der tatsächlich geleisteten Arbeit ist. Dies ist allerdings oft nicht die einzige Problematik.
    Auch sieht man als Aussenstehender ein Stück weit mehr die Problematik, die ein Neuwerben und halten von Pflegekräften fast unmöglich macht.
    Frischexaminierte oder Pflegekräfte, die wieder in den Beruf wollen ...ja die würde man vielleicht noch halten können.
    Aber wirklich fachqualifziertes Pflegepersonal wird man mit Stammpersonal, was nicht bereit für Veränderungen und vorallem Verbesserungen, Arbeitserleichterungen klar kommt, nicht halten können. Es sei denn man findet das Gleiche Personal von aussen, die einfach nur ausreichend ihren Job machen und nichts zur Erweiterung beitragen.
    Auch sollten die Ärzte sich in vielen Bereichen mehr mit den Pflegekräften beschäftigen und vorallem sollten die Ärzte aufhören sich nicht mehr davon zu überzeugen, ob das die Pflegekraft darf oder nicht darf oder kann oder nicht kann und vorallem ob die Pflegekraft dies überhaupt so umgesetzt hat. Dies wird in so mancher Klinik nicht so gehandhabt. Dort sind die Ärzte sehr verwöhnt und die Pflege übernimmt immer mehr ärztliche Tätigkeit und wenn die Pflegekraft dem Arzt etwas mitteilen möchte, dann könnte sie auch mit einer Scheibe Toastbrot reden oder es gleich sein lassen bevor sie sich dann noch einen Anpfiff einholt.
    Das nehme ich mit Humor, denn der Arzt muss dann einfach z.B. das Blut anhängen. Da lasse ich mich durch einen Schnauzer von der Seite nicht weiter irritieren, aber das ist eigendlich nicht jedermanns Sache und eigendlich vollkommen unproffessionell seitens der Ärzte.

    Dann kommt der Betriebsrat und die Gewerkschaft ins Spiel.

    Dann wird es ganz kompliziert und die Mitarbeiter noch gegen Freiberufler aufgehetzt u.a. Es werden falsche Tatsachen in die Welt der Mitarbeiter gesetzt und noch zusätzlich Unfrieden durch Gerüchte gesetzt.
    Genau in diesem Punkt wende ich mich gegen Betriebsräte (auch als Festangestellte). Im Südwesten Deutschlands scheinen die Betriebsräte mehr für den AG zu arbeiten, als für den Mitarbeiter. Ist mir nur so aufgefallen. Finde ich sehr tragisch und verschlimmert die Situation in jedem Falle noch weiter.
     
  14. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    gebe dir auch hier Recht. Sehe das in unserer Einrichtung. Da haben 3 fachkräfte gekündig und zum ersten mal mußte der AG auf Zeitarbeitnehmer zurückgreifen. Was mit sehr vielen Problemen behaftet war. Einige kamen erst garnicht. Von einer Kollegin die gekündigt hat habe ich gehört, das dort wo sie anfängt mehr gehalt bekommt. Als sie den Betrag nannte schüttelte die GF den Kopf und meinte, das könne sie nicht bezahlen. und nun schwitzen sich die anderen Kolleginnen ab weil sie mir reduzierter manschaft arbeiten müssen Der Unmut wächst und wächst.

    Gruß

    Barny
     
  15. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    Leute,

    macht Euch doch nicht solche Sorgen... Unser aller Rösler wird's doch richten,
    schließlich haben ihn doch so viele auch gewählt (auch an Pflegenden)... Und schließlich ist es doch glaubwürdig, wenn er für 2011 das "Jahr der Pflege" ausruft.

    Und er bauchpinselt doch auch schon unsere Pflegeverbände (wenigstens hier sind sich Pflegende dann mal einig), bei denen er jetzt auch Prioritäten setzt...
    natürlich erst NACHDEM die Ärzte (die seinerzeit nicht damit gerechnet haben, dass man ihre Mopperei ernst nimmt wegen der Arbeitszeiten und dann endlich verdienten Arbeitsschutz bekamen, sich dann aber wunderten, dass sie weniger verdienten und dafür erstmal den Ausgleich brauchten, also im Endeffekt jetzt nicht nur weniger Arbeit machen müssen, dafür aber auch mehr Geld bekommen als "Ausgleich" für den Verlust ihrer Schichtzulagen - vergleicht doch mal einfach mal die Tarifabschlüsse der Ärzte mit unseren - nur die Prozentzahlen, natürlich nicht den Gehaltsstreifen, denn dann graust es einem ja noch mehr) und die Pharmalobby ihre ordentliche Portion Bonus-Rösleron erhielten, an dem sich die Patienten - also auch wir (jaja, ich weiß, Pflegende werden NIE krank) - zuvor ordentlich verschluckt hatten...

    Jaja, Jammern, aber am besten dann nicht zur Wahl gehen, nicht in einen Berufsverband eintreten und dann auch noch nicht freiwillig registrieren lassen... und PENG: Glück gehabt... die Pflegewelt hat sich nicht verändert... Na, Prost Mahlzeit...

    Etwas dramarturgisch überziehend, aber vielleicht den ein oder anderen zum Schmunzeln bringend,
    Euer
    Fragmentis
     
  16. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    ...ich bin nun schon seit mehr als 10 Jahren Mitglied in der Gewerkschaft, war schon ein bisserl in der Jugend aktiv und später dann Tarif- und Verhandlungskommissionsmitglied und live bei Tarifverträgen involviert. Ausserdem bin ich freiwillig registriert und nun aufgrund der ganzen Misere in die freiberufliche Pflege gegangen.

    Freiberufliche Pflege bedeutet keine Leiharbeit, da ich selbständig unterwegs bin. Ich komme von meiner eigenen 1- Mann - Firma und bin kein Zeitarbeiter, also sprich kein Leiharbeiter von einer Zeitarbeitsfirma oder einer Personalvermittlungsfirma.
    Der Auftraggeber handelt mit mir die Konditionen aus und dies wird in einem individuellem Dienstleistungsvertrag festgehalten. Ausserdem besitze ich eigene AGB`s.

    In einen Berufsverband gehe ich derzeit nicht rein, da ich nur Politik sehe. Von der Gewerkschaft sehe ich da mehr Möglichkeiten und doch bin ich nicht mit denen immer einer Meinung. Hab mich auch schon sehr geärgert. Aber dafür ist immer jemand erreichbar und ich kann sogar die Existenzgründerberatung nutzen und erhalte die rechtliche Absicherung in Allem, was für mich nun wichtig ist. Da ich nunmal die Gewerkschaftler mit ihren Ecken und Kanten kenne, kann ich das eben besser einschätzen.
    Als Selbständiger ist man übrigens auch bei den Gewerkschaften willkommen und die Beratung zur Existenzgründung : Prädikat sehr wertvoll.
     
  17. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    Fragt doch mal eure ganzen Kollegen, wer denn bei der letzten Bundestagswahl war, oder die Landratswahl mitgemacht hat, bei mir waren die Chefin und ich, von den anderen hört man, ach naja egal wer an der Macht is, ändert sich ja doch nichts, oder is mein einziger freier Sonntag, warum soll ich da noch wählen gehen? Und genauso ist es in der Pflege, es wird sich nichts ändern! Und wir hier? Reden doch auch nur, was sich ändern müßte, jeder sagt was anderes, jeder weiß, was man machen könnte, aber keiner tut was!

    Das ist jetzt kein Vorwurf an euch, bloß nich, ich habe ja au schon geschrieben, was man tun könnte, will damit nur sagen, wir drehen uns doch im Kreis, einen Ausweg müßten wir finden, aber welchen?
     
  18. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere


    z.B. ich tat und tue etwas. Allerdings tue ich auch etwas, indem ich mich dem System nicht mehr hingebe. Das ist letztendich die Konsequenz. Meine Nerven werden somit auch geschont, denn das ganze " tun" nutzt nix, wenn man dabei selbst vor die Hunde gehen könnte oder fast geht.
    Wählen tue ich auch.
    Allerdings sehe ich das mit der Politik eher immer als Schönmalerei und Manipulation der höchsten Klasse. Aber ohne Politik würde es eben auch nicht laufen. Es braucht eben die und die Leute.
     
  19. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    Diskussionen die immer wieder auftauchen:
    - Was macht Pflege für sich?
    - Warum geht es uns so schlecht
    - Bezahlung und Prestige weit unten, warum?

    Antworten von Pflegenden: "Zu wenig Stellen" , "Keine Lobby", "Niemand vertritt mich"...

    Auf die Ansage, dass nur derjenige vetreten wird, der auch in einem Verband organisiert ist, und das die Finanzierung dieser Verbände langfristig steigendes Prestige und höhere Gehälter bedeutet kommen Aussagen wie:
    "Das muss auch vor Ort gehen", "Die Kolleginnen müssen zusammenstehen"...
    ...ICH KANN Es NICHT MEHR HÖREN!
    Wer sich nicht organisiert, muss damit leben, was andere für ihn organisieren. Und kein Arzt und kein Gewerkschaftsfunktionär und auch kein gelber Politiker hat ein Interesse daran, dass sich Pflege eigenverantwortlich organisiert und diese Berufsverbände dann entsprechenden Druck ausüben können und die Lohnsolidarität in den Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen zu ihren Gunsten hin gesprengt wird.
    Das letzte was ich diesbezüglich gehört habe, ist dass in Bayern die Ärzteschaft einig mit Verdi sagt, dass eine Pflegekammer keine Probleme lösen, sondern nur neue schaffen würde.
    Wenn ich manche Kolleginnen und Kollegen höre, bin ich fast geneigt dies zu glauben!
    Die Tragweite von einer guten Eigenorganisation des Berufes scheint schlecht vermittelbar zu sein.
     
  20. AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

    Hallo GRP,

    kann deinem Beitrag voll zustimmen.
    Trifft den Nagel auf den Kopf.

    Das mit verdi hab ich so noch nich gehört, ausser einzelen Stimmen.
    Neue Probleme schaffen?
    Na klar für die Ärzte!
    Die sehen ihre Allmacht gefährdet!
     
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