Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

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Jana1

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

:smile:Hallo Barny,
habe eben Deinen Bericht gelesen und ich denke, das wir nicht schuld sind an der Pflegemisere.
Sicherlich ist es nicht immer einfach sich tagtäglich mit Problemen auseinander zusetzen. Ich bin
jetzt seit 18 Jahren in der Altenpflege tätig und habe auch schon viel miterlebt. Den Beruf habe ich mir
ausgesucht, weil ich die Berufung habe und in meiner täglichen Arbeit ich mir immer sage, wenn ich
einmal alt werde dann bin ich auch froh, wenn sich jemand um mich kümmert. In all den Jahren habe
ich auch gelernt mal nein zu sagen und meine Freizeit auch mal zu geniesen.Wir sollten alle
gemeinsam daran arbeiten, das sich wirklich etwas verändert, aber wir sollten uns nicht die Schuld
für diese Lage geben.
Ein Pflegeforumstreffen könnte man ja organisieren. Ich hatte es hier im Forum schon einmal
angesprochen. Nun ja seid alle stark und hofft, das sich bald etwas ändert. Wir wissen alle was
wir in diesem Beruf leisten und das kann uns keiner nehmen.!!:ermm:
Liebe Grüße Jana1:rolleyes:
 
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Heiri78

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

an renje:
Und dann ist man endlich PDL und drangsaliert die Mitarbeiter?
Eine PDL kämpft auch nur ums überleben. Eine PDL ist auch nicht dafür da, um angenehme Arbeitsbedingungen zu schaffen, da wo ich den Allerwertesten selbst nicht hoch bringe.

Viele vergessen, eine PDL ist Leitungsperson und damit mehr oder weniger Interessenvertreterin des AG!
mein Beitrag war natürlich ein Stück weit ironisch gemeint.


Ich verstehe nach wie vor nicht, weshalb sich ein Vorgesetzter nicht um "zufriedene" Mitarbeiter bemüht.
Mir ist schon klar, das wir zur Misere durch unser Helfer- Aufopfer- und Einspringsyndrom einen wesentlichen Beitrag leisten. Aber sag mir mal, wenn Du Arbeitgeber wärst, würdest Du auf dem Zahnfleisch angekrochene, ausgebrannten Mtarbeiter dulden?
Klar unterscheiden sich Arbeitgeber Interessen teils weit von Arbeitnehmer Interessen, aber das was hier geht ist ja wohl abartig. Als Arbeitnehmer ist man ja oft schon im Kreislauf drin und die Neuen lernens nicht anders.
 
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Multimobid

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo und guten Morgen,
wenn der Ochse sich seiner Kraft bewusst wäre, würde man ihn nicht so einfach zur Schlachtbank führen können.

So ähnlich sehe ich unser Problem insbesondere bei den Frauen in diesem Beruf....sorry.
Wie hier schon beschrieben ist dieses Problem der..Helfer- Aufopfer- und Einspringsyndrom überwiegend bei den weiblichen Pflegekräften manifestiert. Ich möchte darauf hinweisen das ich ( vieleicht ein Ausnahmefall) nie länger als 2 Jahre in einer Pflegeeinrichtung ausgehalten habe, da sind also mehr als 10 Einrichtungen gewesen wo ich tätig war. Es gab also nur eine Tätigkeit was ich so akzeptieren könnte.
Dann muß man auch analysieren...wer ist Träger der Einrichtung, da gibt es Konzerne die sich mit der Altenpflege ne goldene Nase verdienen.
Dann gibt es viele weibliche Pflegerinnen die sind am Burn Out Syndrom kaputtgegangen, wir hatten bei uns im Haus 2 Fälle. ich könnte hier noch weitere Dinge aufzählen. Lest doch einfach mal die Bücher die es z.Zt. auf dem Mark gibt und das ist nur die Spitze vom Eisberg.

So, ich verabschiede mich erst mal für 7 Tage muß zum Nachtdienst Zum Rechtsanwalt, weil der AG unsere Betriebsratswahl angefochten hat, weil er ja keinen haben will.

Bis bald

Barny
 
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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Ich bin auch der Meinung das viele Probleme hausgemacht sind: grundsätzlich bereitschaft zum Einspringen, Ü-Std. (teilweise unbezahlt), keine Pause machen ...
Wir erhalten somit das System. Warum etwas ändern, wenn es scheinbar funktioniert ? Im Hintergrund gibt es die stille Reserve in Form der Zeitarbeit, wenn das Stammpersonal bereits ausgequetscht ist.

Ich denke - wenn ich mal Einspringe - an meine Kollegen, die sonst einen Teildienst schieben müssen. Aber grundsätzlich bin ich gegen das Einspringen. Wir sind mittlerweile organisiert und das ist auch gut so. Das hat sich bereits bezahlt gemacht, wenn einzelne Mitarbeiter zum Gespräch geladen werden, dann hat man jemanden auf seiner Seite - anstatt - allein der WBL/ PDL / HL gegenüberzustehen.

Auf die große Reform der Pflege im nächsten Jahr freue ich mich schon :) Ich glaube eher an ein Bonbon für die Assekuranz anstatt an die wirkliche Verbesserung der Pflege.
 
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mary_jane

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Den Beruf habe ich mir ausgesucht, weil ich die Berufung habe und in meiner täglichen Arbeit ich mir immer sage, wenn ich
einmal alt werde dann bin ich auch froh, wenn sich jemand um mich kümmert.
Liebe Jana1,

Nichts für Ungut, aber Berufung ist doch sehr hoch gegriffen.
Berufene arbeiten unentgeltlich und nur aus dem Grunde für andere Menschen da zu sein.

Letzendlich "kümmern" wir uns um die Menschen, da es unser Beruf ist, wir dafür bezahlt werden.
Das klingt vllt. unromantisch, aber genau so sehe ich das.
Das soll natürlich nicht heißen, dass ich meinen Beruf und die damit verbundene Tätigkeiten nicht auch gerne mache. Es würde für mich jedoch unnötig Druck aufbauen, von Berufung zu sprechen.

Ich gebe dir recht, wir sollten zusammenhalten und ich glaube auch nicht, dass Barny hier nur Schuldzuweisungen im Sinn hatte. Ich denke eher, dass er mit diesen etwas provozierenden Post zum Nachdenken anregen wollte.

Gruß Mary
 
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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo Jana1,

ich wünsche Dir das Du nicht bei einem Arbeitgeber beschäftigt bist der Deine Auffassung bezügl. der Berufung zur Pflegekraft teilt. Oder möchtest Du viel Arbeiten für wenig Geld, da man es ja der Sache wegen macht ? Als Arbeitgeber ist das natürlich auch eine tolle Sache, da sich die Pflegekraft somit selbst antreibt und ggf. unter Druck setzt, um diese hohen Erwartungen an sich selbst zu erfüllen.

Aber das Problem löst sich i.d.R. von allein. Es kommt mit der Zeit ganz von allein zu einer Anpassung der eigenen Anschauung an die Wirklichkeit oder ein "burn-out" beendet diese Phase.

Gruss CdS
 
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nofretete

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Habe jetzt mal kurz nachgedacht, und mal die Schattenseiten meines Jobs ins Auge gefaßt, also ich werde es Berufung nennen.
 
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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

wegen des Geldes haben wir alle uns den Beruf auch mit Sicherheit nicht ausgesucht.
Andererseits sollte man von seiner Arbeit auch leben können...
 
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mary_jane

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

@nofretete
Versteh ich dich richtig, wegen der vielen Schattenseiten, kann es nur Berufung für dich sein?
 
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nofretete

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Ja bin Quereinsteiger, habe vorher als Sekretärin gearbeitet und eigentlich war mir anfangs nicht so wohl bei den Gedanken an die Schattenseiten. Aber habe sehr schnell gemerkt, wie wichtig ich bin und wieviel ich geben kann und schließlich besteht das Leben ja nicht nur aus Schattenseiten, nicht wahr.Ich denke sogar das jeder, der in diesem Beruf arbeitet ne Portion Berufung braucht, weil schwer ist es schon und Lohn und Dank naja reden wa nicht drüber. Wenn du da anderer Meinung bist ist das doch okay.

Aber noch mal zum Thema Dank, letztens habe ich wieder gemerkt, warum mir die Arbeit immer noch Spaß macht. Eine Bewohnerin schenkte mir eine beschriftete Serviette, so Frohe Weihnachten und so, sie meinte das müßte sein, weil ich immer so nett bin, ach so Tüte Bonbon gabs auch noch. Hatte doch leicht Pipi in den Augen. Eine von 70 sagt Danke an mich persönlich nicht an die "Station" Na wenn das keine Berufung ist, was dann?
 
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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

da kann ich mithalten, habe schon Blumen von älteren Damen bekommen...berufen fühle ich mich jedoch nicht unbedingt, das ist ein zu großes Wort. Ich helfe gern und mag Menschen statt am Schreibtisch zu sitzen oder am Band Schrauben zu zählen...
 
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nofretete

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Gut wir können auch Idealismus oder Helfersyndrom sagen, ist ja irgendwie alles zutreffend.
 
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Jana1

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo nofretete,
ich habe zum Thema Dank auch ein Beispiel, wo ich mir sage das mir der Beruf sehr am Herzen liegt. Hatte von einer Angehörigen deren Mann bei uns auf der Pflege ist, eine Tafel Merci bekommen und sie sagte noch weil ich die einzige bin
die viel Verständnis hat und immer sehr freundlich bin. Nun fragte sie auch ob wir eine Schwesternkasse hätten und sie würde
uns für Weihnachten gerne Geld geben.Nun sagte ich ihr, das wir kein Bargeld annehmen dürfen und sie könnte dafür Kaffee kaufen. Sie konnte es zwar nicht verstehen aber sie machte es wohl dann auch.
Ich denke also wegeb des Geldes habe ich nicht den Beruf erlernt, denn Geld ist nicht alles mein Herz sagt mir etwas anderes.
Wir können nur optimistisch sein das sich bald etwas ändert.
LG Jana1
 
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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Darf ich toppen :innocent:?

Im Zimmer des Bewohners war eine Kommode. Ein Brett war unterteilt für ausgesuchte Pflegekräfte. Hier wurden bei jedem Besuch Süßigkeiten hinterlegt. Nachdem ich meinen Unmut über die Auswahl der Schokolade ( mit Kakaoanteil von über 90 %:heul: ) mitteilte, war ich fortan nicht mehr ungehalten, da meine Lieblingsschokolade nun hinterlegt wurde:smile:

Aber das Ganze gerede über Berufung und über den sozialen Mehrwert finde ich nervig. Für den Wert eines einzigen Briefes eines Juristen geht eine Pflegehelferin u.U. eine Woche Malochen. Für den warmen Händedruck und für Dank erhält man leider kein Brot und könnte auch keine Telegrammspesen bezahlen.

Und trotz der vielen guten Taten lesen wir in diesem Forum immer wieder von Pflegekräften, die schlecht behandelt, nicht optimal entlohnt und u.U. ausgequetscht werden. Scheinbar schützt diese Einstellung nicht vor Schaden bzw. auch gute Taten werden gelegentlich mit Undank abgegolten.
 
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mary_jane

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Ich denke über kleine Aufmerksamkeiten oder ein ehrlich gemeintes Dankeschön, freut sich doch jede Pflegekraft, auch ich als nicht Berufene.
Etwas Idealismus mag nötig sein, um in dieser Sparte glücklich zu werden, aber ein Helfersyndrom sehe ich eher als hinderlich, in der Berufsausübung an.

Optimismus alleine wird uns nicht helfen. Wie gesagt, wir können uns nur selber helfen.
 
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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo mary_jane,
mein Respekt vor deinen und anderen Idealismus, aber erst mal ist Pflege, egal ob im Krankenhaus oder Pflegeheim ob in der Psychatrie oder Behindertenheim, es ist ein Job. Und ich gehe zu diesem Job um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Und das sollte man nie vergessen. Die Belastungen werden unterschiedlich gesehen ob jemand einen Volltime Job hat oder eine Teilzeitstelle. Wir als Pflegekräfte haben Anspruch auf gleichen Arbeitnehmerschutzrechte wie in anderen Berufen. Das gleiche müßte sich auch in der Bezahlung wiederspiegel um mal ein Beispiel zu nennen. Doch wie es z.Zt. in der Pflege aussieht braucht man nur in diversen Foren zu lesen.

Altenpflegerin vor Gericht:


Wohnbereichsleiterin, 29 Jahre
Anklage: der Staatsanwaltschaft vor dem Amtsgericht Schwelm wegen fahrlässiger Körperverletzung
Vorwurf: Unterlassung notwendiger Pflegemaßnahmen an einer 87jährigen Bewohnerin von Februar bis Mai 1996 ohne dem Arbeitgeber ihre Überlastung mitzuteilen
Schaden: massive Dekubitalgeschwüre an Gesäß und Ferse
Verteidigung: PDL, medizinischer Leiter und Einrichtungsträger seien auf die „untragbare“ Personalsituation aufmerksam gemacht worden
Problem: Kein Nachweis
Verhandlung: 5 Stunden mit 6 Zeugen
Richter: Sie haben nicht massiv genug interveniert!
Es fehle an einer schriftlichen Anzeige.
Vergleich: Gefahr einer Gefängnisstrafe,
Vorschlag: 2000€ und Einstellung des Verfahrens

in wie vielen Fällen wird die sogennante Überlastungsanzeige nicht geschrieben? Nun kann man sagen, wo kein Kläger, da kein Richter. Aber wehe wenn z. B. ein Angehöriger Anzeige erstattet wegen Körperverletzung und du hast dich nicht Abgesichert.

Gruß

Barny
 
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Hallo mary_jane,
mein Respekt vor deinen und anderen Idealismus, aber erst mal ist Pflege, egal ob im Krankenhaus oder Pflegeheim ob in der Psychatrie oder Behindertenheim, es ist ein Job. Und ich gehe zu diesem Job um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Und das sollte man nie vergessen.
Ähm, du scheinst mich zu verwechseln, denn nichts Anderes hab ich geschrieben.
 
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ja...ja...die Überlastungsanzeige :konfetti:
Das scheint einer PDL/ HL wahrscheinlich ebenso auf die Verdauung zu schlagen wie die Formulierung "MDK-Qualitätsprüfung". Um sich Abzusichern ist eine Überlastungsanzeige sicherlich notwendig, aber reflexartig wird das doch mit der pauschalen und altbewährten Floskel beantwortet:

* Man muss nur seine Schwerpunkte anders setzen
* Dann müssen sie sich nur anders organisieren

Auch Juristen Wissen das eine Überlastungsanzeige (häufig) zum Unmut des Arbeitgebers führen kann. In einer ohnehin schlechten Arbeitsumgebung wird man sicherlich unter Druck gesetzt und wird über kurz oder lang gehen.

Vielleicht sollte man Pflege einmal ganz nüchtern betrachten, ohne den ganzen ethisch-moralischen Ballast. Nicht gut bezahlt, Schaukeldienste, Arbeiten am Wochendende und an Feiertagen, geringes Ansehen in der Bevölkerung, zu wenig Personal, erhebliche physische und psychische Belastung ...
Man kann sich das klarmachen und entweder man kann damit Leben ( weil es nunmal so ist ) oder eben nicht !

es rettet uns kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun, uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun. ... Also auch kein DBfK, kein Verdi ...

 
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evchen_u

AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo liebe Pfleger,

ich muss nochmal darauf zurück kommen, dass wir alle selber dran Schuld sind. Ich finde das auch. :thumbsup2:

Nur ist es nicht unbedingt der Arbeitgeber, den man aufrütteln sollte, sondern eher die Politik :mad_2:, denn nicht der Arbeitgeber ist es, der den Personalbedarf bestimmt, er handelt dies ja mit der Pflegeversicherung aus (gut er kann schlecht verhandeln, aber das sei mal dahin gestellt). Solange die PV nicht in ihrem Tun aufgehalten werden, können die Arbeitgeber auch nur damit arbeiten, was ihnen zugebilligt wird. Jeder Arbeitgeber wäre froh, wenn die Mittel nicht so knapp wären und er nicht mit einem Bein im Gefängnis stehen würde (Überlastungeanzeigen). Und ich habe immer den Eindruck die Pflegekräfte gehen den Weg des geringsten Widerstandes oder der geringsten Arbeit. Denn es liegt nahe, Druck auf den Arbeitgeber auszuüben, wenn dieser Ressourcen zur Verfügung hätte und diese zuungunsten der Pflege nicht einsetzen würde. ABER SO IST ES JA NICHT. Die Politik und somit die Pflegekassen stellen fest welchen Bedarf es gibt und in den Verhandlungen um die Pflegesätze bleibt dem Arbeitgeber meist nur noch, das Schlimmste abzuwenden und nicht das Beste rauszuholen!

Dass heisst wir müssen uns politisch stark machen, EINEN Verband (und nicht 5 oder 6) wählen, der unsere Interessen schon in der Gesetzgebung vertritt (und zwar mit der Macht aller PK!). Dann können auch bessere Grundlagen geschaffen werden. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür, denn Herr Rößler hat ja die Pflege zur Chefasache erklärt und jetzt müssen wir unsere Stimme erheben.

Denn solange sich im Gesetz nix ändert, wird jeder Arbeitgeber argumentieren: ich hab ja alle Ressourcen ausgenutzt (die die PV zugebilligt hat): Mehr geht nicht. Da könnt ihr Überlastungeanzeigen schreiben, so viel ihr wollt.

Also nutzt eure Chance jetzt und tretet einem Verband bei. Macht mit bei der Verbandsarbeit und macht euch stark für die Pflege. (Wer will kann auch in eine Partei gehen.) :keule:

Viele Grüße von Evi
 
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Multimobid

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Hallo,
liebe(r) Chef de Saucier, höre ich da Resignation herraus. Klar, man könnte sagen, das muß ich mir nicht antun und steige aus dem Job aus....wenn es denn so einfach geht. Ich kann nur darauf verweisen, wenn man mal die ARBEITERBEWEGUNG ins Gespräch bringt. Wie sah es denn früher in mnchen Berufen aus. Denkt nur mal an den WEBERAUFSTAND. Schaut in die Geschichtsbücher wie die Arbeitsbedingungen früher waren. Als den der Druck zu groß wurde haben die Arbeiterinnen und Arbeiter sich gewehrt.

und zu evche_n kann ich nur sagen. Solange ich arbeite haben ARBEITGEBER immer gejammert.
War früher mal bei der IG Metall und im BR sogar im Wirtschaftsausschuß um zu sehen wie sie uns über den Tisch gezogen haben. Solange der Arbeitgeber uns im Unklaren läßt und seine Karten nicht offen auf den Tisch packt, glaube ich ihm nichts. Und dann immer diese Diskussion um den Personalschlüssel, da wird ja ein Geheimnis wegen der Berechnung gemacht, das find ich furchtbar und daher ist der AG nicht glaubbar.

Gruß

Barny
 
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