Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

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Niehus

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo, ihr solltet ein wenig sortieren. Gewerkschaften sind für Tarifverhandlungen zuständig, Entlohnung,Arbeitszeiten usw. und daher Tarifpartner. Ich habe noch keinen Tarifvertrag gesehen, der berufliche Inhalte, Fort- und Weiterbildungen oder ähnliches festlegt. Das ist eben auch eine wichtige Aufgabe der Selbstverwaltung, also gewählter Vertreter der Pflege. Die sind ja nicht gottgegeben vom Himmel gefallen, sonder werden in einer Versammlung vorgeschlagen und gewählt, also demokratisch legitimiert. Könnte sich jeder austellen lassen und dann praktisch was für die Pflege tun.
Montgomery ist ein typischen Beispiel aus der BRD für den Arztvorbehalt in der deutschen Gesundheitspolitik. Ohne das ein Arzt etwas erlaubt geht nichts, ansonsten müssen alle sterben. Wer macht aber die Arbeit und arbeitet zu?? Denkt mal nach.

Grüße H.G.Niehus
 
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Niehus

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo, der Petitionsausschuss wäre meines Wissens nach hier nicht zuständig. Der Förderverein Pflegekammer in NRW und auch der Pflegerat NRW sind ja schon seit einigen Jahren an der Politik dran. Leider wechseln ja hier die Mehrheiten im Landtag nach den Wahlen, andere Politiker besetzen die Posten, so dass wir immer wieder von vorne anfangen müssen. Die Parteien brauchen Druck um sich zu bewegen, so etwas wie in Stuttgart mit dem Bahnhof oder so. Stellt euch vor,die Leute brauchen Pflege, schellen und keiner kommt.
Grüße H.G.Niehus
 
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Niehus

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo, wenn ich das alles hier so lese, diese Argumente, fern jeglicher Sachkenntnis, dann wird mir um die Pflege Angst und Bange.
Vielleicht wäre es doch gut, sich erst einmal gut zu informieren und dann in eine sachliche Diskussion einzusteigen. Dazu bin ich gerne bereit.
Grüße H.G.Niehus
 
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Multimobid

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

ich zitiere:

AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere
Hallo, wenn ich das alles hier so lese, diese Argumente, fern jeglicher Sachkenntnis, dann wird mir um die Pflege Angst und Bange.
Vielleicht wäre es doch gut, sich erst einmal gut zu informieren und dann in eine sachliche Diskussion einzusteigen. Dazu bin ich gerne bereit.
Grüße H.G.Niehus


Hallo Niehus,
wie kann man nur so anmassend sein um die zu kritisieren, die hier nicht Pflegewissenschaften studiert haben oder Dozent sind wie du es angibst. Wir sind bzw. ich sind Menschen, die jahrelang an der Basis, also vor Ort in der Pflege arbeiten und das unter sehr schweren Bedingungen. Und manchmal muß ich lächeln wenn manche Theoretiker vom Schreibtisch aus uns was vormachen Wollen. Was nicht heißen soll das auch wir Praktiker von den Theoretikern was lernen können und im Umkehrschluß auch andersrum. Außerdem kann man meiner Meinung nach dieses Pflegeproblem hier nicht im Forum lösen. Dazu müssen sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen.

Gruß

Barny​
 
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Tilidin

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo Niehus
Ja es ist endlos, vieleicht ziellos, aber niemals sinnlos, diese ganze Diskusion
Genau diese Form, oder neue Definition des Pflegeleitbildes, oder Eigenprofession bringt mich immer weiter weg von der Kammer.
Was wir dringend brauchen, sind wissenschaftlich gebildete Pflegekräfte am Bett, in der Praxis vor Ort. Diese sollen den Pflegeprozess steuern und können sich besser mit den anderen Berufen, insbesondere der medizinischen Profession auseinandersetzen. Das ist nämlich dringend nötig.
Ich bin sicherlich für eine fundierte Ausbildung, suche meine Profession aber nicht im Dialog mit dem Arzt.Weiter muss die Pflege endlich frei von Fremdbestimmung werden, weiter glaube ich nicht, das die Abschaffung aller KPH.,Pflegeassistenten die Qualität in der Pflege grundsätzlich verbessern.

Früher: war alles besser, diesen Spruch hört man ja häufiger.
Früher hatten wir vieleicht nur ein Berichtsbuch, aber wir hatten Zeit, für auf der Bettkante sitzen, Schmerzen nehmen, Sparziergänge machen,oder Mobilisieren, Aktivieren Ganzheitlich Pflegen, einfach beim Kunden ein rundes kompetentes Bild abgebende Pflegekraft sein zu dürfen.
Heute werden wir kaum noch wahrgenommen, vieleicht in dem wir mit der EDV/elektronischen Doku hardern, niemals als Persöhnlichkeit auftreten, niemals mit unseren Kompetenzen wahrgenommen werden.

Brauch die Pflege wirklich diesen Anspruch, will die pflege diesen Anspruch.?
 
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Eisenbarth

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

ich fürchte, end- und ziellosigkeit könnten zwei hinreichende bedingungen für sinnlosigkeit sein...

die fundierte ausbildung ist auch in meinen augen der schlüssel.

aber die windmühlen...beutel...säcke..... gegen die man hier kämpfen muss, heißen windhorst (ärztekammer, sprach sich explizit gegen eine "akademisierung der pflege" aus, als es um den gesundheitskampus in dortmund ging), blüm ("pflegen kann ja bekanntlich eh jeder") und kraft (die, die für hartzIV-empfänger i.d. pflege war, ohne ausbildung natürlich), und in letzter konsequenz sind es nicht diese lächerlichen gestalten, sondern:


ihr standesdünkel, ihre triebsteuerung, ihre machtgeilheit und ihre moralische defizienz, die sie so abartig und dümmlich populistisch rumschwafeln lassen.


es ist doch wohl klar, dass nur eine leistungsgerechte bezahlung + echte profession hier eine fühlbare aufwertung bewirken können. nicht irgendwelcher esoterischer unfug. und das geht nur über akademisierung + deutliche verbesserung der pflegeausbildung (besonders auch in der altenpflege) und/oder das heraufsetzen der zugangsvoraussetzungen (oder alternativ dazu: entsprechende eignungstests).

wir brauchen eine gesellschaft, die für beste pflege(strukturen) bezahlen will, politiker wählt, die solche strukturen schaffen und insgesamt genau den willen zum verzicht auf altes auch in der pflege selber, die dabei natürlich verändert würde.
und genau deshalb wird auch niemals etwas passieren. ^^
da bleibt eigentlich nur eins, falls man das irgendwie umsetzen kann: ab an die uni und sich nicht mehr durch den fleischwolf jagen lassen (und nebenbei, bei geschickter studienziel-wahl auch doppelt soviel (++) verdienen)
 
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Bernd-Kl

Bernd-Kl

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo;

Zitat von Niehus: "Ich habe noch keinen Tarifvertrag gesehen, der berufliche Inhalte, Fort- und Weiterbildungen oder ähnliches festlegt."

Auszug aus dem Tarifvertrag unserer Einrichtung: §14 "(5) Arbeitnehmer sind verpflichtet an vom Arbeitgeber veranlassten Fortbildungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen teilzunehmen, um den aktuellen Entwicklungen ihres Arbeitsfeldes gerecht zu werden"

Jährlich finden mehrere interne (teilweise gemeinsam mit anderen regionalen Einrichtungen) und externe Fortbildungsveranstaltungen (zum Teil auch mehrtägige) statt.
Die Teilnahme ist Pflicht. Man kann sich zwar vielleicht ein- oder zweimal entschuldigen, doch irgendwann ist dann Schluss mit lustig und man muss teilnehmen.
In dieser Einrichtung gibt es keinen Fachkraftmangel. Die geforderte Quote von 50 % liegt immer zwischen 48% und 56 % (wird ein Bewohner in eine höhere Pflegestufe gesetzt, kann es kurzfristig zu einer Fachkraftquote geringfügig unter 50 % kommen, welche aber schnellstens wieder ausgeglichen wird).
Probleme haben wir gut qualifizierte Pflegehelfer/innen zu finden und überlegen nun, ob wir diese nicht selbst ausbilden sollen, wie wir es bei den Pflegefachkräften schon seit Jahren tun.
Gruß
Bernd
 
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nofretete

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Also ich finds echt unter der Gürtellinie, dass jemand wie Niehaus uns kritisiert, als dumm und unwissend hinstellt, nur weil er etwas mehr Ausbildung genossen hat! Nun der Umgang mit Menschen scheint dabei sehr kurz gekommen zu sein!
 
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Bernd-Kl

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo norfretete;

(Aus)-Bildung hat nichts mit der Fähigkeit Menschen zu führen und zu motivieren und schon überhaupt nichts mit Charakterstärke zu tun.
Soviel zu Deiner Klage.
Ich verbitte mir allerdings von Eisenbarth Harz IV-Empfänger als lächerliche Gestalten zu bezeichnen.

Bernd
 
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Eisenbarth

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

da verstehst du mich miss ^^

nicht die hartzIV-empfänger sind lächerliche gestalten, vielmehr sind es die, für die ich kraft, windhorst und blüm stellvertretend nannte.
 
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Tilidin

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hey Eisenbarth: dein Beitrag super
wir brauchen eine gesellschaft, die für beste pflege(strukturen) bezahlen will, politiker wählt, die solche strukturen
Aber wo finde ich diese Politiker, klar hab auch ich Phantasien, aber um einen nützlichen Hinweiss, währe ich Dir schon dankbar.

Auf regionaler Ebene findet man schon gehör, aber auf bundespolitischer??
 
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Eisenbarth

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

auf bundesebene passiert mit diesen nicht-pflegefachkraft-politikern, was mit jedem normalen, unbedarften menschen passieren würde:

man hat eigentlich null ahnung von der materie (pflegerisch, ethisch, medizinisch, logistisch, vermutlich noch nichtmal wirklich finanzpolitisch oder volkswirtschaftlich und betriebswirtschaftlich) und verlässt sich daher auf praxisferne, bestbezahlte gremien, experten (lol) und berater und trifft entscheidungen, die leider der komplexität des problems in keinster weise gerecht werden.

was wir brauchen sind politiker, denen der geist der aufklärung nicht fern ist, die humanistisch geprägt sind und die (für ihr geld) maximales engagement zeigen.
würde sagen, zumindest auf bundesebene fällt mir da maximal(!) einer ein (und der hat noch nichtmal was mit pflege zu tun, sondern bezeichnenderweise die hände voll mit [der leitung von] ermittlungsausschüssen zu tun...).

fazit:

nichts wird sich ändern.


herr tolkien würde der pflege bestimmt zurufen:

flieht, ihr narren!
 
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Bernd-Kl

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hi;

hast Recht - nachdem ich den Satz noch einmal gelesen habe, war mir klar, wie Du das gemeint hast.
Sorry.

Noch mal eine Anmerkung zu dem ganzen Thema überhaupt:
Ich sage mal voraus, dass in 25 bis 30 Jahren auf 50 bis 75 zu Pflegende eine Fachkraft nach heutigen Standard kommen wird.
Dazu werden einige gering oder überhaupt nicht ausgebildete "Arbeitsbienen" herumwuseln.
Mehrbettzimmer werden wieder zur Normalität gehören. Einrichtungen unter 300 Plätze wird es nicht geben.
Wichtig wird sein, a) dass es billig ist und b) der Personalaufwand so gering wie möglich gehalten wird.
Dann können wir uns alle Gedanken über Ethik etc. irgendwohin stecken.
Allein um diesen Abschwung zu erleben, würde ich gern 100 Jahre alt werden (nur um zu sehen, dass ich heute mit meinen Gedanken richtig liege).
In der Arbeit mit Menschen mit einer geistigen Behinderung fängt dieser Abschwung gerade richtig so schön an. Es wird gekürzt was das Zeug hält. Im Gesundheitswesen geht es ebenso zu und glaubt doch niemand, dass die Gesellschaft (das sind wir !!!) vor den Alten halt macht.

Ich empfehle mal das Buch: Der sanfte Tod (Verfasser weiß ich nicht mehr und kann es im Internet nicht finden). 120 Seiten, kostet bummlige 20 Euro(!).
Das Buch beschreibt die Arbeit einer fiktiven Kommission in Skandinavien, welche sich damit befasst, wie man die Einstellung der Menschen durch die Medien so verändern kann, dass sie das Sterben mit 75 Jahren für absolut erstrebenswert empfinden und wie man den Körper verwerten kann.
Gruß
Bernd
 
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GerontoNurse

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Die frage ist, wie entwickelt sich das ganze in der Zukunft? Wird eine bestmögliche Bezugspflege angestrebt oder nennen wir es irgendwann die Haltung von Geldbatterien?
Ich persönlich bin hin- und her gerissen was die Einstellung meiner Kollegen angeht. Einerseits kann ich den Ärger und Frust verstehen, den sie bereits mit den Worten "Ich habe keinen Bock mehr!", vor Antritt des Dienstes lautstark kund tun und dann einen Pflegealltag im Schleudergang absolvieren nur um den Tag so schnell wie möglich hinter sich zu lassen. Andererseits kann ich deren oberflächliche Begründungen keineswegs nachvollziehen die da z.B. lauten: das allseitsbeliebte "zu wenig Zeit", "zu wenig Personal", "Wo sollen wir denn hin, im Grunde ist es doch überall das gleiche.", das tägliche gemecker über den Dienstplan und hunderte von offenen Überstunden und was mich persönlich am meisten ärgert.. alle Sätze beginnend mit "wir müssen.." oder "ich muss..." und manchmal bekommt man das Gefühl diese Kollegen profitieren von diesem Verhalten, weil sie genug Zeit haben sich untereinander ausgiebig zu unterhalten, die Übergabe vor dem Frühdienst eine halbe Stunde hinausziehen, hinter den Rücken anderer Kollegen böswillig lästern (Nicht sich im Ärger über die Fehler anderer Kollegen austauschen.. das ist völlig in Ordnung und wichtig!)

Ich liebe meinen Beruf und komme aus vielen Gründen sogar eine halbe Stunde früher zur Arbeit... ersten weil ich Raucher bin und mir nicht vorwerfen lasse, das ich zu viele Pausen mache und zweitens weil ich mir mehr Zeit für Bewohner und Angehörige nehmen kann. Ich bin nicht gerne auf Arbeit, wenn ich merke das die Energie von Kollegen in einem Vakkuum von unberechtigtem Ärger verpufft. Jeder hat das potential irgendetwas zu verändern und Anfangen sollte man immer bei der eigenen Einstellung und lernen "Nein" zu sagen. Ich/Wir müssen? Wir müssen garnichts! Es gibt immer alternativen und niemand kann uns zwingen irgendetwas zu tun. Andere kann man nicht verändern, egal wie sehr man sich dazu bemüht.
 
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thorstein

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Hallo gerontonurse,

hin- und hergerissen muss man bei dieser Frage nicht sein. Es gibt in der Pflege genau so viele Drückeberger, Faulenzer und uneeignete KollegInnen,wie zumindest in jedem anderen Beruf auch. Damit werden wir aber immer zu rechnen haben, weil auch die Pflege nur ein Abbild der Bevölkerung sein kann, ausser wir predigen den Übermenschen.
Und kommst du jetzt eine halbe Stunde früher, um Raucherpausen auszugleichen oder weil du mehr Zeit für die Bewohner haben möchtest? Oder geht das beides gleichzeitig?
Zeit - bzw. eben nicht vohandene Zeit - ist tatsächlich der limitierende Faktor in der Pflege. Und das hat wiederum etwas mit Personalschlüsseln und Kosten zu tun.
Ich habe KollegInnen, die sind keine Raucher und kommen bis zu einer h früher zum Dienst. Wie beurteilt man so etwas? Ehrenamt, Altruismus, Dummheit. Auf jeden Fall stabilisieren sie ein System, was ohne diesen zusätzlichen Einsatz noch schlechter liefe. Meiner Ansicht überwiegt der Anteil des Personals, der sich weit über den zu erwartenden Leistungen einsetzt. Kann ich aber so natürlich nicht verallgemeinern.
 
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GerontoNurse

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

@thorstein: Nein, die halbe Stunde zusätzlich fülle ich selbstverständlich nicht mit Raucherpausen aus auch wenn ich relativ viel rauche (ca. 6 pro schicht)...
andere würden diesen Einsatz vielleicht als Dummheit betiteln alá "Du schenkst dem Betrieb eine halbe Stunde, wie blöd muss man sein...". Finde aber im allgemeinen
gestalten sich die Schichten dadurch bedeutent ruhiger, weil man viel mehr Zeit als Puffer zur Verfügung hat. Jede Schicht läuft eben nicht gleich ab und da kommen schonmal Hausbesuche von Ärzten, Notfälle oder andere gerade anfallende Sachen dazwischen die den Stressfaktor ganz weit nach oben pushen können. Und gerade in solchen Lagen noch ein wenig Zeit für Gespräche und organisatorisches zu nutzen kommt unheimlich gut beim Klientel und teilweise sogar beim Kollegium an. Fast wie ein perpetuum mobile der Annerkennung.
 
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nofretete

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Ist bei meiner neuen Arbeit ähnlich, kommen sogar in der Freizeit um Pflegeplanungen zu evaluieren oder Medis zu bestellen oder zu richten. Das schlimme daran ist, sie erwarten dasselbe von dir, und sind sauer, wenn man sich nicht anpaßt, verkehrte Welt nenn ich das!
 
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thorstein

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Das passt ja zum Thema, wie die Faust aufs Auge.
Warum sollte sich am Pflegenotstand etwas ändern, wenn wir ihn mit unserer Freizeit kompensieren?
Sind wir da nicht irgendwie in eine Falle geraten?
Ein durchaus ernst gemeinter Vorschlag zur Behebung des Pflegenotstandes ist ja eine wöchentliche Arbeitszeit von 42 h.
Das haben viele KollegInnen mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz schon längst verinnerlicht.
Ich persönlcih glaube nicht, das Denst nach Vorschrift uns weiterbringt. Aber ich würde mir doch wünschen, das man sich über die pflegepolitische Dimension seiner Handlung klar ist und konsequent für Rahmenbedingungen eintritt, die auch einen entspannten normalen Dienstantritt ermöglichen würden.
 
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IMC Köln

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Also bist Du einer der Kollegen,GerontoNurse,die ihre ganz persönliche Einstellung zum Beruf (oder zum AG) auf den grossen Rest der Belegschaft pauschalisieren und Erwartungen in Umlauf bringen,die letztlich der AG mit Freuden nutzt. Damit dienst Du ganz allein Deinem AG,mit Sicherheit nicht den Kollegen oder gar dem "Klientel",denn der Einzige,der mit der Uhr am Eingang sitzt,ist der AG bzw. dessen Augen und Ohren,aber bestimmt kein Bewohner !
Was in der vertraglich vereinbarten Regelarbeitszeit nicht geschafft wird,weil die Arbeitszeit mit der Kompensation des fehlenden Personals ausgefüllt ist,ist noch lange nicht unentgeldlich in der Freizeit zu erledigen,denn auch der Tag des engagiertesten MA hat nur 24 Stunden,von denen höchstens 8 oder 8,5 Stunden dem Broterwerb dienen,weil ja vom dankesschwangeren Zwinkern eines Bewohners noch niemand satt geworden ist. Nicht mal Zigaretten kannst Dir davon kaufen :grin:.
Nee,Deine persönliche Einstellung in allen Ehren,aber Deine pauschale Übertragung auf andere MA kommt wie gesagt nicht gut,denn sowas gibt nur böses Blut im Team und dieses wiederrum ist ein gefundenes Fressen für jeden AG !
 
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thorstein

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AW: Wir sind alle selber Schuld an der Pflegemisere

Ich habe den ersten Beitrag von gerontonurse durchaus differenzierter gelesen.
Ging es da nicht auch um die völlig berechtigte Frage nach dem "müssen" und dem Nein sagen (lernen)?
 
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