Wieviele Bewohner pro Pflegekraft?

T

Timmy1900

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wir haben 34 Bewohner auf Station Besetzung ist meistens 3 Pflegekräfte
In meinem Bereich habe ich 11 Bewohner . Zusätzlich noch die gesamten Medikamente Spritzen und PEG - Nahrungen der ganzen Station zu machen. Bei Schichtleitung zusätzlich noch den Telefondienst (häufig keine Pforte besetzt Handy dabei )
von den 11 Bewohnern sind zwei Bewohner mit Pflegestufe 3 zwei mit 1 und der Rest mit Pflegestufe 2.
Zusätzlich kommen dann noch 2 bis 3 Bewohner aus den anderen Bereichen dazu. Die anderen Mitarbeiter machen den Rest und das Frühstück und abräumen.

Wie sieht das in anderen Heimen aus?
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Pflegestation
Jürgen R.

Jürgen R.

Mitglied
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15.06.2004
74074
www.cultus.info
Tja, da seid ihr schon schwach besetzt! Aber das juckt keinen Menschen, solange ihr die geforderte Qualität in euren Pflegeleistungen bringt.
Stellenschlüssel gibt´s keine mehr. Also kann euch auch niemand vorschreiben wieviel Personal beschäftigt sein muss. Entweder also ihr macht so weiter und dann bleibt alles wie gehabt, oder der Heimaufsicht oder dem MDK fallen gravierende Mängel auf, die auf eine Personalunterbesetzung zurückzuführen sind. Erst dann tut sich in der Regel was.
Einzige Ausnahme ist die Leistungs- und Qualitätsvereinbarung (LQV) mit den Pflegekassen: Falls ihr eine habt, dann ist dort festgeschrieben wieviel Personal vorgehalten werden muss und das lässt sich dann nachrechnen.
Oder ihr habt einen internen Stellenschlüssel. Den müsste man dann eben mal auf Erfüllung prüfen. Allerdings festnageln kann man den Träger damit nicht ...
Fazit: Solange alles funktioniert gibt´s auch nicht mehr Personal. Das soll aber auf keinen Fall als Anstiftung zur Erbringung von mangelhaften Leistungen verstanden werden. Das träfe nämlich die Falschen, nämlich eure Bewohner!
Gruß,
Jürgen
 
Qualifikation
Heimleiter, Auditor, Unternehmensberater, Berufsbe
Fachgebiet
Selbständig
I

Ingeborg

Mir ist nichts bekannt, daß es keine Stellenschlüssel mehr gäbe.
In Bayern gilt normal ein Durchschnitt von 1:2,7 der verbesserte Schlüssel der Verhandlungssache ist, liegt bei 1:2,5 im Durchschnitt. Man kann ihn zwar noch in die Pflegestufen aufschlüsseln, aber bei einer normalen Durchmischung kommt man auf die Durchschnittszahlen.
Was das Problem an der Sache ist, ist daß damit ist die Zeit über 24 Stunden gemeint. Da man also mindestens 3 Schichten abdecken muß, Urlaub, Krankheit, Fortbildungs- und sonstige Fehlzeiten reingerechnet werden, kommt da schon eine Versorgungszahl von 10-13 Bewohnern in Stufen gemischt zum Ansatz. Je mehr Fehlzeiten, desto weniger Personal, also mehr Bewohner zu versorgen. Es ist auch bislang nicht gelungen die PDL aus dem Schlüssel rauszunehmen.
Da die Kosten nicht erhöht werden sollen, um die Bezirke nicht zu belasten, wird sich da auch nichts mehr ändern.
Man rechnet in etwa bei einer Pflegestation mit 30 Bewohnern FD 3-3,5 Mitarbeiter, SD 2-2,5 und nachts bis zu 70 Bewohner 1 Pflegefachkraft.
Im übrigen muß in Bayern jedes Heim an die Heimaufsicht pro Quartal unaufgefordert eine Personal, Bewohner und Pflegestatistik senden.

Ich hoffe nun ist die Situation und Einschätzung für Dich klarer.
 
B

Bienchen

Neues Mitglied
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22.10.2004
66687
Bei uns ist es so, das für 20 Bewohner 3 Pflegekräfte für die morgendliche Grundpflege da sind. Davon allerdings eine Pflegekraft nur bis 9:30 Uhr. Und von den 3 Pflegekräften auch nur eine Fachkraft.
Als fachkraft/Schichtführung muss ich auch Insulin spritzen, BZ abnehmen u.s.w. das heisst, das ich von 20 Bewohnern bei der Grundpflege höchstens 4 bis 5 schaffe.
Unsre Bewohner haben alle Pflegestufe 2 und 3.
Da ist Teamarbeit und vorallem die genaue Planung der einzelnen Schritte umumgänglich.
Ich finde, das die Zeiten der Pflegekassen viel zu gering gehalten sind, was ist wenn z.B. ein Bewohner zur Toilette muss und da mal länger sitzen möchte, als es die Zeiten vorgeben?
Soll ich da hingehen und sagen: SIE SIND JETZT ABER FERTIG??
Unsre Heimleitung meinte vor kurzem sogar, das wir früh mit nur noch 2 Pflegekräften auskommen müssten??!!
Da frage ich mich doch ernsthaft, wo wir die Zeit dafür hernehmen sollen? Bei älteren Menschen geht es nunmal "nicht so schnell"
Ich denke, das aber das ganze System dafür verantwortlich ist.

LG
 
Qualifikation
Krankenschwester/ WBL
Fachgebiet
Altenheim
I

Ingeborg

2 ist schon sehr wenig, aber warum ist das so?
Das ist schon klar, ich bin PDL und selbst manchmal auf Station, und wenn ich um 6.15 h anfange, dann schaffe ich auch nur maximal 5 Personen und dann werden Medikamente, BZ gemacht. Danach kann man weiter machen. Und nicht alle Leute müssen um 8.00h fertig sein, das kann man mit Planung und Teamabsprache bis in den Nachmittag ziehen.

Und es könnte auch sein, daß bei der Begutachtung schon die Stufen extrem niedrig bei Euch ausfallen. Ich weiß das hat sich extrem verschlechtert und diese Zeiten (Minuten) gibt es wirklich, aber mit Begründung bei der Pflegeplanung und vorallem Anleitung kann man schon noch ein paar Minuten rausholen.

Bei 30 BW pro Station haben wir 3,5 MA da bedeutet die Halbtagskraft geht um 10.00h. Damit ist das vergleichbar mit Euch. Und auch bei uns sind nur 1EX Minimum und der Rest Helfer.
Tschüss Ingeborg
 
J

Jochen Gust

Mitglied
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Hallo,

ich kann mich Jürgen R. da anschließen in dem Sinn, daß nichts passieren wird solange die Pflege sagt "es geht irgendwie". Ist ein schwieriges Feld. Ebenfalls von verbindlicher Bedeutung sind natürlich die LQV`s.
Wir sind für derzeit 36 Bewohner morgens zwischen 6 und 9 Mitarbeitern + später jemand auf geringfügiger Basis der sich nur um die Wäsche etc. kümmert, damit wir davon entlastet sind. Spätdienst sind im Regelfall 4 Mitarbeiter + ein Mitarbeiter für die Abendbeschäftigung (NachtCafe). Nachtdienst haben immer 2 Mitarbeiter. Bei vollbelegung sind es 23,75 Stellen (auf 40 Bewohner), meines Wissens.
Natürlich siehts in der Urlaubszeit + gleichzeitigem Krank auch mal etwas anders aus. Dazu muß ich allerdings sagen, daß wir eine besondere Vergütungsvereinbarung haben, und ausschließlich Demenzkranke mit mindestens Pflegestufe II versorgen. Zum Team gehören ständig auch drei Ergotherapeutinnen, da wir natürlich auch hohe Anforderungen aus unseren LQV`s erfüllen müßen (und vor allen Dingen wollen), sowie eine Hauswirtschafterin die jeden Tag mit den Bewohnern kocht, bügelt, putzt etc. . .

Wir sind auch das einzige Heim im Kreis Ostholstein, daß einen solchen Stellenschlüßel hat - und wir haben fast sieben Jahre dafür kämpfen müssen.

Ich wünsche alle Pflegenden, daß auch alle Träger nach und nach die Einsicht haben das eine besser besetze Pflege (teurer) letztlich die günstigere ist für alle: für die Kassen, für die Einrichtungen und vor allem für die Bewohner. Das zumindest lässt sich rechnerisch beweisen.

Es grüßt


Jochen Gust
 
Qualifikation
Angestellter
Fachgebiet
Angehörigenberatung & Öffentlichkeitsarbeit
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B

Bienchen

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22.10.2004
66687
Hey, Gust da seid ihr aber wirklich GUT besetzt!! Und Ingeborg, das Thema, mit der Grundpflege nach dem Frühstück der Bewohner weiter zu machen, hatten wir letztens auch. Allerdings finde ich, das man zum beispiel einen Bewohner mit Apoplex, der noch irgendwo "rege" im Kopf ist, kaum erst 10 oder 12 Uhr aus dem Bett holen kann. Und wir haben von 20 Bewohnern mindestens 15, die mitbekommen, wann früh und wann abend ist.Selbst eine Bewohnerin mit Pflegestufe 3, die nicht orientiert ist, möchte ich nicht erst am Nachmittag der Grundpflege vom morgen unterziehen. Gerade ältere Menschen stehen doch meistens früh auf.
Wir fangen früh 6.30 Uhr mit der Arbeit offiziell an, da bin ich meistens schon 6.00 Uhr da, um Medikamente und Tropfen zu richten. Und halb 7 klingeln dann auch schon 8 von 20 Bewohnern und wollen aufstehen. Alle brauchen aber Hilfe.
Auch unsre Heimleitung meinte, das nicht alle Bewohner punkt 8.00 Uhr "fertig " sein müssen.
Aber der Tagesablauf geht halt weiter, 8.30 Frühstück, danach direkt die heilige Messe, dann 3 mal pro Woche Therapie für die Bewohner. Die Fachkraft muss Medikamente richten, die Nichtfachkräfte z.B. Toilettentraining und Gehübungen durchführen.
Es bleibt keine Zeit für die Grundpflege nach dem Frühstück. Oder aber die Bewohner können nicht an dem Tagesablauf teilnehmen.
Ja und nebenbei sollen Fachkräfte noch Pflegeplanungen so schreiben, das "ein Paar Minuten" mehr rausspringen??!!
Ich habe alle meine Pflegeplanungen zu Hause geschrieben, aber das kann es doch auch nicht sein.
Es ist ein Thema ohne Ende und unsere Gesundheitspolitik wird nicht besser!


LG
 
Qualifikation
Krankenschwester/ WBL
Fachgebiet
Altenheim
I

Ingeborg

Hey, Gust da seid ihr aber wirklich GUT besetzt!! Und Ingeborg, das Thema, mit der Grundpflege nach dem Frühstück der Bewohner weiter zu machen, hatten wir letztens auch. Allerdings finde ich, das man zum beispiel einen Bewohner mit Apoplex, der noch irgendwo "rege" im Kopf ist, kaum erst 10 oder 12 Uhr aus dem Bett holen kann. Und wir haben von 20 Bewohnern mindestens 15, die mitbekommen, wann früh und wann abend ist.Selbst eine Bewohnerin mit Pflegestufe 3, die nicht orientiert ist, möchte ich nicht erst am Nachmittag der Grundpflege vom morgen unterziehen. Gerade ältere Menschen stehen doch meistens früh auf.


>>>>>Ja ich weiß aber man kann ev. mit einzelnen absprechen wann wer versorgt wird, dann fällt schon mal das läuten weg. Denn das vertut nur Zeit. Wenn das geregelt ist im team und die Kollegen sich alle dran halten an den Ablauf, dann ist es ruhig. ich erlebe es manchmal auch stressig, aber dann ist es meistens so, daß MA vom FD die Zeiten der bewohner die sioe gewohnt sind nicht einhalten, dann geht es mit läutenh los und Stress bis Mittag.


Wir fangen früh 6.30 Uhr mit der Arbeit offiziell an, da bin ich meistens schon 6.00 Uhr da, um Medikamente und Tropfen zu richten. Und halb 7 klingeln dann auch schon 8 von 20 Bewohnern und wollen aufstehen. Alle brauchen aber Hilfe.

>>>>>>Wir haben in letzter Zeit viele neue Bewohner bekommen, die gerne bis 9 oder 9.30h schlafen oder das Frühstück im Bett zu sich nehmen. Nachmittags kann man natürlich nur Schwerstpflegebedürftige und komatöse versorgen, von seltenen Einzelfällen abgesehen.


Auch unsre Heimleitung meinte, das nicht alle Bewohner punkt 8.00 Uhr "fertig " sein müssen.
Aber der Tagesablauf geht halt weiter, 8.30 Frühstück, danach direkt die heilige Messe, dann 3 mal pro Woche Therapie für die Bewohner. Die Fachkraft muss Medikamente richten, die Nichtfachkräfte z.B. Toilettentraining und Gehübungen durchführen.

>>>>>Medikamente machen wir in Boxen und werden wöchentlich gestellt und zwar vom Nachtdienst. 3 BW werden vom Nachtdienst gewaschen, die wollen das aber so.
Und natürlich Therapie macht die Mitarbeiterein auf der Station und die Transfers macht sie auch selber.
Und Messe, Rosenkranz haben wir nur 1x pro Woche und dann um 16.00h das entlastet. Denn wir haben Ehrenamtliche die da helfen.

Es bleibt keine Zeit für die Grundpflege nach dem Frühstück. Oder aber die Bewohner können nicht an dem Tagesablauf teilnehmen.
Ja und nebenbei sollen Fachkräfte noch Pflegeplanungen so schreiben, das "ein Paar Minuten" mehr rausspringen??!!
Ich habe alle meine Pflegeplanungen zu Hause geschrieben, aber das kann es doch auch nicht sein.

>>>>>Nein, denn das sollte mit dem Bewohner oder Angehörigen in Absprache des Teams von der jeweiligen Bezugspflegefachkraft erfolgen. Bei uns sind das max. 6 Bw pro Fachkraft.

Es ist ein Thema ohne Ende und unsere Gesundheitspolitik wird nicht besser!


>>> Ich weiß es ist wegen dem Geld und weil es sowieso Alles rückwärts geht. Ich habe da auch keine Hoffnung mehr. Manchmal möchte ich auch Alles hinwerfen, vorallem nachdem irgendwelche Bürokraten, mal wieder eine Begehung gemacht haben. Aber das geht auch nicht, daß man Alles liegen und stehen läßt. Ich habe doch Verantwortung.

>>>Und dann will ich eben versuchen jeden Tag positiv anzugehen und wenigstens mich nicht in Stress hineinziehen zu lassen. Damit ist schon viel geholfen.

>>> Ist mein Text, ich kenne mich noch nicht so aus, mit Farben und...
Tschüss Ingeborg
 
I

Ingeborg

Hallo,

ich kann mich Jürgen R. da anschließen in dem Sinn, daß nichts passieren wird solange die Pflege sagt "es geht irgendwie". Ist ein schwieriges Feld. Ebenfalls von verbindlicher Bedeutung sind natürlich die LQV`s.
Wir sind für derzeit 36 Bewohner morgens zwischen 6 und 9 Mitarbeitern + später jemand auf geringfügiger Basis der sich nur um die Wäsche etc. kümmert, damit wir davon entlastet sind. Spätdienst sind im Regelfall 4 Mitarbeiter + ein Mitarbeiter für die Abendbeschäftigung (NachtCafe). Nachtdienst haben immer 2 Mitarbeiter. Bei vollbelegung sind es 23,75 Stellen (auf 40 Bewohner), meines Wissens.
Natürlich siehts in der Urlaubszeit + gleichzeitigem Krank auch mal etwas anders aus. Dazu muß ich allerdings sagen, daß wir eine besondere Vergütungsvereinbarung haben, und ausschließlich Demenzkranke mit mindestens Pflegestufe II versorgen. Zum Team gehören ständig auch drei Ergotherapeutinnen, da wir natürlich auch hohe Anforderungen aus unseren LQV`s erfüllen müßen (und vor allen Dingen wollen), sowie eine Hauswirtschafterin die jeden Tag mit den Bewohnern kocht, bügelt, putzt etc. . .

Wir sind auch das einzige Heim im Kreis Ostholstein, daß einen solchen Stellenschlüßel hat - und wir haben fast sieben Jahre dafür kämpfen müssen.

Ich wünsche alle Pflegenden, daß auch alle Träger nach und nach die Einsicht haben das eine besser besetze Pflege (teurer) letztlich die günstigere ist für alle: für die Kassen, für die Einrichtungen und vor allem für die Bewohner. Das zumindest lässt sich rechnerisch beweisen.

Es grüßt


Jochen Gust

Ich weiß und habe auch in Zeitschriften davon gelesen. Das ist aber ein Modellfall und einzeln vorhanden. Und in Bayern gehen die Uhren schon immer anders. Und in der derzeitigen Situation ist nix zu holen. Ich war selbst 1995 in einer Studie und da hat man Pflegezeiten erfasst. Dann sich im Staatsministerium München getroffen. Da waren dann die Sozialhilfeträger, der Städtetag, die Krankenkassenverteter und 10 andere ältere Herren.... Es ist nichts herausgekommen, die Zeiten wurden vom MDK ein paar Jahre später hinweggewischt. Die Begutachtung der Stufen hat sich seitdem extrem verschärft.

Es freut mich, daß es Ihnen so gut geht und ich gönne das auch von Herzen, aber sehe keinen Weg hier. Und dann sie schreiben 23, Stellen, aber sind das Vollzeitstellen? Und ist die Hauswirtschaft integriert? Wir haben auf 56 Bewohner 21 Planstellen Vollzeit, die von 35 Mitarbeitern besetzt sind. Das kommt aber von dem hohen Teilzeitanteil.

Und die LQV ´s habe ich gelesen das sind bei den Verhandlungen ein paar Haken mehr am Fragebogen. Da ist das auch nicht näher definiert. In der Umsetzung muß man die MDK Vorgaben abwarten aber so wild wird das nicht.

Tschüss Ingeborg
 
J

Jochen Gust

Mitglied
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Ich weiß und habe auch in Zeitschriften davon gelesen. Das ist aber ein Modellfall und einzeln vorhanden. Und in Bayern gehen die Uhren schon immer anders. Und in der derzeitigen Situation ist nix zu holen. Ich war selbst 1995 in einer Studie und da hat man Pflegezeiten erfasst. Dann sich im Staatsministerium München getroffen. Da waren dann die Sozialhilfeträger, der Städtetag, die Krankenkassenverteter und 10 andere ältere Herren.... Es ist nichts herausgekommen, die Zeiten wurden vom MDK ein paar Jahre später hinweggewischt. Die Begutachtung der Stufen hat sich seitdem extrem verschärft.

Es freut mich, daß es Ihnen so gut geht und ich gönne das auch von Herzen, aber sehe keinen Weg hier. Und dann sie schreiben 23, Stellen, aber sind das Vollzeitstellen? Und ist die Hauswirtschaft integriert? Wir haben auf 56 Bewohner 21 Planstellen Vollzeit, die von 35 Mitarbeitern besetzt sind. Das kommt aber von dem hohen Teilzeitanteil.

Und die LQV ´s habe ich gelesen das sind bei den Verhandlungen ein paar Haken mehr am Fragebogen. Da ist das auch nicht näher definiert. In der Umsetzung muß man die MDK Vorgaben abwarten aber so wild wird das nicht.

Tschüss Ingeborg
Hallo Ingeborg,

Modellfall vielleicht - aber nicht in dem Sinne, daß wir irgendwelche außergewöhnlichen Fördergelder erhalten. Mit Bayern kenne ich mich schlicht und ergreifend nicht aus.
Die 23 - ja, Vollzeit (od. 21? sorry, bin mir nun nicht ganz sicher). Aber nicht alle Vollzeit besetzt, sondern auch geteilt - also mehr "Köpfe" als Stellenanzahl.
Mit den LQV`s erlebe ich das allerdings anders. Wenn wir vereinbart haben das wir 365 Tage im Jahr ein NachtCafe bieten, kriegen wir zum einen die Planstellen dafür. Werden aber eben auch verpflichtet so und so viel Ergos einzustellen. Und ob es stattfindet wird auch kontrolliert. ebenfalls wurde in den Pflegesatzverhandlungen festgelegt, wie viele Stunden je Mitarbeiter an Fortbildung jedes Jahr gemacht werden müssen, speziell in Sachen Demenz. Und eben noch eine Reihe weiterer "Auflagen". Nur mit dem "Häkchen" irgendwo funktioniert das hier jedenfalls nicht. Und das ist auch richtig so, wie ich meine. Schließlich ist unser Haus im Schnitt auch etwas teurer als andere Heime des Kreises.
Ich denke, grundsätzlich haben wir einen anderen Weg als die Messung von Pflegezeiten gewählt. Ich kenne keinen "Fall", wo das Aufschreiben tatsächlicher Pflegezeiten sehr viel bewirkt hätte. Argumentation war wirklich, daß eine spezialisierte Pflege für alle beteiligten letztlich billiger sein würde. Weniger Medikamente, weniger Stürze, weniger (keine) Hinlauftendenzen, keine Beschwerden durch Angeh. bei der HA, geringe MA Fluktuation, geringer Krankenstand etc. pp. . Abgesehen von ethsichen Gesichtspunkten. Leider war ich damals bei den Verhandlungen nicht selber "live" dabei, kann also nur das wietergeben, was ich aus Erklärungen dazu weiß.
Ich will aber noch ein anderes Problem anführen, daß ich jetzt mehrfach erlebt habe.
Kürzlich fand hier in meinem Wohnort eine Podiumsdiskussion mit der Gesundheitsministerin Trauernicht (Land SH) statt. Es ging um Pflegequalität und Zukunftsentwicklungen der Pflege. U.a. war ich als Diskussionspartner eingeladen. Der Saal war rappelvoll. Zunächst stellte eine Krankenkassenvertreterin dar, wie zufrieden Pflegebedürftige in den Heimen sind - laut einer Fragebogenaktion, die an die Heime verschickt worden war (löl). Der Alltag der Pflegekräfte wurde in meinen Augen verfälscht wiedergegeben, viele Geschäftsführer und PDL`s waren nur daran interessiert ihre Einrichtung als hervorragend zu präsentieren. Als ich dann irgendwann sagte: "Angehörige bezahlen einen Mercedes, damit ihre Verwandten einen Polo bekommen - das ist die Wirklichkeit der stationären Altenhilfe, zu lasten der dortigen Mitarbeiter.". Tja, da war die Luzie los, und die anwesenden PDL`s etc. widersprachen heftig usw. usfrt. . Wenn wir also gerade gegenüber der Politik nicht ehrlich sind.... . Tja. Was soll ich sagen, daß hat mich jedenfalls ganz schön demotiviert. Allerdings saßen im Publikum auch einige Kolleginnen, die mit ihren Wortmeldungen das ganze noch etwas ins rechte Licht gerückt haben. Dennoch. Wenn die Pflege in einer sachlichen Diskussion die Karten nicht auf den Tisch legt, wundert es mich nicht wenn sich auch kaum etwas verbessern lässt. Schade, die Ministerin hätte mehr von dem Abend mitnehmen können.

Es grüßt Dich + Euch

Jochen
 
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Ingeborg

Hallo Hr. Gust.

Die LQV in Bayern beziehen sich auf die allgemeinen Ausstattungen, Personalschlüssel, Mahlzeiten udgl. Neu seit diesem Jahr ist noch Antidekubitusprophylaxe, Schmerzmanagement und Entlassmanagement. Da bezieht man sich ausschließlich auf die Expertenstandards.
Im Übrigen haben die Bezirke in Bayern die Investitionskosten pauschal um 5% geklürzt und Bewohner die neu einziehen dürfen nur noch in Doppelzimmer. Ausserdem haben die Bezirke vor, mit teueren Heimen die versorgungsveträge zu kündigen und nur noch die Billigeren zu berücksichtigen. Hier hat das Dumping bereits eingesetzt. Ebenso bei dem Personal, es gibt bereits AZ Erhöhungen ohne Lohnausgleich auf 40 Wo Std., Weihnachtsgeld wird reduziert und die löhne gekürzt um ca 20%. Viele ehemals städtische Heime werden in Auffanggesellschaften eingegliedert. Der Abbau ist voll im Gange und im Hintergrund warten amerikanische Konzerne, die ebenso wie in die Krankenhausgesellschaften, einsteigen.

Was diese Treffen anbetrifft so muß ich sagen. Ich gehe da zwar hin, aber offen reden kann man nicht, denn als PDL muß ich aufpassen was ich sage. Es sind immer Vertreter von Heimaufsicht udgl. anwesend. Und es wird sehr wohl vermerkt was man sagt und wer von Problemen berichtet, der hat innerhalb kurzer Zeit eine Überprüfung. In bayern sind Überprüfungen grundsätzlich unangemeldet und unter Umständen mehrmals im Jahr. Oft ist das Klima bie beim Verhör. Kollegen aus anderen Bezirken haben mir das auch bestätigt.

In Bayern gibt es fetse pflegeschlüssel, einen normalen und einen leicht verbesserten, ausserdem kann mam die Fachkraft bis etwa 65% festschreiben lassen. Das ist der einzige Spielraum.

Ich empfinde Pflege siet 4-5 Jahren so: die Angehörigen und Ämter wollen Mercedespflege und das bei Fiatpreisen und Fahrradpersonalmengen.

Wenn ihr so viel Personal habt, kann es meiner Mienung njachz einfach eine Nische sein. Denn dann bekommt ihr entweder Fördergelder, oder seid nicht von Bezirken abhängig. Wie liegen bei Euch die Heimkosten?

Tschüss Ingeborg
 
J

Jochen Gust

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Hallo Ingeborg,

wir sind ein Heim für und ausschließlich für Demenzkranke. Selbstverständlich finden auch unserer Pflegesatzverhandlungen mit dem Kreis u.a. Kostenträgern statt (Ostholstein), also so wie es jedes Heim macht. Fördergelder oder etwas ähnliches bekommen wir nicht! Wir sind also kein Modellprojekt. Zugangsvoraussetzung für Heimbewohner ist stets u.a. die Pflegestufe II, d.h. wir dürfen leider keine Bewohner in der PS 0 oder I aufnehmen.
Heimentgelt setzt sich in PS II zusammen (tägl.):
Pflegeleistungen: 57,41 €
Unterkunft & Verpflegung: 19,45 €
Investitionskosten: 15,34 €
Ergibt täglich in PS II 92,20 € ; monatl. 2804,72 € davon getragen durch die Pflegeversicherung: 1279,00 €. Eigenanteil je Bewohner PS II: 1525,72 €.
PSIII monatl.: Eigenmittel: 1757,84 €. Monatl. Umrechnungsfaktor: 30,42.

Diese Heimkostensatz liegt für unseren Landkreis etwa 500 € über dem normalen Heimkostensatz einer stationären Pflegeeinrichtung.
Warum sollte das nicht machbar sein? In Pflegesatzverhandlungen geht es doch letztlich darum, was einem Heim an Leistung, Personal, Ausstattung erlaubt wird. Je nach dem, wie viel die Verhandler von der tatsächlichen Situation verstehen, und wie überzeugend die Mitarbeiter auf Seiten der Heime sind, ist das Ergebnis. Ich denke sogar, daß die Schaffung von immer mehr "Modellprojekten" schlicht und ergreifend ein Fehler ist, denn das nützt "der Masse" in der Regel wenig. Ein Hamburger Soziologe hat das kürzlich im Bezug auf die Pflege sehr schön ausgedrückt: "Viele Modellprojekte deuten daraufhin, daß dringende Reformen verschleppt werden."

Es grüßt

Jochen Gust
 
Qualifikation
Angestellter
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I

Ingeborg

Hallo Ingeborg,

wir sind ein Heim für und ausschließlich für Demenzkranke. Selbstverständlich finden auch unserer Pflegesatzverhandlungen mit dem Kreis u.a. Kostenträgern statt (Ostholstein), also so wie es jedes Heim macht. Fördergelder oder etwas ähnliches bekommen wir nicht! Wir sind also kein Modellprojekt.


Sorry hatte die letzten Tage keine Zeit. Also da wo ich arbeite sind die Pflegesätze etwa 200 Euro pro Monat geringer, ich kenne aber auch teurere Heime hier. Trotzdem haben die nur im Schnitt 1:2,5 Pflegeschlüssel. Ich weiß nicht wovon das Personal bei euch bezahlt wird. Es stimmt schon, daß Schüler mit 0,17 gerechnt werden also 6 Schüler 1 Stelle besetzen oder 3 Zivis eine Stelle. Aber wenn Alles ausgebildete MA und Pflegehelfer mit Kurs sind, dann weiß ich einfach nicht wie ihr das macht.

Tschüss Ingeborg
 
H

hexewl2

Neues Mitglied
Basis-Konto
31.05.2005
21423
Hallo Ihr Lieben Pflegekräfte.
In meiner Ausbildungszeit war es leider auch nicht anders gewesen als bei Euch. Da mussten sogar wir Auszubildenden als Vollzeitkräfte mit eingesetzt werden. Wir hatten 40 Bewohner auf einer Station und im Frühdienst waren meist nur eine Kraft da die die Medikamente und den Papierkram gemacht hat. Dann war noch eine Pflegekraft da gegebenen Falls mal zwei Pflegekräfte und pro Schicht ein Azubi.
Die Azubis kamen nicht mal mit ihren Wochenaufgaben mit und konnten auch nicht so arbeiten wie es der Lehrplan vor geschrieben hatte. Mich würde mal interessieren ob es in der heutigen Zeit noch immer so ist, das die Auszubildenden kaum noch ihren Wochenaufgaben hinter her kommen oder ob es sowas überhaupt noch gibt.......
ich bin schon ein paar Jahre aus der Pflege raus kann mich aber noch gut entsinnen, das es zu meiner Zeit auch nicht besser mit der pflegelichen Besetzung vom Pflegepersonal war.
Das schlimmste finde ich, das die Bewohner drunter leiden mussten, immer musste man antworten tut mir leid, leider habe ich wenig Zeit für Sie. Ich denke doch das die Pflegenden gerade von den Bewohnern leben und schon alleine daher mehr auf die Bewohner eingegangen werden müsste und vor allem nicht am Personal gespart werden sollte.
Ich denke, schon allein zum Schutz des Bewohners müssten die Heimleitungen mehr Personal einstellen. Wenigstens in den Hauptpflegezeiten wo die morgendlichen Waschungen und so sind oder abends wenn die Bewohner ins Bett gehen damit man dementsprechend die Lagerungspläne und so weiter einhalten kann. Lieben gruß von hexewl2
 
Qualifikation
zur Zeit Erwerbsunfähig
Fachgebiet
Altenpflegerin
C

charleene

Hallo,

ich habe vor etwas mehr als einem jahr meine Ausbildung zur Altenpflegerin abgeschlossen. Bei uns gab es keine Wochenaufgaben, aber die Dozenten kamen regelmäßig ins Heim zu Anleitungsstunden und Lehrproben.

Auch bei uns war die personelle Situation zum fürchten. Wir hatten rund 45 Bew. und 3 MA zur Verfügung, eine exam. die mit Tabletten beschäftigt war, ein PH und ich als Schülerin. Nicht gerade eine Traumbesetzung. Es war schon der reinste Luxus, wenn wir mal zu viert waren. Die Pflege sah auch dementsprechend aus und bei jeder Übergabe (PDL und HL waren grundsätzlich dabei) haben wir übergeben müssen, daß wir nicht alle Aufgaben geschafft haben. Z. B. Getränke verteilen, Pflegewagen, den einen oder anderen zu waschen. Man kann es ja nichtmal mehr waschen nennen, denn gerade die Bettlägerigen bekamen überwiegend eine "Katzenwäsche" verpasst. Wir haben mehrmals deutlich gemacht, daß eine solche Arbeitssituation für alle Beteiligten unter aller Würde ist. Wenn man von der HL ERWISCHT wurde, daß man außerhalb der Pause auf Toilette ging, bekam man gleich freche Sprüche an den Kopf geworfen. Selbst die Pausen bestanden aus mal kurz eine Zigarette oder mal eben einen Schluck trinken.

Nach der Ausbildung habe ich u. a. für mehrere Zeitarbeitsfirmen gearbeitet. Teilweise habe ich mich ernsthaft gefragt, warum jemand von uns angefordert wurde. Dienstbeginn war z. B. um 6.00 Uhr, 4 - 5 Mann im Dienst (mit mir) für ca. 20 Bew., vor 7.00 Uhr ist niemand aus dem Dienstzimmer aufgestanden, außer es hat jemand geklingelt. Natürlich ist es schön für die Bew. wenn sie mal ausschlafen können, insbesondere da sie ja auch schon ein recht hohes Alter haben und man es ihnen gönnt. Andererseits hat man schon diesen krassen Kontrast vor Augen. In der Ausbildung am Ackern gewesen wie ´ne blöde, keine Pausen, nur Stress, Hektik, Überforderung und schlechte Pflege. Und dann diese Situation als krasser Gegensatz dazu war schon gewöhnungsbedürftig.

Gruß charleene
 
H

haus maranatha

Gesperrter Benutzeraccount
Das Thema "Wieviel Bewohner pro Pflegekraft" ist ein sehr altes Thema. Mich wundert, daß Pflegekräfte immer wieder selbst die Pflegebedürftigen als Argument vorschicken, daß sie so stark belastet werden. Ich halte einen durchschnittlichen Schlüssel von 1:6 im Tagdienst nicht nur für gerechtfertigt, sondern für erforderlich.

Schon mehrfach habe ich betont, daß ein Pflegeheim immer soviel Personal vorhalten muß, daß mindestens das untere Limit der Pflegezeit in der jeweiligen Pflegestufe als verfügbare Arbeitszeit = Pflegepersonal vorzuhalten ist. Eine detaillierte Berechnung finden sie auf meiner Seite im Forum Haus Maranatha unter www.altenpflege-heute.com. Auch ich habe ein Problem mit den Kostenträgern. Dieses kommt daher, daß in anderen Pflegeheimen die elementarsten Grundlagen der pflegerischen Praxis ignoriert werden - sowohl von den Leitungen als auch von den Pflegenden selbst.

Der Kostenträger hält mir vor, daß es bei anderen ja auch mit weniger Personal geht! Was will ich dagegen halten? Ich kann nur sagen: Die Personalausstattung in der Pflege im Hause von Jochen Gust sollte in allen Heimen Standard sein. Sie kann es auch sein, wenn die Pflegenden endlich handeln und das SGB XI wörtlich umsetzen! Niemand kann dafür bestraft werden, daß er ein Gesetz korrekt einhält! Also wovor fürchten? Macht doch endlich mal Dienst nach Vorschrift!

1. pflegt jeden Bewohner, den ihr pflegt, aktivierend, so wie es das Gesetz fordert! Im Gesetz steht drin, wie das zu geschehen hat: "Der Bewohner soll alles, was er selber kann, selber machen. Wo erkennbar ist, daß er Fähigkeiten zurück gewinnen kann, soll er darin unterstützt werden." (SGB XI, § 28, Abs. 4) Laßt euch von nichts und niemand von der vórschriftsmäßigen Arbeitsweise abbringen.

2. was bei dieser gesetzeskonformen Arbeitsweise liegen bleibt, bleibt liegen. Nicht lange, kann ich versichern. Denn Neueinstellungen werden nur dadurch zwingend erforderlich! Bange machen gilt nicht, daß dann andere Pflegekräfte vor der Tür stehen, die euch ersetzen könnten. Das ist eine Lüge! Ich habe lange genung nach qualifizierten Kräften suchen müssen - und riesige Probleme gehabt überhaupt jemand zu finden!

3. dokumentiert eure Arbeit diffizil um einen unwiderlegbaren Beweis zu erbringen, daß bei gesetzeskonformer Ausführung der Arbeit nicht mehr zu schaffen ist. Jede Dokumentation ist gerichtsfest, wenn sie ehrlich ausgefüllt wurde!

4. nehmt eure gesetzlich vorgeschriebenen Pausen in Anspruch, sie dienen der Erhaltung eurer Arbeitskraft! Was liegen bleibt, bleibt liegen, so einfach ist das. Dann muß eben mehr Personal her, damit nichts mehr liegen bleibt!

5. wer ein übersteigertes Qualitätsniveau haben will, soll auch die dafür erforderlichen Resourcen bereit stellen. Plaisir ist zwar vom Tisch, aber es war halbwegs ehrlich! Die Pflegekräfte können Plaisir durchsetzen, wenn sie nicht immer wieder reihenweise umkippen und sich ausnehmen lassen. Nach dem Personalschlüssel von Baden-Württemberg können Planstellen ohne besondere Begründung in der Einrichtung pro Pflegebedürftigen verhandelt werden, sofern sie sich in einem willkürlich festgelegten Korridor bewegen:

Pflegestufe 1: 0,25 - 0,32; hier liegt der Korridor im guten Mittel, ist also ausreichend!
erforderlich sind 0,18 - 0,48 (dies entspricht einem pflegebedingten Aufwand von mindestens 45 min./Tag bis 119 min./Tag)

Pflegestufe 2: 0,35 - 0,45; hier erfüllt der Korridor nur max. 93,75 % des Aufwandes, der erforderlich ist, um überhaupt in die Pflegestufe 2 zu gelangen!
erforderlich sind 0,48 - 0,96 (dies entspricht einem pflegebedingten Aufwand von mindestens 120 min./Tag bis 239 min./Tag)

Pflegestufe 3: 0,48 - 0,61; hier erfüllt der Korridor nur max. 63,54 % des Aufwandes, der erforderlich ist, um überhaupt in die Pflegestufe 3 zu gelangen!
erforderlich sind 0,96 (dies entspricht einem pflegebedingten Aufwand von mindestens 240 min./Tag)

Solange Pflegekräfte zulassen, daß staatliche Organe Leistungen verlangen, die selbst auf ihrer eigenen Kalkulation nicht erbracht werden können, wird sich nichts ändern! Denen ist egal, wie viele Pflegekräfte verheizt werden, die haben ihr Schäfchen im Trockenen!

Im Übrigen war es in der letzten Verhandlung noch möglich, für die Pflegestufe 1 je Bewohner 80 min./Tag = 0,32 Planstellen, für die Pflegestufe 2 je Bewohner 112,5 min./Tag = 0,45 Planstellen und für die Pflegestufe 3 je Bewohner 152 min./Tag = 0,61 Planstellen zu erreichen.

Traurig ist, daß sich Pflegekräfte durch ihr gesetzwidriges, unvernünftiges Verhalten selbst ihre Gesundheit kaputt machen und sich und anderen ihres Arbeitsplatzes berauben.

Auf diesem Hintergrund ist die Aussage von Pflegekräften, daß der Bewohner bei korrekter Arbeitsweise leiden müßte, der blanke Hohn!

So denkt ein Heimleiter!
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Leitung
C

charleene

So denkt ein Heimleiter ....

Leider bist Du da eine Ausnahme. Die privaten Heimleitungen, welche ich kennengelernt habe, denen ging es um ihren eigenen Profit. Niemals hätten sie das ausgesprochen, man hat es aber daran gemerkt, daß wenn man Nagelpflege betreiben wollte, niemals eine Schere o. ä. aufzufinden war. Arbeitsmaterial war grundsätzlich knapp. Selbst Handtücher und Waschlappen waren auf die Bewohnerzahl abgezählt. Wenn wir nicht hinkamen, hieß es die wurden geklaut und es wurden neue angeschafft. Das Geld hierfür wurde aus der Schwesternkasse genommen, denn schließlich waren wir ja auch daran schuld, daß zu wenig Waschlappen da waren. Zum Abendessen gibt es abgezähltes Brot und Aufschnitt, wenn jemand nachverlangt tut es mir leid, denn alles andere ist eingeschlossen. Es war teilweise schon ein harter Kampf, daß es zum Abendessen Gemüse gab, und obendrein nicht halb vergammelt war. Auch das Thema Wunschkost bei prä finalen war nicht immer einfach. Es gab mal eine Dame die wünschte sich sehnlichst ein Schmalzbrot, es gab etliche Diskussionen bis wir dieses Schmalz bekamen.

Auch das Thema "Begleitender Dienst" bzw. Beschäftigung generell war immer ein großer Streitpunkt. Wir haben neben unseren normalen Tätigkeiten die Bew. zum Arzt begleitet, mussten nach Feierabend ins KH fahren um ihnen Kleidung zu bringen. Im Spätdienst wurde generell von uns verlangt, daß wir ein Beschäftigungsangebot machen, denn die Bew. möchten ja schließlich auch beschäftigt werden und nicht immer nur apathisch ihre Zeit auf den Zimmern fristen. Wenn wir dieses ausfallen ließen (und das taten wir oft, weil uns die Pflege wichtiger war, die Zeit war ja ohnehin knapp und einer muss ja auch in die Küche, das Abendessen machen), dann gab es spätestens am nächsten Tag Ärger, denn die Beschäftigungspläne hängen eine Woche vorher aus. Im Frühdienst, wurde von uns verlangt, daß wir zumindest eine Einzelbetreuung schaffen, sei es einkaufen gehen, vorlesen, spazieren gehen usw. Auch hier wieder, wenn es nicht geschafft wurde, da evtl. ein Notfall war, man lieber einen mehr geduscht hat etc. gab es spätestens bei der Übergabe Ärger.

In dem Heim, hat es auch sehr viele Abmahnungen gegeben. Ein Kollege hat es gewagt vorm Dienst noch auf die Toilette zu gehen und ist so zur morgendlichen Übergabe zwei Minuten zu spät erschienen. Allerdings wurde bei dieser Abmahnung übersehen, daß man regelmäßig seine Arbeitszeit überzieht um die Doku zu schreiben. Da ist es keine Seltenheit, daß man mal eine Stunde oder länger bleibt - natürlich ehrenamtlich, man ist ja selbst schuld, daran daß man es nicht geschafft hat.

Selbstverständlich gibt es auch andere Heimleitungen, diese kommen aber meist selbst aus der Pflege und wissen was man braucht um eine optimale Pflege leisten zu können.

Zum Thema aktivierende Pflege sei noch gesagt, daß es auch Bew. gibt die eine solche Pflege nicht wünschen und sich beschweren gehen. Leider stoßen sie hierbei auf offene Ohren und man wird aufgefordert eine solche Pflege nicht mehr durchzuführen. Der HL gegenüber habe ich mich dann auf ihr eigenes Leitbild berufen - ohne Erfolg. Dem Bew. gegenüber habe ich versucht zu erklären, daß ich dazu da bin um bei Defiziten Hilfestellung zu geben.

Altenpflege = moderene Sklaverei
 
V

Vanessa

Neues Mitglied
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02.06.2005
66333
Hallo...

Was liegen bleibt, bleibt liegen, so einfach ist das..

Bei uns nicht!Arbeite in einem Altenheim und bei uns ist das nicht so.Meine Situation ist im Moment nicht so toll.Auf meinem Wohnbereich wohnen 30 Pflegebedürftige Menschen.Davon weden 27 gepflegt, 3haben PS 1, 17 PS 2, 8 PS 3 und 2 Keine PS.Es werden 9Bewohner angereicht.Der Frühdienst ist meistens mit 1 Fachkraft, 1 Helferin und 1 Praktikantin besetzt, wobei die Helferin entweder um halb 11 oder um 12 h Schluss hat.
Wir bekommen selten unsere arbeit fertig gemacht bis Dienstende.
Haben dieses Problem auch unserer PDL geschildert.Wir bekamen nur zur Antwort, das unsere Organisation nicht stimmt und das das andere Wohnbereiche auch packen.Das Aggument, das andere Wohnbereiche viel weniger Pflegeaufwand haben,zählt nicht.
Außerdem haben wir seit April keine Wohnbereichsleitung mehr und arbeiten ihre arbeit auch noch mit.
Nachts sind wir meist zu 2 und ganz selten zu 3 für 148 Bewohner.
Wir sind oft deprimiert,wir kommen fast alle früher zum Dienst und gehen später, weil wir unsere arbeit nicht geschafft bekommen (Wir schreiben uns die Stunden natürlich nicht auf,weil Überstunden dürfen wir nicht machen).Wir waschen oft um halb 1 noch Bewohner.Ich kann einfach nicht nach Hause gehen,wenn die arbeit nicht geschafft ist.Denke mir immer das die Bewohner doch nicht darunter leiden müssen, weil wir zu wenig Personal haben!
Unsere PDL ist zwar sehr nett, aber sie sagt, das sie keinen mehr einstellen können.
Ich selbst habe ab April auf 3/4 reduzieren müssen und eine andere Fachkraft auf 1/2. Wie Haben seit April 2 Fachkraftstellen weniger und es wird immer mehr arbeit.
Jeder von uns steht auf dem Dienstplan schon direkt mit 15 Überstunden und am ende vom Monat häuft sich das noch an.

Jetzt hab ich euch die Ohren voll genug mit meiner Situation gelabbert.
Liebe Grüße....
 
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Gesundheits- und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
H

haus maranatha

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Hallo Vanessa,

was liegen bleibt, bleibt liegen, so einfach ist das.. Die Verantwortung für eine angemessene Personalausstattung liegt bei der Leitung, das ist richtig. Aber solange die Mitarbeiter eine angemessene Personalausstattung SABOTIEREN, wird sich wirklich nichts ändern.

Ich kann nur immer wieder betonen: Wenn ihr eure Arbeit korrekt nach dem Buchstaben des Gesetzes durchführt, kann euch keiner was. Nur müßt ihr, wenn ihr eure Situation langfristig verbessern wollt, einmal etwas mehr dokumentieren, als gewöhnlich.

Wenn ihr zu einem Bewohner geht, schreibt doch einfach mal gleich die Uhrzeit mit auf, wann ihr losgezogen seid und wann diese Maßnahme, z. B. Morgentoilette, mit allen dazu gehörigen Nebentätigkeiten fertig war. Anschließend gleich wieder mit Uhrzeit die nächste Maßnahme beginnen und wieder mit Uhrzeit abschließen. Das durch den ganzen Tag, den ganzen Turnus - 12 Tage lang.

Die Pausen auch mit Uhrzeitanfang und Uhrzeitende dokumentieren! Fangt pünktlich an! Hört pünktlich auf!

Ob ihr eure Arbeit bis Dienstende fertig habt, oder nicht, interessiert nicht. Wenn Dienstende ist, ist Dienstende! Überstunden werden nicht mehr gemacht, außer sie werden schriftlich angeordnet! Über die Erstattung der Überstunden ob mit Freizeitausgleich oder Geld, solltet ihr verhandeln. Nur so könnt ihr unhaltbare Zustände ändern!

Du schreibst: <<Wir sind oft deprimiert,wir kommen fast alle früher zum Dienst und gehen später, weil wir unsere arbeit nicht geschafft bekommen (Wir schreiben uns die Stunden natürlich nicht auf,weil Überstunden dürfen wir nicht machen).>>

Was ihr damit macht, ist die Zementierung unhaltbarer Zustände. Und das auf Kosten eurer Gesundheit. Wenn ihr nicht mit diesem Unsinn aufhört, wird das nie anders werden!

Du schreibst: <<Wir waschen oft um halb 1 noch Bewohner.>>

Klar, wenn zu wenig Personal beschäftigt wird, kann es sein, daß noch zu Mittag nicht alle Bewohner fertig sind. Nur wacht endlich auf! Wenn Dienstende ist, wird mit der Übergabe dem Spätdienst mitgeteilt, wer noch zu versorgen ist, basta! Dafür ist der Spätdienst schließlich da, die Arbeit dort fortzusetzen, wo der Frühdienst aufgehört hat.

Du schreibst: <<Ich kann einfach nicht nach Hause gehen,wenn die Arbeit nicht geschafft ist. Denke mir immer, dass die Bewohner doch nicht darunter leiden müssen, weil wir zu wenig Personal haben!>>

Denk mal darüber nach, daß diese Begründung mit das dümmste ist, was du als Argument anführen kannst. Immer wird der Bewohner vorgeschoben zur Begründung einer grundfalschen Handlungsweise. Wie lange sollen denn die Bewohner unterversorgt werden? Wiel lange sollen denn die Bewohner vernachlässigt werden? Denn das ist es, was ihr da macht! Nichts anderes!

Bei 148 Bewohnern müßten nach bundesweitem Durchschnitt zwischen 51 und 60 Pflegekräfte in Vollzeit! beschäftigt sein. Sie können ja einmal nachrechnen, wie viele Mitarbeiter in Vollstellen bei ihnen beschäftigt sind.

Bei dieser Besetzung hätte der Betrieb nach durchschnittlicher Kalkulation immer noch einen Ertrag von mindestens ca. 300.000 € vor Steuern, so daß bestimmt nicht davon gesprochen werden kann, daß die Gelder für eine korrekte Personalausstattung nicht vorhanden wären. Wenn euch was anderes erzählt wird, dann rechnet doch mal selbst nach, wie hoch die Einnahmen entsprechend der Heimentgelte nach Pflegestufen sind.

Wenn ihr allerdings keine Veränderungen der Situation wollt, dann hört auf zu jammern über die unhaltbaren Zustände. Das glaubt euch kein Mensch mehr!
 
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N8jacke

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Hallo Ihr!

Also, ich hab da ein ähnliches Problem. Ich bin in einem Seniorenheim Dauernachtwache. Wir haben z.Zt. über 70 Bewohner auf 3 Stationen. Eine Station ist mit Demenzkranken besetzt, und hat deshalb verschlossene Türen. Ohne Code bzw. Schlüssel kann niemand die Station verlasen. Ich kann mich aus gegebenen Gründen die ganze auf dieser Station aufhalten, da ich Medikamte stellen und richten muß, auf anderen Stationen Bewohner zu versorgen hab etc...

Nun zu meiner Frage: Ist es zulässig, daß ich diese Nachtdienste alleine mache, und wo finde ich dazu Gestze bzw. Vorschriften?
 
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Krankenpfleger
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Seniorenheim

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