Arbeitsrecht Wieviel Tage Arbeit am Stück sind erlaubt?

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Schlucki

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Wer kann mit der passenden Erklärung anhand der Gesetze (oder gibt es noch andere Vorgaben?) darlegen, wieviele Tage das Arbeiten am Stück (= ohne freien Tag) erlaubt ist?
 
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ferdi

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Hallo Schlucki,

12 Tage das geht aus dem Arbeitszeitgesetz hervor.

ferdi
 
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Hallo Schlucki,

12 Tage das geht aus dem Arbeitszeitgesetz hervor.

ferdi
Bist Du sicher? Ich komme auf maximal 19 Tage.
§ 11 Ausgleich für Sonn- und Feiertagsbeschäftigung


3) 1Werden Arbeitnehmer an einem Sonntag beschäftigt, müssen sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von zwei Wochen zu gewähren ist.
 
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ferdi

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Hallo Sigjun,

2 Wochen = 14 Tage
wenn regelmäßig 1 Wochenende Dienst das nächste Frei gearbeitet wird, kommt das mit den 12 Tagen hin.

ferdi
 
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SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

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Dieser Unsinn mit den 19 Tagen am Stück geistert fröhlich durch alle Foren und wird meist unwidersprochen hingenommen. In der Praxis funktioniert die Rechenweise jedoch nur ein einziges Mal. Dazu braucht man nur einen Kalender zur Hand nehmen und rechnen: Eine MAin fängt an einem Montag an, arbeitet danach zwei Sonntage, muss also nach 19 Tagen den ersten Ausgleichstag bekommen. Am darauf folgenden Samstag wird spätestens der Ausgleichstag für den zweiten Sonntag fällig. Und wenn man diese Regel von der Fälligkeit der Ausgleichstage kalendarisch weiterführt, entstehen regelmäßige Arbeitsblöcke von abwechselnd sechs und 12 Tagen. Der 19-Tage-Zyklus ist also nur ein einziges mal zu Beginn möglich – dann nicht mehr. Eventuell noch nach längerer Krankheit oder Urlaub, aber da auch wieder nur ein mal.
Tipp:
Einfach diese Rechnung aufmachen und der zuständigen Dienstplanschreiberin zusammen mit dem § 11 Arbeitszeitgesetz vorlegen. Dann müsste sie eigentlich Einsicht zeigen. Sonst hilft auch mal der Weg zur Gewerkschaft oder zum Rechtsanwalt.
 
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kreatix

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Hallo Ihr,

also bei uns in der Klinik darf maximal 6 Tage am Stück gearbeitet werden. Mit der Begründung einer 38,5 h Woche.

Lieben Gruß
kreatix
 
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nattvakt

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Hallo!
Wie sieht das ganze bei den Nachtwachen aus? Ein Kollege arbeitet im Moment 14 Nächte (20.45 - 6.30), macht danach nur 5 Tage frei und hat dann wieder einen 14 Nächte Turnus. Bei uns gibt es gerade einen person. Engpaß durch Versetzungsanträge und Kündigungen und der Tagdienst scheint nicht begeistert zu sein viele Nächte abzudecken...obwohl es vorher oft hiess, in der Nacht sitzt man ja nur rum.
N.
 
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Kalimera

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Dieser Unsinn mit den 19 Tagen am Stück geistert fröhlich durch alle Foren und wird meist unwidersprochen hingenommen. In der Praxis funktioniert die Rechenweise jedoch nur ein einziges Mal. ..... Eventuell noch nach längerer Krankheit oder Urlaub, aber da auch wieder nur ein mal.
Kurz und gut ist die maximale Anzahl der Tage am Stück, die man arbeiten darf, insbesondere von den Sonntagen abhängig, die man gearbeitet hat, da diese laut Gesetz innerhalb von 14 Tagen ausgeglichen werden müssen.
Unabhängig davon ob man am Tage oder im Dauernachtdienst arbeitet.
Ist das nun korrekt Schwester Wolfgang?
 
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georgie

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14 tage am stück?das ist ja wahnsinn.wer hält denn sowas auf dauer aus?ich dachte schon bei mir auf arbeit wäre es schlimm..
 
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SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

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Hallo sigjun,
nach meinen bescheidenen Kenntnissen würde ich die von Dir getroffene Aussage als fast korrekt bezeichnen, denn es gibt:
1. das Arbeitszeitgesetz, welches die höchstmögliche Arbeitszeit pro Woche auf 60 Stunden begrenzt (bei 6 Nachtschichten a 10 Stunden also nur 6 Tage pro Woche möglich),
2. Tarifverträge - wenn vorhanden- (z.B. müssen Schicharbeiter nach TVöD innerhalb von 14 Tagen 2 freie Tage bekommen),
3. eventuell bestehende Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die bessere Regelungen treffen können (eher unwahrscheinlich) und
4. Arbeitsverträge, in denen alles mögliche geregelt sein kann, soweit es nicht gegen die guten Sitten und das billige Ermessen nach BGB verstößt.
Im Arbeitszeitgesetz sind nur die MINDESTanforderungen aufgestellt, mit den berühmten Ausnahmen, wie z.B. Seeschifffahrt. Es würde einem Seeman z.B. nichts nützen, wenn er auf hoher See einen regelmäßigen Schichtrythmus mit freien Tagen hätte, die machen auf See lieber durch und haben dann immer mal längerere Freiblöcke, wenn sie im Heimathafen sind. Es ist also, wie ich schon oft zu hören bekommen habe - die Einzelfallprüfung wichtig.
Bei jemandem, der keine der Varianten 2 und 3 hat, würde ich die von Dir aufgestellte Faustregel jedoch erst mal als grobe Orientierung okay finden.
 
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Kalimera

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Ich merke schon, Schwester Wolfgang, Du machst es ganz korrekt...:wink::eek:riginal:
Aber Du hast ja recht. Vielleicht bin ich davon ausgegangen, dass die meisten diese, von Dir genannten, Infos mit einbeziehen in ihre Überlegungen, obwohl, dann hätten sie ja nicht gefragt.
Danke Dir
 
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SchwesterWolfgang

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Hallo sigjun,
wenn ich eins gemacht habe, dann ist es die Erfahrung, dass Kurzmeldungen für den, der sich nicht damit befasst, ganz schön irreführend sein können. Oft geistern Kurzmeldungen aus dem Arbeitsrecht durch die Medien und alle stürzen sich drauf, plappern es fröhlich nach und wenn sich dann mal einer darauf berufen will, bekommt er vom Richter zu hören: "ja, ja, das Urteil vom BAG kenne ich, aber hier entscheide ICH und ich prüfe den Einzelfall". Und dann stehst Du da, wie ein begossener Pudel. Und ganz gefährlich wird es mit Postings in solchen Foren, wenn jemand einfach mit liest, nicht hinterfragt und alles für bare Münze nimmt, was da an Antworten kommt. Die Enttäuschung ist dann riesengroß. Und deshalb, speziell für die heimlichen Mitleser, versuche ich immer alles so genau wie möglich zu beschreiben :) Das kann für andere eventuell nervig sein - aber die können es ja einfach überlesen . . .
Einen schönen Tag noch :)
P.S.: auch ich kann mich irren . . .
 
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sweetheart310585

sweetheart310585

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Guten Morgen!
Also bei uns arbeiten die Vollzeitkräfte auch meistens 12 Tage am Stück, denn dann kommt das freie Wochenende mit manchmal einem freien Tag angehängt.
 
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sir william

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Hallo ihr lieben.
Ich muß schon gestehen, ich dachte mir schon, das da bei uns was schief läuft. Aber SOOO schief ?!

Ich Arbeite in der ambulanten Pflege in der sechs-Tage-Woche, das heißt zwölf Tage durch, dann EIN freies Wochenende und wieder zwölf Tage durch(sprich nix ist mit Sonntagsausgleich...).
Dazu kommt, das sobald bei uns jemand ausfällt, sei es durch Krankheit oder Urlaub, das eine andere PK das Wochenende ZUSÄTZLICH und ERSATZLOS einspringen muß. Kruz gesagt, wir arbeiten dann mal eben geschmeidige 26 Tage am Stück !!!
Das dies rechtlich wohl kaum richtig sein kann, hatte ich mir schon gedacht. Aber vieleicht kann mir da ja mal jemand ein paar Argumentationshilfen an die Hand geben ?!

gruß
André
 
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Paulinchen

mal meine sichtweise: ich würde es auch sehr begrüßen, wenn das personal besser geschützt wird, ich bin ehrlich nach tag 7 schon kaputt und der eine neided dem anderen ja schon die freien tage, kommt dann`ne k-.meldung,geht es zu wie im bügerkrieg^^ ich weiß, uns geht es ja noch gut hier in deutschland bla bla... aber nur weil es anderswo noch schlechter ist, geht´s mir dadurch ja nicht besser :bae: die lebenszeit ist kurz und kostbar, wir (das pflegepersonal) haben uns den job ja selbst ausgesucht bla bla... (selber schuld, ich weiß) aber hat man als pflegekraft kein recht auf "lebensqualität" ? *motzel* kämpft man für seine rechte, freie tage (privatleben gibt es ja auch noch) oder für bessere bedingungen, macht man sich unbeliebt!! *iss doch so*

LG
 
SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

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@ sir william,
. . . § 11 (3) Arbeitszeitgesetz "Werden AN an einem Sonntag beschäftigt, MÜSSEN sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines de Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von 2 Wochen zu gewähren ist".
Auszug aus dem Kommentar von Buschmann/Ulber zum § 11 ArbZG (BUND- Verlag): "Der Ersatzruhetag, entsprechend den Zwecken des Gesundheitsschutzes, ist immer nachträglich zu gewähren (also NACH dem geleisteten Sonntag), weil sonst eine faktische Erweiterung des zulässigen Ausgleichzeitraumes eintritt".
Das heißt im "Normaldeutsch": am 13.Tag nach einem gearbeiteten Sonntag, ist Feierabend, weil dann der Ersatzruhetag zwingend vorgeschrieben ist. Das kann bei der 6-Tage-Woche auch ein Sonnabend sein, es darf nur kein Feiertag oder Sonntag sein.

Nun ist es leider so ähnlich, wie mit den Lenkzeiten bei Kraftfahrern - es gibt Gesetze, es gibt bei Kraftfahrern sogar die Polizei, die über die Einhaltung an Hand von Fahrtenschreibern wacht - und trotzdem kommt es regelmäßig zu Überschreitungen der Lenkzeiten, weil: wenn Du es nicht machst, fliegst Du raus und es kommt ein anderer, der machts.
Da unseren Job zum Glück nicht jeder machen will, regionsweise sogar händeringend nach Fachpersonal gesucht wird, sind unsere Aussichten besser, wenn wir das Händchen heben und auf die Einhaltung der Mindeststandards nach ArbZG dringen. Empfehlung: erst mal mit Chefchen reden und wenns nichts bringt, entweder Gewerkschaft (wenn Mitglied) oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht (wenn Rechtsschutzversicherung besteht) aufsuchen.
 
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sir william

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@ sir william,
. . . § 11 (3) Arbeitszeitgesetz "Werden AN an einem Sonntag beschäftigt, MÜSSEN sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines de Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von 2 Wochen zu gewähren ist".
Auszug aus dem Kommentar von Buschmann/Ulber zum § 11 ArbZG (BUND- Verlag): "Der Ersatzruhetag, entsprechend den Zwecken des Gesundheitsschutzes, ist immer nachträglich zu gewähren (also NACH dem geleisteten Sonntag), weil sonst eine faktische Erweiterung des zulässigen Ausgleichzeitraumes eintritt".
Das heißt im "Normaldeutsch": am 13.Tag nach einem gearbeiteten Sonntag, ist Feierabend, weil dann der Ersatzruhetag zwingend vorgeschrieben ist. Das kann bei der 6-Tage-Woche auch ein Sonnabend sein, es darf nur kein Feiertag oder Sonntag sein.
Na denn werde ich mir das mal ausdrucken, und mit ihm das Gespräch suchen. Mal gucken, obs was bringt...

Vielen Dank schonmal dafür
 
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SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

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@ Paulinchen,
das Personal ist schon einigermaßen (wenn auch nicht optimal) geschützt. Man muss nur seine Rechte kennen und auch einfordern. Um das zu können, braucht es, wenn der Chef nicht einsichtig ist, wiederum einer Gewerkschaftszugehörigkeit oder einer guten Rechtsschutzversicherung und da hapert es dann oft, weil an den paar Mäusen für Gewerkschaftsbeitrag oder Rechtsschutz gespart wird. Und dabei ist das weniger, als ein Abend beim Italiener, Griechen oder Chinesen kostet. Ein solches Forum kann Hinweise geben - den Weg zur Gewerkschaft oder zum Rechtsanwalt muss jeder schon allein finden. :)
 
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sir william,
. . . ich wünsche Dir viel Erfolg !!!!!!!
 
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