Sonstiges Wiedereingliederung von Krankenpflegekräfte, die etwa 10 Jahre aus dem Beruf draußen sind.

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nieske

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Hallo an Alle Interessierten,

Ich möchte gerne von Praxisanleiter/innen und an diesem Thema Interessierten, die damit Erfahrung gemacht haben, wissen, wie man Pflegekräfte, die bereits länger (ca. 10 Jahre) aus dem Beruf heraus sind, wieder in das Boot holen kann. Ich habe von einer philippinischen Krankenschwester gehört, dass Deutschland wieder auf dem Weg ist, den immer noch seit vielen Jahren bestehenden Pflegenotstand erneut mit Krankenpflegekräfte aus Philippinen und Korea zu füllen. Wäre es nicht angebracht, länger arbeitsuchende, ehemals erfahrene Pflegekräfte wieder zu integrieren.?
 
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benny34

benny34

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länger arbeitsuchende
Länger arbeitssuchende Krankenpflegekräfte dürfte es kaum geben; selbst wenn jemand 10 Jahre raus ist, hat er im Blitztempo eine Stelle. Und je nach Einsatzgebiet dürfte sich eine KP nach 10 Jahren ziemlich schnell wieder einarbeiten - anständige einarbeitung vorausgesetzt.

Die länger arbeitslosen KPs sind mit Sicherheit gesundheitsbedingt arbeitslos, weil sie das Pensum nicht mehr schaffen (was ja nur verständlich ist).
Vor 6 Monaten hieß es bei uns: "Alles Gut - wir brauchen keine Zeitarbeiter" - jetzt wird aufgrund akutem Personalmangel wieder bei Personaldienstleistern rekrutiert.
 
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Altenpfleger;Fachkrankenpflege Neurologie/Geriatrie
Fachgebiet
Früh-Reha (B,C)
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nieske

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Danke Benny für deine Antwort,

das mit dem im Blitztempo wieder eine Stelle zu haben kann ich so nicht teilen. Ich kenne aber viele Pflegekräfte, die auch wegen gesundheitlichen Gründen, ihre Arbeit nieder gelegt haben. Egal ob mit gesundheitlichen Einschränkungen mit oder ohne Kinder oder verheiratet und nicht verheiratet auf dem Arbeitsmarkt gibt es zwar viele Stellen, aber eingestellt werden die Älteren kaum. Zudem könnte ich mir auch vorstellen, dass es schon im Vorfeld bei dem Bewerbungsgespräch hapert. Hier muss man sich ja für seine lange Auszeit rechtfertigen. Und wenn man nicht in der zum Beispiel 10 jährigen Abstinenz was angeben kann, was irgendwie Interesse an dem Beruf zeigt, hat man schwere Karten.

Ich selber hatte vor einem Jahr ein Vorstellungsgespräch in einem Altenheim. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, wie die Altenpflege ihren Berufstand verteidigt. Ich bekam keine Stelle mit der Begründung, ich sei keine Altenpflegerin.
 
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ms-sophie

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Hallo Nieske,

den von dir geschilderten Standpunkt können sich viele Einrichtungen nicht leisten. Auch uns geht es wie der Einrichtung von Benny... wir suchen Fachkräfte.
Ich selbst kann sagen, dass ich häufiger schon angeschrieben wurde und Angebote erhalten haben.
Hier gibt es inzwischen Prämien für neue Mitarbeiter von mehreren Tausend Euro, damit diese überhaupt anfangen und die Mitarbeiter die jemanden bringen bekommen ebenso eine Prämie.

sophie
 
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ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
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nieske

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Wenn sich die Krankenhäuser den Wiedereinstieg, sagen wir mal finanziell (oder auch personell?) nicht leisten können, wie könnte man das den verbessern um die ehemaligen Fachkräfte in das Boot zu holen. Wie könnte das aussehen, das beide davon profitieren? Wer bezahlt die Prämien, wenn die Häuser sich das alles nicht leisten können - das Arbeitsamt (50+)? Wäre ein Praktikum hilfreich?

nieske
 
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ms-sophie

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hallo,

der Punkt ist doch nicht, ob sich Krankenhäuser Wiedereinsteiger leisten können. Die Frage ist doch viel eher: Wie schaffen wir es, Arbeitsplätze in der Pflege so zu gestalten, dass sie nicht krank machen. Die Hemmung AN 50+, ggf. mit Krankheitsvorgeschichte, einzustellen, kommt ja eher daher, dass die AG sich solche MA nicht "ans Bein binden" wollen.

Hier ist für mich die Frage, gibt es vielleicht eine Möglichkeit... hier ist sicherlich ein Zusammenschluß vieler Institutionen notwendig um neue Wege zu gehen.

sophie
 
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ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
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Gerhild

Ich bin 16 Jahre aus der Pflege ausgestiegen. In dieser Zeit habe ich auch nichts mit Pflege zu tun gehabt. Den Wiedereinstieg (mit Ende 30) habe ich mir allerdings auch nicht im KH zugetraut. Der neue Anfang in der Pflege war katastrophal - keine gescheite Anleitung. Mir hätte es geholfen, wenn ich einen vernünftigen Anleiter gehabt hätte. Viele Fehler die sich in der ersten Zeit eingeschlichen haben , sind geblieben.
 
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nieske

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Hallo Gerlind,

Vielen Dank für deine Antwort und deine Offenheit. Gerne würde ich mich mit dir, sofern du es erlaubst über deine private E-Mail kontaktieren, weil ich zu dem was du geschrieben hast mich mehr mit dir austauschen möchte.

Lg
Nieske.
 
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nieske

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Ich würde mich freuen wenn weitere Fachkräften (m, w), die aus dem Pflegebereich kommen und nach einer längeren Pause wieder in den Pflegeberuf eingestiegen sind, mir hier ihre Erfahrungen darstellen, wie dieser gelungen oder auch misslungen ist. Was hat gefehlt u.s.w. Gerne geht das auch über eine Privat-Email von mir, wer dies möchte.

LG
Nierske
 
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nieske

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Wer hat von euch Pflegekräfte (m, w) den Mut gehabt nach etwa 10 Jahren wieder in der Pflege einzusteigen. In welchen Fachbereich hattet ihr vorher gearbeitet und welchen habt ihr nach dieser langen Zeit gewählt? Hattet ihr eine Vollzeitstelle angenommen diese nach der Einarbeitung beibehalten oder reduziert. Wie ist euer Erfahrungswert der Einarbeitung, gab es Selbstreflexionsmöglichkeiten - welche?
 
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Gerhild

Hallo Nieske, ich habe Krankenschwester gelernt und bin sofort nach dem Examen ausgstiegen, habe die Kinder bekommen und alles mögliche beruflich gemacht, dann bin ich nach einem Umzug 16 Jahre später als Teilzeitkraft in die stationäre Pflege eingestiegen, nach 2 Jahren wieder aushgestiegen dann wieder zurück in die stationäre Pflege, dann in eine WG plus ambulante Pflege , dann PDL- Ausbidlung und 5 Jahre PDL erst ambulant, dann stationär, dann Rauswurf, dann habe ich als Lehrkraft in einer Berufsschule angefangen.

Einarbeitung damals: 1 Woche
dann hieß es: du bist Fachkraft, du musst das können
Selbstreflexion war damals für mich: "untergehen oder schwimmen lernen"
mein Erfahrungswert bis heute : ich habe versucht Pflege zu verändern, den Mund für Mitarbeiter und Kunden aufzumachen
Ergebnis: wer sich wehrt wird gemobbt oder bekommt burnout und Depressionen
 
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Aufbruch2016

Moin, ich war fast 20 Jahre aus dem klinischen Betrieb und 14 Jahre ganz aus der Pflege. Jetzt habe ich für einen Freund in einem Intensivpflegedienst angefangen um ihm und seiner Frau eine emotionale Sicherheit zu geben . Natürlich habe ich darauf geachtet , ob wir beide damit zurecht kommen, Freundschaft und Pflege müssen nicht unbedingt funktionieren. Da er zwar einen TK hat aber nicht beatmet ist habe ich mir nach einigen Tagen Einarbeitung die Pflege zugetraut. Inzwischen habe ich an einer Fortbildung zur FachschwesTerrasse für auserklinische Beatmung teilgenommen und schriftlich bestanden. Nächste Hürde praktische Prüfung die werde ich auch noch schaffen. Denn Schwester bin ich immer noch auch mit 56 Jahren. Ich bin froh , dass mein jetziger Arbeitgeber mutig genug war erstmal mich und meine Qualitäten kennen zu lernen .
 
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nieske

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Hallo Aufbruch2016,

Vielen Dank für deine Antwort. Genau so einen Austausch habe ich mir vorgestellt.
Da hast du für mich auch viel Mut bewiesen, wegen einem kranken Freund und zur emotionalen Unterstützung seiner Frau im außerklinischen Bereich zu arbeiten. Besonders wenn die Pflege nahe Angehörige betrifft ist es vielleicht mehr belastender. Warst du dir deiner Fertigkeiten und Fähigkeiten bewusst, als du dich dort vorgestellt hast? Ich weiß schon gar nicht, wie ich eine Bewerbung so schreibe, dass der Arbeitgeber meine Unsicherheit nicht heraus liest. Wie zufrieden bist du mit der Fortbildung? Ich selber würde gern wieder in der klinischen Intensivpflege arbeiten. Wenn du die Möglichkeit gehabt hättest wieder im klinischen Bereich zu arbeiten, hättest du dir das vorstellen können? Was hätte es denn für dich gebraucht um dort sicher arbeiten zu können?

Ich möchte auch andere Teilnehmer ermutigen, darüber zu sprechen, wie es Ihnen gelungen ist, nach mehr als 10 Jahren wieder in die Pflege einzusteigen.

Besten Dank.
 
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Gerhild

Hallo Nieske, in deinem Ausgangspost schreibst du auch von nicht-deutschen Fachkräften, die hier arbeiten sollen. Warum nicht, wenn Sie hier leben wollen, Fachkräfte sind und auch deutsch sprechen würde ich sie einstellen. Ich habe in der Pflege immer wieder nicht-deutsche KollegInnen gehabt, dann sprechen diese in den Pausen russisch oder rumänisch miteinander - das ist für mich kein Problem, solange ich nicht ganz ausgeschlossen werde. Ich denke , wenn wir interessierte Mitarbeiter wollen, müssen wir nach Emphatie, Fachkenntnis und Liebe zur Arbeit fragen und nicht nur nach Wiedereinsteigern, sondern allen die Mut und Lust haben zu pflegen.
 
Ivanca

Ivanca

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Hallo nieske!
Ich bin zwar nicht ganz 10 Jahre draußen, aber ich werde ab Januar 2017 wieder einsteigen. Halbtags! Vom Sonderurlaub kommend.


Leider habe ich im Vorfeld schonkeine besonders guten Erfahrungen mit meinem Arbeitgeber gemacht, das ist neu!

Ganz ehrlich? Man ist auch nicht gewollt. Es ist teuer jemanden wie mich mit "alten" Arbeitsverträgen wieder zu beschäftigen. Leiharbeiter sind da deutlich billiger. Außerdem gibt es Probleme mit der Vereinbarkeit von Knderbetreuung und Schichtdienst.

Ab Januar kann ich dir mehr sagen zu dem Thema. ( PS vielleicht nicht ganz so öffentlich, damit ich, wenn es nicht so positiv läuft nicht noch mehr Schwierigkeiten ) bekomme
 
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Krankenschwester
Fachgebiet
Klinikum Deggendorf/Erziehungsurlaub
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nieske

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Hallo an euch Alle,

Vielen Dank an euch Alle, die sich zu meinem Thema äußern und noch äußern wollen. Auchg an dich Ivanka. Ich freue mich von dir bald wieder zu hören. Ich habe es bisher noch nicht geschafft erneut einzusteigen. Ich finde es sehr traurig, dass alles vom Geld abhängig ist. Hier wird von Personalnotstand gesprochen und auf der anderen Seite, wir Pflegepersonal eingespart auf Kosten der Patienten. Hier wird die Pflegeausbildung neu reformiert und dort wollen die Pflegepersonen nach der Ausbildung oder einem Pflegestudium gar nicht mehr am Patientenbett arbeiten, sprich den Menschen den Arsch ausputzen. Dies stammt nicht von mir, ich finde solche Bemerkungen eh unter der Gürtellinie. Hier versuchen ältere bereits examinierte Krankenpflegekräfte wieder einzusteigen und da gibt es gar nicht genügend Persomal, um eine vernünftige Einarbeitung zu gewähren. Und somit dreht und schließt sich der Kreislauf immer wieder neu. Beide Seiten sind entmutigt, frustriert. Was ist das für ein System?

Ich wünsche allen ein guten Rutsch in das neue Jahr 2017

LG
Nieske
 
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