Wiederaufbereitung von Einmalinstrumenten

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Rananarmo

Rananarmo

Mitglied
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Hallo!

Mich würde es mal interessieren, wie es so im allgemeinen in OP's mit der Wiederaufbereitung von Einmalinstrumenten aussieht, also Zangen, Scheren usw., die eigentlich nach der Benutzung zu entsorgen sind.
Ich habe meinen Zivildienst in einem Zentral-OP absolviert. Anfangs wurden Einmalinstrumente immer mit dem restlichen Müll entsorgt (hatte ich als Zivi ja mit zu tun :wink:), aber irgendwann kam von irgendwoher (weiß nich ob vom PDL oder KH-Leitung) die Anordnung, daß bestimmte Einmalinstrumente (meistens nach chirurgischen OP's) nach der Benutzung mit klarem Wasser in einer Ultraschallwanne eingeweicht und dann in Tüten gesammelt werden sollten. In regelmäßigen Abständen wurden die dann von einem Mitarbeiter einer Wiederaufbereitungsfirma abgeholt und irgendwann sterilisiert wieder angeliefert (und danach nochmal wieder aufbereitet).
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß das sonderlich gut ist. Ich denke mal, Einmalinstrumente sind nicht umsonst Einmalinstrumente.
Sicherlich spielt in vielen Fällen der Kostenfaktor mit, andererseits halten Mehrfachinstrumente doch auch länger, da sie für Wiederaufbereitung konzipiert sind. Desweiteren kostet die Wiederaufbereitung von Einmalinstrumenten bei Fremdfirmen dem Krankenhaus ja auch Geld, während Mehrfachinstrumente im hauseigenem Steri wiederaufbereitet werden.
Ich kann mir also nicht vorstellen, daß das Krankenhaus da soviel billiger wegkommt.
Was meint ihr und wie wird das bei euch gehandhabt?
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Neurochirurgie
M

matras

Hallo,

grundsätzlich hast Du die Sache schon richtig erfasst: einmal ist einmal. Einmalprodukte werden eingesetzt, weil sie eigentlich sicherer sind als Mehrweg. Das hat damit zu tun, dass Mehrweginstrumente oft nicht sicher zu reinigen sind (Endoskopieinstrumente) oder schnell stumpf sind. Das Aufbereiten von Einmalinstrumenten bringt große Probleme mit sich: so müssen die Instrumente teilweise oder ganz zerlegt werden, um sicherzustellen, dass sich nicht irgendwo Restverschmutzungen befinden. Danach wieder zusammengesetzt und auf Funktion und Präzision überprüft werden. Das ist aufwändig und teuer und manchmal schlicht unmöglich! Die Firmen die solche Wiederaufbereitungen durchführen treten in der Haftung an die Stelle der Hersteller, da der Hersteller nach einer Anwendung (Einmalprodukt) aus der Haftung ist. Daher sind diese Wiederaufbereitungen nicht sehr günstig, oft machen sie (Produktabhängig) bis zu 3/4 des Neupreises aus. Es müssen ja auch Rücklagen gebildet oder teuere Haftpflichversicherungen bezahlt werden, die in einem Haftungsfall einspringen. Auch müssten eigentlich die Patienten darüber aufgeklärt werden und ihr Einverständniss erteilen, dass an ihnen aufbereitete Einwegprodukte eingesetzt werden.

Das alle zusammengenommen macht die Sache unterm Strich nicht wirklich günstiger! Betreiber von Krankenhäusern sollten sich überlegen, ob in diesem Fall wirklich so gespart werden soll. Es geht schließlich um die Sicherheit der Patienten.

Alles klar?
Gruß Matras
 
Rananarmo

Rananarmo

Mitglied
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Themenstarter/in
Ich würde als Patient nicht mit wiederaufbereiteten Einmalinstrumenten operiert werden wollen.
Mehrweginstrumente sind auch einfach dafür hergestellt, daß man sie auseinandernimmt und hinterher wieder zusammensetzt und sie überstehen diese Prozedur auch häufiger, bis sie kaputt gehen.
Und auch, wenn die Einmalinstrumente nach der Reinigung auf Funktion überprüft werden, glaub ich nicht, daß die sicherheit des Patienten 100%-ig gewährleistet ist.
Ich habe im Fernsehen mal einen Bericht gesehen, da ist bei einer Frau während einer OP der Tubus geplatzt, weil er schon 15-Mal wiederaufbereitet wurde.
Ich würde mal sagen, irgendwo hört Sparsamkeit auf.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Neurochirurgie
H

Hülsi

Mitglied
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12.01.2005
69226
www.rgh-soft.de
Hallo rananarmo !

Laut Medizinproduktegesetz ist die Wiederaufbereitung von Einmalprodukten verboten !! Hier mal ein Link dazu : Die Wiederverwendung von medizinischen Einmalprodukten kann problematisch werden
Wenn dem Patienten etwas zustösst und bei den Recherchen festgestellt wird, das wiederverwendete Einmalprodukte benutzt wurden wird das mit Sicherheit teurer als die "Einsparung" ! Von den negativen Folgen für den patienten mal ganz abgesehen... also halt den "sparsamem" Chefs mal das MPG vor die Nase und frag sie wie sie dazu stehen !!

Hülsi
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Ambulante Pflege
R

ronema

Hi!
In unserem Haus war es auch mal übliche Praxis.Doch nachdem alles nochmals genau durchgerechnet wurde,sind aus Einmalinstrumenten auch wieder Einmalinstrumente geworden.Trotz anderer Auskünfte der Firma hatten wir Probleme mit der Sauberkeit der aufbereiteten Instrumente.
Gruß ronema
 
H

HSQ Member

Mitglied
Basis-Konto
10.06.2007
24214
Hallo, in Deutschland ist die Aufbereitung von Einmalinstrumenten nicht verboten und nicht erlaubt. Ja das stimmt. Dennoch müssen sie darauf achten, wenn sie Einmalartikel zur erneuten Aufbereitung abgeben, das die Frima die diese Arbeiten übernimmt nach DIN EN ISO 13485-2003 zertifziert ist. Es handelt sich um Medizinprodukte. siehe dazu auch die Web-Seite der ZLG.
 
Qualifikation
hygieneberatung
Fachgebiet
selbstständig
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05.07.2001
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