Wie wird man so?

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Igel77

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23.12.2014
Oldenburg
Ernstgemeinte Frage.

Was passiert mit Menschen, wenn sie PDLer werden?
Warum laufen so viele von ihnen zur Dunklen Seite über?*
Waren sie da schon die ganze Zeit?**
Passiert das während der Ausbildung/dem Studium?***
Ist es der Stress/Druck während der eigentlichen Berufstätigkeit?
Gibt es Studien dazu?

* Gemeint sind natürlich alle Methoden, Mitarbeiter unter Druck zu setzen, Dinge zu tun oder zu unterlassen, die ihren inneren Werten und ihrer Gesundheit zuwider laufen; dazu zähle ich die grassierende Ausbeutung, das "Leute Klein Halten", Killerkommunikation, Gaslighting, Bossing, Lügnerei, Rücksichtslosigkeit (in manchen Fällen auch sich selbst gegenüber), Empathiebefreitheit, Entmenschlichung, Arbeitsrechtsanalphabetismus, Schwurbelitis, DINsprech und Zertifikatewahn...
** Kann natürlich sein, das natürliche, geborene A....löcher bei der Vergabe dieser Jobs bevorzugt werden. Die Anzahl an Narzissten in Führungspositionen ist halt höher.
*** Anschlussfrage: Haben die regulären Studiengänge Inhalte, die in dieser Hinsicht bedenklich sind? Ist Euch da mal was aufgefallen, was ihr für moralisch/psychologisch/vernunftmäßig falsch gehalten habt?
 
Qualifikation
Gesundheits - und Krankenpfleger
Fachgebiet
Psychiatrie
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Lulli1.0

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14.07.2020
Ich denke viele fängt schonmal damit an das wir garnicht nachvollziehen können was die Aufgabe der PDL ist und welche Arbeit diese haben.

Bei sehr viele Kollegen erlebe ich das die absolut gar keine Ahnung von Dingen außerhalb ihres Aufgabenbereichs haben.

Dann ist es erwiesen das ein Bestimmter schlag Mensch bestimmte Positionen anstrebt und eben auch bekommt.

Und dann wenn du PDL bist und den Arsch für XY hinhalten musst, ja dann stehst du irgendwann da und mußt dich entscheiden. Und zwar für dich oder für die anderen.

Wie würde sich jede Person in Falle x hier entscheiden? Das sollte sich selber jeder mal ehrlich beantworten ;)

Ich selber bin keine PDL oder Stationsleitung. Will ich auch nicht werden. Der Job ist einfach nur undankbar und man hält sich viel zu häufig mit Schwachsinn auf den Mitarbeiter verzapfen weil sie Aufmerksamkeit haben wollen die man in einer Leitungsposition einfach nicht mehr geben kann. Viele verwechseln ihren Vorgesetzten auch gerne mal mit ihrer Mutter. Und das sind sie eben nicht.
Auf der anderen Seite sind Vorstände und Geschäftsführer die Dinge beschließen die außerhalb deiner Macht liegt, du aber netterweise den Leuten, um die du dich kaum kümmern kannst, verkaufen darfst.

Eine PDL hat ein anderes Interesse als du. Und selbstverständlich versucht sie dieses zu befriedigen. Das du ein anderes hast ist auch logisch und dafür bist du selber verantwortlich.

Eine PDL kann in meinen Augen noch so dämlich sein. Ich habe meine Arbeitsvertraglichen Rechte und Pflichten und es ist meine Aufgabe mich darüber zu informieren etc.

Wenn jeder die Verantwortung für sich selber übernimmt ist die Welt schon i.o.

Erwartet nicht das die PDL euch Entscheidungen und unangenehme Momente abnimmt. Seid erwachsen und handelt für euch selbst. Dann kann die PDL mit den fiesesten Dingen aufwarten. Taugt aber nix...
PDLs sind auch nicht Erziehungsberechtigte, Freunde oder Emotionspartner. Es ist ein Arbeitsverhältnis und das verlieren Zuviel aus dem Blick.

Und zuletzt. Die PDL kommt mit vielen Dingen durch weil wir uns im Kollegenkreis ständig selber untergraben. Wenn ständig alle Kollegen Doppelschicht schieben ohne sich zu weigern, klar wird das dann für den einzelnen Schwieriger. Wer ist hier das Ar...Loch. Die PDL die mit ihren Methoden durchkommt oder die Kollegen die das mitmachen mit dem Finger auf andere Zeigen, das diese doch Verantwortung für den Erwachsenen AN übernehmen sollen?

PDLs/ Vorgesetzte sind auch nur Menschen und handeln eben so. Nicht mehr und nicht weniger.

Und wenn man sich mal genau anschaut. Vorgesetzte versuchen Recht und Moral zu biegen und zu unterwandern. Das sehe ich auf der anderen Seite aber auch ständig. Da wird mal was mitgenommen. Die Aufgabe nicht vernünftig erledigt, sich gedrückt und wenn keiner hinsieht mal früher gegangen. Das ist genauso unmoralisch und schei...
 
Qualifikation
GuK
Fachgebiet
Anästhesie
Flybee

Flybee

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07.07.2000
Moin!
Schwarz-Weiß-Denken bringt bei diesem Thema aus meiner Sicht gar nichts... Die PDL ist nicht grundsätzlich "der Feind".
Zudem ist man als PDL nicht allmächtig, sondern unterliegt verdammt vielen Sachzwängen. Nicht alle Menschen wissen das, wenn sie diesen Job annehmen... und sie gehen unterschiedlich damit um...
Natürlich gibt es dort Menschen, die "nach oben buckeln und nach unten treten", aber in vielen Fällen fangen PDL auch sehr viel Druck von oben ab und geben ihn NICHT nach unten weiter.
Ic habe im Krankenhaus und in der stationären Altenpflege schon sehr viele sehr gute und dem Menschen zugewandte PDL erlebt.

Du gibst an "Entmenschlichung, Arbeitsrechtsanalphabetismus, Schwurbelitis, DINsprech und Zertifikatewahn"...
Die meisten PDL die ich kenne, sind überhaupt nicht heiß auf Zertifikaten und DIN-Normen... aber wenn der Träger der Einrichtung entscheidet, dass dies zu erfolgen hat, muss die PDL die Sache einfach umsetzen... das liegt in der Natur der Aufgabe.
Und (extra übertrieben böse gesagt) es gibt auch in den Reihen des "normalen" Pflegepersonals haufenweise Menschen, die zwar ihre Rechte kennen, aber ihre Pflichten gekonnt ausblenden. Und die nicht ihrer Selbstinformationspflicht nachkommen, sich nicht fachlich auf dem aktuellen Stand halten...
Also... Ball flach halten und nicht in Schwarz-Weiß denken. Der Prozentsatz an Arschlöchern ist an allen Personengruppen weltweit gleich hoch... unabhängig von der Berufsbezeichnung!
Grüße
Flybee
 
Qualifikation
Qualitätsmanager im Gesundheitswesen
Fachgebiet
Gemeinnütziger Träger von Pflegeeinrichtungen
Weiterbildungen
Qualitätsmanager (TÜV) Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie Teamleiter Call Center (IHK)
Studium
Gesundheits- und Sozialökonom (VWA)
M

Menschenkind

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18.12.2012
Was passiert mit Menschen, wenn sie PDLer werden?
Ich würde sagen, es ist so wie mit dem Geld - es verdirbt nicht den Charakter, es bringt ihn zum Vorschein.​
Ernstgemeinte Frage dazu: Warum kennst du offenbar so viele PDLer, die in deinen Augen nicht geeignet zu dem Job sind (zumindest interpretiere ich so deine Frage - aber vielleicht liege ich da auch falsch)? Wo ist denn da dein Anteil?
Aber im Ernst: Verallgemeinerungen helfen hier überhaupt nicht. Ich habe in meinem Leben in 7 verschiedenen Unternehmen gearbeitet. Habe selbst Leitungspositionen inne gehabt und bin selbst Untergebener gewesen. Meistens ist immer jemand über dir, es sei denn, dir gehört der Laden. Die Positionen "dazwischen" haben alle Vor- und Nachteile. Auch an Mitarbeitern habe ich schon alles erlebt (vom "Schluffi" bis zum "Überflieger"). Gute Chefs, weniger gute, sehr gute. Wie Flybee und Lulli1.0 schon sagten: nicht nur Qualität spielt eine Rolle, sondern auch die zwischenmenschliche Beziehung. Wirklich schlechte Chefs hatte ich bisher eigentlich nur einen einzigen dabei.​
Warum laufen so viele von ihnen zur Dunklen Seite über?*
Was ist denn "viele"? Woran liegt es, dass du so viele PDLer auf der "dunkeln Seite" wähnst?​
Waren sie da schon die ganze Zeit?**
Auf welcher Seite bist du denn?​
Passiert das während der Ausbildung/dem Studium?***
Definitiv JA! Das ist so ein bisschen wie beim CIA...die dunkle Seite rekrutiert rekrutiert gezielt angehende Leitungskräfte um das Ungleichgewicht in der Galaxy zu destabilisieren.​
Ist es der Stress/Druck während der eigentlichen Berufstätigkeit?
Schonmal über die Verantwortung einer PDL nachgedacht? Eigentlich ist das ein Job mit eingebautem Schleudersitz. Schonmal darüber nachgedacht, dass die "nur" ihren Job machen, wenn sie zusehen, dass alles läuft?​
Gibt es Studien dazu?
Da hilft bestimmt die guten alte Tante Google.​
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
Fachgebiet
Heimaufsicht/WTG-Behörde
Weiterbildungen
Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
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Igel77

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23.12.2014
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Ich würde sagen, es ist so wie mit dem Geld - es verdirbt nicht den Charakter, es bringt ihn zum Vorschein.
Aus meinen Tagen in der psychiatrischen Arbeit kenne ich den Spruch "Ich gebe Dir einen Schlüssel, und ich zeige Dir, was Du für ein Mensch bist."

Warum kennst du offenbar so viele PDLer, die in deinen Augen nicht geeignet zu dem Job sind (zumindest interpretiere ich so deine Frage - aber vielleicht liege ich da auch falsch)? Wo ist denn da dein Anteil?
Ich hinterfrage Dinge, Aussagen, Menschen. Ich schaue mir an, wie sie als Systeme zwischenmenschlicher Dynamiken funktionieren. Ich lege Wert auf Dinge wie Verbindlichkeit, Anstand, Respekt, Verantwortlichkeit, Vorbildfunktion, Einbindung, Wertschätzung und klare Strukturen/Grenzen. Ich äußere meine Meinung, wen ich gefragt werde oder der Rahmen das erfordert, und ich gehe Konflikte lieber offensiv an, als sie jahrelang vor sich herschwelen zu lassen. Viele Dinge ignoriere ich, aber bei manchen Dingen kann ich das nicht - bei Toten (wenn ein Verschulden der Institution vorliegt) oder bei Angriffen auf schwächere Teammitglieder.

Was ist denn "viele"? Woran liegt es, dass du so viele PDLer auf der "dunkeln Seite" wähnst?
Anekdotische Evidenz.

PDL 1: Trat kaum in Erscheinung. Keine unangenehmen Erinnerungen, keine angenehmen.
PDL 2: Narzisstischer Egomane, der in einer größeren Klinik seinen eigenen Feldzug führte. Leitungen wurden rausgemobbt, leitende Ärzte (!) ins Büro zitiert, ein Klima der Angst erzeugt. PDL 3: Nachfolger von 2. Einerseits eine Rampensau. Andererseits ein jammernes Häufchen Elend, wenn er mit seinen eigenen Fehlern konfrontiert wurde (und das noch nicht mal von mir). Dazu zählen Günstlings- und Vetternwirtschaft, absolute Unterordnung unter die GF und die Chefärzte, Lügen und gebrochene Versprechen, Verleumdungen anderer. Gaslighting at it finest. Und er war noch nicht mal der Schlimmste in der Führungsriege.
PDL 4: Autoritärer Schreihals. Mitarbeiter wurden in Teamsitzungen öffentlich gedemütigt und rundgemacht. Hat sich sehr wahrscheinlich an den Gewinnen der Einrichtung bereichert.
PDL 5: Zunächst freundlich und empathisch wirkend, bis mir auch hier am Ende sehr viel Gaslighting/Lügen aufgefallen ist. Selbst wenn ich mich am Anfang wohlgefühlt habe, denke ich heute "Dann lieber autoritär, dann weiß man, woran man ist." Startete als Nachfolger von 4), und versuchte, einen partizipativen Stil umzusetzen, und endete bei "laissez-faire". Deckte Rechtsradikalität und sexuelle Übergriffe. Union-Busting.
PDL 6: Die aktuelle. Eher altmodisch-autoritär. Ich bin da eher auf Distanz, aber mich stört es schon erheblich, wie mit dem Dienstplan umgegangen wird (nachträgliche und kurzfristige Änderungen des Plans, zum Beispiel), und das trotz vorangegangener Klagen früherer Mitarbeiter. Stumpf ist Trumpf.

Und wenn wir von der nächsten Leitungsebene reden, gab es von geschätzt drei Dutzend nur etwa eine Handvoll, bei denen ich mich wohl gefühlt habe.

Auf welcher Seite bist du denn?
Auf der Seite, wo das Grundgesetz, Arbeitnehmerrechte, Gewerkschaften und die einfachen Pflegekräfte stehen, die nicht resignieren wollen und sich stattdessen in Zorn begeben. Wie der Terminator schon sagt: Wut ist besser als Hilflosigkeit. Auf der Seite der evidenzbasierten Pflege und der Ergebnisqualität.

Definitiv JA! Das ist so ein bisschen wie beim CIA...die dunkle Seite rekrutiert rekrutiert gezielt angehende Leitungskräfte um das Ungleichgewicht in der Galaxy zu destabilisieren.
Du kannst Dich ruhig lustig machen, aber eine Frage wäre schon: "In wie weit trägt die Ausbildung einer PDL zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung bei?" ... um dann im nächsten Schritt zu sagen "Was können wir tun, um der Persönlichkeitsentwicklung eine positivere Ausrichtung zu geben?"

Schonmal über die Verantwortung einer PDL nachgedacht? Eigentlich ist das ein Job mit eingebautem Schleudersitz. Schonmal darüber nachgedacht, dass die "nur" ihren Job machen, wenn sie zusehen, dass alles läuft?
Mir ist das durchaus bewusst. Aber dann denke ich...
1) Man muss kein Koch sein, um ein Mahl genießen zu können;
2) "Hey, Du wolltest den Job."
3) Verantwortung? Ha. Ha. Ha.

Verantwortung hat man nur, wenn auch zu ihr gezogen wird. Die Fälle, wo tatsächlich Leitungen für bestimmte Fehler und Vorkommnisse zur Verantwortung gezogen werden, sind sehr, sehr spärlich. Der einzige Grund, wegen dem jemand gehen muss, ist, wenn die Zahlen nicht mehr stimmen, egal, was er sich sonst leistet. Sexuelle Belästigung, Bossing. Behinderung der Betriebsratsarbeit. Union Busting. Kunstfehler eines Mediziners? Abrechnungs - und Sozialversicherungsbetrug bei größeren Institutionen? Wieviele Leute werden tatsächlich in Deutschland für Handeln oder Unterlassen verknackt?

Da muss es schon richtig schief gehen, wie bei Nils H., bevor man sich Führungskräften widmet, und ich würde mal behaupten, da läuft tausendmal mehr unterhalb der Wahrnehmungsschwelle der Gesellschaft ab.

Oh, natürlich sollte man auch die Grautöne sehen und nicht in Kategorien wie Schwarz-Weiß denken. Aber man sollte auch den Kontrastregler nicht so weit herunterdrehen, das es nur noch Grau gibt, und man sich mitschuldig macht oder "Richtig" von "Falsch" nicht mehr unterscheiden kann. Was leider viel zu oft passiert (und selbst ich mich auch nicht immer davon freimachen kann).
 
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Psychiatrie
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18.12.2012
Mit dem Schlüssel ist auch ein guter Spruch...aber er zeigt eben auch, dass es nicht auf den Schlüssel ankommt, was mit ihm gemacht wird.

Wenn du "Dinge hinterfragst" und in einem bestimmten System bist, dann wird deine Sichtweise auf dieses System eingeschränkt sein.
Wenn du z.B. nur maue PDLer kennenlernst und diese hinterfragst...was glaubst du was dabei raus kommt?

Dann ist natürlich die "anekdotische Evidenz" auch nur von deinen Erfahrungen und Bewertungen geprägt....wobei deine Bewertungen tatsächlich letzten Endes nur auf dich genau so zutreffen und jemand anderes kommt im gleichen System (mit den gleichen PDLern) vielleicht wunderbar klar.

Zum Terminator: "Wut ist besser als Hilflosigkeit"
Ich habe mir irgendwann mal die Frage gestellt, ob ich in Wut oder Zorn überhaupt grenzenlos investieren möchte.
Ein System, das änderungsbedürftig ist, sich aber nicht ändern lässt...das darf man auch verlassen.

Zum CIA: schön, dass du die Ironie gesehen hast!
Eigentlich wollte ich mich nicht wirklich lustig machen. Du hast die Fragen ja schon ernst gemeint.
Aber die Frage, ob man diese"Techniken" in der Ausbildung/Studium erlernt...ich glaube nicht...das ist wie mit dem Schlüssel und dem Geld.
Gib jemandem Macht und du merkst, was für ein Mensch er ist. Viele Faktoren kommen da zusammen, aber es gibt kein "Bossingseminar" oder so...höchstens schlechte Vorbilder und Mentoren, schlechte Einstellungen und (unreflektierte) Verhaltensmuster, die wahrscheinlich aus nicht verarbeiteten (Kindheits-)erlebnissen herrühren.

Zum Stress noch ein guter Satz:
Menschen sind im Grunde wie Tuben...unter Druck kommt raus, was drin ist.
 
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Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
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Lulli1.0

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14.07.2020
Was mich damals schon in meinem Psychiatrieeinsatz sehr gestört hat,
Pfleger erstellen Diagnosen zu ihren gegenüber und das ohne jegliche Fachexpertiese, denn die hätte Test und so einige tief gehende Gespräche vorausgesetzt. Dazu hat man auch bei mir nicht halt gemacht und mich sehr beleidigt. Meine Reaktion darauf wurde dann als krankhafte Renitenz ausgelegt. Das man mich mal eben, ungefragt, von Kollegen zum Patienten herab gestuft hat und jegliche Grenzen ignoriert war völlig egal.
Mit sich selber hat derjenige dann gar nicht mehr auseinander gesetzt. Das zu Thema Selbstreflexion. Ich hatte sehr deutliche Probleme mit den ein oder anderen eingerosteten Fachpfleger der der Meinung war mich analysieren und in Schubladen stecken zu müssen. Mich aber nicht als Kollegen ansehen zu müssen. Das endete stellenweise in Diskussionen die jeglicher Logik entbehrten. Das sich selbst die Stationsleitung mit den Worten "Keiner ist umsonst hier" entschuldigte.

Und das ist ein Bauchgefühl welches ich habe wenn ich deine Texte lese.

- Narzisst
- Gaslightning
- etc.

Das sind alles schöne Fachbegriffe machen aber 99% der Menschheit aus. Glaub mir jeder hat schon gemobbt, gelogen oder für sich gesorgt. Unter Druck mehr als wenn er entspannt ist. Und PDLs haben sehr viel mehr Druck als wir. Vorgesetzte müssen sich auch nicht verantworten weil die Gegenseite sie nicht zur Verantwortung zieht. Hat denn einer mal gegen XY geklagt und sich die Mühe gemacht dazu auch mal ein Tagebuch zu führen etc.? Meistens scheitert es nämlich schon daran. Wo ist die Anzeige gegen die Rechtsradikaliät und sexuelle Übergriffe? Scheinbar warst du ja dabei, also kannst du als Zeuge fungieren und dies zur Anzeige bringen. hast du das getan? Nebenbei hast du das nicht getan billigst und deckst du das auch.
Hast du das Schriftlich, also Nachweislich bei der PDL vorgebracht, das du deren Untätigkeit beweisen kannst?
Wieso hört die Verantwortung bei einem Selbst auf weil ein anderer nicht macht?
Man erwartet Courage und bringt sie selber nicht auf?

Und dann ist da die Gegenseite, warum lässt man das mit sich machen?
Wo bleibt deine Eigenverantwortung? Du hast jetzt PDLs in deinem Betrieb kennengelernt und das waren gerade mal 6. Und da gerade auch PDL stellen häufig sehr lange Vakant sind, hat man da genauso häufig Pappenheimer auf den Stühlen wie wir bei uns stellenweise unfähige Kollegen haben, wo wir uns Fragen wo die ihr Examen geschossen haben, so unmenschlich wie diese sind oder geworden sind.Vielleicht hat aber auch die Geschäftsführung ein ganz schlechtes Händchen, denn irgendwer hat die ja eingestellt.

6 PDLs sprechen mal so garnicht für den Rest der PDLs. Wenns doch da so schei.. ist, warum gehst du nicht? Für mich hört sich das an als währest du in deinem eigenen Frust gefangen.

Wenn das wirklich so stimmt was ich nicht nachprüfen kann, und meine Erfahrung mir sagt das gerade solche Dinge sehr viel heißer gekocht als gegessen werden, kann ich beim besten willen nicht verstehen warum du noch da bist. Scheint entweder nicht so schlimm zu sein, oder du brauchst das.

Ich hab in meiner Ausbildung auch einen Drachen an PDL kennengelernt. Davor gab es aber einige gute PDL. Unsere PDL Max. Versorger macht sich sogar sehr gut. Sie kann sich allerdings nicht um jeden einzelnen von uns kümmern. Wir sind halt >1500 Pflegekräfte.
 
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Menschenkind

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18.12.2012
Ihr lieben - und ich schreibe das ganz bewusst -,

mir scheint, die Diskussion nimmt eine insgesamt unkonstruktive Richtung ein.

Was mir wichtig ist: Jeder, absolut jeder reagiert zu jeder Zeit in den Möglichkeiten, die der/diejenige grade zur Verfügung hat. Das gilt für Patienten und Menschen jeglicher Hierarchieposition. Inklusive den Menschen mit einer pathologischen Erkrankung...aber auch exklusiv einer pathologischen Erkrankung.

Das entbindet jedoch nicht von der Verantwortung der jeweiligen Taten.

Verallgemeinerungen bringen nichts...ihr kennt das sicher "man" statt "ich".
In Streitgesprächen alle möglichen Situationen der letzten 3 Jahre bündeln und mit dem Merkmal "immer" versehen.

Ich erkenne hiervon einiges von oben gesagtem in dem Thread. Das wird nicht weiter bringen.

Meine Erfahrungen in der Praxis sind:
- Wegschauen ist keine Lösung
- Aber Hinschauen und Rundumschläge auch nicht
- Beweise von nicht legitimem Verhalten sind schwer zu sammeln
- Und nicht immer siegt die Gerechtigkeit

Das ist jetzt leider wieder sehr allgemein, weil ich konkrete Beispiele hier nicht nennen möchte.

Für mich ist wichtig in meiner Selbstreflektion, zu wissen, welche Grenzen ich habe und wie ich diese wahren kann. Wo ist mein Anteil an der Aufrechterhaltung unguter Systeme? Und wie kann ich in diesen agieren? Es ist meine Bewertung, die ich anwende. Ich kann nicht in die Köpfe der anderen Menschen schauen. Alles was ich sehe, sind meine Bewertungen.

Ich kenne mehrere Krankenhäuser als Pfleger und Angehöriger, dazu mehrere Rehakliniken, zwei psychiatrische Tageskliniken, dazu als Auditor hunderte Pflegeeinrichtungen. In keiner der Einrichtungen läuft alles richtig. Für die allermeisten setze ich jedoch im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine insgesamt gute Arbeit voraus. Von den wenigen bei denen ich dies nicht tue versuche ich, eine Verbesserung zu erwirken (egal, in welcher Position ich mich befinde). Dies ist bisher immer möglich gewesen, auch wenn es nicht mit einem Fingerschnipp geht.

Die AA haben ein schönes Gebet: "Der Herr gebe mit die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann und den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann - und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!"

Wenn ich demotiviert bin schaue ich auf eine Spruch in meinem Büro: "Ich bin heute Morgen nicht aufgestanden um Durchschnitt zu sein!"
Damit fange ich an, das zu verändern, was in meiner Verantwortung liegt: MICH!

PS: Ich bin schon unfair behandelt worden (meine Bewertung): In meiner ersten Ausbildung, in meiner zweiten Ausbildung auf meiner ersten Station (was mir fast die Probezeit gekostet hätte). Als PDL eines amb. PD, als ich den "Zirkus des Vorstandes" (subjektive Bewertung) nicht mehr mitgemacht habe. Also stellv. PDL von meiner PDL wegen eines blöden Terminfehlers.
Und ich bin schon ganz oft sehr fair, menschlich, persönlich von Mitarbeitern, Vorgesetzten, Praxisanleitern (insbesondere in der Psychiatrie) mit den jeweiligen Personen in Kontakt gekommen.
Aus beiden Situationsbereichen (positiven und negativen) kann ich keine Verallgemeinerung ziehen. Meine persönlichen Erfahrungen gezielt in der Psychiatrie waren jedoch immer geprägt von sehr viel Fachlichkeit, Empathie und dem gemeinsamen Ziel mit dem Patienten zu arbeiten und eine Verbesserung der Situation herbei zu führen - auch wenn dies vom Patienten nicht immer so gesehen wurde.
Das heißt jedoch nicht, dass ich mir andere "Zielsetzungen" oder "Methoden" nicht vorstellen kann und es diese nicht gibt.
 
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Igel77

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23.12.2014
Oldenburg
Pfleger erstellen Diagnosen zu ihren gegenüber und das ohne jegliche Fachexpertiese, denn die hätte Test und so einige tief gehende Gespräche vorausgesetzt.
Das ist unprofessionell und gehört sich nicht. Kollegen sind nicht zu diagnostizieren.

Es gehörte aber leider auch zum Repertoire von Nummer 2) und Nummer 3). Und nicht nur, dass wir alle das in Gesprächen serviert bekommen haben, es wurde auch bei unliebsamen Mitarbeitern im Betrieb verbreitet. Es ist also (leider) eine sehr unangenehme Umgangsform, dort, wo ich war (und vielleicht auch andernorts).

Andererseits kann man sich auch nicht davon frei machen. Bestimmte Merkmale lösen halt Reflexe aus, was vereinzelt auch Leben retten kann, wie in der Einschätzung von Suizidalität.

Wo ist die Anzeige gegen die Rechtsradikaliät und sexuelle Übergriffe?
Hier habe ich mich dazu ausgelassen. Nebenbei, der damalige Arbeitgeber versucht, den Betriebsrat abzusägen. Die Vorsitzende, mit der ich damals sprach, ist gebustet worden (wegen einer anderen Sache), neben drei anderen Mitarbeitern. Und jedem Kollegen, der sich in irgend einer Form beim BR gemeldet hat, ist in schöner Regelmäßigkeit dann drastisches Fehlverhalten andernorts vorgeworfen worden.

Dann, etwas zu wissen heisst nicht, es beweisen zu können. Aussage gegen Aussage führt eben meist zu Im Zweifel für den Angeklagten, und gehen dann eventuell für den Anzeigeersteller noch weiter nach hinten los, auch strafrechtlich. Gerade bei Arbeitgebern, die so etwas decken.

6 PDLs sprechen mal so garnicht für den Rest der PDLs.
Nö. Deswegen sprach ich auch von anekdotischer Evidenz. Alles eigene Erlebnisse. Für eine ernstzunehmende Studie sicherlich nicht geeignet.
 
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Gesundheits - und Krankenpfleger
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Psychiatrie
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18.12.2012
Nö. Deswegen sprach ich auch von anekdotischer Evidenz. Alles eigene Erlebnisse. Für eine ernstzunehmende Studie sicherlich nicht geeignet.
Ich kann deine Wut (nehme ich da auch eine gewissen Hilflosigkeit wahr?) bei deinen Erlebnissen verstehen.

Ich würde aber trotzdem sagen, dass du aus deiner anekdotischen Evidenz zu einer Verallgemeinerung

["Was passiert mit Menschen, wenn sie PDLer werden?​
Warum laufen so viele von ihnen zur Dunklen Seite über?​
Waren sie da schon die ganze Zeit?​
Passiert das während der Ausbildung/dem Studium?"]​
übergegangen bist.

Auf deine Fragen gibt es meiner Meinung nach eine klare Antwort:

"Nein"
 
Qualifikation
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