Wie weiter nach Ablehnung der Kündigung?

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Nicole78

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Hallo,

ich hab da mal ne ziemlich verworrene Situation bei der ich Hilfe von Fachleuten brauche:

ich bin seit 5 jahren PDL in einer Einrichtung, habe mich nun beruflich weiter orientiert und nun beim alten Arbeitgebener fristgerecht gekündigt.
Schwierigkeiten machte meine Kündigungsfrist -> lt. Arbeitsvertrag gesetzliche Kündigungsfristen ( 4 Wochen zum 15. oder Monatsende), lt. Tarifvertrag 3 Min. zum Quartalsende für beide seiten (AN und AG). Der Fachanwalt für Arbeitsrecht meinte, der Tarifvertrag käme für mich nicht zum Tragen, da mein Vertrag aus einer tariflosen Zeit stammt und dieser nicht rückwirkend gelten würde, da mein Arbeitsvertrag keine solche Klausel enthält.

Ich bat meinen alten Arbeitgeber um einen Aufhebungsvertrag, dieser willigte nicht ein obwohl ich ihm als Ausgleich meine Ü- Stunden schenken würde ( denn mit Ü- Stundefrei und Resturlaub wäre ich genau 3 Tage länger im Betrieb, wenn ich nach Tarif gekündigt hätte, als ich es so nun sein will!) und wollte mich max. 1 Monat früher gehen lassen als es der Tarifvertrag zulässt und bezog sich immer wieder auf den Tarifvertrag. Ich solle doch meinen neuen AG bitten, erst einen Monat später anzufangen, da man in 6 Wochen ja so schnell keinen Ersatz hätte ( seit einem Jahr gab es die immer wieder von mir angemahnte Stellv. PDL nicht mehr, würde sich angeblich nicht rechnen bei einer Betriebsgröße von 80 Bew.) Wenn ich vom Bus überfahren werde- Gott bewahre- dann müßte doch auch jemand den Laden übernehmen und mein Wissen wäre weg.

Ich habe das mit meinen Anwalt abgesprochen, der riet mir davon ab und meinte, ich solle einfach meinen Resturlaub nehmen vor dem Ausscheiden und zum angekündigten Zeitpunkt gehen/ nicht mehr zur Arbeit erscheinen.
Daraufhin folgte nochmal ein Gespräch mit meinem AG, in dem ich ihn erneut bat, mich doch gehen zu lassen. Er ließ sich nicht darauf ein und schickte mir eine Kündigungsbestätigung mit dem von ihm gewählten Datum. Diese liegt nun beim Anwalt vor und er wird ein entsprechendes Schreiben aufsetzen, in welchem ich weiterhin erkläre zu dem von mir gewählten Datum die Arbeit zu beenden.

Mittlerweile gibt es eine Nachfolgerin für meine Stelle, (die kurioser Weise mit dem Gehalt anfängt, für das ich 2 jahre gekämpft habe und es doch nie bekam wegen angeblich wirtschaftlich schlechter Zeiten. Wir haben beide die gleiche Qualifikation und nach unserem Tarifvertrag müßte sie sogar eine Stufe tiefer eingruppiert werden...)

Ich fürchte nun ein bißchen das Theater, wenn der Brief vom Anwalt beim AG ankommt, denn mein AG meint, was er sagt gilt und alles andere wird - notfalls vor Gericht- ausgefochten, will heißen, er rechnet gar nicht damit, dass ich mich seinen Anweisungen nicht beugen werde.
Ich müßte noch 2 1/2 Wochen arbeiten, hätte dann meinen Resturlaub bis zum Ausscheidedatum. Vor diesen Wochen im Betreib graut es mir schon, da ich das Wesen meines alten AG kenne und weiß, dass er nicht zimperlich mit ausscheidenden MA umgeht.

Wie würdet ihr euch nun Verhalten? Weiter hingehen, Übergabe so gut wie möglich, Anfeindungen des AG zum einen Ohr rein und zum anderen raus? Oder krankmelden? Und wenn krankmelden, wie reagieren wenn der AG diese anzweifelt über den MDK (hat er bei einer früheren PDL in einem anderen Betreib gemacht).
Was mich von einer Krankmeldung noch abhält sind mein ehemaliges Team, denn sie verdienen eine gute Übergabe (die Neue wird es sowieso schwer haben, da sie in dem Bereich lange nicht gearbeitet hat) und die Bew., denn die würden ebenfalls unter einer schlechten /nicht erfolgten Übergabe leiden.

Euch mag das vielleicht alles ein bißchen komisch vorkommen und ihr sagt eventuell: wo ist dein Problem, du bist doch eh bald weg; für mich ist so eine Situation schwierig, weil ich noch nie einen solchen Abgang hingelegt habe ( konnte mich bisher mit allen vorherigen AG einigen) und nun wirklich großen Streß damit habe.

Für konstruktive Antworten wäre ich dankbar.
 
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thorstein

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AW: Wie weiter nach Ablehnung der Kündigung?

Hallo Nicole,

zunächst einmal meldest du dich nicht krank, sonern ein Arzt muss dich krank schreiben. Jetzt wäre die entscheidende Frage: wieso?
Deine Situation kann ich sehr gut nachvollziehen, aber schon vorab zum Arzt zu laufen scheint mir in deiner Position der falsche Weg.
Ich bin aber auch der Meinung: Mobbing oder die Verletzung meiner Würde ist jederzeit auch ein guter Grund, zum Arzt zu gehen. Daher würde ich versuchen, die Übergabe hinzubekommen, aber bei entsprechendem Verhalten des AG sofort die Notbremse ziehen.

Grüsse
 
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Ich sehe das mit der Krankmeldung ähnlich.

Ich habe bisher auch immer einen guten Abgang hingekriegt - natürlich ohne Krankmeldung, sondern mit einem ordentlichen Abschied.
Aber es kann auch einmal anders kommen, und da fand ich die Aussicht darauf meinen bisherigen Job so weitermachen zu müssen schon ziemlich schwierig. Ich habe für mich zumindest in Erwägung gezogen zum Arzt zu gehen, als ich deutlich psychosomatische Probleme bekam - von heute auf morgen. Es hat sich dann auf anderem Wege erledigt - gut so. Ich denke, bei allem Wunsch eine gute Übergabe zu machen, einen guten Abschluss hinzubekommen, einfach auch weil man es selbst so möchte, und weil man nicht der Mensch ist, der andere im Regen stehen lässt ist ein guter Grundansatz. Wenn allerdings der bisherige AG da nicht mitmacht, man als zukünftiger Ex-Mitarbeiter mies behandelt wird, dann hat man das Recht sich selbst zu schützen. Aushalten ist ok, für eine Weile und bis zu einem gewissen Grad - aber irgendwo muss man einen Punkt machen und auch mal zuerst an sich selbst und die eigene Gesundheit denken. Die Mitarbeiter und Kollegen die man zurücklässt, darf man auch mal in ihre Eigenverantwortung entlassen. Man ist für deren Wohlergehen in solchen Fällen m.E. nicht verantwortlich, auch wenn es einen selbst schmerzt.
 
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Hallo nicole,

du bist PDL.
In so einer Position muss ich mit Anfeindungen umgehen können, wenn nicht als Übungsmöglichkeit nehmen.

Die 2 1/2 Wochen, die Blöße würde ich mir als PDL nicht geben wollen.
 
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Anfeindungen sind das eine - Unzumutbarkeiten sind das andere. Ich denke hier darf man schon einen Trennung vornehmen. Ich würde immer auch vorziehen durchzuhalten - aber eben nicht um jeden Preis.
 
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Nicole78

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AW: Wie weiter nach Ablehnung der Kündigung?

....

du bist PDL.
In so einer Position muss ich mit Anfeindungen umgehen können, wenn nicht als Übungsmöglichkeit nehmen.
Übungsmöglichkeiten hatte ich 6 Jahre mehr als genug um zu sehen, dass es leider nicht auf der sachlichen Ebene bleibt und unheimlich viel Energie frisst.
Anfeindungen habe ich schon jetzt massiv erlebt, seit ich die Kündigung abgab.
Mittlerweile nimmt es leider einen Lauf, der über normale "Anfeindungen" hinweg- denen man immer begegnet als PDL, das ist völlig klar und für die man über die Jahre hinweg ja auch Strategien entwickelt hat. Diese Situation hat einen andere Ebene und einen anderen Tiefgang erreicht, den ich trotz meines dicken Felles schwer aushalten kann. Und es nimmt von Tag zu Tag zu : Telefonterror, persönliche Angriffe vor KollegInnen und Bewohnern etc. sind nur die Spitze des Eisberges.
Heute durfte ich mir anhören, dass man mein Gehalt bis zur endgültigen Klärung "einfrieren" würde. Darauf angesprochen, dass dies rein rechtlich gar nicht möglich ist meinte er nur, ich würde schon sehen was er alles für Möglichkeiten hätte...

@thorstein: dass ich mich selbst nicht krankschreiben kann weiß ich auch . Mit "Krankmelden" meinte ich etwas anderes. In unserem Betreib wird erst ab dem 3ten Tag eine Krankschreibung benötigt, und selbstverständlich kommt die dann vom Arzt.

Nunja, man wird sehen....
 
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thorstein

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AW: Wie weiter nach Ablehnung der Kündigung?

Mittlerweile nimmt es leider einen Lauf, der über normale "Anfeindungen" hinweg- denen man immer begegnet als PDL, das ist völlig klar und für die man über die Jahre hinweg ja auch Strategien entwickelt hat. Diese Situation hat einen andere Ebene und einen anderen Tiefgang erreicht, den ich trotz meines dicken Felles schwer aushalten kann. Und es nimmt von Tag zu Tag zu : Telefonterror, persönliche Angriffe vor KollegInnen und Bewohnern etc. sind nur die Spitze des Eisberges.
Nur so am Rande: wen willst du da eigentlich worin einarbeiten?
Welches Team lässt sowas zu und verdient deshalb irgendetwas?

Ich kann nur hoffen, dein Rechtsanwalt taugt etwas und tritt deinem Chef kräftig in den Hintern.
 
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stern3007

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Ich würde zum Arzt gehen und mich dann wegen der Mobbingsituation krankschreiben lassen.
 
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AW: Wie weiter nach Ablehnung der Kündigung?

Warum gehst du noch hin?
Es gibt jeden Grund dies nicht mehr tun zu können. Bist du unter den gegebenen Umständen tatsächlich noch arbeitsfähig?

Nein man muss sich nicht alles gefallen lassen und man muss auch nicht um jeden Preis alles mögliche aushalten nur um sich und anderen zu beweisen, dass man durchhalten kann. Du wirst deine Gründe haben, dass du gehen willst. Und du hast deinen Willen dieses Arbeitsverhältnis ordentlich zu beenden dir bewiesen das sollte reichen.
Die Leute, die du zurücklässt, die das zu schätzen wissen und die Arbeit, die du bisher dort gemacht hast, werden Verständnis dafür haben. Sonst sind sie dein Engagement nicht wert.
 
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AW: Wie weiter nach Ablehnung der Kündigung?

Ich bin zwar (noch) nicht PDL und werde so eine Stelle vielleicht nie einnehmen. Aber eine wichtige Erfahrung habe ich gemacht. Nämlich, dass diese Anfeindungen, Anrufe usw. ein Zeichen von Schwäche sind. Der AG weiß, dass er am kürzeren Hebel sitzt und sein Handeln völlig widerrechtlich ist. Seine angeblichen Möglichkeiten sind nur eine Methode zum Einschüchtern und Provozieren. Er kann nichts anderes, als nur drohen. Verlierst Du die Nerven, hat er erreicht was er wollte.

Er hat eine psychologische Waffe ausgepackt. Und was der kann kannst Du besser, weil Du eine Frau bist. (Das ist jetzt keine männerfeindliche Hetze, sondern wissenschaftlich nachgewiesen)
Deshalb würde ich vorschlagen: Ihn nicht mehr ansprechen, auch nichts mehr bitten. Wenn er droht, nichts sagen und selbstbewusst lächeln. So eine plötzliche Verhaltensänderung hat eine durchschlagende Wirkung.

Viel Erfolg

bronzelöwe
 
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AW: Wie weiter nach Ablehnung der Kündigung?

Hallo Nicole78,

wie ist denn die Geschichte jetzt zu Ende gegangen? Würde mich mal interessieren?
Viele Grüße
B.
 
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AW: Wie weiter nach Ablehnung der Kündigung?

Liebe PDL Kopf hoch,Augen auf,Mund zu :thumbs::thumbs:und durch.:eek:riginal:
 
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AW: Wie weiter nach Ablehnung der Kündigung?

Der Thread wurde im Juni des letzten Jahres eröffnet und leider hat sich Nicole nach dem 30.06.11 nicht wieder gemeldet .

Finde ich eigentlich schade das sich so oft "ThreaderöffnerInnen" nicht mehr melden und berichten ob und wie sie das Problem lösen konnten oder auch nicht.
Kann doch auch hilfreich für andere User sein die diesselben bzw. ähnliche Probleme haben .

LG
 
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AW: Wie weiter nach Ablehnung der Kündigung?

Man kann aber auch in die Beiträge des Betroffenen schauen und feststellen, dass sie inzwischen woanders arbeitet.
Allerdings gebe ich euch Recht, dass das nicht zum guten Ton gehört. Themenstartern, die sich das zur Regel gemacht haben, antworte ich auch nicht mehr.
 
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