Wie geht es Euch als PDL?

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Helene19742016

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Hallo zusammen, was mich mal interessieren würde... habt Ihr auch solche Probleme gescheite WBL/PFK zu finden, die ihren Job so richtig ernst nehmen, so mit Verantwortung und so ;-)
Ich habe das Gefühl, es wird immer schlimmer, PFK haben kaum noch Fachlichkeit, handeln(auch bei guter Besetzung) einfach nicht angemessen.
Ich habe den Eindruck, dass man auf der Stelle steht und nicht weiterkommt, ohne tägliche, kleinschrittige Handlungsanweisung läuft leider nicht viel, obwohl es doch immer das gleiche Procedre ist und es doch irgendwann auch fluppen muss...Es kann doch nicht zu viel verlangt sein, dass die PFK ihren Anforderungen gerecht werden. Viele sind nicht in der Lage die Risiken rechtzeitig zu erkennen, wissen entweder nicht was zu tun ist oder denken sich soll doch der SD machen.. es muss immer erst ein Bew darunter leiden und selbst dann ist es nicht gesagt, dass Pfleger Xy sich auf den Weg macht und geeignete Hilfsmittel ordert oder sich in sonstiger Weise dem Problem widmet. Bei vielen MA hat man den Eindruck, dass sie sich über den Bew gar keine Gedanken mehr machen, die Pflege wird irgendwie durchgezogen, schnell in die Pause, manche haben das Bedürfnis schon nach 1 Std Arbeit, alles wird nur halbherzig erledigt, die Bew zwischendurch gar nicht mal angesprochen, obwohl bei uns in der Regel immer die Zeit dafür da ist, dann hängen lieber alle im Dienstzimmer rum, ärgern sich zum xten Mal über den Dienstplan aber keiner mal bereit sein Fachwissen und seine in der Bewerbung angepriesenen Kompetenzen mal zu aktivieren und sinnvoll einzusetzen.
Die WBL identifizieren sich nicht mit ihrer Rolle, sind mehr beim Team als sich für die Bewohner einzusetzen... und man kann noch froh sein, dass überhaupt noch welche den Job machen, die man mal zur Verantwortung ziehen kann wenns nicht läuft, wäre aber doch schöner die WBL wären Vorbild und würden ihr Team motivieren statt ins gleiche Horn zu blasen und alles schlecht zu reden
Meiner Meinung nach ist die Bezahlung in einer kirchlichen Einrichtung doch durchaus akzeptabel, wenn man bedenkt wie viele Ausfälle manche MA haben, 4-5 Krankenscheine im Jahr und teilweise so defizitär arbeiten, in manchen Branchen wäre man schon längst weg vom Fenster aber wir in der Pflege sollen unseren MA noch dankbar sein das sie bei uns arbeiten, egal wie sie arbeiten
Geht es denn nur mit Abmahnungen, funktionieren die MA nur noch mit Druck? Wir hören immer Ma wollen mehr wertgeschätzt werden und gelobt werden aber mit der LariFari Einstellung und dementsprechenden Einbussen der Bewohner fällt es als Leitung schwer noch zu sagen: Gut gemacht, wir sind froh Sie als MA zu haben
Im TV sieht man immer nur die schlechten Bedingungen der PK, die sind alle überlastet, bei uns haben die meisten trotz der vielen Krankenscheine noch relativ geregelte Arbeitszeiten und freie Wochenenden. Wünsche zum Dienstplan werden zu 99% berücksichtigt, wenn Spät/Früh wechsel dann unter Berücksichtigung der Ruhezeiten, 1 mal im Monat mindestens ein langes frei von 3-5 Tagen, keine Teildienste, ausreichend PFK im Dienst und auch bei uns PDL ern kann immer Hilfe angefordert werden, ich selbst springe auch mit ein in die WE/ND wenn erforderlich aber wie wir es machen: MA sind immer irgendwie unzufrieden,viele haben psychische Probleme, die eigentlich gar nichts mit der Arbeit zu tun haben, verkorkste Privatleben, manche sind so schwankend in ihren Launen das man meint sie hätten mehrere Persönlichkeiten, leider sind das fast alle die Ex. PK, die die am meisten verdienen. Liegt es also doch an der Verantwortung, die keiner mehr in der Lage ist zu übernehmen? Ist es denn so ein Hexenwerk seine Arbeit gewissenhaft zu machen?
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
PDL
R

resigniert

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03.01.2013
Münster
MA sind immer irgendwie unzufrieden,viele haben psychische Probleme, die eigentlich gar nichts mit der Arbeit zu tun haben, verkorkste Privatleben, manche sind so schwankend in ihren Launen das man meint sie hätten mehrere Persönlichkeiten, leider sind das fast alle die Ex. PK, die die am meisten verdienen.
Ist zwar OT - aber was haben die 3 markierten Probleme mit dem Verdienst zu tun?
Woher weißt du woher die psychischen Probleme gekommen sind?
Woher kennst du so genau das Privatleben deiner Mitarbeiter/Untergebenen?
Was macht Launisch?

Von mir aus dem Text nicht kopiert: Was hat die Bezahlung einer kirchlichen Einrichtung mit der Arbeitsunfähigkeit (auch 4-5x/Jahr) eines Mitarbeiters/Untergebenen zu tun?
 
Qualifikation
GuK
Fachgebiet
Intern
S

Solail

Hey!
Also... ich muss sagen ich fühle mich bei meinem Arbeitgeber sehr wohl. Das vorweg, denn auch als Führungskraft benötige ich von meinem Vorgesetzten direktes Feedback und auch Rückhalt. Eine gewisse Haltung muss von „oben runter“ vorgelebt werden.
Im allgemeinen muss ich sagen dass die Mitarbeiter meines Erachtens nach oftmals verunsichert sind. Ich empfinde es nicht als nicht wollen oder nicht können, sondern als Verunsicherung. Neue Gesetze, neue Abläufe, die Ansprüche von Kunden und Angehörigen steigen fühlbar von Monat zu Monat. Man könnte täglich schulen und fortbilden bei den vielen Veränderungen, die auf die Mitarbeiter einprasseln. Ich finde man sollte als Führungskraft nichts als selbstverständlich
voraussetzen.
Ich treffe mich einmal pro Woche mit meinen WBL‘s für ein Status Update. Morgens gibt es eine Blitzrunde mit den Schichtleitungen der Pflege, haustechniker, hausdirektorin, Hauswirtschaft, Betreuung und Pdl.
Ich als Pdl gehe morgens und nachmittags auf die Wohnbereiche und spreche die Kollegen direkt an und frage aktiv nach dem Tagesgeschehen. Oftmals werden dann fragen gestellt und um Hilfe gebeten. So habe ich direkten Kontakt zu den Mitarbeitern und auch zu den Kunden. Und keine Fachkraft muss in einer Blitzrunde sagen „ich weiß nicht bitte helfen Sie“ sondern können im direkten Gespräch fragen. Oft Kleinigkeiten, aber an denen hängt es eben oft. Rückmeldung der Mitarbeiter ist sehr positiv, da sie nicht um Hilfe bitten müssen. Sie haben das Gefühl abgesichert zu sein und ich verliere dadurch nicht den überblick.
 
B

banditen

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05.02.2018
Land Berlin, DE
Hallo zusammen, was mich mal interessieren würde... habt Ihr auch solche Probleme gescheite WBL/PFK zu finden, die ihren Job so richtig ernst nehmen, so mit Verantwortung und so ;-)
Ich habe das Gefühl, es wird immer schlimmer, PFK haben kaum noch Fachlichkeit, handeln(auch bei guter Besetzung) einfach nicht angemessen.
Ich habe den Eindruck, dass man auf der Stelle steht und nicht weiterkommt, ohne tägliche, kleinschrittige Handlungsanweisung läuft leider nicht viel, obwohl es doch immer das gleiche Procedre ist und es doch irgendwann auch fluppen muss...Es kann doch nicht zu viel verlangt sein, dass die PFK ihren Anforderungen gerecht werden. Viele sind nicht in der Lage die Risiken rechtzeitig zu erkennen, wissen entweder nicht was zu tun ist oder denken sich soll doch der SD machen.. es muss immer erst ein Bew darunter leiden und selbst dann ist es nicht gesagt, dass Pfleger Xy sich auf den Weg macht und geeignete Hilfsmittel ordert oder sich in sonstiger Weise dem Problem widmet. Bei vielen MA hat man den Eindruck, dass sie sich über den Bew gar keine Gedanken mehr machen, die Pflege wird irgendwie durchgezogen, schnell in die Pause, manche haben das Bedürfnis schon nach 1 Std Arbeit, alles wird nur halbherzig erledigt, die Bew zwischendurch gar nicht mal angesprochen, obwohl bei uns in der Regel immer die Zeit dafür da ist, dann hängen lieber alle im Dienstzimmer rum, ärgern sich zum xten Mal über den Dienstplan aber keiner mal bereit sein Fachwissen und seine in der Bewerbung angepriesenen Kompetenzen mal zu aktivieren und sinnvoll einzusetzen.
Die WBL identifizieren sich nicht mit ihrer Rolle, sind mehr beim Team als sich für die Bewohner einzusetzen... und man kann noch froh sein, dass überhaupt noch welche den Job machen, die man mal zur Verantwortung ziehen kann wenns nicht läuft, wäre aber doch schöner die WBL wären Vorbild und würden ihr Team motivieren statt ins gleiche Horn zu blasen und alles schlecht zu reden
Meiner Meinung nach ist die Bezahlung in einer kirchlichen Einrichtung doch durchaus akzeptabel, wenn man bedenkt wie viele Ausfälle manche MA haben, 4-5 Krankenscheine im Jahr und teilweise so defizitär arbeiten, in manchen Branchen wäre man schon längst weg vom Fenster aber wir in der Pflege sollen unseren MA noch dankbar sein das sie bei uns arbeiten, egal wie sie arbeiten
Geht es denn nur mit Abmahnungen, funktionieren die MA nur noch mit Druck? Wir hören immer Ma wollen mehr wertgeschätzt werden und gelobt werden aber mit der LariFari Einstellung und dementsprechenden Einbussen der Bewohner fällt es als Leitung schwer noch zu sagen: Gut gemacht, wir sind froh Sie als MA zu haben
Im TV sieht man immer nur die schlechten Bedingungen der PK, die sind alle überlastet, bei uns haben die meisten trotz der vielen Krankenscheine noch relativ geregelte Arbeitszeiten und freie Wochenenden. Wünsche zum Dienstplan werden zu 99% berücksichtigt, wenn Spät/Früh wechsel dann unter Berücksichtigung der Ruhezeiten, 1 mal im Monat mindestens ein langes frei von 3-5 Tagen, keine Teildienste, ausreichend PFK im Dienst und auch bei uns PDL ern kann immer Hilfe angefordert werden, ich selbst springe auch mit ein in die WE/ND wenn erforderlich aber wie wir es machen: MA sind immer irgendwie unzufrieden,viele haben psychische Probleme, die eigentlich gar nichts mit der Arbeit zu tun haben, verkorkste Privatleben, manche sind so schwankend in ihren Launen das man meint sie hätten mehrere Persönlichkeiten, leider sind das fast alle die Ex. PK, die die am meisten verdienen. Liegt es also doch an der Verantwortung, die keiner mehr in der Lage ist zu übernehmen? Ist es denn so ein Hexenwerk seine Arbeit gewissenhaft zu machen?
hallo helene,
ich hab aufgrund von deinen vielen genannten hindernissen meinen job nach 15 jahren gewechselt.keiner sollte für das was auf dem markt los ist die verantwortung übernehmen....kranke und faule mitarbeiter die den ganzen tag rumsülzen...man/frau stellt mitarbeiter ein die unter aller kanone sind...und die guten gehen kaputt an ihren kollegen.....empfehle dir schmeiss den job..machst dich kaputt....und es gibt kaum personal..anständiges...also wirst du dein job nie richtig gut machen können....es sei denn du hast die zeit und machst alles selbst.arbeite jetzt in der häuslichen intensivpflege...nur ein patient...12 std dienste...15 tg frei im monat......und durch nachtdienst...mehr geld als ich als pdl verdienst habe...120 mitarbeiten...150 bewohner.....und eine pdl hat weniger als ein mitarbeiter im schichtdienst....hier stimmt was nicht...also..such dir einen anständigen job.....wo du auch dein leben geniessen kannst.....kein scheiss arbeitshandy klingelt..abends...am we.....für was.....2000 netto......oder etwas mehr......geniesse jetzt meine freien tage richtig...grins.....keine anrufe.....und muss nur das verantworten was ich selbst tue..herrlich.......alles gute für dich.......
 
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Qualifikation
pflegefachkraft
Fachgebiet
berlin
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Nemononame

Es kann doch nicht zu viel verlangt sein, dass die PFK ihren Anforderungen gerecht werden. Viele sind nicht in der Lage die Risiken rechtzeitig zu erkennen, wissen entweder nicht was zu tun ist oder denken sich soll doch der SD machen.. es muss immer erst ein Bew darunter leiden und selbst dann ist es nicht gesagt, dass Pfleger Xy sich auf den Weg macht und geeignete Hilfsmittel ordert oder sich in sonstiger Weise dem Problem widmet. Bei vielen MA hat man den Eindruck, dass sie sich über den Bew gar keine Gedanken mehr machen, die Pflege wird irgendwie durchgezogen, schnell in die Pause, manche haben das Bedürfnis schon nach 1 Std Arbeit, alles wird nur halbherzig erledigt, die Bew zwischendurch gar nicht mal angesprochen, obwohl bei uns in der Regel immer die Zeit dafür da ist, dann hängen lieber alle im Dienstzimmer rum, ärgern sich zum xten Mal über den Dienstplan aber keiner mal bereit sein Fachwissen und seine in der Bewerbung angepriesenen Kompetenzen mal zu aktivieren und sinnvoll einzusetzen.
Ich denke dass sicherlich Fachkräfte gibt die das gerne machen würden, nur dann würde der Stamm der im Dienstzimmer rumlungert ganz schnell diese Fachkraft die das versucht mobben anfangen, unzwar so schnell und heftig so dass die engagierte Fachkraft ganz schnell das Weite sucht.
Und warum sprichst du das als PDL nicht an? Immer wieder wenn die im Dienstzimmer rumhängen ins Dienstzimmer gehen und die Mitarbeiter Direkt ansprechen, und später Einzelgespräche führen. Wie wäre es mit Pflegebegleitungen in der Arbeit zur Qualitätskontrolle?
 
C

Cutter

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16.11.2008
Hannover
Aus PH-Sicht:
Ich erlebe diese Dienstzimmerorgien auch ständig. Unsere PDL akzeptiert das so. Die vorherige nicht. Da hatte niemand was im DZ zu suchen, es sei denn er arbeitet dort direkt an etwas. Darin durfte auch keine Pause gemacht werden. Dafür gibt's einen Pausenraum. Es gibt immer was zu tun. Es ist eine Sache der Führungsdisziplin. Damit meine ich nicht, mit autoritärer Strenge die "Sitzung" auflösen, sondern mit Bedacht und "sanftem Druck". Sonst sind die plötzlich alle krank.
Leider ist der Pflegenotstand so groß, zumindest bei uns, das sich PFK´s eigentlich alles rausnehmen können. Gelegentlich gibt's dann ein Gespräch und "Du Du Du, mit Fingerwinke" und dann ist die Sache erledigt. Im Grunde geht's bei uns nur um den Pflegeschlüssel. Wir haben in unserem kleinen Heim (62Betten) eine vollangestellte QM (Ja, sie macht nichts anderes, den ganzen Tag). Eine Andere PFK darf nicht in die Pflege involviert werden, da sie ein Attest vom Arzt, wegen "Schulter". Die geht nur im Wohnbereich spazieren. Eine Weitere ist nur für unsere 2 Schüler zuständig, in Vollzeit, aber nicht in der Pflege. Und wer meint, das sie die Schüler anleitet, irrt sich. Die Schüler hüpfen von einem Wohnbereich zum nächsten und unterstützen die dortigen Pflegekräfte. Die sind quasi hyperflexible Kräfte, die immer zu den Bewohnern/Pflegenden gerufen werden, die zu zweit versorgt werden müssen. Alles schon recht traurig. Im Grunde geht's immer wieder darum, eine Ausrede zu suchen, irgendetwas nicht machen zu müssen. Einer schiebt es auf den Anderen oder einer anderen Schicht.
Im Pflegeleitbild steht eigentlich klar drin, wer im Mittelpunkt steht. Oft fühlen sich aber die frisch examinierten Altenpfleger-innen das sie das wären und präsentieren ihr "Fast-Fachwissen" mit einem Selbstbewusstsein, das man glaubt ein irrer Arzt steht vor einem. Die können nicht einmal einen Entlassungsbericht aus dem Krankenhaus entziffern, meinen aber die Weisheit mit Löffeln gefr..... zu haben. Die fachliche Kompetenz darf da sehr angezweifelt werden. An unserer örtlichen Altenpflegeschule ist seit Jahren niemand mehr durchgefallen, die bestehen alle mit 1 oder 2. Da ist es nicht verwunderlich, das ich schon erlebte, das ein Notarzt (mit Sonderrechten) für einen blauen Fleck aufm Fußrücken gerufen wurde. Es war eine gefallene Kaffeetasse, 3 Tage zuvor. Aber die PFK identifizierte direkt eine schwere Thrombose. Das Geschrei vom Notarzt klingelt heute noch in der Wänden des Wohnbereichs. Peinlich, peinlich.
Die Qualität der Pflegeausbildung muss sich dringend ändern. Die Schüler können letztlich nichts dafür, wenn sie schlecht ausgebildet sind und ihnen ihre nicht vorhandene Fachkompetenz so hoch angepriesen wird, das sie auf Wolke 7 zu schweben seinen. Sowas ist gefährlich, sehr sogar. Echte Erkrankungen/Symptome werden verkannt und falsch gehandelt. Weil Wissen fehlt. Da heißt es dann, lieber den Hausarzt informieren, dann bin ich erstmal aus der Verantwortung. Zur Not auch per Fax, denn da steht ne Uhrzeit drauf und ich habe eine Faxbestätigung. Nur hilft das dem Bewohner dann auch nicht, wenn auf dem Fax die Symptome nicht richtig geschildert sind, der Hausarzt dann für sich entscheidet, das er erst morgen zur Visite kommt und der Schlaganfall dann erst von den erfahrenen Nachtwachen richtig erkannt wird. 12 Stunden später. Hatte es Konsequenzen? Aber nein: Ist ja alles dokumentiert, incl der fehlenden, entscheidenden Symptome.
Es sieht richtig schlecht aus, in der Pflege. Zumindest bei uns. Gutes Fachpersonal ist so extrem selten geworden. Die mir bekannten wirklich Guten arbeiten schon nicht mehr in der Pflege. Sie haben die Branche gewechselt. Die Fachkräfte sind ja eigentlich da. Es gibt sie in Deutschland. In den letzten 20 Jahren sind genug ausgebildet worden. Nur leider sind die längst woanders unter gekommen, raus aus der Pflege. Ich arbeite seit fast 30Jahren in der Pflege und es geht immer nur bergab. Hoffentlich erlebe ich mal einen Aufschwung. Die letzten 10Jahre haben so viele schlimme Anekdoten hervor gebracht, das ich ein Buch schreiben könnte.
Die Qualität in der Pflege fängt mit der Ausbildung an und die muss sehr viel besser werden. Die Schüler müssen wieder was lernen und nicht als billige Arbeitskräfte herhalten müssen. Die Zeiten das sie als zusätzliches Personal mitlaufen sind schon lange vorbei. Die werden bei uns ab dem ersten Lehrjahr als volle Pflegekräfte eingeplant. Meist als Notspringer zwischen unterbesetzten Wohnbereichen.
 
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resigniert

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03.01.2013
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Ich schreibe hiermit #7 (hatte auch schon #2) - welch ein Hass auf Kollegen, ich bin entsetzt. Auch bei uns läuft nicht alles rund, aber diese negativen Unterstellungen und abwertende veröffentlichte Schlechtrederei über Kollegen finde ich eher selbstabwertend.
Die negativen Arbeitsbedingungen fallen im Text gar nicht mehr auf.
Wer so über Kollegen spricht und schreibt - kann derjenige noch mit Würde, evtl. nicht so freundliche zu pflegenden Menschen, begegnen und deren Bedürfnisse wahrnehmen? Und wie begegnet man sich selbst?
 
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Fachgebiet
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Cutter

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16.11.2008
Hannover
Falls das an mich gerichtet ist, resigniert, war in meinen Beispielen kein persönliches Schlechtreden meine Absicht. Ich pranger hier das niedrige Niveau der Ausbildung zugunsten der Schaffung von Fachkräften, an. Schönreden hilft da nämlich nicht mehr. Das Fachwissen ist so erschreckend schlecht geworden, bzw nicht vorhanden. Ich habe Menschen sterben sehen wegen nicht vorhandenem Wissen.

Beispiel so geschehen vor 2 Jahren. 76j, Aortenaneurysma, Bew klagt über Kopfschmerz und hat roten Kopf, RR war immer sehr gut eingestellt bei ~130/80, plötzlich auf 190/90 und PFK schickt Fax an Hausarzt am Mittwoch Nachmittag ((Arztpraxen sind da zu)), nach 2Std war Bew dann verstorben, PFK (hier Altenpflegerin) wusste nicht was ein Aortenaneurysma ist und hat die Gefahr nicht erkannt. Die junge Frau (PFK) hat das nicht verkraftet, war sehr lange krank geschrieben und ist meines Wissens nicht mehr in der Pflege tätig.

Es gibt da noch so viele Beispiele, die ich aufschreiben könnte. Wie gesagt ein Buch. Zudem kommt natürlich noch der Stress der Unterbesetzung vor Ort am Bett. Laut Dienstplan sind ja genug PFKs vorhanden, nur nicht an der Front. Und die PHs/Schüler sind eben nicht ausgebildet, übersehen Vieles und werden alleine gelassen. Die sollen immer alles dokumentieren, nur was??? die erkennen da ja noch weniger als die Fachkräfte.
In einem Heim waren PHs nur für die Grundversorgung da und die PFKs für die Fachkraftaufgaben (Verbände, BZ/Insulin, etc). Da fiel einer PH nicht auf, das ein Bew plötzlich heftige Petechienblutung an den Beinen hatte. Sie hatte sich nichts Schlimmes bei den Pünktchen gedacht, gut mit Körperlotion eingecremt und die Fachkraft nicht informiert. Die Gerinnung war im Keller und ein hämorrhagischer Insult folgte. Erst im Entlassungsbericht war dann von Petechien die Rede, was die Fachkräfte erstmal googeln mussten. Selbst wenn also die PFK von den Petechien Kenntnis gehabt hätte, hätte sie nicht gewusst, was sie vor sich hat. Ein Arzt schon, wenn er denn hoffentlich informiert worden wäre.

Sowas wird natürlich nie an die große Glocke gehangen und keiner mag darüber reden. Sowas sind immer Tabuthemen. In jeder Einrichtung, in der ich bislang gearbeitet habe. Und ich wette, das vermeidbare Fehler jeden einzelnen Tag irgendwo passieren. Geschuldet der schlechten Ausbildung und so komischen Strukturen wie in dem Heim, in dem ich da gearbeitet habe.
 
Qualifikation
Pflegehelferin
Fachgebiet
Hannover
R

resigniert

Aktives Mitglied
Basis-Konto
03.01.2013
Münster
Ja, wo Menschen arbeiten werden Fehler gemacht, die dürfen durchaus angesprochen werden.
Aber: der Ton macht die Musik, auch bei einem geschriebenen Text
 
Qualifikation
GuK
Fachgebiet
Intern
K

kleinPflegerlein

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Ich habe das Gefühl, es wird immer schlimmer, PFK haben kaum noch Fachlichkeit, handeln(auch bei guter Besetzung) einfach nicht angemessen.
Ich habe den Eindruck, dass man auf der Stelle steht und nicht weiterkommt, ohne tägliche, kleinschrittige Handlungsanweisung läuft leider nicht viel, obwohl es doch immer das gleiche Procedre ist und es doch irgendwann auch fluppen muss.
 
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Altenpfleger
Fachgebiet
stationäre Altenhilfe
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kleinPflegerlein

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Ich denke täglich kleinschritt vorzuschreiben wie die Fachkräfte etwas erledigen sollen, ohne in einen wechselseitigen Dialog zu gehen, bringt garnichts. Mitarbeiter zu fördern, im Sinne von Fort- und Weiterbildungen hilft fachliche Defizite aufzuarbeiten. Tägliche Arbeitsabläufe und der Umgang mit Bewohnern und deren individueller Hilfebedarf sollten in regelmäßigen Team- bzw Fallbesprechungen diskutiert und ggf. optimiert werden. So weiß jeder Mitarbeiter welche Ziele, im Hinblick auf eine Verbesserung der individuellen Lebenssituation der Bewohner, verfolgt werden und ist nicht auf sich allein gestellt. Außerdem kann man sich, durch Mitgestaltung der Arbeitsabläufe, viel besser mit der Einrichtung identifizieren.
Ich muss ihnen, hinsichtlich der fachlichen Defizite mancher Kollegen, leider Recht geben. Zu einem sind da die Kollegen deren Ausbildung 20 Jahre oder länger her ist. Das medizinische Fachwissen dieser Mitarbeiter ist schlicht und einfach überholt und veraltet. Dort sind sie, als leitende Fachkräfte, dafür verantwortlich Defizite zu erkennen und auszubessern. Zum Anderen gibt's die ganz jungen Kollegen die in der Ausbildung als günstige Arbeitskraft missbraucht wurden und dann, auf sich allein gestellt, vor Aufgaben stehen mit denen sie noch nie konfrontiert waren. Auch hier sind sie dafür verantwortlich eine gute Anleitung bzw. Einarbeitung zu gewährleisten. Natürlich mogeln sich auch immer wieder Leute durch das Examen, die einfach ( entschuldigen sie meine Wortwahl) zu dumm sind um als Pflegefachkraft tätig zu sein. Das haben wir nunmal dem Fachkräftemangel zu verdanken, dafür gibt es ja befristete Verträge und lange Probezeiten.
Die Pflege wird irgendwie durchgezogen...
Mein Dienst geht von 6.45 bis 13.30. Bis ca 7.00 sind wir mit der Übergabe beschäftigt wenn's gut läuft und nicht viel los war. Ich habe als Fachkraft die Verantwortung für min. 25 oft aber auch für 50 Bewohner, wenn ich als einzige Fachkraft im Dienst bin. Heute ist zum Glück noch eine Fachkraft da aber leider nur bis 10.00, dazu zwei ungelernte Hilfskräfte. Ich habe 12 Leute in meiner Gruppe, davon 9 die bei sämtlichen morgendlichen Verrichtungen meine Hilfe benötigen. Vier Leute die bettlägerig sind. Zwei Bewohner müssen täglich geduscht werden. Also ich fang mit der Grundpflege an. Wenn ich Bew. eins und zwei am Esstisch sitzen habe ist es schon min. 7.40. Ich verteile auf Station und im Erdgeschoß Tabletten, womit ich mit zeitnaher Dokumentation bis min. 8.00 beschäftigt bin. Vorrausgesetzt es kommt nichts dazwischen wohlgemerkt. Sobald Bew. drei und vier versorgt sind, mit Duschen, wieder min. 50min vergangen. Es ist also 8.50, ich hab 4 Leute versorgt, und muss jetzt Frühstück auf die Zimmer bringen. Das nimmt mit Brötchen schmieren und allem drum und dran min. 10 Minuten in Anspruch. Also um 9.00 hole ich den letzten aus dem Bett, duschen und um 9.30 sitzt der am Tisch. Halb Zehn aber Zeit für ein Knoppers hab ich noch lange nicht.Eine Dame bekommt das Essen angereicht, dafür braucht man viel Ruhe und Zeit. Mindestens nochmal 20 Minuten... wenn sie Hunger hat. Dann wird wieder der Lappen geschwungen. Bew. fünf nimmt mehr Zeit in Anspruch, Hemiplegie, beide Beine amputiert und trotzdem 100kg+ ,Mobilisation mittels Lifter. Wenn er gut mitspielt nochmal 30min. Hilfe kann ich nicht erwarten, die Anderen haben mindestens genauso viel zu tun. Es ist also 10.00, ich habe noch 3 Leute zu pflegen. An Pause gar nicht zu denken. 11.00 bin ich also durch, wenn ich für eine "normale" grundpflegerische Versorgung 20! Minuten brauche. Für resourcenfördernde Pflege ist das nicht mal annährend genug. Um 11.45 gibt es Mittagessen bis dahin muss ich für den Rest des Tages Tabletten stellen. Für 50 Leute, meine Kollegin is ja schon weg. Grade rechtzeitig fertig geworden, also an den Mann mit den Pillen. Ich muss mich beeilen, ich hab ja noch einiges zu tun... 12.00 und ich konnte noch nichts mit den Ärzten klären, da wird sich die Spätschicht aber freuen. Ich mache also Wundversorgungen auf den Gruppen der Hilfskräfte. Je nach dem wie viele meine Kollegin schon versorgt hat min. 4 Leute mit 6 Wunden. Das nimmt mit Doku auch min. 60 Minuten in Anspruch auch wenn das debriment zu wünschen übrig lässt. Jetzt lege ich schnell drei Leute zur Mittagsruhe hin und es ist 13.15, die Spätschicht trudelt ein.
Das ist mein Tagesablauf, wenn nichts dazwischen kommt. Aber wann gibt es mal Tage an denen kein Angehöriger irgendwelche Fragen hat, es einem Bew schlecht geht oder die PDL dir mit irgendwelchen Aufgaben im Nacken sitzt?
Naja ich zieh den Tag so durch, ohne auch nur eine Minute daran zu denken welche Hilfsmittel ich für Bew xy beantragen kann. Nicht jeder Tag ist so, manchmal sind wir auch besser besetzt aber selbst dann gibt es immer genug zu tun um meine Pause sausen zu lassen.
Ich weiß nicht wie viel Leute eine Fachkraft bei ihnen versorgen muss, aber ich denke das es nicht unüblich ist einen Tagesablauf wie meinen zu haben.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
stationäre Altenhilfe
prümhase

prümhase

Mitglied
Basis-Konto
Bei uns in der Einrichtung finden annähernd wöchentlich Schulungen statt. Beispiel; Hygieneschulung mit Schwerpunkt Händehygiene .
Ich fragte eine! Stunden nach der Schulung, warum man bei Clostridien nach Desinfektion noch die Hände waschen muss?
Keine richtige Antwort dabei.
 
Qualifikation
GuK
Fachgebiet
QMB, Lehrerin für Pflegeberufe in Senioreneinrichtung
Weiterbildungen
Lehrerin f. Pflegeberufe, Hygienefachkraft,gepr. Pharmareferentin, Medizinprodukteberaterin
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Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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