Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

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Corola

Hallo, bin neu hier und erhoffe mir Hilfe von euch Fachkräften.

Meine Eltern brauchen seit ca. 5 Jahren Hilfe im Haushalt und meine Mutter morgens Hilfe beim Waschen und Anziehen, da sie einen Schultertrümmerbruch erlitten hat und ihr rechter Arm trotz Schultergelenktransplantation mehr und mehr versteift. Meine Eltern sind nun 93 und fast 90 und endlich dazu bereit den Pflegedienst zu wechseln, mit dem sie schon seit langem sehr unzufrieden sind, aber eben bisher einfach ausgehalten haben. Sie wurden mehrfach bestohlen, die Abrechnungen stimmen ca. jedes 3. Mal nicht und es geht nicht um ein Versehen von 10 .-Euro, sondern meinen Eltern wurden öfter mehrere 100.-€ zu viel in Rechnung gestellt. Wenn sie sich dann beschweren, werden sie nicht ernst genommen und wie senil behandelt, obwohl sie keineswegs senil sind, sondern noch alle ihre Bürokratie immer selbst erledigen und durchaus noch geistig fit im Kopf sind und ihre Rechnungen auch kontrollieren.
Es hat auch Pflegerinnen oder Haushaltshilfen dabei, die sich absolut respektlos und unangemessen verhalten, beim Egemeinsamen Einkauf, kauften die Pflegerinnen für sich selbst ein und manche waren so dreist, das in den Einkaufswagen meiner Mutter zu legen, in der Hoffnung, sie bemerkt es nicht und bezahlt es. Ich könnte noch mehr erzählen, aber ich denke, es reicht, um aufzuzeigen, dass das Vertrauen in diesen Pflegedienst dahin und wir möchten wechseln.

Aber woran erkenne ich einen guten Pflegedienst? An den Qualitätskriterien der Krankenkassen offenbar nicht, denn dieser Pflegedienst hat dort durchaus (mir unverständliche) gute Noten und Beurteilungen. Welche Möglichkeiten habe ich noch, um einen guten Pflegedienst für meine Eltern auszusuchen?

Vielen Dank für eure Hilfe, Corola
 
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resigniert

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AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

Ihr könnt die Anschuldigungen beweisen und habt Anzeige erstattet?

Zur Frage kann ich leider nichts konstruktives sagen
 
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AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

Hallo Corola,
leben Deine Eltern in Deutschland oder der Schweiz?
 
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Corola

AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

In Deutschland.
 
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AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

Als erstes hätte ich - falls ihr das mit den Rechnungen beweisen könnt - Anzeige erstattet und meine Beschwerden schriftlich gegenüber dem PD und dem MDK sowie der PK mitgeteilt.
Dann hätte ich mich, als Tochter - die ja jünger und noch nicht "senil" sein kann - eingeklinkt und dem PD klar gemacht, dass da noch Jemand ist, der die Kontrolle hat. Falls du dies nicht getan hast.
Tja, woran erkennt man einen guten PD? Noten und Beurteilung sagen, wie du erkannt hast, eigentlich nichts aus.
Man kann sich hier eigentlich nur auf sein Bauchgefühl verlassen, sprich, das Gegenüber muss einem sympathisch sein - obwohl auch dies kein Kriterium ist.

Vielleicht gibt es Freunde, Bekannte, die einen PD haben und zufrieden sind? Man sollte sich auch das Büro anschauen, da trifft man vielleicht auch einige Pflegekräfte an.
Ich würde mehrere kommen lassen, ein Angebot machen und dann hat man ggf. einen Eindruck.

Wie gut oder schlecht dieser dann ist, zeigt sich leider erst im Alltag.

Viel Glück.
 
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Henoch

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AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

Hallo Corola,

Keine, einfach zu beantwortende Frage. Die deutschen Pflegenoten sind, wie Du schon selbst sagst, kein wirklicher Anhalt für einen "guten und
zuverlässigen" Pflegedienst.
Es gibt ein paar Wege um hierzu möglicherweise unabhängige und recht tragfähige Informationen zu erhalten.
Als erstes sind als Ansprechpartner die regionalen Pflegestützpunkte und u.U. auch die eigene Krankenkasse zu sehen.

Unabhängigere Informationen bietet das
"Patiententelefon"
und der
"Treffpunkt für pflegende Angehörige"

Über die NAKOS, ist die Suche nach regionalen Selbsthilfegruppen möglich. Diese können gewiss auch Info´s zu den örtlichen Pflegediensten liefern.

Was nun die (möglicherweise) fehlerhaften Abrechnungen betrifft, laß diese zuerst von einer/m Fachkundigen prüfen.
Anlaufstellen können hier u.a. die Pflegestützpunkte*, der Sozialverband vdk (nicht immer kostenfrei!) und die Unabhängige Patientenberatung
Deutschland (UPD)
* sein. (*immer kostenfrei)

Wenn Deine Vermutung zutrifft, UNBEDINGT die Pflegekasse detalliert unterrichten und Anzeige, vorzugsweise direkt bei der örtlichen
Staatsanwaltschaft erstatten. (Die Rechtsreferendare sind meist sachkundiger denn ein Revierbeamter...)

Eine Mitteilung an den MDK ist hierbei völlig zwecklos und überflüssig. Dieser (kann) wird von sich aus nicht tätig.

Von einer Beschwerde gegenüber dem Pflegedienst, wenn Deine Vermutung der Fehl- oder Falschabrechnung zutrifft, würde ich absehen. Leicht gehen dann mal zusätzliche beweisrelevante Unterlagen bei solchen Pflegediensten "verloren". Gerade weil solche "schwarzen Schafe" dann nicht nur bei Deinen Eltern fehlerhaft oder falsch Abrechnen... Und ohne relevante Unterlagen kann es schwierig werden, hier ggf. einen Vorsatz nachzuweisen.

Gerade bei der Häufig der Fehlhandlungen -Diebstahl, fehlerhafte Abrechnung, Betrug- würde ich den Pflegedienst nicht "vorwarnen".

Genau, viel Glück. Und bei Fragen, kannst du mir diese gerne per PN ...

Einen schönen Tag noch
 
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AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

wie immer fundiert und hilfreich vom Fachmann:laughing::super:
 
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Keßler

AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

Wir bekommen neue Kunden fast ausschließlich durch Empfehlung aus der Nachbarschaft oder der weiteren Familie.
Gute Arbeit spricht sich herum. Höre Dich ruhig um. (Und warum nicht beim Frisör ?!?)
 
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Corola

AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

Ganz herzlichen Dank für die vielen guten Tipps!
Zuerst noch ein paar Infos:
Selbstverständlich haben meine Eltern bei der Polizei Anzeige erstattet nach den 3 Diebstählen. Aber selbst die Polizei sagt, bei solchen "Kleindiebstählen" ist sie mangels Personal nicht in der Lage, dem ausführlicher hinterherzugehen.... Man könnte ja präparierte Lockvögel etc. auslegen, aber eben, mangels Personal und weil halt auch die Diebstahlssumme für die Polizei eher nur gering ist, bleibt es halt eben bei den Anzeigen. Die Anzeigen bei der Polizei waren übrigens nur wegen Schmuckdiebstahls. Meine Eltern sind nicht vermögend und meine Mutter hat keinen Schmuck im Wert von einigen 1000.-€. Aber sie hatte einigen echten Schmuck, tlw. Erbstsücke ihrerseits und der ist nun weg und nicht nur "verlegt oder versteckt", wie ihr das einige Leute unterstellen wollten. Darüberhinaus gab/ gibt es noch andere Diebstähle, z.B. nach dem Einkaufsdienst. Meine Mutter kauft regelmässig auch Schokolade oder kleine Pralinenschachteln, die sie den Pflegerinnen von Zeit zu Zeit eben zusteckt als kleine Anerkennung. Nach dem Einkauf waren die eben tlw. weg..., und beweisbar wäre dies auch, denn meine Mutter hatte ja den Kassenzettel, nur beim Auspacken zu Hause waren manche Dinge einfach nicht mehr da. Es gibt noch Dutzende solche Beispiele. Nur wollen meine Eltern wegen solcher Kleinigkeiten eben auch kein grosses Aufheben machen, weil sie evtl. Schwierigkeiten dann in der Hilfe befürchten. Aber all das sind für mich mehr als ein Grund, mich nach einer qualitativ besseren und vor allem seriöseren Hilfe für sie umzusehen.

Zu den Falschabrechnungen:
Ich möchte dem Pflegedienst keine böse oder kriminelle Absicht unterstellen oder gar einen ganzen Berufsstand in Verruf bringen, aber schwarze Schafe gibt es halt überall und wir sind halt offenbar auf so eines gestossen.
Auf die Idee, dies bei der KK zu melden, bin ich bisher nicht gekommen. Tatsache ist, dass die Abrechnungen eben regelmässig, d.h., alle 3-4 oder 5 Monate teilweise so überhöht sind, dass sie selbst einem Blinden auffallen. Es geht jeweils um die Zuzahlung meiner Eltern, die Pflegedienstleistungen werden ja direkt mit der KK verrechnet, das kann ich momentan nicht beurteilen, ob die korrekt sind oder waren. Aber das ich bei meinem nächsten Besuch herausfinden. Ich war sicher auch selbst ein bisschen naiv, weil ich davon ausging, dass ein Pflegedienstanbieter einfach seriös ist oder sein muss, wenn er von der KK überprüft und für gut befunden worden ist.


Nach Reklamation unsererseits hat sich dann plötzlich immer alles neu geregelt, schuld war immer nur das PC-Programm.... und laut PD eben immer nur bei meinen Eltern. Belegen kann ich die Falschabrechnungen, denn nach den Reklamationen bekamen meine Eltern jeweils eine neue und diesmal richtige Abrechnung. Da meine Mutter fein säuberlich jedes Papier im Ordner abheftet, können wir also belegen, dass das nicht nur ein 1 oder 2-maliges Versehen war, sondern inzwischen eben fast regelmässig, einfach immer wieder vorkam. So nach dem Motto, vielleicht merken sie es ja nicht..., probieren kann man es ja.... Tut mir leid, wenn dies wie eine Unterstellung klingt, aber dieses Gefühl haben wir mittlerweile. Nicht nur deswegen ist ja auch das Vertrauen in diesen Pflegedienst weg.

Mit dem PD habe ich gesprochen, sie wissen mittlerweile, dass ich regelmässig bei meinen Eltern bin und ggf. auch die Abrechnungen etc. kontrolliere. Was mich einfach eben sehr ärgert, ist, dass offenbar meine Eltern nicht ernst genommen werden. Sie könnten div. Dinge durchaus noch ohne meine Intervention regeln und dadurch hätten sie auch noch das wertvolle Gefühl der Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, aber wenn man sie nicht ernst nimmt und nicht respektvoll behandelt, haben sie keine Chance. Das wiederum schlägt ihnen sehr aufs Gemüt, denn wie gesagt, sie sind zwar hochbetagt, aber geistig noch absolut fit.

Ganz herzlichen Dank für die Links und das Angebot zum PM! Ich werde mir die Links anschauen und nehme vielleicht das Angebot zur PM gerne an! Ich habe für nächste Woche ein Treffen zu einem Erstgespräch mit 2 Pflegediensten bei meinen Eltern abgemacht, bei dem ich dabei sein werde. Die Links werden mir sicher eine gute Hilfe dabei sein, auf was ich achten muss, was ich fragen sollte!
Das private Umfeld meiner Eltern reduziert sich leider mit steigendem Alter, alle ihre gleichaltrigen Bekannten sind mittlerweile gestorben oder sind in einem Pflegeheim. Von daher habe ich leider keine Möglichkeit mich bei evtl. Bekannten zu erkundigen Deshalb habe ich es ja hier probiert.

Aber trotzdem noch mal ganz herzlichen Dank für all eure kompetenten Tipps und Ratschläge! Ihr habt keine Ahnung, wie sehr mich das erleichtert! Sie werden mir ganz sicher erstmal ein gutes Stück weiterhelfen und wenn nicht, darf ich mich ja wieder melden :)
Mein grösstes Ziel ist, meinen Eltern noch einen gemeinsamen und relativ sorgenfreien Lebensabend in ihren 4 Wänden zu ermöglichen. Dazu brauchen sie eben mittlerweile externe Hilfe, weil ich nicht gerade um die Ecke wohne und mich täglich um sie kümmern kann. Aber ein Altersheim ist für sie kein Thema, sie würden in kürzester Zeit dort eingehen wie die Primeln, egal wie gut das wäre. Vielleicht und hoffentlich komme ich meinem und ihrem Ziel dank eurer Tipps wieder ein Stück näher!

Herzlichen Gruss, Corola
 
Böserwolf

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AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

Dann wünsch ich Euch viel Glück und ein gutes Händchen:eek:riginal:

Die von dir geschilderten Vorkommnisse würden mich auch sehr aufregen, auch weil es Pflegekräfte gibt, die so handeln.
 
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AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

als meine Großmutter noch gelebt hat, haben wir uns an AWO als Arbeitgeber - AWO Stellenbörse gewandt. So wie wir das damals verstanden hatten werden dort nur vertrauenswürdige Pflegekräfte vermittelt. Wir hatten auf jeden Fall damals keine Probleme mit unserer Unterstützung
 
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AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

Wer hat denn die Leistungsnachweise abgezeichnet? Habt ihr ein Kostenvoranschlag erhalten?

KK unbedingt Anrechnungsbetrug melden - die beauftragt MDK
 
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Keßler

AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

Besser: "Verdacht auf Abrechnungsfehler"
Solch eine Meldung schadet Euch gar nichts.
So "beschuldigt" Ihr niemanden und nötigt die Kasse zur Reaktion.
 
C

Care2000

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AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

Die KK muss die Beschwerde auf Bitte auch anonym behandeln(siehe SGB V §284 Absatz 3)

I.d.R. erfolgt dann ein Rundumschlag bei den SGB XI Leistungsbezieher und viele Kundenabrechnungen werden überprüft. Intern bei der KK und extern durch den MDK
 
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Corola

AW: Wie erkennt man als Angehöriger einen guten Pflegedienst?

Herzlichen Dank für alle Antworten!
Ich möchte dem bisherigen Pflegedienst keinen Betrug an der KK unterstellen, da ich auch nicht weiss, auf welcher Basis, bzw. mit welchen Nachweisen die Pflege mit der KK abgerechnet wird. Tatsache ist aber, dass es bei den geforderten Zuzahlungen meiner Eltern einfach ständig zu überhöhten Abrechnungen kam. Sie haben ja nun gewechselt und auch der KK den Wechsel und den Grund dafür mitgeteilt.

Wir haben nun diese Woche einen Termin bei einem Pflegestützpunkt, ich hoffe, der kann die restlichen Fragen noch klären.

Nochmal ganz herzlichen Dank an alle, die mir hier mit Rat und Tat und Tipps weitergeholfen haben!

Für Angehörige ist es manchmal nicht einfach, sich durch diesen Dschungel durchzukämpfen und dieses Forum hier war mir eine sehr wertvolle Hilfe!

Viele Grüsse, Corola
 
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