Wie denkt ihr über die Zukunft der außerklinischen Intensivpflege?

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Hallo,

ich denke wir haben in den letzten Jahren alle mitbekommen, wie sehr der Markt Heimbeatmung und Intensivpflege-WGs boomt. Der Hintergrund ist sonnenklar: Die Gewinnspanne ist im Vergleich zu Pflegeheimen riesig, sogar Krankenhäuser koppeln ihre eigenen Pflegedienste direkt an um selbst nach der Entlassung erst richtig an ihren Patienten zu verdienen. Natürlich sind auch die Vorteile gegenüber einem Pflegeheim nicht zu verachten: Wir haben meistens einen entspannteren Job als auf der Pflegestation, der Mensch steht im Mittelpunkt und kann seine gehobene Lebensqualität genießen.

Aber was denkt ihr, wie lange geht das noch gut? Ist dieser Trend noch lange finanzierbar? Werden unsre Löhne angesichts der großen Gewinne steigen? Viele von euch sind doch sicher schon dahinter gekommen, dass so eine Intensivpflege-WG in der Regel nicht mehr als 5 Bewohner hat. Meines bescheidenen Wissens (Das ich ehrlich nur aus Diskussionen mit anderen Pflegekräften habe) nach ist das die Obergrenze, um noch als WG zu gelten. Wichtig ist im Übrigen noch, dass ein Gemeinschaftsbad und eine Gemeinschaftsküche vorhanden ist. Jetzt hab ich mir neulich eine Pflegeeinrichtung mit zwei solchen WGs angeschaut. Der Clou an der Sache war einfach nur, dass eine Tür die beiden WGs voneinander trennte: Wäre diese Tür nicht gewesen, wären 8 Bewohner von der KK wie Patienten einer Pflegestation (also wie im Pflegeheim) finanziert worden, pi mal Daumen also

8x 3000€ (Härtefallpauschale + geschätzte Miete und Verpflegung) = 12000€.

Durch die besagte Tür hatten wir anstelle 8 Vollstationärer Patenten 8 außerklinische Intensivpatienten, also betrug der Umsatz pi mal Daumen:

8x 10000 € = 80000€

(Kann sein dass es mehr oder weniger ist,ihr könnt mich gerne berichtigen. 18000€ zahlt die KK für meinen Heimbeatmungspatienten, der ist allerdings eine Einzelversorgung und kein WG-Mitbewohner).

Nun habe ich jedenfalls schon ab und an munkeln gehört, dass die Krankenkassen vorhätten, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, welches die finanzierung dieser WGs ändert. Könnt ihr entsprechendes oder gegenteiliges berichten?

Wo ich ja echt die Macke kriege - wenn mir so ein aufgeblasener Pflegedienstchef (und ich spreche von einem sehr großen,überregionalen Pflegedienst) beim Bewerbungsgespräch erzählt, was für ein tolles Unternehmen er da hat, ich aber genau weiß, dass er die Versorgung der WG-Bewohner mit der Mindestanzahl an Personal gerade noch so sicherstellt, also nicht besser als in vielen Pflegeheimen - nur die können sich oftmals wirklich nicht mehr Personal leisten, der Pflegedienstchef könnte das locker. Ich finde es ne sauerei. Der verdient sich dumm und dämlich an diesen riesen Gewinnen und ich weiß, dass sich um 8 Patienten eine Fachkraft und zwei Pflegehelfer kümmern müssen (im ND 1PFK + 1PH), die im Schweiße ihres Angesichts zusätzlich noch putzen und kochen müssen.

So, würde mich über beiträge freuen, vielleicht kann auch einer mal richtig erklären, wie die ganze Sache so läuft, von der Indikation, bis hin zur Personalbedarfsbemessung und der Finanzierung durch die Krankenkassen. Gerne auch Gesetzestexte rund um dieses Thema, auch was bauliche Vorraussetzungen , etc. angeht. Ach ja, gibt es zu dem Thema außerklinische Intensivpflege vielleicht auch noch ein paar Standards, Leitlinien, etc.? Ich kenne bisher , neben den firmeneigenen Standards verschiedener Unternehmen nur diese:

http://www.heimbeatmung.de/pdf/[email protected]_final.pdf
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Teamleitung Heimbeatmungspflege
Weiterbildungen
Heimleiter, Mitarbeiter Erstellung QM-System
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