Wie bringt Ihr Eure Nerven unter Kontrolle ?

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E

ElRayo

Neues Mitglied
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24.01.2006
91207
So einfach die Frage ist, so elementar wird sie auch zunehmend für mich:

Wie behauptet man sich gegen ungerechte, cholerische und teils inkompetente Operateure, die sich wie die Sau am Sofa aufführen ?

Es nagt an meinen Nerven, oft mit ungerechtfertigten und mindestens inadaequaten Frotzeleien und Beschimpfungen konfrontiert zu werden.

Habe eine Funktion inne, die ich nicht gerne aufgeben würde und auch räumlich kaum Alternativen, wir haben uns hier eine Wohnung gekauft.

Und kommt mir bitte nicht mit:

"If you can't stand the heat, leave the kitchen."

Ich glaube auch nicht, mit dem Problem allein dazustehen.

Der ständige Zeitdruck tut ein übriges, mich zusehends zu zermürben.

Viele Grüsse, ElR
 
Qualifikation
OP-Pfleger
Fachgebiet
Stuttgart
Rananarmo

Rananarmo

Mitglied
Basis-Konto
Ich denke, man muß immer passende Antworten parat haben.
Mein Vater arbeitet auf einer ITS und der Urologische Chefarzt der klinik verlangt stets, daß die Schläuche der DK unter dem Bein des Patienten verlegt werden, weil der Urin ja nicht bergauf fließe.
Mein Vater dagegen vertritt die Meinung, so etwas gibt auf Dauer Dekubita und der Schlauch könne abgedrückt werden und es kommt ja auch nicht auf den Verlauf des Schlauchs an, sonder darauf, wie tief der Urin-Beutel hängt. Als er dann mit dem Chefarzt zusammengerasselt ist, weil er den Schlauch über das Bein des Patienten gelegt hat, hat er ihn einfach mit den dazugehörigen physikalischen Gesetzen konfrontiert. Der Arzt wußte daruaf keine Antwort.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Neurochirurgie
T

TomBer83

Mitglied
Basis-Konto
25.06.2007
53110
cool hätte ich aber auch so gesagt.... es sind manchmal ganz simple sachen die manche docs nicht verstehen.

Also manchmal muss ich sagen, einige ärzte sollten sich ganz schön auf ihren tätigkeitsbereich einschränken und nicht versuchen unsere arbeit zu kritisieren wo sie merkbar null ahnung von haben.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
allg. Pflege
Sahawe

Sahawe

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo Rayo,
ich glaube dazu braucht man eine Portion Schlagfertig und die Gelassenheit, solchen "Nervereien" gegenüberzustehen um auf längere Sicht die Nerven nicht zu verlieren. Mit Schlagfertigkeit wird man nicht geboren, aber man kann sie erlernen. Es gibt Kommunikationsseminare, ich selbst habe eins besucht, es wurde von meiner Klinik bezahlt. Es ist nicht so, dass man nach dem Seminar vor jeder Situation gefeit wäre, aber man lernt Gesprächssituationen einzuschätzen, neue Gesprächsstrategien und in der Situation die Kontrolle durch kontern zu behalten und durch ständiges üben, wird das dann immer besser. Aber man muss erst mal wissen, was man üben muss. Die Seminare sind meist sehr teuer, aber vielleicht könntest du der PDL den Vorschlag machen, sie müsste an einem guten Betriebsklima interessiert sein. Außerdem, was sagt denn die Op-Leitung dazu, dass sich die Operateure so aufführen? Wäre es eine Möglichkeit beim Chefarzt die Situation anzusprechen? Wenn du das tun wolltest, würde ich dir empfehlen einige dieser Situationen zu protokollieren (Gedächtnisprotokoll), damit du konkret über diese Vorfälle berichten kannst und man dir nicht gleich eine Überforderung anhängt.
Viele Grüße Sabine
 
Qualifikation
Lehrerin für Deutsch und Pflege
Fachgebiet
Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
D

dr.poops

Das mit der Schlagfertigkeit ist echt link: wenn man zu Hause ist, fallen einem die dollsten Dinger ein, aber dann ist es zu spät... Eine gute Freundin von mir arbeitet in der OP-Fachpflege und es hat ihr regelmäßig der Doc auf ihrem Tisch herumgefingert. Nach mehreren Hinweisen, daß er da seine Flunken wegzulassen hätte, hat er das immer noch nicht geraftt. Da ist sie zurück getreten und hat gesagt: "So, Leute, ihr habt das ja hier alle mitgekriegt, ich geh jetzt mal eben pullern, wenn dann mal jemand so gut wäre und ihm das nochmal steckt, danke, das wäre nett!" Großes Geläachter, danach gings. War ja auch n cooler Auftritt:thumbsup2:.
Ich habe gelernt, einmal tief Luft zu holen ("bis in die Füße") und dann kann ich zumindest sagen, "sooo, also, mit dem Ton hab ich ein Problem -..." und dann gehts weiter. Finde das auch irre schwer, denn eigentlich bin ich furchtbar harmoniebedürftig und kann zudem grundsätzlich auch kein Gepampe ab, da geht mir relativ flott der Hut hoch. Aber auch Gepampe kann man abbremsen, "gibts jetzt einen triftigen Grund, hier rumzuzicken?" Die Leute haben dann immer noch die Gelegenheit zu sagen, was wirklich ist. Und bei Gebrüll - das muss sich keine antun. Kleinkinder kommen in ihr Zimmer, bis sie sich beruhigt haben. Ärzte ins Büro. Tür zu. Ruhe. Schäm dich:bae:.
Lass dich da nicht einmachen, Kollege. Und mach nachm Dienst was Tolles, geh laufen oder hol dir n Eis oder geh ein Bier trinken. herzlichst, käthe poops
 
clemo

clemo

Unterstützer/in
Basis-Konto
05.10.2006
Hessen
Ja käthe poops,

ich ärgere mich immer wieder über mich selbst! Es kommt häufig vor dass ich mich provozieren lasse und mich in lange, ausartende Diskussionen verstricke. Im Nachhinein merke ich dann, dass dies völlig unnötig war. Ein einfaches "Position beziehen" hätte auch ausgereicht. Zum Beispiel ein einfaches: "schau doch mal in ein Fachbuch, da steht´s drin". Oder:"Wenn ich jedem meine Vorgehensweise begründen müsste, hätte ich keine Zeit mehr zum Arbeiten. Das bleibt meinen Vorgesetzten vorbehalten (nein, nicht das Arbeiten, das Begründen der Vorgehensweise!), beschwere dich bei denen".

@ ElRayo
Du musst die eingefahrenen Verhaltensmuster durchbrechen und dich positionieren! Damit kann man sich häufig den nötigen Respekt verschaffen!
Manchmal muss man einfach Grenzen setzen, wie: "bis hier und nicht weiter!". Auch wenn man immer alles geschluckt hat wirkt das gut.
Kontra geben!
An die "gute Kinderstube" erinnern!
An die Grundlagen der Kommunikation erinnern!
Am Besten vor dem gesamten Team!
Nicht auf Diskussionen einlassen: "das ist keine Diskussionsgrundlage!"
"Bleiben wir doch auf der sachlichen Ebene!"
Zur Not einfach Definitionsfragen stellen:
"wie meinen Sie das jetzt?", "können Sie mir den Vorwurf genauer erklären?", "was meinen Sie mit ...?"
Damit bietet man kein leichtes Ziel mehr, meist möchte der "Angreifer" sich nur schnell abreagieren weil er selbst ein Problem (mit sich selbst?) hat.
Ich kenne deine Situation nicht genau, aber vielleicht ist was dabei was du brauchen kannst. Probier verschiedenes aus, dann bist du unberechenbar!
Bloß nicht den Mund halten!:sick:

Gruß

clemo
 
Qualifikation
freigestellter PA
Fachgebiet
Klinik, interdisziplinär
A

amber11

Mitglied
Basis-Konto
17.05.2007
46485
Hallo clemo!
das war gut!!!
manchmal muß man die menschen nur dazubringen das gesagte zu wiederholen, dabei fällt ihnen auf was sie von sich gegeben haben, und fangen mit viel glück an zu überlegen!!! ( wenn ein bischen was," verstand" zum beispiel ) vorhanden ist.
frag ganz ruhig nach : wie haben sie das jetzt gemeint,das habe ich nicht ganz mitbekommen !?
versuch es ohne unterton und wertung.
auch das kann man trainieren.
vlg pearcy ( o ;
 
Qualifikation
exam.AP/PDL
Fachgebiet
Pflegedienstleitung
B

Beatrice

Mitglied
Basis-Konto
05.08.2006
06366
Spontan fällt mir noch ein Ratschlag unseres Kommunikationslehrers aus dem Stationsleitungslehrgang ein: er hat oft gesagt - reflektieren!! Soll heißen: wenn dich einer anmotzt, dann sag z. B. : ich habe das jetzt so verstanden, ... oder: bei mir ist angekommen, dass Sie ein Problem mit ... haben ?? Habe ich das richtig verstanden? Wenn, wie schon von anderen erwähnt, ein bißchen Verstand da ist, merkt der Gegenüber oft, wenn er sich daneben benommen hat, spätestens dann, wenn er den Unsinn wiederholen soll! Und wenn noch ein paar andere aus deinem Team "mitspielen" (du bist ja auch nicht allein im Saal), kann man den Choleriker mal zur allgemeinen Belustigung
völlig bemitleiden, wie schlecht es ihm mit lauter solchen Hirnamputierten in seiner Umgebung geht!! Oft hilft's. Du darfst dann nur nicht den Moment des Einsehens verpassen, soll heißen, irgendwann ist es dann auch mal wieder gut!! Viel Erfolg!!!
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Notfallambulanz
O

OP_Tussi

Neues Mitglied
Basis-Konto
29.10.2007
50354
Ich hab gar keine Nerven auf der Arbeit!
Da lass ich von ärztlicher Seite nichts an mich heran!
Gebrüll,Getobe,das tangiert mich gar nicht!
Dumme Sprüche,da gibt es direkt Kontra!
Wer mir Instrumente vom Tisch nimmt,muß damit rechnen eine mit dem Holzhammer auf die Pfoten zu bekommen!
Meist reicht es schon,sich diesen steril an den Tisch geben zu lassen!
Werden mir die Instrumente auf den Tisch zurück geschmissen,geb ich die Instrumente auch nicht mehr in die Hand!
Schmeissen kann ich auch!
Wenn gar nichts hilft,dann z.B. abtreten mit dem Kommentar,daß eine instrumentierende Schwester ja scheinbar nicht gebraucht wird,da Selbstbedienung!
Mit Selbstbewusstsein und Schlagfertigkeit,bzw. zum richtigen Zeitpunkt ignorieren von irgendwelchen Anfällen kommt man leicht durch den Arbeitsalltag!
Denke auch,daß man das lernen kann!
 
Qualifikation
OP Schwester
Fachgebiet
Zentral OP
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Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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