Wer pflegt auch Familienangehörige?? (Raum Oberberg, Gummersbach)

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Nuuna

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Wer pflegt auch seine Angehörigen im Oberbergischen Kreis?
Ich hätte da eine Idee und suche Menschen, die mir dabei helfen.
Mit
Ideen
aktiver Mitarbeit oder
Organisieren von Rechtsgrundlagen.

Ich selbst pflege derzeit meinen Vater.
Es geht um folgendes:
Wenn man Angehörige pflegt, bekommt man ja z.B. in Pflegestufe 1 205 Euro - ein Pflegedienst bekäme irgendetwas um 1200 Euro.
Ensprechend natürlich in anderen Pflegestufen.
Wenn sich nun mehrere "Betroffene" zusammentun und einen Pflegedienst gründen - hätte ja alle Pflegenden Arbeit und Lohn. Und zwar mehr als das übliche Pflegegeld. Einen Teil des neuen Betrages müsste man vür einen exam. Altenpfleger und die Verwaltung ausgeben - aber in Summa bliebe für jeden Einzelnen
- eine feste Anstellung mit allen Sozialabgaben und Steuern
- ein wesentlich höheres Einkommen
- evt. mal ein paar freie Tage ( Hilfe untereinander oder durch den exam. Altenpfleger oder durch eine einzustellende Fachkraft)

Wir wären dann Steuerzahler, zahlten Sozialabgaben, hätten eine Renten- und Krankenversicherung (auch wenn das heute wohl nicht mehr so viel Wert ist) und obendrein mehr Geld in der Tasche.

für die Verwaltung müsste nichts mehr angeschafft werden. Ich bin gelernte Lohn- und Finanzbuchhalterin und verfüge über das notwendige Equipment. Außerdem wäre ich bereit (nicht Bedingung) die Verwaltung zu übernehmen.

Vielleicht kann man ja auch eine andere Rechtsform wählen. Ich haben nicht alle Informationen zusammen, daher auch der Beitrag hier.

So suche ich jetzt:
- Interessenten, die mehr wissen oder dabei sein wollen
- Informationen zur Gründung eines Pflegedienstes (Vorraussetzungen etc., rechtliche Info's
- einen exam. Altenpfleger, der uns unterstützen will.

Ich hoffe, ich habe mit diesem Beitrag nicht gegen irgendwelche Bestimmungen des Forums verstoßen - weil die Idee ja irgendwann zu den "gewerblichen" Interessen gehören könnte. (wenn sie denn realisierbar ist)

Jeder Tipp ist willkommen - hier im Forum (vielleicht wird die Idee ja aufgegriffen) oder per Mail - Telefonnummer gebe ich nach Zuschrift gern bekannt.


Nuuna
 
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Lisy

Es ist ein netter Gedanken den Du hast. Ich denke aber,daß ddeine Idee nicht funktioniert. Um an die sogenannten Gelder der Pflegesachleistungen zu kommen, muß du ein genehmiger Pflegedienst sein. Das heißt: 3 Pflegefachkräfte zu 100% davon 2 mit einer Weiterbildung zur Pflegedienstleitung und vieles mehr. Die eizige Mögglichkeit für deine Idee besteht darin eine Kooperation mit einem Pflegedienst einzugehen. Dies macht allerdings nur Sinn,wenn Du dier im klaren bist, das Du dann noch mehr in der Verantwortung stehst. Pflegender Angehöriger zu sein,ist das Anstengenste was es gibt. Noch mehr? Wie lange hält man sowas durch?
 
L

Lisy

Nachtrag: in der Pflegestufe 1 sind es 384 € in der Stufe 2 sind es 984 € und in der Stufe 3 sind es 1432 € die der Pflegebedürftige als Teilkassko in Anspruch nehmen kann und die Gelder erhält man nicht pauschal, sondern sie sind an bestimmte Leistungen gekoppelt.
 
N

Nuuna

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Hallo Lisy...

pflegender Angehöriger zu sein...
stimmt - leicht ist es nicht. Aber es ist auch nicht leicht, das wenige Pflegegeld, dass es gibt, noch wieder von Hartz IV abgezogen zu bekommen. Das heißt effektiv mit NICHTS dazustehen.
Im letzten Jahr habe ich die Mutter verloren und meinen Vater jetzt zu mir genommen - nun ist er es nur noch allein, den ich pflege...

Ich hatte gestern ein längeres Gespräch mit der IKK - es gibt Möglichkeiten.
Einen examinierten Altenpfleger habe ich an der Hand - eine Krankenschwester steht zur Verfügung. Nun muss ich sehen, wie es weitergeht.

Vor allem brauche ich Menschen, die mitmachen. Ohne die geht gar nichts.

Und wenn ich so schnell aufgeben wollte und mich ins Bockshorn jagen ließe - wäre ich kein pflegender Angehöriger :innocent::whistling:smile:

Desweiteren habe ich Kontakt zu einer Nachbarschaftshilfe aufgrund eines Forentipps - die stehen mir auch mit Rat und Tat zur Seite.
Außerdem bin ich gelernte Lohn- und Finanzbuchhalterin - und seit meiner KrebsOP 1995 Sozialhilfeempfängerin - also der Behörden"krieg" ist auch keine Fremdwort für mich -
ich denke, es wird noch dauern, ehe ich diese Idee für "nicht durchziebar" erkläre :eek:riginal:

Danke trotzdem für die Warnung...
Grüßlings aus dem Oberbergischen - Nuuna
 
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Hartz IV Geshcädigte
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L

Lisy

Hallo Nuua,
ich wollte nicht von deiner Idee abbringen. Ich weiß nur aus eigener Erfahrung, daß man sich manchmal in Dinge verrennt, die sich noch nicht durchsetzen lassen.
Im übrigen habe ich nicht nur den allergrößten Respekt vor pflegenden Angehörigen sonder ich bewundere Euch, die pflegende Angehörige.
Wir "normalen" Pfleger/innen kommen ins Haus oder gehen in ihre Schicht und wissen wie lange es dauert bis sie sich wieder ausruhen können. Pflegende Angehörige sind 24 Stunden täglich in der Pflege. Psychisch wie physisch immer angespannt. Hut ab.
Aber zurück zum Thema:
Hier im Forum gibt es einen Beitrag mit der Frage wie mach ich mich selbstständig. Liesdir dazu mal alles durch. Dann weist du warum etwas skeptisch bin.
Ansonsten kannst du dir mal Gedanken machen ob eine Senioren WG nicht der leichtere Weg ist. Aber aufgepasst der Vermieter darf nicht identisch sein mit dem Pflegenden, sonst ist ein Pflegeheim. Auch wenn du nur 3 Personen (oder nur 2) pflegst.
Ich drück dier die Daumen.
Gruß Lisy
 
N

Nuuna

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Guten Morgen Lisy...
Ich wollte Deinen Beitrag auch nicht "abqualifizieren" :rolleyes: - Ich glaube, ich habe ihn schon richtig verstanden.
Eine Zeitungsanzeige in der selben Sache hat mir gestern den ersten "Mitmenschen" gebracht, die möchte auch dabei sein.
Seniorenwohngemeinschaft - daran hatte ich auch schon gedacht. Danke aber sehr für den Tipp.
Aber ich selber wohne in einem Ein-Familien-Haus mit 50m² - eigentlich grad gross genug für mich selber - aber wie heisst es doch so schön - Raum ist in der Kleinsten Hütte -
und die Interessenten sind hier auf dem Land weit verstreut. Somit fällt diese Idee vermutlich flach.
Wie gesagt - ich war auch nicht ausschließlich darauf aus, mich aus der Hartz IV Situation zu bringen, sondern in der Gemeinschaft Vielen UND mir selbst zu helfen - Menschen, die sich nicht wie ich, einfach an die Öffentlichkeit wagen.
Daher ist meine Hoffnung über die Foren Betroffene zu finden auch bereits massiv geschrumpft - vermutlich haben nicht viele Pflegende einen Internetanschluss - schade eigentlich. Hier findet man doch auch häufig Hilfe, Tipps und Tricks - und auch mal Trost.
Ich jedenfalls bin froh, dass ich mir, dank meines Vaters und meiner Tochter, meinen Internetauftritt "leisten" kann -
man ist nicht ganz so Allein...
Aber auch wenn dieses Thema vielleicht nicht die erhoffte Resonanz bringt - so werde ich dem Forum doch erhalten bleiben - schon wegen der Allgemeinen Hilfestellung -

nichts desto trotz - hier erneut der Aufruf:

Ich suche noch immer Pflegende aus dem Oberbergischen die sich von dieser Idee anstecken lassen und zumindest die Möglichkeiten mit mir ausloten wollen.

Gruß an Lisy und alle "lesenden User"
Nuuna
 
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Gerd

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Hallo Nuua,
ich glaube, du hast den Vorschlag mit der WG von Lisy zu schnell beiseite geschoben. Mit der WG ist gemeint, dein Vater zieht bei dir aus und mit anderen Pflegbedürtigen in eine geeignete Wohnung. Es hätte folgende Vorteile:
1 In der WG mit z.B. 8 Personen, sind mindestens 8 Angehörige die sich die Pflege und Betreuung teilen können, was die Angehörigen nicht schaffen, kann über ehrenamtliche Helfer (Kirchgemeinde, Hospizverein o.ä ) oder einen Pflegedienst abgedeckt werden.
2 Du hast mehr Zeit für dich und kannst z.B. ganz in Ruhe ohne Störung nachts schlafen, wenn ein andere Angehöriger in der WG ist.
3 Wenn ich richtig informiert bin, wird dir das Pflegegeld abgezogen, weil dein Vater in deinem Haushalt lebt, wenn er in der WG lebt hat er einen eigenen Haushalt und ob er mit sein(!) Pflegegeld dir gibt oder nicht ist seine Sache..(ich denke du verstehst was ich meine)
4 Wenn du mal Urlaub machen willst oder krank wirst, kannst du (bzw. dein Vater) das Geld für die Verhinderungspflege/Urlaubspflege in Höhe von jährlich 1432 € in Anspruch nehmen für eine selbst besorgte Pflegekraft (z.B. ein Angehöriger eines anderen WG-Bewohners)

Wenn du Lust hast sieh dir das Konzept eine WG mal unter http://www.famev.de/-demenzwgs.html an, denke dir die evtl. die Demenz weg und ersetze die Pflegedienste durch Angehörige.

Hinsichtlich der Gründung eines Pflegedienstes kann ich mich nur der Meinung von Lisy anschließen.

Lisy, die Pflegenden dürfen Vermieter sein, solange sie kein Pflegedienst sind. Es gibt aber mittlerweile eine Heimaufsicht in NRW und eine in Niedersachsen, die sagen, der Pflegedienst darf Vermieter sein, nur der Mietvertrag und Pflegevertrag müssen unabhängig von einander sein.

Viel Glück Nuua

Gerd

www.freier-himmel.de
 
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Pflegedienst
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stern3007

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Zu deiner Idee mit der "Pflege-WG" möchte ich nicht näher eingehen. Es läßt sich auf jeden Fall nicht einfach so umsetzen wie du dir das vorstellst.

Aber zum Pflegegeld und Hartz4 möchte ich etwas sagen:
Meines Wissens darf Pflegegeld nicht als Einkommen angerechnet werden, weil das Pflegegeld nach SGB XI, was Du für die Pflege Deines Vaters erhältst, KEIN EINKOMMEN im Sinne vom SGB II ist. Es sei denn, 2006 ist das geändert worden. Viele Sacharbeiter wissen das nicht und ziehen das Pflegegeld einfach als Einkommen ab.
Ich hoffe, ich darf hier einen Link posten.
Schau einfach mal dort vorbei. In dem Forum kannst du auch explizit Fragen zu dem Thema Pflegegeldanrechnung stellen.
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/forum/default.asp
 
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Fachgebiet
ambulante Pflege
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Lisy

Hallöchen,
Das Pflegegeld darf,wie gesagt wurrde, nicht von Harz IV abgezogen werden. Darum ging es mir aber nicht. Die Senioren WG war mir wichtig und es ist wirklich einfach. Wir haben seit einem Jahr eine WG und es ist für alle Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige eine sehr gute Sache.
Hey Gerd,
Hab mich tatsächlich misverständlich ausgedrückt. Bin immer vom ambulanten Pflegedienst ausgegangen. Bei uns in Baden-Würtemberg ist die Heimaufsicht ziemlich kleinlich.
gruß Lisy
 
E

empörli

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Frau Jutta Müller, Gattin des Oscar Lafontaine, hat doch eine bundesweite Aktion und Initiative losgetreten (oder zumindest geplant) diesbezüglich.
Es ist n i c h t vermittelbar und schon gar nicht verständlich, warum ein ambulant Pflegender bzw. dessen Pflegegeist bei PS I lumpige 205 Euro erhält, während der Pflegedienst fast das Doppelte erhielte.
Hier soll es in naher Zukunft eine Einheitssumme und Angleichung geben.
Ich befürworte das.
Pflege ist Pflege und dabei spielt es keine Rolle, wer diese ausführt.
Und wir wissen doch alle, daß die häusliche Pflege (bis auf wenige Ausnahmen aus der Erbschleicherszene...) die bessere ist.
Der Staat wäre gut beraten, die Summen ggf. umzukehren, um den häuslich Pflegenden mehr zukommen zu lassen.
Ein recht perverses System,
auserkoren von Stümpern, Laien und Nichtskönnern.
Wenn eine Ulla-Trulla sich anschickt, Gesundheitsminsterin zu sein, dann kann einem doch nur übel werden.
Dabei haben die doch jetzt einen hochkompetenten Mann an Board der SPD: den Prof. Lauterbach.
Ich bin dafür, daß wieder mehr Fachleute das Sagen kriegen und diese unsäglichen Kommissiönchen mit Millionenkosten endlich aufhören.

Übrigens:
weil jemand das hier anschmitt.
Ein Pflegegeld wird niemandem gegengerechnet, weder bei der Hartzerei, noch sonstwo. Es wird fiskalisch so behandelt, als bekämen es die Leute nicht. Das nur als Info :)
 
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Sonnensturm

Sonnensturm

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Schlechte Laune?
Als Finanzbeamter müsste man sich auskennen und wissen, dass ein Betrieb andere Ausgaben hat, als ein Privathaushalt.

:devil: wassermann
 
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stern3007

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Der Staat wäre gut beraten, die Summen ggf. umzukehren, um den häuslich Pflegenden mehr zukommen zu lassen.
Was bitte soll das denn? Gegen eine Erhöhung der Leistungen an häuslich Pflegende habe ich ja nichts, aber was passiert, wenn die Summen für die Pflegedienste gedrosselt werden?
Sie können sich die Pflegedienste nicht mehr leisten.
Die privat Pflegenden brauchen die Pflegedienste. Nicht jeder ist in der Lage, den Pflegenden wirklich gut zu versorgen. Wir lernen nicht umsonst jahrelang, um eine gute Versorgung sicherzustellen. Das kann man nicht auf Angehörige abwälzen. Fachwissen und ist das A und O in der Pflege und erspart den Krankenkassen im Endeffekt Kosten.

Man sollte doch eher darüber diskutieren, das die Kriterien für die einzelnen Pflegestufen endlich einmal so gelegt werden, dass der Patient wirklich die Pflege bekommen kann die er braucht.

Siehe z.B. demente Patienten. Wieviele dieser Patienten krebsen mit PS I herum weil sie aufgrund körperlicher Mobilität nicht höher gestuft werden. Aber was nutzt es, wenn der Patient sich super bewegen kann, das Hirn aber Aktionen wie waschen, essen und anziehen nicht mehr in die Wege leitet?
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
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