WER oder WAS sind wir?

Borgi

Borgi

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Hallo einmal....

Also ich bin nach 6- jähriger Abstinenz wieder in die Pflege einestiegn- in purem Glauben, wesentliches verpennt zu haben.

Und die Praxis zeigt mir, dass wir pflegerisch sogar wieder rückwärtstrappen !

Die Basis kennt keiner mehr...Prophylaxen und so...aber DRGs wissen die Juniors umso besser!

Konzepte, die einmal Pflegeerefolge waren, gehen nicht mehr auf, weil PP fehlt, jeder ein Einzelkämpfer wird, jeder sich neuen Aufgaben ausgesett fühlt...vor allem Administrativ.....DER STÖRFAKTOR.....

Genug Kram um die Ohren motiviert nicht jeden (vor allem die mit Kindermanagement und Haushalt!!!!).....

Jeder will nur eins...keinen Fehler im System verursachen und seine Ruhe haben...wenigen gelingt es...auch aus familiären/finanziellen Gründen, Fuß zu fassen und sich unentbehrlich zu machen.

Und dann gibst es noch die Bachelors und Masters......jo


und das sind dann die, die sich so richtig auskennen? Viel mehr Geld gibts für den Job sicher nicht...oder?`

Zumindest sind wir gem. TVöD weniger Wert...die Jungen verdienen nicht schlechter....wozu bilden, wenn wir immer im alten Topf landen...klein anfangen, weil Du wechselst?

Also...ich bin im Beruf und nicht im Ehrenamt!:angry:



Wie seht Ihr das für Euch?

(Ehrlich!!!!)
 
Qualifikation
Krankenschwester/Pain Nurse
Fachgebiet
Neurologie
P

practocless

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Zumindest sind wir gem. TVöD weniger Wert...die Jungen verdienen nicht schlechter....wozu bilden, wenn wir immer im alten Topf landen...klein anfangen, weil Du wechselst?
Da kann ich dir nicht recht geben! Ich bin eine Junge Pflegekraft! Und wenn ich höre was die älteren für exakt die gleiche arbeit bekommen dann fühle ich mich nicht weniger wert! So ist das System zur Zeit. Ich schätze meinen wert aber nicht nach meinen Gehalt, sondern nach meinen Erfolg in der Arbeit! Sicherlich sind viele Pflegekräfte unzufrieden, das kann ich auch gut nachvollziehen. Aber wenn ich den ganzen Tag nur gemecker höre und dann sehe wie meine Stationsleitung sich vom Chefarzt Kopfnickend die nächste Verwaltungsaufgabe aufdrücken lässt damit der Chef sein Geld kriegt dann kann ich nur den Kopf schütteln. Solange sich ein Team nicht geschlossen gegen die Übernahme von Pflegefremden Tätigkeiten wehrt ändert sich nichts. Dieses Thema kann man ins unermäßliche führen. Wenn dir an der Pflege was nicht passt, dann fang du an was zu ändern und warte nicht ab. Es ist schwierig, aber ich muss sagen seitdem ich mit dieser einstellung Arbeiten gehe und mich wehre (z.B. die Tassen der lieben Ärzte die mal wieder liegengelassen worden sind, schön auf deren Scheibtisch stapel) geht es mir besser. Es ist noch ein langer weg die Pflege zu verbessern. Aber solange nicht einer im Team anfängt, trauen sich in der regel die anderen dann auch erst.

Mal so nebenbei, warum bist du aus der Pflege damals ausgestiegen?
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger/Praxisanleiter
Fachgebiet
Zentrale Notaufnahme/Ambulanz
Fragmentis

Fragmentis

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Danke, Practocless...

Genau...

...und viele Pflegekräfte, die ihre Arbeit nicht mehr befriedigt, lassen sich demnächst zu "Mini-Ärztassistenten" ausbilden, damit sie nicht mehr pflegen müssen... Warum nicht mal eben die Anästhesie selber machen oder aber die Varizen ziehen ? Man kriegt ja dann einige Euro mehr und muß nicht mehr den Job der "Normal-Pflegenden" machen...

Und @Borgi: Sei nicht enttäuscht... aber es war doch etwas leichtgläubig zu denken, daß die Pflege als Zunft in 6 Jahren eine Entwicklung vollzieht, die sie in 60 Jahren noch nicht vollzogen hat (übertrieben sarkastisch, aber Ihr alle wißt, was ich meine)...

Aber Du hast recht... wir bewegen uns auf Zustände zu, welche es zu Zeiten der letzten Pflegenotstände gab... nur, daß wir jetzt so richtig am Abgrund stehen... leider... und da leiden nicht nur die Pflegenden drunter...
Und ja: wir machen kein Ehrenamt, sondern wir sind Fachkräfte... und es ist eine Schande, daß wir nicht ansatzweise so bezahlt werden, wie es angemessen sein sollte...

Gruß,
Fragmentis
 
Qualifikation
Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Psychiatrie
Fachgebiet
Psychiatrie
Weiterbildungen
EDV, Pflegestandards, Aromapflege, Moderatoren-Training, CQM, Dozent zu bestimmten Themen aus dem Bereich Psychiatrie und Pflege, Pflegediagnosen
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