Allgemeinchirurgie Wer darf was?

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H

Havenis

Neues Mitglied
Basis-Konto
14.02.2005
23774
Hallo an alle,

ich (als Erzieherin) soll, nach einer kurzen Anleitung unserer 1.Krankenschwester, bei Diabetikern die Werte messen und dann sticksen.
Ich bin der Meinung dass, ich das gar nicht machen darf.
Wir haben im Haus 5 Krankenschwestern, wovon immer mindestens 1 im Haus ist, es haben sich auch noch andere Kollegen (Heilerzieher und KPH`s) bereit erklärt dies zutun.
Gibt es da irgendeine gesetzliche Grundlage, wie es mit pädagogischen Kräfte aussieht?
Hoffe auf schnelle Antwort, vielen Dank im voraus.
 
Qualifikation
Erzieher
Fachgebiet
Behindertenbereich
N

Nasonex2001

Mitglied
Basis-Konto
08.03.2005
14712
Meiner Meinung nach ist der Fall ganz klar. Wenn du ordentlich eingewisen wurdest in diese Tätigkeit und dich darin auch sicher fühlst spricht kein Gesetz dagegen. Schließlich werden Angehörige von Diabetikern im KH auch meist mit angelernt.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, QB
Fachgebiet
Pflegeeinrichtung
K

kathi

Mitglied
Basis-Konto
12.03.2005
16356
hi hi,


meines erachtens, darfst du diese tätigkeit nur unter anleitung durchführen, also nicht selbstständig, da wenn du es selbstständig tust die durchführungsverantwortung hast und sollte etwas passieren, wer haftet dann?

natüllich ist es ja nur stixen, aber wenn es schon so anfängt, was machst du dann als nächstes.

das angehörige angeleitet werden ist richtig, doch zumeist machen sie es im krandenhaus unter anleitung und erst zu hause selbstständig.


in der ausbildung zum kph ist diese pflegerische intervention meines erachtens enthalten, somit dürfen sie dies auch durchführen, bei heilpraktikern weiß ich es nicht.

mfg

kathi
 
Qualifikation
Azubi Kinderkrankenpflege
Fachgebiet
Helios Berlin Buch
G

Gerd

Mitglied
Basis-Konto
15.06.2001
Neustrelitz
Hallo Alle,
das Thema "wer darf was" beschäftigt viele und es gibt viele Meinungen dazu. Nachdem ich viele dazu gehört und gelesen habe, nun meine: Du darfst es, Aber nur dann wenn 1. Der jeweilige Arzt, der die Aufgabe an die Krankenschwester übertragen hat, zustimmt, 2.er sich von deiner praktischen Fähigkeit überzeugt hat, 3. er dir sozusagen theoretiscehn Unterricht gegeben hat, 3. wenn der jeweilige Patient darüber informiert wird, das du kein Fachpersonal bist, 4. wenn der Patient zustimmt, 5. wenn du dich dazu bereit erklärst. Es sollte alles dokumentiert werden damit man bei Schwierigkeiten nicht dir die alleinige Verantwortung zuschiebt.
Es ist eine Aufgabe für medizinisches Hilfspersonal, unter diesen Begriff fallen Krankenschwestern, Krankenpfleger, AltenpflegerInnen, und sonst keine Berufsgruppen. Die Krankenpflege- und AltenpflegehelferInnen fallen nicht darunter. Du gehörst einer pädagogischen Berufsgruppe an und keiner medizinischen.
Letztendlich würde ich sagen, lass es, wofür gibt es die Krankenschwestern bei euch? Schieben die in der Zeit wo du Ihre Arbeit machst ne ruhige Kugel? Wer macht in der Zeit deine Arbeit?
Soll vielleicht eine Krankenschwester eingespart werden? Dann solltest du (und die KPH und andere) es erst recht nicht machen.

Noch etwas zu den Angehörigen: Hier gibt es tatsächlich kein Gesetz dass Ihnen das sticksen verbietet, es gibt aber auch kein Gesetz das es ihnen erlaubt. Es ist eine rechtliche Grauzone die eigentlich mal beleuchtet werden müßte.

Interessantes zum Thema "Verantwortlichkeit": www.bibb.de/redaktion/altenpflege_saarland/literatur/recht_01.htm
Auch aus dem Krankenpflegegesetz können Schlüsse zu dieser Problematik gezogen werden.
Schöne Osterfeiertage allen
Gerd

www.freier-himmel.de
 
Qualifikation
Dipl.Sozialarbeiter
Fachgebiet
Pflegedienst
Manegger

Manegger

Mitglied
Basis-Konto
Den Ausführungen von Gerd ist im Prinzip nichts hinzu zufügen.
Aber, Gerd, wo steht es, das Altenpflege- und Krankenpflegehelfer (examinierte) nicht sticksen dürfen?
Ich war bislang der Meinung, dass dies überhaupt kein Problem sei.
Kenne sogar die Praxis, nachdem sich ein Arzt von den entsprechenden Fähigkeiten überzeugt hatte, sogar Blutentnahmen und Antibiotika anhängen zu deren Aufgabenbereich zählte (zum Teil auch noch zählt)!
Gruß
Klaus
 
Qualifikation
Dipl.Pflegewirt
G

Gerd

Mitglied
Basis-Konto
15.06.2001
Neustrelitz
Hallo Duetzmann,
deine Frage wo es steht, das Helfer nicht sticksen dürfen, ist eigentlich falsch, sie müßte lauten:wo steht es, das ihnen diese Tätigkeit erlaubt ist? Schließlich handelt es sich, wenn jemand nicht die Erlaubnis hat, rechtlich gesehen um eine Körperverletzung. Die von dir erwähnte Blutentnahme halte ich rechtlich für sehr problematisch, in der häuslichen Krankenpflege ist selbst examiniertem Fachpersonal diese Tätigkeit nicht erlaubt ( www.vincentz.net/download/richtlinien.pdf ) . Das ganze Thema ist zum Teil rechtliche Grauzone und es wäre wünschenswert, wenn es mal zu einer eindeutigen Aussage von Juristen bzw. vom Gesundheitministerium gäbe. Es ist auch mit entscheidend für die Finanzierung der Tätigkeiten. Bei der Blutentnahme handelt es sich um eine ärztliche Tätigkeit, die der Arzt, meines wissens nach, auch als solche abrechnet auch wenn eine Arzthelferin sie durchführt. Ich weiß nicht wie es im stationärem Bereich aussieht. Letztendlich ist es einfach auch eine Frage der Verantwortung. Solange nichts passiert ist es kein Thema, da darf jeder alles. Ich glaube nur, nicht jeder ist sich seiner Verantwortung bewußt wenn er sich auf die Tätigkeiten einläßt.
Gruß
Gerd


www.freier-himmel.de
 
Qualifikation
Dipl.Sozialarbeiter
Fachgebiet
Pflegedienst
Manegger

Manegger

Mitglied
Basis-Konto
Hallo Gerd,
wegen der Blutentnahme und dem Modus, das der Arzt sie anordnet, delegiert und dann doch die Hand aufhält hab ich entschieden etwas.
Warum ich als Krankenpfleger in der häuslichen Krankenpflege nicht Blutabnehmen darf, ist mir dann auch klar. Besser gesagt, dann sollte ich es auch besser lassen.

Beim Sticksen ist mir die Sache weniger klar. Hier besteht nun wirklich nicht Lebensgefahr, auch wenn man sich noch so blöd anstellen würde. So lange das bezahlt wird ist doch egal?
Auf Station hast du das Problem in diesem Sinne nicht.
Durch Fallpauschalen kriegst du eh nur Summe XY und die Kohle wird aufgeteilt.
Konkreter wird es werden, wenn es irgendwann mal Kostenträgerrechnungen gibt, wo jeder seine Leistung nachweisen muss. Dann wird es einen gewissen betrag Kosten und man wird sich darüber erneut streiten, in wessen Topf das geld nachher fließen soll.

Gehe mit dir konform, dass es ambulanten Dienst eine andere juristische oder gesetzliche Klärung geben müsste.

Gruß
klaus
 
Qualifikation
Dipl.Pflegewirt
U

Uli05

Mitglied
Basis-Konto
06.04.2005
47906
van-koll.name
Ich bin etwas irritiert!! Ich bilde Schwesternhelferinnen aus, und denen ist es definitiv verboten Insilin zu verabreichen!!! Sie dürfen den BZ Wert messen, aber auch das nur nach Anleitung und regelmässiger überprüfung!! Wer dem zu wieder handelt, macht sich der Körperverletzung schuldih und das noch nicht einmal fahrlässig!! Ich würde jedem Nichtexaminierten abraten sich auf so etwas einzulassen!!

Wenn eine Eefrau ihrem Mann Insulin verabreicht, dann ist das eine Körperverletzung mit Einwilligung!! Und daher akzeptiert!!

Ob das ganze jetzt lächerlich ist oder nicht...:blink:
uli
 
Qualifikation
Altenpflege
Fachgebiet
Altenheim
U

UlrichFürst

Wenn eine Eefrau ihrem Mann Insulin verabreicht, dann ist das eine Körperverletzung mit Einwilligung!! Und daher akzeptiert!!
Ich weiß schon, dass der Thread etwas älter ist, aber trotzdem noch als Ergänzung:
Auch bei einem Arzt stellt eine Injektion oder Blutentnahme eine Körperverletzung dar. Auch hier muss die Zustimmung des Pat. gegeben sein.

auch Uli
 
emmielie

emmielie

Mitglied
Basis-Konto
09.10.2004
50127
Hallo an alle!
"der Arzt hat angeleitet uns sich überzeugt, dass..." Da kommt ja wieder der gute, alte Spritzenschein hervor, auf dem irgendein (pardon) Arzt etwas bestätigt.
Das ist so, wie: Herr Schmitz hat mir gesagt, ich darf bei rot über die Ampel fahren, deshalb darf ich das jetzt und werde nicht bestraft!"
Havenis ist eine Erzieherin, die Geld für Erziehung bekommt, nicht fürs Stixen oder Spritzen. Ist sie über Infektionsgefahren informiert? Hat sie eine Hepatitis Immunisierung? usw....
Deshalb ist die Rechtslage hier ganz klar.
Was in Familien über Familienpflege läuft, ist keine professionelle, gewinnorientierte Pflege und unterscheidet sich deshalb in der Rechtslage erheblich!
 
Qualifikation
ex.Krankenpfleger
Fachgebiet
amb.Pflegedienst
K

Karin Thiersch

Neues Mitglied
Basis-Konto
26.04.2005
78315
hallo Kathi,
möchte deine Frage vom 12.3.05 zum Thema Heilpraktiker kurz aufgreifen.
Ein Heilpraktiker hat die Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde ohne ärztliche Bestallung nach dem Heilpraktikergesetz.Blutabnahme ,spritzen und dergl.sind Bestandteile der Heilpraktikerausbildung, die ein HP später in seiner Praxis bei verschiedenen Therapieformen anwendet.
Eine examinierte KPH erlernt in der einjährigen Krankenpflegehilfeausbildung den BZ-Wert zu messen,Insulin und Heparin subcutan zu spritzen.Es obliegt der PDL und der Stationsleitung sich davon zu überzeugen in wieweit die KPH dazu befähigt ist s.c. zu spritzen.
Jedes Krankenhaus kann individuell entscheiden, wieviel Verantwortung den KPHs übertragen werden.Es gibt Krankenhäuser, die in einer Schicht mit nur einer einzige Krankenschwester/Pfleger und 3 KPHs arbeiten.Das sind nur meine Erfahrungswerte.

MfG
Karin
 
Qualifikation
Heilpraktikerin
Fachgebiet
Radolfzell
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Teammitglied
05.07.2001
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