Wenn ihr "Pflegenotstand" hört...

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Menschenkind

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18.12.2012
Was fällt euch dazu ein?
Gibt es überhaupt einen Pflegenotstand?
Wenn "ja", was glaubt ihr, führt dazu?
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
Fachgebiet
Heimaufsicht/WTG-Behörde
Weiterbildungen
Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
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Cutter

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16.11.2008
Hannover
1.) Es gibt genug Pflegefachkräfte in Deutschland. Die Ausbildungsklassen waren in den letzten Jahren voll und sind gnadenlos "durchgewunken" worden. Die PFKs arbeiten allerdings nur ein paar wenige Jahre und verschwinden dann aus dem Beruf. Sehr viele PFKs arbeiten längst in anderen Berufen, aber sie sind immer noch da.

2.) Kein einziger Auszubildende, aus unserer Einrichtung, hat in den letzten 5 Jahren, nach der Fachkraftprüfung einen Vertrag als PFK unterschrieben. Die ziehen alle weiter, Studium oder andere Einrichtungen. Die meisten sagen schon während der Ausbildung, das sie nicht in der Pflege bleiben werden und orientieren sich direkt nach der Prüfung weiter.

Der Grund (IMHO):
Viel zu wenig Pflegezeit.

Dank der Privatisierung der Pflege -> Personalschlüssel runter.
Unternehmen wollen/müssen Geld verdienen. Die Lohnkosten sind ein guter Ansatz um Geld zu sparen. Wenn wir jetzt mehr Geld bekommen sollten (neuerliche geplante Lohnsteigerung über tarifähnliche Löhne), werden wohl die Pflegezeiten (Personalschlüssel) nochmals gekürzt. Unterm Strich werden immer die Unternehmen das Geld verdienen, nicht die AN .....

Die sehr knappe Pflegezeit nenne ich als klaren Grund für die Unzufriedenheit bei den Pflegekräften.

Die Lösung (IMHO):
Politik muss den Personalschlüssel eklatant nach oben reißen.
... Die Pflegekräfte sollen wieder die Hand Sterbender halten dürfen und das nicht nur für 20sec ... Auch wenn es nicht abrechenbar ist ...
 
Qualifikation
Pflegehelferin
Fachgebiet
Hannover
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Menschenkind

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18.12.2012
Eine insgesamt sehr treffende Analyse, wobei nicht ich nicht in jedem Fall glaube, dass du ins Schwarze getroffen hast.

1.) Es gibt genug Pflegefachkräfte in Deutschland. Die Ausbildungsklassen waren in den letzten Jahren voll und sind gnadenlos "durchgewunken" worden. Die PFKs arbeiten allerdings nur ein paar wenige Jahre und verschwinden dann aus dem Beruf. Sehr viele PFKs arbeiten längst in anderen Berufen, aber sie sind immer noch da.
Argument 1 und 2 sind sehr nah miteinander verbunden. Entweder sucht man sich sein "Pflegebiotop" zum Beispiel in einer ambulanten WG, einer Tagespflege, etc. und hofft auf einen guten Anbieter...oder man wendet diesem tollen Beruf den Rücken.

2.) Kein einziger Auszubildende, aus unserer Einrichtung, hat in den letzten 5 Jahren, nach der Fachkraftprüfung einen Vertrag als PFK unterschrieben. Die ziehen alle weiter, Studium oder andere Einrichtungen. Die meisten sagen schon während der Ausbildung, das sie nicht in der Pflege bleiben werden und orientieren sich direkt nach der Prüfung weiter.

Der Grund (IMHO):
Viel zu wenig Pflegezeit.

Die sehr knappe Pflegezeit nenne ich als klaren Grund für die Unzufriedenheit bei den Pflegekräften.

Die Lösung (IMHO):
Politik muss den Personalschlüssel eklatant nach oben reißen.
... Die Pflegekräfte sollen wieder die Hand Sterbender halten dürfen und das nicht nur für 20sec ... Auch wenn es nicht abrechenbar ist ...
Die Lösung ist absolut korrekt! Und tatsächlich die einzige, die das gesamte Dilemma behebt! Ich kann nicht in einem Beruf arbeiten, in dem ich die gleiche unmenschliche Schlagzahl leisten muss, dafür aber mehr Geld bekomme...das ist wie dem Esel eine Mohrrübe vor die Nase binden, wenn er einen zu schweren Karren ziehen muss.

Dank der Privatisierung der Pflege -> Personalschlüssel runter.
Unternehmen wollen/müssen Geld verdienen. Die Lohnkosten sind ein guter Ansatz um Geld zu sparen. Wenn wir jetzt mehr Geld bekommen sollten (neuerliche geplante Lohnsteigerung über tarifähnliche Löhne), werden wohl die Pflegezeiten (Personalschlüssel) nochmals gekürzt. Unterm Strich werden immer die Unternehmen das Geld verdienen, nicht die AN .....
Hier liegst du meiner Meinung nach etwas daneben. Zwar sind die Lohnkosten ein guter Ansatz Geld zu sparen, jedoch wird dies in der Regel dadurch erreicht, dass kein Betriebsrat vorhanden ist (Gewerkschaftsnähe) und nicht nach Tarifvertrag gezahlt wird. Die Personalzahlen werden nach den LQV (Leistungs- und Qualitätsvereinbarungen) verhandelt und es droht ein Aufnahmestopp, wenn die Personalzahlen unterschritten sind und/oder es zu Qualitätsmängeln kommt.
Eher ist das Problem, dass die Kostenträger so wenig wie möglich zahlen möchten und die Politiker mit ihren Pflegestärkungsgesetzen nur einen wohlklingenden Namen für die gleichen oder schlechtere Personalschlüssel gefunden haben.
Automatisch zusammengeführt:



Eigentlich wollte ich eher "Schlagworte" suchen für eine Wordcloud...aber danke für die messerscharfe Analyse!

Also...gerne ein paar Schlagworte...
;)
 
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Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
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Igel77

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23.12.2014
Oldenburg
Ich halte den Pflegenotstand für ein multifaktorielles Geschehen mit sich selbst verstärkenden Problemen, der Teil der allgemeinen Probleme "Fachkräftemangel", "Überalterung", "Sexismus", "Klientelpolitik" und "Postkolonialismus/Rassismus" ist.

Diese Faktoren würde ich in vier grobe Gebiete einteilen:

Arbeitsvertragliche Bedingungen: Das Vorhandensein eines Tarifvertrages, Gehalt, Urlaub, Schichtdienst, Geteilte Dienste, Freizeit, etc.
Arbeitsbedingungen: Anzahl Pflegender zu zu Pflegenden, Bauliche Bedingungen, bereitgestellte Hilfsmittel, pflegefremde Tätigkeiten, Einarbeitung
Kultur in der Pflege: Führungskultur, Mobbing, Bildungsfeindlichkeit, Gewalt gegen Pflegende und zu Pflegende, Umgang mit Erkrankung und Tod, Burnout, Coolout, Erlernte Hilflosigkeit, Scheuklappensyndrom, Rechts(un)sicherheit, Spaltung, Lästern, Einzelkämpfer, mangelnde Selbstpflege und persönliche Anteile, Fluktuation, "Pflege als Parallelgesellschaft", mangelnde berufliche Organisation, Verwässerung von Werten und Wissen
Pflege in unserer Kultur: Geschlechterrollen, Klassismus, Politische Vereinnahmung, "Wer soll das bezahlen", Mediale Darstellung, Aufstiegs - und Entwicklungschancen, Aldimentalität, Pflege als Anlageobjekt, Soziale Marktwirtschaft, Rolle der Kirchen, NS - Vergangenheit

Zu allem könnte ich einen Essay schreiben. Was aus der Liste interessiert Dich?

Ansonsten: Ich halte die Gesamtheit der Themen als "Grund", d.h. das Zusammenwirken verschiedener Kräfte verstärken die Problematik und führen zur Flucht aus dem Beruf - oder, dass sich junge Leute dafür entscheiden, lieber nach Berlin zu ziehen und irgendwas mit Medien zu machen.
 
Qualifikation
Gesundheits - und Krankenpfleger
Fachgebiet
Psychiatrie
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Menschenkind

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18.12.2012
Ich halte den Pflegenotstand für ein multifaktorielles Geschehen mit sich selbst verstärkenden Problemen, der Teil der allgemeinen Probleme "Fachkräftemangel", "Überalterung", "Sexismus", "Klientelpolitik" und "Postkolonialismus/Rassismus" ist.

Diese Faktoren würde ich in vier grobe Gebiete einteilen:

Arbeitsvertragliche Bedingungen: Das Vorhandensein eines Tarifvertrages, Gehalt, Urlaub, Schichtdienst, Geteilte Dienste, Freizeit, etc.
Arbeitsbedingungen: Anzahl Pflegender zu zu Pflegenden, Bauliche Bedingungen, bereitgestellte Hilfsmittel, pflegefremde Tätigkeiten, Einarbeitung
Kultur in der Pflege: Führungskultur, Mobbing, Bildungsfeindlichkeit, Gewalt gegen Pflegende und zu Pflegende, Umgang mit Erkrankung und Tod, Burnout, Coolout, Erlernte Hilflosigkeit, Scheuklappensyndrom, Rechts(un)sicherheit, Spaltung, Lästern, Einzelkämpfer, mangelnde Selbstpflege und persönliche Anteile, Fluktuation, "Pflege als Parallelgesellschaft", mangelnde berufliche Organisation, Verwässerung von Werten und Wissen
Pflege in unserer Kultur: Geschlechterrollen, Klassismus, Politische Vereinnahmung, "Wer soll das bezahlen", Mediale Darstellung, Aufstiegs - und Entwicklungschancen, Aldimentalität, Pflege als Anlageobjekt, Soziale Marktwirtschaft, Rolle der Kirchen, NS - Vergangenheit

Zu allem könnte ich einen Essay schreiben. Was aus der Liste interessiert Dich?

Ansonsten: Ich halte die Gesamtheit der Themen als "Grund", d.h. das Zusammenwirken verschiedener Kräfte verstärken die Problematik und führen zur Flucht aus dem Beruf - oder, dass sich junge Leute dafür entscheiden, lieber nach Berlin zu ziehen und irgendwas mit Medien zu machen.
Sehr interessante Aufstellung...auf die Essays komme ich gerne mal zurück :)
 
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Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
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Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
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Timo45-3

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03.01.2021
Kiel
Ich glaube, dass ich noch das eine oder andere Schlagwort ergänzen kann, obwohl das alles ja zusammenhängt.
Schnelle Berufsunfähigkeit: Insbesondere bandscheiben- und Gelenkschäden. Auch hier häufig aufgrund von Zeitmangel aber auch wegen schlechten Hilfsmitteln wie Kaputten Betten, Fehlende Lifter etc.
Gute Weiterbildungsmöglichkeiten: Mal ein positiver Grund, denn in der Pflege hat man gegenüber dem handwerk sehr gute Weiterbildungsmöglichkeiten (z.B. PDL, erweiterndes Studium, Demenzberater etc.)
Gute Berufliche Möglichkeiten: Mit einer Pflegeausbildung kommt man auch relativ einfach in andere Berufe rein, z.B. Suchtberatung oder heilpädagogische Bereiche etc.
Zudem gibt es eine Vielzahl an pflegerischen Bereichen die zum Teil deutlich weniger belastend (Körperlich und/oder Psychisch) sind wie eine klassische Pflegeeinrichtung wie z.B. Tagespflege, ambulante Intensivpflege, Ambulante Pflege (teilweise!), Rehaeinrichtungen etc.


Aber warum kann sich kaum jemand vorstellen ein Leben lang in der Pflege zu arbeiten?
Klar, der Pflegeschlüssel. Doch es ist nicht nur das, glaube ich.
Während es in vielen Berufsgruppen im sozialen Bereich relativ verbreitet ist, dass Supervisionen stattfinden, Konfliktmanager eingeschaltet werden oder Teambuilding Maßnahmen veranstaltet werden, ist mir sowas in der Pflege noch nicht untergekommen. Kein Geld, keine Zeit, keine Lust und am ende (zwecks Teambuilding) über die Leute herziehen, die mit einem Burnout zuhause bleiben (Aber ich schweife ab)

 
Qualifikation
Examinierter Altenpfleger
Fachgebiet
Pflegeeinrichtung Stationär
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anjad88

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Guten Morgen, ich arbeite seit 20 Jahren beim gleichen Arbeitgeber.Warum? Weil ich Wertschätzung erfahre, Fort und Weiterbildung en absolviere, beim DBfK bin, weil wir in unserem Team duale Führung leben, weil wir Supervision, Teamfortbildungen, eine offene Fehlerkultur und konstruktives Feedback haben. Ich beschäftige mich mit den verschiedenen Generationen. Die jungen Kollegen, also zwischen 18 bis 25 Jahren, wollen verlässliche Dienstplanung. Montags Yoga, Mittwochs Spinning, Freitags Töpferkurs....und natürlich ein Sabattical....all das muß ein Arbeitgeber heute berücksichtigen. Wichtig ist für mich auch die Bildung einer Pflegekammer. Wir müssen weg vom Heil und Hilfsberuf. Meine Schüler nennen zuwenig Zeit für die Patienten zuerst, dann zu oft einspringen oder kurzfristige Dienstplanänderung, und keine wertschätzende Leitung wenn ich die nach der Zufriedenheit im Beruf frage....es gibt viel zu tun
 
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krankenschwester
Fachgebiet
zim klinikumstuttgart
Saxon

Saxon

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15.09.2020
Der " Notstand - an Pflegekräften " ist leider Hausgemacht.
Der Staat hat sich Stück für Stück aus der eigentlichen Verantwortung geschlichen.
Es wurde viel zu viel Macht den Kostenträgern und Kassen überlassen ( diese sind aber im Grunde ja NUR Verwalter und nicht Herrscher ).eine Reihe an gesetzlichen Grundlagen wurden über die Köpfe ( die es betrifft ) hinweg beschlossen.Mit dem Segen der vermeintlichen Interessenvertreter.
Der Politik ging es NIE um die - die das alles am laufen halten.
Weder mit der " Pflegereform " noch dem Krankenhausfinazierungsgesetz und anderen Maßnahmen. Ziel der Politik war und ist es - immer mehr sich aus der Verantwortung und vor allem der Finanzierung des Gesundheitswesen zu verabschieden. Ist ja auch in anderen Bereiche so.
Ernsthafte Bemühungen das Gesundheitswesen / Pflege etc. zu stärken Fehlanzeige im Gegenteil.
Die viel zu vielen Kostenträger haben mittlerweile so viel MACHT ( die ihnen im Grunde gar nicht zusteht ) und wir kennen alle zu genüge die Auswüchse !
Beispiel : Eine ärztliche Verordnung oder RP Hilfsmittel und und werden im Verwaltungsakt durch MA ( ohne med.-Studium ) mal einfach abgelehnt, gekürzt. Hallo ! Eine Verordnung durch einen Mediziner - wird zum Spielball und der Gnade von Verwaltungsangestellten abhängig ....auf Kosten der betroffenen Patienten und allen an der Pflege / Betreuung beteiligten.
Danke liebe Politiker ........seit Jahrzehnten vernachlässigen diese das gesamte Gesundheitswesen und treten mit Füssen, die Patienten, Mediziner und Pflegekräfte.

Die Mängel und Probleme sind ja schon permanent bekannt.......außer lauwarme Reden , halbherzige Pseudo Aktionen , klatschen ist nichts zu erwarten.

Wie ja auch bei der Pandemie unschwer zu erkennen war. Volksvertreter machen persönlichen Reibach mit Masken etc. und die Pflegekräfte, Patienten und Angehörigen wissen nicht wo ihnen der Kopf steht.

Die Kostenträger / Krankenkassen geben ja nun auch nichts mehr von Ihrer Macht wieder ab. Genauso verhält es sich mit den Trägern und Betreiber on Kliniken oder Heimen.Alles nur noch der Gewinnoptimierung unterworfen.
Die Pflegekräfte stellen hier nur einen Kostenfaktor dar - wo als erstes gespart wird. Das nenne ich aus persönlicher Ansicht und Meinung , unverantwortlich.

Ja es gibt VEREINZELT auch Betreiber und Träger die ENDLICH den Schuss gehört haben !
Zaghafte Bemühungen endlich in Personal zu investieren - wir werden sehen wie lange.

In der Politik gibt es einfach KEINE Ernsthaften Interessenvertreter für die Pflege - die Lobbyisten von Pharma - Klinik - Heimbetreibern und Kostenträgern ist zu mächtig, gegenwärtig.
Solange diese Schräglage besteht wird einfach weiter gewurschtel.
Geht schon irgendwie schief...... ggf. klatscht man wieder im Bundestag. Und die Aktionäre 8 egal aus welchen Bereich ) kommen vor lachen nicht in den Schlaf.
 
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Fachkrankenpfleger Anästhesie u. Intensivmedizin
Fachgebiet
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PDL, Heimleiter, Dozent
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Care2000

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18.02.2014
Berlin
Neben all den berechtigten Thesen: WIR sind das Problem. Ganz einfach - weil WIR halten das kranke System am laufen... Nur wenn das System nicht mehr rund läuft wird sich etwas ändern MÜSSEN.
 
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TQM Auditor, Gutachter, Wundspezialist, DCM, exam Krpfl. etc.
Fachgebiet
QM
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resigniert

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03.01.2013
Münster
Außerdem verweeigern WIR eine funktionierende Lobbyarbeit FÜR uns. WIR verweigern die Kammerbildung
 
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23.12.2014
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Außerdem verweeigern WIR eine funktionierende Lobbyarbeit FÜR uns. WIR verweigern die Kammerbildung
Wer ist "WIR"?

Ich persönlich gehe davon aus, dass es innerhalb der Pflege eine sehr hohe Heterogenität gibt, mit unterschiedlichen Identitäten und Haltungen. Das ist zum Teil unterschiedlichen Betätigungsfeldern geschuldet, aber auch dem Bildungsstand. Die Kammern wurden von einem sehr kleinen Teil Pflegender in Angriff genommen, und scheiterten, weil die Mehrheit der Pflegenden nicht Teil ihrer sozialen Blase war, massiver Gegenpropaganda ausgesetzt gewesen ist und etliche strategische und taktische Fehler gemacht hat. Schließlich sind viele Pflegende nicht an einer Beteiligung am Diskurs interessiert, wie er für andere Gruppen in diesem Lande üblich ist, was meines Erachtens mit politischer Bildung oder Einstellung, Angst und mangelnder Übung zusammenhängt.

Doch ich greife vor.

Eine Kategorisierung, die man vornehmen kann, ist die nach persönlicher Einstellung zum Job: Ist es Berufung (ja, die gibt es immer noch), Arbeit, Anstellung, wissenschaftliche Profession, Broterwerb, Kompensation für ein psychisches Defizit, eine Chance auf Immigration etc.?
EIne weitere Schublade: Schulabschluss und Ausbildungsgrad.
Ein dritter Betrachtungswinkel: Die Funktion, in der man als Pflegekraft arbeitet - ist man tatsächlich noch "am Bett", hat man eine leitende Position, eine Stabsstelle, eine Spezialistenstelle oder ist gar nicht mehr in einer Einrichtung der direkten Versorgung (wie dem MDK, dem DBfK etc.)
Und schließlich: Die sonstigen politischen Präferenzen. Wer die Zu- und Missstände in der Pflege klaglos erträgt, verschleiert, schönredet, verantwortet und willentlich in vollem Bewusstsein verursacht, wird sein Kreuz mutmaßlich woanders oder vielleicht auch gar nicht machen, als jemand, der dies nicht hinnimmt.
(Wahrscheinlich gibt es noch weitere Faktoren.)

Malte man eine Landkarte aus dieser Palette, könnte man, so glaube ich, sehr schnell feststellen, warum die Pflegekammern scheitern mussten. Ich könnte mir vorstellen, dass am einen Ende eine Schnittmenge an gut ausgebildeten, politisch progressiven, gut vernetzten, besser bezahlten und höherpositionierten Pflegenden die Kammer befürwortet hat, während auf der anderen Seite ein massiver Block an eher schlecht ausgebildeten, politisch konservativen, isolierten, ausgebeuteten und "einfachen" Pflegenden gegen das Vorhaben war oder dahingehend mobilisiert wurde.
 
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Gesundheits - und Krankenpfleger
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Psychiatrie
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Menschenkind

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18.12.2012
Malte man eine Landkarte aus dieser Palette, könnte man, so glaube ich, sehr schnell feststellen, warum die Pflegekammern scheitern mussten. Ich könnte mir vorstellen, dass am einen Ende eine Schnittmenge an gut ausgebildeten, politisch progressiven, gut vernetzten, besser bezahlten und höherpositionierten Pflegenden die Kammer befürwortet hat, während auf der anderen Seite ein massiver Block an eher schlecht ausgebildeten, politisch konservativen, isolierten, ausgebeuteten und "einfachen" Pflegenden gegen das Vorhaben war oder dahingehend mobilisiert wurde.
Diese These finde ich sehr spannend und glaube, sie ist zu eindimensional...um das zu argumentieren fehlt mir jedoch eine repräsentative Menge...es ist eher ein Gefühl, wenn ich mich auf Facebook oder hier im Forum umschaue, meinem Bekanntenkreis anschaue, etc.
Ich glaube, es ist komplexer
 
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Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
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Timo45-3

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03.01.2021
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Malte man eine Landkarte aus dieser Palette, könnte man, so glaube ich, sehr schnell feststellen, warum die Pflegekammern scheitern mussten. Ich könnte mir vorstellen, dass am einen Ende eine Schnittmenge an gut ausgebildeten, politisch progressiven, gut vernetzten, besser bezahlten und höherpositionierten Pflegenden die Kammer befürwortet hat, während auf der anderen Seite ein massiver Block an eher schlecht ausgebildeten, politisch konservativen, isolierten, ausgebeuteten und "einfachen" Pflegenden gegen das Vorhaben war oder dahingehend mobilisiert wurde.
Diese These finde ich sehr spannend und glaube, sie ist zu eindimensional...um das zu argumentieren fehlt mir jedoch eine repräsentative Menge...es ist eher ein Gefühl, wenn ich mich auf Facebook oder hier im Forum umschaue, meinem Bekanntenkreis anschaue, etc.
Ich glaube, es ist komplexer
Also, ich komme aus Schlesweig - Holstein und bei uns wurde die Pflegekammer ja grade mit ca. 92% Gegenstimmen aufgelöst. Auch ich habe aus Mangel an Alternativen dagegen gestimmt.

Es war eine "Ja" oder "Nein" Frage. Ich habe dagegen gestimmt, weil die Kammer in der Form in der sie hier bestand hatte meiner Meinung nach nicht gut war.

- Es bestand keine Kommunikation zu der Pflege. Was hatte sie vor? Wobei helfen sie uns? Die intertnetseite gibt auch nicht viel her, ebenso wie der Newsletter.
Niemand wusste was sie eigentlich tun außer Mahnungen zu schicken. Alles ist irgendwie schwammig formuliert, so Dinge wie eine "Berufsordnung" haben eher argwohn geweckt, weil die Menschen, noch mehr Vorschriften gesehen haben. Auf Nachfrage was genau das bedeutet, wurde weiter schwammig formuliert. (Im Prizip wurde gesagt, dass es bestimmt total gut für uns ist)

- Sie wurden als Interessensvertretung installiert. Was genau vertreten sie (Für "Pflege braucht mehr Geld" benötigen wir keine Kammer) ? Niemand wusste es so recht.

- Klar, die Pflichtbeiträge, von der die Kammer nicht abweichen wollte. Mahnungen und teilweise Drohungen bei nichtzuahlungen das Examen abzuerkennen war für die meisten Leute der einzige Kontakt zur Kammer.

- Keine Möglichkeit mitzuwirken. Es gab schon lange vor der Wahl massive kritik( Seitens der Gewerkschaften und einzelnen Pflegepersonen, in Form von monatlichen Demonstrationen mit hunderten Teilnehmern od. direkter Kontaktaufnahme) , die sofort abgeschmettert oder Ignoriert wurde.
Die Tatsache, dass sie abgewählt wurden haben sie selbst als "schwarzen Tag für die Pflege" bezeichnet und waren komplett Verständnislos, ohne auch nur den Gedanken zu äußern, dass sie vielleicht einiges Falsch gemacht haben und anders hätten agieren sollen.

- Es gab viele Negative Rückmeldungen, von Pflegenden die bzgl. Beratung in verschiedenen Bereichen dort angerufen haben. (Häufigste Punkte waren: mangelde Kompetenz und unfreundlichkeit, sowie schlechte erreichbarkeit)


Pflegeberufekammer JA oder NEIN ?

Ich sage deutlich Jein.

Für die Interessensvertretung ziehe ich die Gewerkschaften vor, da diese nicht direkt von der Landesregierung per Gesetz eingesetzt wurde und komplett vom Wohlwollende der Landesregierung abhängig ist. Außerdem haben die durch die freiwillige Mitgliedschaft einen gewissen Druck sich Mühe zu geben, da ihnen sonst die Mitglieder austreten.
Ich möchte keine Pflegeberufekammer, die anmutet wie die nächste gesichtslose Behörde die ich Finanzieren muss, ohne irgendeinen Einfluss nehmen zu können. Ich habe schon genügend kontrollinstanzen, die allesamt einen Herrschaftsanspruch haben.
Die Pflege (Und bei 92% kann man der "der Pflege" sprechen) hat sich von vorne herein nicht ernstgenommen gefühlt (so auch ich) da jede Kritik an der Kammer abgeschmettert wurde.
Transparens - Ich möchte wissenw as die erarbeiten. Was für Ergebnisse haben die Ag's und Ausschüsse denn erzielt. Wenn sie ein Papier erarbeitet haben, warum ist das nicht öffentlich auf der Website?
Ja, ich will eine organisierte Pflege aber die Kammer in der Form hat diese Aufgabe nicht im Ansatz erfüllt und war bis zum Schluss nicht bereit danach zu fragen wie die Kammer sein soll, sondern nur eine Ja oder Nein Frage zu stellen.
Also "Nein", so nicht.
 
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Saxon

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15.09.2020
Außerdem verweeigern WIR eine funktionierende Lobbyarbeit FÜR uns. WIR verweigern die Kammerbildung
Na die " Kammerbildung " ist ja eh nur Alibi und einige glaubten damit sich zu profilieren - mehr aber auch nicht. Einfach gesagt : Ein Witz und Null Nummer.
 
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15.09.2020
Neben all den berechtigten Thesen: WIR sind das Problem. Ganz einfach - weil WIR halten das kranke System am laufen... Nur wenn das System nicht mehr rund läuft wird sich etwas ändern MÜSSEN.
Die Auswirkungen sieht man ja bereits recht deutlich........immer mehr und mehr Pflegekräfte wandern aus den Beruf ab.Kaum noch genügend Neue Bewerber oder gar Auszubildende. Das lauwarme Gelabere des zuständigen Gesundheitsministeriums ist da eher nur blanker Hohn. Das System ( Klinik - Pflege etc. ) ist ja schon kurz vor dem totalen Kollaps. Da helfen auch nicht eilig heran gekarrte Pflegekräfte aus Osteuropa oder Asien.
Die Politik wurschtelt weiter wie bisher.......gemeinsam mit den Kostenträgern und Träger ( Heim - Klinik etc. ) frei nach dem Motto : war bisher immer gut gegangen, wird auch weiter so gehen............und das bei totaler Gewinnmaximierung.
Zwar werden immer mehr Börsendotierte Einrichtungen gebaut und eröffnet.......doch bei genauerer Betrachtung ist vom georderten Personalschlüssel und dessen Einhaltung nichts zu spüren. Im Gegenteil !
Da gibt es auf einmal - wegen der " Eröffnung " und Anlauf faule Kompromisse und häßliche Deals.......ich nenne so etwas einfach bewußt herbei geführte gefährliche Pflege zu Lasten der Patienten / Bewohner und unseren Pflegekräfte.

Irgendwann ist auch die letzte Pflegekraft am Ende der zumutbaren Belastung und kehrt den Rücken.

Frage : Warum gibt es keinen Bundesweiten Streik in der Pflege ? Ich meine damit nicht kleiner Aktionen .........
Wagt sich KEINER und damit meine ich auch VERDI etc. und in erster Linie auch die betreffenden Pflegekräfte.

Flächendeckend ! Auch Dienst nach Vorschrift - KEINE Überstunden , Einspringen etc. Arbeitsniederlegungen im Notbetrieb.....und und.

Was hat es gebracht IMMER nur an die anderen zu denken ? Hier liegt mit das Problem an uns Pflegekräften selbst.
 
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23.12.2014
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Diese These finde ich sehr spannend und glaube, sie ist zu eindimensional...um das zu argumentieren fehlt mir jedoch eine repräsentative Menge...es ist eher ein Gefühl, wenn ich mich auf Facebook oder hier im Forum umschaue, meinem Bekanntenkreis anschaue, etc.
Ich glaube, es ist komplexer
Ich habe vergeblich nach einer Studie oder Quelle für die Parteipräferenz von Pflegekräften gegoogelt. Hat jemand einen Link? Sucht jemand ein Thema für eine Studie?

Ich möchte keine Pflegeberufekammer, die anmutet wie die nächste gesichtslose Behörde die ich Finanzieren muss, ohne irgendeinen Einfluss nehmen zu können. Ich habe schon genügend kontrollinstanzen, die allesamt einen Herrschaftsanspruch haben.
Das, und vieles andere, was Du nanntest, waren auch bei mir die Gründe, warum ich sehr, sehr skeptisch war.

Frage : Warum gibt es keinen Bundesweiten Streik in der Pflege ? Ich meine damit nicht kleiner Aktionen .........
Erfolgreiches Unionbusting und ungestrafte Behinderung von Betriebsratsarbeit. So als ein Grund.
Die Leute haben Angst, und nicht jeder ist als Widerstandskämpfer geboren.
 
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Timo45-3

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03.01.2021
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Frage : Warum gibt es keinen Bundesweiten Streik in der Pflege ? Ich meine damit nicht kleiner Aktionen .........
Wagt sich KEINER und damit meine ich auch VERDI etc. und in erster Linie auch die betreffenden Pflegekräfte.

Flächendeckend ! Auch Dienst nach Vorschrift - KEINE Überstunden , Einspringen etc. Arbeitsniederlegungen im Notbetrieb.....und und.

Was hat es gebracht IMMER nur an die anderen zu denken ? Hier liegt mit das Problem an uns Pflegekräften selbst.
Ich denke das Problem liegt dabei, dass ein Streik immer auf den Schultern der zu Pflegenden stattfindet, was viele (Auch mich) abschreckt.
Die Pflege sollte vielleicht andere Wege des Zivilen ungehorsams wählen, als einen generellen Streik.

Als Idee:
Vielleicht sollten die verantwortlichen stellen bestreikt werden indem die Zusammenarbeit auf ein Minimum reduziert wird.

z.B. überprüfungen durch den MDK einfach nicht mehr mitmachen. Allgemeine kommunikation mit KK auf ein minimum Reduzieren. Bis der Personalschlüssel angehoben wird.

Kommunikation mit Stiftungsleitungen, Krankenhausleitungen etc. minimieren.

Vorgaben der internen Qualitätsmanager ignorieren, wenn sie aus pflegefachlicher Sicht keinen Sinn machen oder keinen Mehrwert haben.

SINNLOSE Dokumentation einfach einstellen.

Arbeit mit unzureichenden Pflegemitteln und Geräten einstellen bis gute Mittel da sind. Bei der Heimaufsicht (Oder dem KH ambivalent) Melden und bescheidgeben, dass die Einrichtung nicht bereit ist arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen.

Alles in allem: Sand im Getriebe sein und dabei über alle Kanäle schreien (Social Media, allgemeine Medien etc.) über die Aktionen Informieren.

Vielleicht wäre das ein sinnvoller Schritt mit aller möglichen Rücksicht auf die zu Pflegenden, wenn sich eine große Menge an Pflegekräften zusammen tut.

Was denkt ihr?
 
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23.12.2014
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Ich denke das Problem liegt dabei, dass ein Streik immer auf den Schultern der zu Pflegenden stattfindet, was viele (Auch mich) abschreckt.
Die Pflege sollte vielleicht andere Wege des Zivilen ungehorsams wählen, als einen generellen Streik.

Als Idee:
Vielleicht sollten die verantwortlichen stellen bestreikt werden indem die Zusammenarbeit auf ein Minimum reduziert wird.

z.B. überprüfungen durch den MDK einfach nicht mehr mitmachen. Allgemeine kommunikation mit KK auf ein minimum Reduzieren. Bis der Personalschlüssel angehoben wird.

Kommunikation mit Stiftungsleitungen, Krankenhausleitungen etc. minimieren.

Vorgaben der internen Qualitätsmanager ignorieren, wenn sie aus pflegefachlicher Sicht keinen Sinn machen oder keinen Mehrwert haben.

SINNLOSE Dokumentation einfach einstellen.

Arbeit mit unzureichenden Pflegemitteln und Geräten einstellen bis gute Mittel da sind. Bei der Heimaufsicht (Oder dem KH ambivalent) Melden und bescheidgeben, dass die Einrichtung nicht bereit ist arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen.

Alles in allem: Sand im Getriebe sein und dabei über alle Kanäle schreien (Social Media, allgemeine Medien etc.) über die Aktionen Informieren.

Vielleicht wäre das ein sinnvoller Schritt mit aller möglichen Rücksicht auf die zu Pflegenden, wenn sich eine große Menge an Pflegekräften zusammen tut.

Was denkt ihr?
  • Man muss bei den Überprüfungen durch den MDK leider mitmachen, und die sitzen am längeren Hebel.
  • Fehlende Kommunikation an die höhere Führungsebene stört diese der Erfahrung nach ... genau gar nicht. Man möchte gar kein Feedback von der Basis, jedenfalls kein negatives.
  • Qmer ignorieren kann funktionieren - oder einem als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden.
  • Sinnlose Dokumentation unterlassen kann funktionieren, aber siehe Qmer. Zudem ist es auch immer gut, in der Hinterhand zu haben, dass man korrekt gehandelt hat - was nicht dokumentiert wurde, ist eben nicht geschehen.
  • Informationen aus dem Betrieb herausgeben ist ein Verstoß gegen das Geschäftsgeheimnis und ein Grund für eine sofortige Kündigung, eventuell auch eine Strafanzeige.
  • Social Media: Ja, dass passiert ... bei einigen habe ich jedoch den Verdacht, dass das braune Rattenfänger sind.
  • Zusammenschluss: Derzeit gibt es nur die Gewerkschaften und die Berufsverbände, wie "gut" die in der Breite aufgestellt sind, ist ja eines der Probleme. Zudem: Union Busting. Divide et impera.
 
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18.12.2012
Ich habe derzeit eine Petition am Laufen, die den Pfelgenotstand und die Ursachen bezogen auf mangelhafte Personalschlüssel anprangert, sowie die Pflegereform 2021 insbesondere (welche ebenfalls mit nicht ausreichenden Personalschlüsseln daherkommt).

Hier darf ich sie nicht posten, weil sie nicht über die Plattform des Bundestages gestartet wurde.
Auf Facebook habe ich diese in mehreren Pflegegruppen lanciert und bin eigentlich schwer entsetzt, wie wenig Feedback dabei rumkommt.

Ich meine, einfacher kann man gar nicht politisch aktiv werden. Einen besseren Grund für den Pflegenotstand fällt mir auch nicht ein. Finde ich sehr verwunderlich.
 
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Berlin
Zumindest ein Schrittt...
Und wenn auf Papier fixiert wurde, welcher Personalschlüssel eingehalten werden muss - leider fehlen immer noch die Fachkräfte...
 
Qualifikation
TQM Auditor, Gutachter, Wundspezialist, DCM, exam Krpfl. etc.
Fachgebiet
QM

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