Arbeitsrecht Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

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Teetrinkerin

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Mir schwillt der Hals!

Wir haben keinen Betriebsrat.

Im Arbeitsvertrag steht bei allen Mitarbeitern, dass im Dreischichtsystem gearbeitet wird.
Es ist in der Praxis so, dass wir Kollegen haben, die mögen den Frühdienst besonders gerne, wegen der Familie und weil sie noch was vom Tag haben.
Dann haben wir die Langschläfer, die mögen den Spätdienst lieber.
Ebenso gibt es Kollegen die den Nachtdienst lieben, weil sie jahrzehnte nichts anderes gemacht haben und einfach leistungsfähiger sind oder sich kaum noch umgewöhnen können.

Ab dem neuen Jahr will der Chef dass alle alle Schichten arbeiten und hat das im Dienstplan auch schon teilweise umgesetzt.

Ich selbst gehöre zur Nachtdienstfraktion, habe vor dieser Stelle über zwei Jahrzehnte als Dauernachtwache in Teilzeit gearbeitet, habe jedoch bei der Einstellung die mündliche Zusage erhalten, so viele Nachtwachen als möglich zu erhalten, aber auch Spätdienste zu machen, damit komme ich ganz gut zurecht.
Frühdienst verursacht mir nur Stress. Ich denk schon abends, ich muss ins Bett, ich muss ins Bett - damit ich auch genug Schlaf habe. Und dann schlafe ich grottenschlecht, weil ich Angst habe den Wecker zu überhören und sehr früh raus muss zum FD (4 Uhr morgens), mit öffentlichen bin ich um die Zeit länger unterwegs als am Tag.
Dann bin ich total müde, nervös und werde so ab dem späten Vormittag langsam ich selbst.
Einige Male im Jahr habe ich bisher freiwillig FD gemacht (mit Kollegen getauscht die einen SD brauchten, ich wurde nicht mit FD geplant), weil ich meinen guten Willen zeigen wollte und so ab und an kann man ruhig über seinen Schatten springen, so hatten auch die Kollegen kein Problem mit meinem Spätdienst/Nachtdienstspleen.

Andere Kollegen brauchen schon von Anfang an keine Nachtwache zu machen oder eine Kollegin ist seit Beginn an Dauernachtwache, macht ab und an - ähnlich wie ich die "ungeliebten" Dienste, um eben auch den guten Willen zu zeigen und auch als danke dass man seinen präferierten Dienst erhält.

Die Ankündigung des Chefs hat hat nicht viel Verständnis hervorgerufen.
Wir wissen, dass der Arbeitsvertrag freilich diesen Raum bietet. Nun ist aber die Frage ob es förderlich für die Arbeit ist, wenn man ohne Grund so fies umgezwungen werden soll. Es gibt keine Erklärung außer der, dass "alle, alle Dienste abdecken können müssen".
Mit dem neuen Dienstplan gibt es deswegen Ärger, weil nur einem Teil der MA andere Dienste aufgezwungen wurden und für andere hat sich nichts geändert.
Das verursacht im Team eine schlechte Stimmung, die nicht betroffenen sind natürlich froh.
Andere sagen, sie gehen zum Betriebsarzt ein Attest holen, damit sie keinen Nachtdienst machen müssen. Wir arbeiten zeitweise alleine und haben weder Ärzte noch Kollegen in der Nähe.
Da haben manche auch einfach Angst.

Eine Kollegin hat den Chef auf die unterschiedliche Umsetzung seiner Ankündigung angesprochen, daraufhin sagte er, dass er mit ihr nicht über die Belange anderer Mitarbeiter spricht, sie sei ja kein Betriebsrat und jeder hätte einen Mund und außerdem sei der Arbeitsvertrag auf seiner Seite.

Ich bin jetzt am Überlegen, ob ich aufgrund meiner jahrzehntelangen Nachtarbeitstätigkeit zum Betriebsarzt gehe und ihn bitte mich dabei zu unterstützen, dass ich nicht zum Frühdienst gezwungen werden kann, wobei ich grundsätzlich bereit bin, auch mal auszuhelfen, aber es weigert sich alles in mir, da reingezwungen zu werden.

Ich kenne die Argumente gegen Nachtarbeit, aber meine Erfahrungen sind einfach anders. Frühdienst stresst mich dermaßen, ich kann um diese Zeit einfach noch nicht richtig arbeiten, weil ich gar nicht richtig wach bin.
Wobei ich mich schon seit Jahren wundere, dass das regelmässige Dreischichtsystem für Vollzeitkollegen meines Erachtens viel, viel schädlicher ist für das soziale und gesundheitliche Leben, als eine regelmässige Dauernachtwache in Teilzeit.

Und es ärgert mich, dass es nicht konsequent umgesetzt wird, sondern sich Leute rausgepickt werden.

Hat von euch schon mal jemand erfolgreich einen Nachtwachenplatz verteidigen können?
 
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Maadla

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Bei meinem Bruder läuft es ähnlich, er schreibt den Dienstplan und jeder der Vorlieben hat bekommt diese weitgehend. Hier hat sich allerdings der Betriebsrat aufgeregt, dass manche z.B. keinen Fd oder Sd machen. Ab Januar muss nun jeder ebenfalls jeden Dienst machen. Soll einer die Welt verstehen!
 
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Tilidin

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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

Hallo Teetrinkerin

Es wird schwer werden, vom Betriebsarzt eine Bescheinigung einzuholen, dass eine andere Schichtform, für dich ein gesundheitliches Risiko darstellen würde.

Und auf das Gewohnheitsrecht, kannst Du dich vermutlich nicht berufen, da wird das Direktionsrecht des AG wohl eher zum tragen kommen.

Die besten Chancen, hättes Du natürlich, wenn die Stelle damals schon für den Nachtdienst ausgeschrieben war, oder etwas im AV stehen würde.

So wird man als Einzelperson wohl nichts erreichen, als Gruppe hätte man gute Chancen.

Vieleicht ist ja auch erstmal ein ruhiges vier Augengespräch angebracht
 
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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

Hallo Teetrinkerin,wie Tilidin schon richtig bemerkte,alleine und aufgrund des real eh nicht existierenden "Gewohnheitsrechtes" wirst Du kaum was erreichen :sad:. Ich hab als SL ein Team von 68 Kollegen zu managen,was beim Dienstplan grundsätzlich auf eine Bewährungsprobe für unseren Teamgeist hinaus läuft,denn die Kollegen sind ja alle Menschen mit ihren individuellen Stärken und Schwächen,familiären Begebenheiten,vllt. Nebenjobs usw. usf...
Ich handhabe es so,dass grundsätzlich erstmal alle Dienste abgedeckt sind,dann werden die Urlauber eingetragen,dann die Nachtdienst,danach dann die Wünsche und ab da wird gefeilt,bis alles passt...und passen tuts nie :whistling.
Auch ich hab die Vorgabe,dass alle Kollegen alle Dienste abdecken können,nur können eben nicht alle 68 in einem Monat auch ND haben,also rotiert der Plan quasi um die Nächte. Meine Kollegen/innen sind sehr verschieden,einige sind Uhus,so wie Du,andere kommen morgen nicht ausm Bett und wieder andere wollen noch was vom Tag haben. Dann gibts da noch die "Aber ich hab Kinder-Fraktion",die grundsätzlich zu den Ferien,den Kita-Schliesszeiten,den WEs und besonders jetzt,zu den Feiertagen auf Frei oder eben den passenden Wunschdienst besteht und einzig und allein das/die Kind(er) als Grund anführen.
Diese Kollegen bekommen in der Regel alle die gleiche Antwort von mir : Ich bin für das reibungslose Funktionieren unserer IMC verantwortlich,nicht für das ihrer Familie ! Wenn also Mama a) Heiligabend Früh hat,kann sie die Feiertage über Spät machen,wenn Kollege b) ohne Kinder diese Dienste letztes Jahr abgedeckt hat. Die familiäre Organisation interessiert mich dabei überhaupt nicht,sondern ich achte auf die gerechte Verteilung der Dienste an Feiertagen zwischen kinderlosen Kollegen und denen mit Kindern,denn auch die Kinderlosen haben ein Privatleben mit Familie usw..
Was ich damit sagen will : Dein Chef kann ohne schlechtes Gewissen verlangen,dass jeder jeden Dienst abdecken kann,wobei persönliche Vorlieben oder Spleens völlig nebensächlich sind,da jeder seiner Angestellten sich ja mit den besonderen Umständen unseres Berufes in Sachen Arbeitszeit schon zu Zeiten der Ausbildung auseinanderzusetzen hatte und demnach weiss,was Sache ist. Das Problem "Dienstplan" kann er an seine Bereichs-oder Stationsleiter weitergeben und die sind dann diejenigen mit dem "schwarzen Peter",allerdings auch Dein primär direkter Ansprechpartner bei der Verteilung der Dienste.
Kommst Du auf diesem Weg nicht weiter,wirst Du um eine ausgiebige Suche nach einem "massgeschneiderten" Arbeitsplatz nicht drum rum kommen...und davon gibts in Zeiten von "Pflegenotstand & Co" sicher reichlich. Also nicht an Kleinigkeiten aufhängen,sondern ran an die Jobs und selbst verändern,denn das nimmt Dir keiner ab,das musst schon selbst tun !
 
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Anahita

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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

Hi, TT!

es sieht leider so aus, dass Ihr wohl alle in den "sauren Apfel beissen" müsst: wenn die Einrichtung so plant, müsst Ihr ran, wie es der Dienstplan ausweist. Was den ND betrifft, ist es sch..- es sei denn, es steht im Arbeitsvertrag, dass Du keinen ND machen musst.

Vielleicht kann Dir ein Betriebsarzt durch ein Attest helfen...

Kenn ich gut, das Problem: bei der Einstellung "ja, natürlich brauchen Sie keinen ND machen..."Und aus Gutmütigket springt man dann doch ein und so werden aus einer Nacht gleich drei oder vier Nächte, dann eine Woche und dann ständig....

Vorsicht bei der Zeitarbeit - ich hatte auch einmal das fragliche Vergnügen, kurz bei so einem Verein zu arbeiten. Da hies es auch so schön "nein, Sie brauchen keinen Nachtdienst zu machen, das verspreche ich Ihnen" blablabla.

Und dann fast nur ND! Toll, Weihnachten hatte ich dann SD und Sylvester ND...Und bei Rücksprache bei der "Personaldisponentin" - wie das so schön heißt - "Dienstplan ist Sache der Einrichtung" - Stimmt zwar, aber wenn man mir anderes verspicht????

Kann man aus welchem Grund auch immer, einen bestimmten Dienst nicht machen, sollte man dies wirklich vertraglich festmachen...Und wenn es nicht hinhaut: Inzwischen gibt es genug frei Stellen..
 
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nofretete

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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

Oh Teetrinkerin kann dich so gut verstehen. Als ich nach 15 Jahren ND eine neue Stelle antrat, wollte ich von mir aus versuchen in Tagdienst umzustellen, nach 2 Monaten gab ich auf, FD ging garnicht und SD so lala, hatte Glück, dass ND-Stelle noch frei war. Nun bin ich wieder glücklich!

Was bei euch jetzt läuft wird leider oft praktiziert, gerade, wenn jemand neu irgendwo anfängt! Egal wie, Hauptsache es wird erstmal was geändert! Und nun ja Thema Betriebsrat, ich habe da nicht so gute Erfahrungen gemacht, bisher gaben sie meist dem AG recht, obwohl hier im Forum viele andere Erfahrungen gemacht haben (bloß gut)!
 
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kassel
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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

Ungeachtet dessen was im Arbeitsvertrag steht und rechtlich ok ist:

anscheinend passt die neue Regelung ja nicht nur dir nicht, sondern den übrigen Kollegen/innen auch nicht. Es sind doch anscheinend viele nicht davon begeistert. Dann schließt euch doch mal zusammen, nicht jeder einzeln, sondern geht geschlossen zum Chef und redet mit ihm.
Letztendlich sollte ihm doch an einem guten Betriebsklima gelegen sein und einem reibungslosen Ablauf und so wie ich das sehe, "stösst" er ja einige vor den Kopf, die dann vielleicht noch überlegen ob sie nicht kündigen.

Und das kann nicht im Sinne einer guten Mitarbeiterführung sein.

Also : keine Einzelgespräche suchen sondern ein Team-Gespräch.
 
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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

. . . die Frage zielt ja wohl darauf ab, was man gegen nicht nachvollziehbare Willkür tun kann, oder? Man kann! Im § 106 GewO steht, dass der Arbeitgeber nach billigem Ermessen Zeit, Ort und Inhalt der Arbeitsaufgaben festlegen kann. Das billige Ermessen überlesen viele gern, oder sind sich der Bedeutung nicht bewußt. Das was bei Teetrinkerin abläuft ist, wenn es so wie geschildert abläuft kein billiges Ermessen, sondern unbillige und unbegründete Härte.
Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht (wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast), oder die Rechtsabteilung der Gewerkschaft (wenn Du Mitglied bist) können Dir da garantiert weiterhelfen. Vorher würde ich jedoch nochmal, am besten im Rahmen einer Teambesprechung das Gespräch mit dem Chef suchen . . .
 
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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

Ich hab das Gefühl, dass einige vergessen welchen Beruf sie ausüben.

Als ich mich vor Jahren für diesen Beruf entschied, war mir klar das es in drei Schichten abläuft.

Betriebsrat und Anwalt erreichen hier gar nichts. AV wurde unterschrieben. Was da drin steht gilt, ausser es wäre Sittenwidrig. Und das ist Schichtdienst in der Pflege nun mal nicht.
 
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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

. . . doch! Gewerkschaft und Anwalt können einen Arbeitgeber sehr wohl disziplinieren, der meint, dass die MA seine Leibeigenen sind. Wenn niemand darauf achtet, dass die bestehenden Gesetze eingehalten werden, sind sie das Papier nicht wert, worauf sie geschrieben stehen. Hat ja in dieser Firma keiner ein Problem damit, dass man Schichten arbeiten muss. Wenn es dabei MA gibt, die gern Frühschicht arbeiten, andere gern Spät- oder Nachtschicht was spricht dagegen? Der Sturkopf. Ich will! Und ich bin der Arbeitgeber! . . .
 
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nofretete

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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

Ich habe mit Sicherheit nicht vergessen, in welchem Beruf ich arbeite, allerdings habe ich was gegen Willkür von Seiten der Chefs, schließlich hat es ja bisher in diesem Betrieb funktioniert. Also wie Teetrinkerin schon schrieb, wenn, dann für alle!
 
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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

Was natürlich nicht i.O. ist, ist das es nicht für alle gilt. Mich kotzt es aber an, dass jeder meint sich aufregen zu müssen, dass er im Endeffekt seinen AV erfüllen muss.

Ich handhabe es auch so, dass ich im DP Wünsche berücksichtige. Aber wenn dann jemand meint seinen AV nicht zu erfüllen weil ich den DP nicht nach seiner / ihrer Nase schreib, find ich es gelinde gesagt eine Sauerei. Geht mal in eine Fabrik in der Schicht gearbeitet wird, sagt da mal das ihr nur Nachts / Frühs oder Nachmittag arbeiten wollt...
 
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silversurfer

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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

Ich handhabe es auch so, dass ich im DP Wünsche berücksichtige. Aber wenn dann jemand meint seinen AV nicht zu erfüllen weil ich den DP nicht nach seiner / ihrer Nase schreib, find ich es gelinde gesagt eine Sauerei. Geht mal in eine Fabrik in der Schicht gearbeitet wird, sagt da mal das ihr nur Nachts / Frühs oder Nachmittag arbeiten wollt...
Und wir handhaben es so das wir im DP keine Wünsche, ausser Urlaub, berücksichtigen. Aber die MA haben die Möglichkeit ihre Dienste untereinander zu tauschen.
War am Anfang ziemlich chaotisch.
Aber mittlerweile haben die, die immer spezielle Dienste wollten bemerkt das sie nicht nur nehmen können sondern auch geben müssen. Und die, die immer gegeben haben sagen jetzt auch mal "Nein"

Und es wird jetzt sehr selten der Dienst untereinander getauscht.

Gruss Silversurfer
 
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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

Auch ok. Es ist nun mal ein Dienstplan. Wunschkonzert kann ich in meiner Freizeit machen.
 
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Teetrinkerin

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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

Mich kotzt es aber an, dass jeder meint sich aufregen zu müssen, dass er im Endeffekt seinen AV erfüllen muss.
Möchtest du mir damit sagen, dass ich meine Klappe halten und mir alles gefallen lassen soll? Als ich damals angefangen habe, hat man mir die Füsse fast geküsst, weil ich (sehr freudig) bereit war, einen großen Teil Nachtwachen abzudecken.
Schon damals gab es Kollegen, die niemals eine Nacht gearbeitet haben und das bis zum heutigen Tag nicht. Übrigens ohne Attest.

Ich will nochmal versuchen zu erklären, warum mir so daran liegt und warum ich so ärgerlich bin.

Mich kotzt es aber an, dass jeder meint sich aufregen zu müssen, dass er im Endeffekt seinen AV erfüllen muss.
Erstens auch wegen solcher Sätze. Ich finde das ausgesprochen unsensibel von dir. Damals war es meinem AG sowas von Recht dass ich gerne Nachtwache gemacht habe. Da war von Zwangsfrühdiensten niemals nicht die Rede. Damals ist der Frühdienst von Leuten übergequollen, es wären gar keine für mich übrig gewesen!
Dann kamen so nach und nach Kollegen, die auch gerne Nachtwache machen.
Gut, ich weiss dass mir die Firma nicht gehört, dass ich wechseln muss, ist ja auch nicht so schlimm, solange ich Spätdienst machen kann.

Ja, ich bin eine Eule, ich hab das meinem Körper in 25 Jahren angewöhnt. Es fällt mir schwer, wirklich unheimlich schwer, Frühdienst zu machen. Ich kann morgens einfach noch nicht denken, nicht für mich und erst Recht nicht in Verantwortung für die mir anvertrauten Patienten.

Würdest du als meine Vorgesetzte wirklich darauf bestehen wollen, dass ich Frühdienst mache? Nur weil es im AV steht?
Was ist wenn ich mich zwingen lasse und krank werde oder Schwierigkeiten im Job bekomme?

Jetzt hat er genügend Leute um around the glock zu dreischichten.

Was soll ich machen wenn es sich wieder wendet? Auf meine drei Schichten bestehen? Ist momentan die einzige Alternative mir einen neuen Job zu suchen?

Es lief. Es lief gut. Und es gibt keinen vernünftigen Grund für diese Direktrive.
Für mich ist das pure Willkür und es tut mir sehr leid dass du mich nicht verstehst.
Ich bin keine sture Mitarbeiterin, ich springe ein, ich arbeite alleine wenn es nötig ist, das steht übrigens nicht im AV.

Und es geht hier nicht darum

Aber wenn dann jemand meint seinen AV nicht zu erfüllen weil ich den DP nicht nach seiner / ihrer Nase schreib, find ich es gelinde gesagt eine Sauerei.
Neinneinnein.
 
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THOMMY

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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

Hallo Teetrinkerin,

auf der einen Seite kann ich Dein Anliegen verstehen. Wenn man wie Du eher Dauernachtdienst machst, schlaucht ein Früh- oder Spätdienst sehr. Grundsätzlich hätte ich als Chef nichts dagegen einzuwenden, wenn das Team diese Dienstplangestaltung akzeptiert und gemeinsam trägt.

Anderseits gibt es mittlerweile auch Mitarbeiter, die auf gewisse Dienste pochen aus welchem Grund auch immer. Um hier eindeutig eine Gleichberechtigung für alle Mitarbeiter gewährleisten zu können, müssen die Dienste im Dreischicht-System durchgeführt werden.

Ich kann Dir nur empfehlen, im Team noch einmal das Gespräch mit Euren Vorgesetzten zu führen und eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Grundsätzlich kann der Arbeitgeber den Dienst anordnen, denn somit wird der Dienst nach betrieblichen Erfordernissen geplant.

Weiterhin nicht ärgern sondern das Gespräch führen.

Viel Erfolg!

Thommy
 
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SchwesterWolfgang

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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

. . . ach wie schön, dass stets ausschließlich die betrieblichen Belange in den Vordergrund gerückt werden! Seltsamerweise gibt es, wenn die Darstellung stimmt, in dem monierten Fall aber keine betrieblichen Belange, die durch das bisherige funktionierende System betroffen wären. Und solchem ist ein Riegel vorzuschieben und das kann man auch.
Dass die Dienste abgesichert sein müssen, steht außer Frage. Aber warum pocht man so auf das Gutsherrenrecht des Arbeitgebers? Ein solches gibt es nicht, siehe den von mir bereits zitierten § 106 GewO. Und seltsamerweise werden Maschinen immer fein nach Plan gewartet und gepflegt. Pflegepersonen, die auch mal Zeit zum Ausspannen brauchen, haben sich gefälligst daran zu gewöhnen, dass sie so zu kommen haben, wie dem Chef das beliebt.
Gewürzwiesel bemüht sogar die Fabriken mit Schichtarbeit als Exempel. Sie vergisst eins dabei: in solchen Schichtbetrieben gibt es auch einen festen Schichtplan und kein hin-und hergehopse, einspringen usw. Der Spruch vom geben und nehmen passt auch hier - wer von seinen MA engagiertes Arbeiten verlangt, häufigen Verzicht auf freie Tage, wo Einspringen fast an der Tagesordnung ist, weil die Personaldecke gerade mal so reicht, der darf auch nicht nur mit der Keule fordern, sondern sollte seinen MA auch ein wenig entgegen kommen . . .
 
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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

hallo, nach 12 Jahren nur ND hatte ich durch einen Arbeitgeberwechsel Schwierigkeiten im 3- Schichtsystem zu arbeiten, Spät ging ja noch, aber der FD ging gar nicht, ich war ständig müde- lief neben der Mütze- ich bin dann zum Betriebsarzt, habe ihm die Situation geschildert, erst hieß es von seitens der PDL- ich müsse im 3 Schichtsystem arbeiten, hätte ich ja auch, wenn ich biologisch zu recht gekommen wäre, ich habe mir dann wieder eine stelle als DN gesucht und alles war ok, ich würde mir auch einen Rechtsauskunft einholen- in Verbindung mit dem Betriebsarzt, wenn man wie du 26 Jahre im ND gearbeitet hat, dürfte es doch eigtl.kein Problem sein, eine vernünftige Lösung zu finden
 
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Wie schon gesagt, wenn 3-Schicht-System, dann auch für alle... Bei uns auf der Station ist es so, daß ich mit 70% Schwerbehinderung auch immer 6-8 Nächte im Monat mit abdecke... Zwar immer nur 2 am Stück, aber trotzdem... Ist auch mit der Stationsleitung, der PDL und dem Betriebsarzt so vereinbart und gibt keine Probleme... Im Gegenzug ist es aber so, daß ich Dienstags immer Früh und Mittwoch´s immer Spätdienst bekomme... Dafür hänge ich aber auch, wenn ich gefragt werde noch ne Nacht dran.. Dann wird allerdings auch immer gefragt, ob ich nach der 3.Nacht nicht alleine bin..Andereseits biete ich aber auch häufig an, ungeliebte Spätdienste an Feiertagen zu machen... Nur für Weihnachten hab ich dieses Jahr zumindest für HeiligAbend mir nen FD gewünscht und diesen auch bekommen... Nach jahrelangen Spätdiensten über ALLE Weihnachtstage, hab ich dieses Jahr Frühdienst an den Weihnachtstagen und das OHNE Kinder.... Dafüt hab ich Silvester frei... Ich arbeite lieber Weihnachten, nehm auch ungeliebte Dienste in Kauf, aber irgendwann sollte auch denen OHNE Kinder an Weihnachten ein FD ermöglicht werden... Ich krieg nen Hals, wenn Eltern von 18-jährigen Kids sagen, Weihnachen muß FD sein... Kids in dem Alter gehen auch oider gerade an Feiertage Ihre eigenen Wege...
Also ich arbeite gerne alle Dienste, bin aber auch nicht böse drum, wenn der SD und der ND überwiegen... Jetzt auf der Station hält sich das die Waage...
 
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Teetrinkerin

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AW: Wenn Dreischichtsystem, dann für alle!

Ich glaube ich habe es schon mehrfach betont: Es ist nicht so, dass ich keinen regelmässigen FD machen WILL.
Ich KANN es nicht, ich würde krank werden, irgendwann umkippen. Ich kenne Kollegen die können keine Nachtwache machen. Die finden am Tag einfach keinen Schlaf, die können nicht schlafen, es geht nicht.
Die müssen auch keine Nachtwache machen.
Danke Schwester Wolfgang, du hast es besser beschrieben als ich es könnte. Betriebliche Belange gibt es nicht, jedenfalls keine ersichtlichen.
Ich werde mit meinem Hausarzt sprechen und mir einen Termin beim Betriebsarzt holen.
 
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