Wenn das Pflegeleitbild zum PFLEGELEIDBILD wird

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D

DrCreativ2007

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13.11.2007
57072
Nun jedesmal wenn ich so über den Stationsflur gehe prangert hinter einer klaren Scheibe eingrahmt unser Pflegeleitbild. Es wirkt fast wie eine Utopie das jedem Patienten ein individulelle ganzheitliche Pflege verspricht:mad_2:
nun im Rahmen von Qualitätsmangment muß das wohl so sein. Nur wie soll man das umsetzen wenn kaum noch Zeit für eine adequate Professionelle Pflege zu leisten. Die Krankenschwester arbeitet im Akord um alle anfallenden Aufgaben zu bewältigen. Und eigentlich müßte sie auch die Kranke Schwester genannt werden. Denn sie ist neben ihrer beruflichen Qualifikation eine Multi Talent und könnte auch als Sekretärin, Lageristin, Hauswirtschaftshilfe sein. Oder wie ich finde alles in einem. Neben Stellenabau wird eine minimal Bestzung aufgahren die Ihr alles Abverlangt. Kein Wunder das viele Pflegekräfte frustiert sind und ausgepowert. Ebenso wird von Ihnen noch verlangt adequate Ausbildung zu leisten. Und was hört man dann von Der PDL wenn man das anspricht. Sie müssen belastbar sein. Klar wie könnte ich das vergessen, wenn ich Patienten mit einer Exicose zu Trinken reiche. Nebenbei unzählige Schellen läuten und ich selbst vergesse meinen Flüssigkeitshaushalt aufzubessern weil ich einfach nicht dazu komme zu trinken.
 
Qualifikation
Gesundheits und Krankenpfleger
Fachgebiet
Innere Mediziin/Gastroenterolgie/Onkolgie
Weiterbildungen
Praxisanleiter
berggoass

berggoass

Mitglied
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30.05.2006
83402
hi drcreativ,
so ähnlich geht es mir auch zur zeit. Ich habe vor nem knappen jahr eine station übernommen und kämpfe echt mit der mitarbeitermotivation, vor allem der leute, die schon lanege jahre auf der station arbeiten. Nicht weil sie keine lust mehr zur pflege haben, sondern, weil es immer stressiger wird, weil keine zeit mehr für bewohner ist, weil die kranken mitarbeiter durch fragliche zeitarbeiter ersetzt werden, die mehr chaos verbreiten, als dass sie nützlich sind, bis auf ein paar ausnahmen. meine schüler muss als ich als volle kraft einplanen und wenn ich dann meiner heimleitung das problem schildere, dann erzählt er mir was von konkrenzkampf, es wird noch schlimmer werden, in zukunft werden wir mit 20 % weniger personal in der pflege auskommen müssen, schüler werden keinen sonderstatus mehr geniesen können und das verwöhnen der bewohner muss aufhören. Gleichzeitig soll das haus weiterhin toll sein, soll bewohnerorientiert gearbeitet werden, nach krohwinkel, bla bla bla. Und solche aussagen bekommen ja meine kollegen gar nicht mit, sind schon jetzt demotiviert. Ich komme damit noch ganz gut zurecht, aber nur solange, wie meine mitarbeiter mir den rücken stärken.
Ich arbeite trotzdem gerne, bin mir sicher, dass unser haus einen guten job macht und sich der bewohner wohl fühlt. Mir macht die herausforderung spaß und ich hoffe trotzdem, dass es nicht noch schlimmer wird.
Also dann frohes schaffen und kopf nicht hängen lassen.
 
Qualifikation
Altenpflegerin, WBL
Fachgebiet
Pflege
MuuuHaaa

MuuuHaaa

Gesperrter Benutzeraccount
07.02.2007
0815
Hallo,

ich bin für ein Leitbild. Früher während meiner Pflegemanagement - Ausbildung habe ich immer gesagt: "Wöfür ein Leitbild? Das was da drin steht sagt einem doch der normale Menschenverstand!"

Mittlerweile sage ich JA zum Leitbild. Es soll nicht lein Leidbild sein, sondern eher ein Leitfaden. Ein Leitfaden den man Anfangs am besten in seinem direktem Umfeld.
Ich habe genug Kollegen gehbat wo der "normale Menschenverstand" nicht funktioniert.

Ausserdem denke ich bei dem Leitbild: Der Weg ist das Ziel.
Ein bisschen Utopie muss sein. Sonst können wir direkt kapitulieren und sagen es bringt doch nichts.

Wenn wir so einem Pflegebedürftigen Patienten gegenübertreten würden, könnten wir auch sagen: Sie sind pflegebedürftig, das bringt doch nichts, bleiben sie liegen.


Im Geiste des Sissifuss*g


Vader
 
Qualifikation
Pointenkiller
Fachgebiet
Niemansland
A

Altenpflegel

Aktives Mitglied
Basis-Konto
26.11.2006
50735
Hallo DrCreativ2007,

(...) unser Pflegeleitbild. Es wirkt fast wie eine Utopie das jedem Patienten ein individulelle ganzheitliche Pflege verspricht
Es wirkt nicht nur so, es ist eine Utopie:
Nach dem 4. Altenpflegebericht ist "Ganzheitlichkeit" in der Pflege ein utopisches und damit unereichbares Ziel.
Eine individuelle Pflege, die alle individuellen Bedürfnisse/ Wünsche berücksichtigen will, scheitert an Stellenabbau und Unterbesetzung.
Das hehre Ziel "Pat./ Bew.- Zufriedenheit verkennt, das es Menschen gibt, die niemals zufrieden zu stellen sind.

Insofern sind wohl Leitbilder (die obige Begriffe bemühen) illusionär - gut als Werbung, aber unerreichbar in der Realität.
Das scheint, nach berggoass, inzwischen auch auf der Leitungsebene angekommen zu sein:
(...) das verwöhnen der bewohner muss aufhören.
Letzteres ist richtig, denn Wellness wird weder von der Pflege- noch der Krankenkasse bezahlt, allerdings sollte man hier ein verträgliches Maß finden.

Ich glaube, daß Leitbilder helfen, Zielvorstellungen der Pflege umzusetzen; es sollten hier aber die gleichen Regeln gelten, die für die Pflegeplanung gelten: Ziele sollten konkret formuliert werden und erreichbar sein.
Leider sind "Ganzheitlichkeit", "individulle Pflege" und Pat.-/ Bew.- Zufriedenheit" völlig unkonkret, und Utopien/ Illusionen niemals errreichbar.

Gruß, Altenpflegel
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Langzeit- Pflegeheim für körperbehinderte, junge Menschen; PA
flocky

flocky

Mitglied
Basis-Konto
25.12.2005
14157
Hallo DrCreativ2007,

Ich glaube, daß Leitbilder helfen, Zielvorstellungen der Pflege umzusetzen; es sollten hier aber die gleichen Regeln gelten, die für die Pflegeplanung gelten: Ziele sollten konkret formuliert werden und erreichbar sein.
Leider sind "Ganzheitlichkeit", "individulle Pflege" und Pat.-/ Bew.- Zufriedenheit" völlig unkonkret, und Utopien/ Illusionen niemals errreichbar.

Gruß, Altenpflegel
und politisch nicht gewollt denn der Gesetzgeben spricht von angemessen und wirtschaftlich vertretbar , nur wenn du das in Leitbild schreiben würdest ....
Flocky
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
L

letizia

Mitglied
Basis-Konto
01.06.2006
14197
hallo zuammen,

ein pflegeleitbild ist ein realistisches idealbild, was auf der einen seite darstellung nach außen bringen soll, aber auch ein "wir sind eine firma gefühl" bei den mitarbeitern auslösen soll.
wir haben mit der implementierung und identifizierung in unserem haus nicht viele plobleme gehabt. wir haben uns bei der entwicklung vom pflegeleitbild für die bottom up strategie entschieden. es gab eine arbeitsgruppe und alle pflegemitarbeiter könnten sich äußern und ideen weiterleiten.
es dauert zwar länger, aber die indentifizierung und annahme ist effektiver.
denn pflegeleitbild bedeutet in der definition: gemeinsame übergeordete ziele abstecken, welche die verschiedenen mitarbeiter mit ihren oft verschiedenen vorstellungen verbindet.

viele lieben grüße
penicillin
 
Qualifikation
stellvertr. PDL / QMB
Fachgebiet
Senioreneinrichtung
A.Hoffmann

A.Hoffmann

Mitglied
Basis-Konto
08.11.2007
78269
www.da-heim.eu
Hallo,


Das Pflegeleitbild muss immer im Gesamtkontext betrachtet werden, um festzustellen, ob dieses tatsächlich realistisch umsetzen kann.

Darstellung des Gesamtkontextes:
- Pflegephilosophie (Werteorientierung),
- Pflegeleitbild (orientierungsgebende Richtlinie),
- Pflegekonzept (Umsetzungsplan).

Erst wenn alle Bereiche aufeinander abgestimmt sind, ist das PFlegeleitbild "lebbar", ansonsten wird es zur QUAL, für alle beteiligten!

MfG
A Hoffmann
 
Qualifikation
Solution Consultant
Fachgebiet
Social Security Software
X

xxbentoxx

Mitglied
Basis-Konto
23.02.2007
60488
hallo zusammen, leider komme ich nicht an die zitatfunktion heran, sonst würde ich mich auf einige stellen konkret beziehen.... wir haben auch ein leitbild, das aber nicht mehr lebbar ist und somit wirklich eher die qualität eines leidbildes hat. die von hrn. hoffmann postulierten vorraussetzungen sind gegeben, nur die anzahl der mitarbeiter reicht nicht aus um es umzusetzen. parallel dazu steigt die krankheitsrate und macht auch die dynamischsten kräfte letztlich platt. es kommt zu überstunden, die aber verboten werden und in ihrer notwendigkeit verleugnet:angry: . je mehr von qualitätsmanagement die rede ist, desto weniger findet sie sich im stationsalltag wieder:spinner: . derzeit sind auch wir optimisten einfach am ende unseres lateins. wenn sich auf bundesebene nicht bald was tut, weiß ich nicht, wie es gehen soll, mit gesundem menschenverstand ist es jedenfalls nicht mehr lösbar. liebe grüße aus frankfurt:sick:
 
Qualifikation
krankenpfleger
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Krankenhaus
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05.07.2001
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