Welcher Maximalstundenlohn ist realistisch für examinierter Altenpfleger?

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Lückenlos

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Im September 2021 werde ich mit dreijähriger Altenpflege-Ausbildung fertig sein und möchte Heim wechseln. Ich habe Par Fragen, die die erfahrene Kollegen gerne beantworten dürfen.

- Ich würde gerne eine gutbezahlte Stelle schon ab jetzt suchen. Macht es Sinn? Falls ich eine Interessante Stelle finde, könnte ich schon ein Vorvertrag unterschrieben um die Stelle zu "reservieren" ?

- Wie realistisch ist ein Stundenlohn von 25€ für eine Dauernachtwache? Ich würde gerne als Dauernachtwache mit einem Stundenlohn von mindestens 25€ + Zuschläge in 10 Nächte Arbeit/13 Nächte Frei-Takt und mindestens 9 Arbeitsstunden in der Nacht arbeiten.

- Welche Nacht, Wochenend- und Feiertagszuschläge kann man erwarten? Z.B. 30% Nachtzuschlag, 50% Wochenendzuschlag (auch Samstag möglich?), 100% Feiertagszuschlag wären realistisch zu verlangen?

- Wie realistisch ist, dass man Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld in Höhe von volles Monatsgehalt erhielt? Kann man evtl. Beide verlangen oder sollte man zufrieden sein, wenn man eins davon erhielt?

Ich begründe meine "etwas höhere" Stundenlohn-Vorstellungen zusammen mit guten Zuschläge und Urlaubs- und Weihnachtsgeld-Wünsche damit, dass eine Dauernachtwache-Tätigkeit eine Herausforderung für menschlichen Körper ist und sollte daher besser bezahlt werden. Auch die Erfahrungen in der Pflege seit 2012 (als Pflegehelfer) sowie eine sehr gute Fachkenntnisse mit Hintergrund von abgeschlossenen Medizinstudium in einer nicht EU-Land und eine sehr gute Persönlichkeit und Verantwortungsbewusstsein runden mein Profil ab.

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mohrruebe

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Du bist aktuell Azubi im 2. Lehrjahr? Eine Stellensuche vor Ausbildungsende macht auf jeden Fall Sinn, ob allerdings schon so früh? Ich würde Anfang 2021 mit meinen Zwischenzeugnissen auf die Suche gehen. Natürlich kann man dann auch schon vorab einen Arbeitsvertrag unterzeichnen, das ist nicht unüblich.

Ich habe mal umgerechnet, weil praktisch nie der Stundenlohn, sondern der Monats-Brutto-Grundlohn bei 100% eine vergleichbare Größe darstellt: Du möchtest ca. 4.240 EUR brutto plus Zuschläge als frisch ausgelernter Altenpfleger. Damit wäre für mich das Vorstellungsgespräch an der Stelle schnell beendet, und zwar, ohne Dir ein Gegenangebot zu machen. Nimm Dir einen Tarifvertrag zur Hand und schlage nach, was dort die Einstiegstarife sind.

Der Rhythmus 10/13 ist recht ungewöhnlich. Kennst Du diesen irgendwo her? Für mich wäre das zu komplex in der Umsetzung, vor allem vor dem Hintergrund, daß da die bereits bestehenden Kollegen wahrscheinlich nicht hineinpassen würden.

Urlaubs- und Weihnachtsgeld jeweils ein volles Monatsgehalt? Also 14 Monatsgehälter? Unwahrscheinlich, daß es soetwas heute noch gibt. Ein 13. Monatsgehalt sollte in einem der kirchlichen Tarifverträge alledings drin sein.

PS: Habe gerade Deinen Wunsch-Rhythmus mit der Monatsarbeitszeit ins Verhaltnis gesetzt. Demnach wäre das ca. eine 90%-Stelle, also dein Wunsch-Brutto wäre für 100% ca. bei 4.700 EUR. Ich hoffe, ich habe Dich da falsch verstanden.
 
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Lückenlos

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Demnach wäre das ca. eine 90%-Stelle, also dein Wunsch-Brutto wäre für 100% ca. bei 4.700 EUR. Ich hoffe, ich habe Dich da falsch verstanden.
Danke für Rückmeldung,

10/13 Takt ist tatsächlich nicht einfach zu organisieren da in diesem Takt übers Jahr verteilt variiert die Anzahl von monatlichen Nachtdienste zwischen 10 und 21. Monatsdurchschnittsarbeitsstunden (kalkuliert von ganzen Jahresarbeitsstunden von 1440 st.) wären 120 st. also, ca. 71,4 % Anstellung. Durchschnittlich sind das ca. 13,33 Nachtdienste pro Monat. Das Bruttogehalt für ein Monat (120 Stunden) wäre 25x120= 3000€ zzgl. Zuschläge. 100%-ige Stelle mit Bruttostundenlohn von 25€ würde tatsächlich 168x25= 4200€ zzgl. Zuschläge sein. 4200€ Bruttogehalt für Altenpfleger könnte "zu viel" klingen, aber ich habe ein paar Argumente, die für ein besseres Gehalt als Pflege-Mindestlohn von ca. 15-16€ sprechen.
- Mir ist meine Arbeit nicht weniger Wert,
- Mit solchen Bedienungen würde ich bis zu Rentenalter dort tätig bleiben,
- Für solche Arbeit wäre ich bereit (deutschlandweit) dorthin in der Nähe von Arbeitplatz umzuziehen,
- Nachtdienst als Dauertätigkeit würden die wenigsten Menschen wählen.
- Altenheime zahlen an Leiharbeitsfirmen ungefähr doppelt (wenn nicht dreifach) mehr als 25€,
- Zeitarbeitsfirmen bieten teilweise 4500€ monatlich wenn man bereit ist bundesweit in Altenheime tätig zu werden.
- Falls ein Konzern in einer Stadt über mehrere Alten/Pflegeheime verfügt, wäre ich bereit in alle Heime tätig zu sein.
- Über den Wünsch-Rythmus könnte man noch genau erkundigen wie es besser planbar ist und dem Altenheim besser passt...

Solche Wünsche habe ich ehrlich gesagt noch nie von Kollegen oder Mitschüler gehört und auch nirgendwo gelesen aber ich bin der Mensch, der zugerlässig arbeiten aber auch würfelvoll leben möchte.
 
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mohrruebe

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Rechne das nochmal durch, mit 120 Std. im Monat kommst Du glaube ich nicht hin, das dürften an die 90% von 40 Std./Woche sein. Falls Du wirklich 120 Std. im Monat meinst, dann möchtest Du 5.900 EUR Grundgehalt. Gewöhne Dir ab, in Stundenlohn zu rechnen, das verwirrt nur. Wie gesagt, bei dem Gehaltswunsch bist Du überall raus, und zwar sofort.

Der Mindestlohn in der Pflege beträgt 11,35 EUR/Std.

Die Argumentation würde bei mir nicht ziehen, im Gegenteil. Du möchtest die finanziellen Vorzüge eines Leiharbeiters mit den Sicherheiten einer Festanstellung kombinieren.

Wenn Dir Deine Arbeit nicht weniger wert ist, dann fang jetzt an Initiativbewerbungen zu schreiben. Präsentieren kannst Du Dich sicher gut. Suche eher Richtung Süden/Westen der Bundesrepublik. Versuche es bei den großen Ketten als "Feuerlöscher" für alle ihre Häuser in Schwierigkeiten.

Oder gehe gleich in die Zeitarbeit und verhandle einen kleinen regionalen Rahmen, in dem Du tätig werden willst.

Alles andere ist aus meiner Sicht unrealistisch, aber das mußt Du vielleicht am besten selbst herausfinden.
 
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Lückenlos

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Alles andere ist aus meiner Sicht unrealistisch, aber das mußt Du vielleicht am besten selbst herausfinden.
Vielen Dank für deine Rückmeldung.
Kann sein, dass ich in Stunden und Lohnrechnung bisschen Misch-Masch gemacht hab. Aber eins will ich unbedingt haben, dass mein Stundenlohn nicht weniger als 25€ die Stunde sein soll und das auch ohne Zeitarbeit d.h. Festanstellung in einem angenehmen Altenheim oder Pflegeheim.

Ab sofort macht es kein Sinn mehr unter 16€ die Stunde als Pflegefachkraft sich zu verkaufen da: (Zitat:) "Zum 1. Juli 2021 soll für Pflegefachkräfte ein einheitlicher Mindestlohn in Höhe von 15,00 Euro pro Stunde eingeführt werden. Ab 1. April 2022 soll der Mindestlohn für Pflegefachkräfte auf 15,40 Euro pro Stunde steigen." Mein Wunschstundenlohn liegt 9,4 Euro mehr als kommende Mindestlohn. Wenn in der Branche so ein Fachkräftemangel herrscht, wenn so viele Pflegekräfte für Zeitarbeitsfirmen entscheiden und dorthin "umziehen" ist es durchaus gut möglich, dass dem Altenheim es sich lohnt festangestellte Fachkräfte für mehr Gehalt im Betrieb "sicherzustellen" und "festzuhalten".

Liebe Grüße aus Hessen
 
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mohrruebe

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Dann probiere es. Um abschließend meine Einschätzung zu geben: mit 3.050 EUR Grundgehalt für 100% plus 13. Monatsgehalt plus Nachtzuschläge bist du als Berufsanfänger bestens bedient. Erzielbar ist das realistisch aktuell in Ballungszentren im Südwesten, z.B. bei kirchlichen Trägern (siehe AVR Diakonie). Schlage 100 EUR drauf, wenn du 2021 anfangen willst, aber mehr ist nicht drin. Und ich finde das auch eine sehr gute Entlohnung.

Ehe der von Dir gewünschte Stundensatz bezahlt wird, wird die FK-Quote abgesenkt. Denn bezahlen müßten solche Stundensätze die Bewohner/die Pflegeversicherung. Das ist bei den ohnehin schon hohen Heimkosten kaum vorstellbar.
 
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VolkerMayer

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Hallo, es wäre vielleicht interessant, einmal in Luxemburg zu fragen...
Da Du wohl sehr flexibel bist in deiner Wohnortwahl, könnte das eine Alternative sein...

Welcher Abschluss würde denn auf dem Zeugnis stehen? Ich frage deshalb, weil es den Abschluss „Altenpfleger“ als solchen in Luxemburg nicht gibt, das würde dem Beruf „Aide soignante“, also Pflegehelfer, gleichgestellt. In Luxemburg kennt man in der Altenpflege nur den/die „Infirmier(ere)“, also dem hier Bekannten „Gesundheits- und Krankenpfleger“ als Beruf, da die Pflegekräfte für die Durchführung der Behandlungspflege zuständig sind, daher würdest Du dann als Aide soignante wohl eher nicht in den Nachtdienst eingesetzt werden, aber das kann ich nicht sicher sagen, das müsste man dann fragen...Vielleicht hättest Du aber auch Interesse an einer Tätigkeit im Tagesdienst oder der mobilen Pflege?
Also, je nach dem, was da zutrifft:
Die luxemburgischen Bruttolöhne darf man hierbei nicht gleichsetzen mit den hierzulande erzielten Löhnen, da die Abzüge (Sozialabgaben, Steuern...) vom Gehalt wesentlich geringer sind.
Ich habe jetzt leider keine Vorstellung für dein Nettogehalt bei dem von Dir angestrebten Brutto, aber 2000,00€ netto bleiben immer, da der qualifizierte Mindestlohn in Luxemburg bei 100% schon bei knapp dieser Marke liegt...

Aber wie gesagt, da müsstest Du dich bei Interesse einmal genauer erkundigen, freie Stellen gibt es in Luxemburg immer...
 
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CosmoHan

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Hi, bin GuK mit 2 Jahren Erfahrung und bin ins Pflegeheim gegangen.
Verhandeln ist drin - ich hatte 18,50 € rausgeschlagen im Tagdienst und komme mit mtl. Zulage von 100€ auf 19,27€ Brutto-Stundenlohn.

Von daher sehe ich die errechneten 25€ im Nachtdienst auch nicht als überzogen an, da hier immerhin die Nachtzulage inklusive sein sollte (richtig?).

Relevant ist das meiner Meinung nach schon und ganz ehrlich gesagt - die Hütten werden auch nicht aus bloßer Nächstenliebe aufgemacht - sprich damit wird Geld verdient.

Meiner Meinung nach solltest Du bei Arbeitgebern probieren das rauszuschlagen was Du rausschlagen kannst, immerhin wollen die am liebsten auch für eine Pflegefachkraft in Intensivversorgung nur 14,50€ brutto hinblättern um die Marge hoch zu halten ... warum dann nicht als der Leistungserbringer ebenso in die andere Richtung pokern.

Also sei mutig und teste den Markt, was soll passieren?
 
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rabia

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Gladbeck
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Im September 2021 werde ich mit dreijähriger Altenpflege-Ausbildung fertig sein und möchte Heim wechseln. Ich habe Par Fragen, die die erfahrene Kollegen gerne beantworten dürfen.

- Ich würde gerne eine gutbezahlte Stelle schon ab jetzt suchen. Macht es Sinn? Falls ich eine Interessante Stelle finde, könnte ich schon ein Vorvertrag unterschrieben um die Stelle zu "reservieren" ?

- Wie realistisch ist ein Stundenlohn von 25€ für eine Dauernachtwache? Ich würde gerne als Dauernachtwache mit einem Stundenlohn von mindestens 25€ + Zuschläge in 10 Nächte Arbeit/13 Nächte Frei-Takt und mindestens 9 Arbeitsstunden in der Nacht arbeiten.

- Welche Nacht, Wochenend- und Feiertagszuschläge kann man erwarten? Z.B. 30% Nachtzuschlag, 50% Wochenendzuschlag (auch Samstag möglich?), 100% Feiertagszuschlag wären realistisch zu verlangen?

- Wie realistisch ist, dass man Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld in Höhe von volles Monatsgehalt erhielt? Kann man evtl. Beide verlangen oder sollte man zufrieden sein, wenn man eins davon erhielt?

Ich begründe meine "etwas höhere" Stundenlohn-Vorstellungen zusammen mit guten Zuschläge und Urlaubs- und Weihnachtsgeld-Wünsche damit, dass eine Dauernachtwache-Tätigkeit eine Herausforderung für menschlichen Körper ist und sollte daher besser bezahlt werden. Auch die Erfahrungen in der Pflege seit 2012 (als Pflegehelfer) sowie eine sehr gute Fachkenntnisse mit Hintergrund von abgeschlossenen Medizinstudium in einer nicht EU-Land und eine sehr gute Persönlichkeit und Verantwortungsbewusstsein runden mein Profil ab.

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Hallo
Als frisch Examinierter würde ich Persönlich nicht sofort in der Nachtwache anfangen. Denn wenn Du als Ex. Altenpfleger in einen anderen Haus anfängst wird von Dir 100% als PFK verlangt.
Ich weis nicht wie die anderen Kollegen es sehen die hier auch im Board sind.
Ich empfehle meinen Schülern immer, wenn die es auch natürlich wollen nach dem Examen noch bei uns zu Arbeiten. Denn wir wissen was ihre stärken und schwächen sind. Haben die Möglichkeit Berufserfahrung zu sammeln.


Und was dein Gehalts Vorstellung angeht. Du wirst dann ein Anfänger sein. Es kommt drauf an wo Du anfängst zu arbeiten nach Tarif oder Privat ist unterschiedlich.
 
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Lückenlos

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Ich empfehle meinen Schülern immer, wenn die es auch natürlich wollen nach dem Examen noch bei uns zu Arbeiten. Denn wir wissen was ihre stärken und schwächen sind. Haben die Möglichkeit Berufserfahrung zu sammeln.
Danke für die Rückmeldung. Ich habe auch gedacht erstmal dort zu bleiben und Erfahrungen zu sammeln, nur wie ich gehört habe, sie bitten sehr niedrigen Gehalt. Da unser Betrieb auf Azubis steht, sind wir spätestens ab 3. Lehrjahr de facto als Fachkräfte eingesetzt (z.B. wenn im "Normalfall auf unsere Wohnbereiche im Frühdienst 1 Fachkraft + 2 Hilfskräfte und evtl. auch ein Azubi tätig sein sollten, wird ein Hilfskraft in 95% der Dienste "gespart" und diese durch Azubi ersetzt. Spätestens ab 3. LJ wird in ca. 50% der Dienste auch die Fachkraft "gespart" und "Fachkraftgruppe" sowie Behandlungspflege durch Azubi übernommen. Also dann Arbeiten meistens Azubi im 3. LJ als Fachkraft + 2 Helfer oder Azubi im 3. LJ als Fachkraft + 1 Helfer und ein Azubi im 2. oder 1. LJ). Daher, ich denke in meinem 3. LJahr werde ich genug Erfahrungen sammeln können :)

Natürlich die Idee, erstmal als Fachkraft dort weiterzumachen wo man Ausbildung abgeschlossen hat macht viel Sinn: man kennt dort Bewohner, Struktur, Ablauf bzw. Arbeitsweise, interne und externe Personal u.s.w...
 
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Lemon90

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Hallo Lückenlos,

es kommt drauf an in welchen Region du lebst bei mir in Region Hessen/Darmstadt & Dieburgkreis bezahlen Einrichtungen Min 2900 Brutto bis 3800 Brutto. Es gibt auch Zeitfirmen die bis 4500 Brutto bezahlen aber man muss sehr Flexsibel sein.

MfG
 
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Lulli1.0

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Hallo.

Da merkt man aber doch schon das dort Betriebswirtschaftliches Hintergrundwissen fehlt.

Ich persönlich halte es eher für unwahrscheinlich das ein Pflegeheim direkt für diesen Kurs einstellt.

Hier einmal das Hintergrundwissen.

Wie kommt es zu solchen Gehältern in der Personalüberlassung?

Die Regel.
Das recht üppig wirkende Gehalt setzt sich aus folgendem zusammen:
- Geringes Grundgehalt welches Steuer und Sozialversicherungspflichtig ist.
- sehr viele Freiwillige Zulagen
Die da wären:
- Verpflegungspauschale
- Gestellte Wohnung
- KM Pauschale
- Zeitzuschläge Einer der wenigen gesetzlichen ZuSCHLÄGEN die nur zu zahlen sind wenn sie auch wirklich geleistet wurden.
- Firmenwagen
- Private Krankenversicherung etc.
- Betriebliche Altersvorsorge
und was die sich sonst noch für Zuschläge und Goodies ausdenken.

Und da ist auch die Krux.

Wenn man also damit klar kommt das man durch ganz Deutschland geschickt wird und Zulagen sammelt. Ja dann kann man auf so ein Gehalt kommen.

AAAAAAber... das Grundgehalt ist selten höher als wenn man in einem Pflegeheim festangestellt ist und das ist auch das einzige worauf man Anspruch hat. Denn alles andere sind FREIWILLIGE Zulagen und können ruck zuck gestrichen werden. Gerne sichern sich die Personalüberlassungen auch damit ab keinen wirklichen Vollzeitverträge abzuschließen, sondern nur einen 120h/Monat Vertrag. Bedeutet sollte aus irgendwelchen Gründen mal die Auftragslage schlecht sein (Kann z.b. vorkommen wenn man als Unternehmen sich daneben benimmt und keine mehr mit einem zusammen arbeiten will) dann ist der AG nur Verpflichtet dich 120h im Monat zu beschäftigen. Sprich auch zu bezahlen.
Wenn du denen irgendwie doof kommst und sie deine Nase nicht mehr mögen, tja dann bekommst du auch nur noch das muß und nicht mehr dein gewünschtes kann. Und sowas kann schnell passieren. Ein dummes Wort und du wirst abbestellt. Mach das 2 mal und deine Personalüberlassung überlegt sich dreimal wohin sie dich noch schickt und ob überhaupt. Und vor allem zu welchem Sklaventreiber. Die werden dich schon los ohne dich kündigen zu müssen. Das wirst du dann schon selber tuen wollen. Hab ich vor 2 Monaten noch bei mir in der Abteilung gesehen. Und da ging es darum das der Leiharbeiter nur auf seinen Verbindlichen Dienstplan bestanden hat ;)

Dann nochmal zum Grundgehalt. Das ist die Grundlage auf die Steuren und Sozialversicherungen gezahlt werden. Bei den Steuern Shit Happens. Aber bei der Sozialversicherung siehst du in folgenden Punkten ganz schön alt aus.
Rentenbeiträge und vor allem Krankenkassenbeiträge sind gering. Bedeutet wirst du mal selber die Sozialversicherung in Anspruch nehmen müssen stehst du da mit ganz schön wenig Krankengeld. Gleiches gilt für Arbeitslosengeld. Wo du übrigens rein kommst wenn das mickrige Krankengeld aufgebraucht ist. Und später dann zur Rente muß ich denke ich nichts mehr erzählen.

Über diese Grundgehaltgeschichte schaffen es die Dienstleister auch die PersonalNEBENkosten schön gering zuhalten. Denn wenn die Sozialversicherung schön niedrig ist, bezahlen die AG selber auch nicht so viel. Es lohnt sich wenig Grundgehalt zu bieten den AN aber mit freiwilligen Zulagen zu erschlagen. Der AN fühlt sich gebauchpinselt und der AG selber hat für den ganzen Kram weniger bezahlt als würde ein Heim das bieten. Total toll für die Personaldienstleister. Die feiern das... und unwissende AN lassen das mit sich machen.

Und nun zur Betriebswirtschaft. Warum bezahlen die Heime locker den Kurs der Personalüberlassungen aber nicht an die eigenen Arbeitnehmer?
Ganz einfach, das wird aus nem anderen Topf bezahlt.

Ein Unternehmen ist unwirtschaftlich wenn Personalkosten X so und so viel Prozent des Umsatzes überschreiten. Das ist dann immer der Moment wo entlassen wird. Nur weil die den Faktor X gecrasht haben. Nicht weil es dem Unternehmen schlecht ginge. Ein Unternehmen mit Personalfaktor X bringt an der Börse nix mehr. Ist unattraktiv für Investoren und Handelspartner.
Deswegen werden Heime einen d.r.e.c.k. tuen als ihren Mitarbeitern solche tolle Löhne zu zahlen. Wenn diese Hindernisse nicht wären, würden sie es wohlmöglich tuen.

So und nun zu den Kosten für Leiharbeiter. Das sind nämlich KEINE Personalkosten, sondern LAUFENDE Kosten und tauchen in der Bilanz ganz wo anders auf. Und zwar da wo dieser Faktor nicht mehr so unattraktiv scheint wie in den Personalkosten. Und das obwohl diese Kosten soviel höher sind als die der eigenen AN.

Das ist der einzige Grund warum sich Heime, KHs und weiß Gott wer Leiharbeiter leisten. Zudem muß man Leiharbeitern keine Altervorsorge bieten, die können nicht streiken, gehören ja nicht zum Betrieb, die kann man ganz schnell wieder los werden. Nicht erst mit Sozialverträgen etc. Du hast heute blöd aus der Wäsche geguckt, du wirst abbestellt. Ohne den nervigen Betriebsratn um Erlaubnis zu fragen oder gar einen anderen Sozialverträglicheren Kollegen zu schmeißen.

Und was macht man mit mit Human Ressources die soviel Kosten? Genau verbrennen. Wenn man schon für die Band soviel bezahlt hat, dann soll die gefälligst auch den AR.sch hinhalten. Und so kommt es das die ganz schön laufen dürfen.

Also Vorteile der ANÜberlassung.
- hohes NETTOGehalt
Nachteile:
- schnell abbestellt
- Zulagen können einfach gestrichen werden
- Im Falle von Krankheit, Arbeitslosigkeit, Rente guckst du ganz schön doof aus der Wäsche.
- Beschäftigungsverpflichtung häufig geringer als in einer Festanstellung im Heim
- Bereitschaft zum rumreisen, nur dann kann man viel Geld machen. Muß man mögen, ist nicht unbedingt ein Nachteil
- Du hast keine Rechte in dem eingesetzten betrieb, da bist du nur Gast.
- Etc.

Das ist die Art und Weise wie Personalüberlassungen am freien Markt arbeiten. Und auch in unserem Monopol tuen es VIELE aber NICHT ALLE.

Bedeutet unter den ganzen Triefnasen muß man erstmal die Goldstücke finden. Und da hast du auf einmal einen ganz kleinen Markt den du dir dann mit recht vielen Kollegen die da arbeiten wollen teilen musst. Und vergleichen muß man auch erstmal können.

Bei mir in der Ecke, Großstadt, Ballungsgebiet. Viele Pflegeeinrichtungen auf kleinen Raum bieten sich die Personalüberlassungen gegenseitig in Grund und Boden. Aber selbst da haben wir einen Kurs von ca. 4.500 Brutto für FACHWEITERgebildete.

Fazit:
Ich halte deine Ansprüche für zu hoch um in einem Pflegeheim festangestellt zu werden.
Ich will dich aber sicher nicht aufhalten dies nicht zu versuchen.

Gruß Lulli
16 Jahre Berufserfahrung, Kaufmännisch, Privatwirtschaft mit Personalsachbearbeitung.
 
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Lulli1.0

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Kleine Ergänzung.
die Zulagen können per Vertrag verpflichtend sein. Müssen aber nicht.
bedeutet so einen Arbeits- und Tarifvertrag muss man erstmal komplett lesen und verstehen um ihn vergleichen zu können.

und: wenn man diese ganzen sozialversicherungspflichtigen Vorteile einer Festanstellung privat ausgleichen will, löhnst du ordentlich und kommst am Ende doch aufs gleiche Netto wie bei einer Festanstellung evtl. Sogar auf weniger weil dann das eigene Risiko versichert wird und du nicht mehr aus dem Solidaritäts- und Generationenvertrag profitierst.
 
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Lückenlos

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Vielen Dank Lulli für deine ausführliche Antwort. Diese muss ich später nochmal lesen um alles besser verstehen zu können
Hallo Lückenlos,

es kommt drauf an in welchen Region du lebst bei mir in Region Hessen/Darmstadt & Dieburgkreis bezahlen Einrichtungen Min 2900 Brutto bis 3800 Brutto. Es gibt auch Zeitfirmen die bis 4500 Brutto bezahlen aber man muss sehr Flexsibel sein.

MfG
Ab 3500 Brutto wäre schön gut Bin auch in gleiche Region, Hessen (Nähe Weisbaden).
 
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Lückenlos

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Habe dir PN geschrieben, welche Einrichtung & Krankenhaus dein Wünschvorstellung bezahlt in Raum Hessen ((;
Ich habe leider keine P-Nachricht erhalten. Bitte, schaue mal ob du richtig an mich zugeschickt hast.

Lieben Dank
 
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