Welche Matratze bei abheilendem Dekubitus?

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weissbrk

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07.03.2006
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Bei meinem Schwiegervater ist ein massiver Deku fast wieder abgeheilt. Jetzt hat er in der 1. Woche in der Rhea die Spezial-Matratze gegen eine normale getauscht bekommen. Begründung: der Deku sei nicht mehr "schlimm genug", aber seine Beweglichkeit nimmt ab und er wird immer steifer und verkrampft. Außerdem wird gelagert (2-Stunden-Rhytmus) und er ist zeitweilig im Rollstuhl. Das klingt für mich logisch, für Euch auch?
 
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Hermann L

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11.01.2006
26817
Hallo weissbrk
Wenn du von einer Spezial- Matratze sprichst gehe ich davon aus das die evtl. eine Wechseldruck-Matratze oder Würfelmatratze meinst,
wenn ich ehrlich bin dann ist das für mich nicht ganz logisch das wenn ein Dekubitus fast abgeheilt ist die Matratze gewechselt wird, das 2Std. Lagern ist super und muß unbedingt beibehalten werden aber zusätzlich soll man weiterhin eine Wchseldruck-Matratze nutzen, da diese eine effektive Ergänzung zur Lagerung ist und so einen Dekubitus auf Weitsicht verhindert werden kann besonders da dein Schwiegervater auch zeitweilig im Rollstuhl Mobilisiert wird (Hierzu ein Tipp abwechselnd ein kleines Kissen oder Handtuch links und Rechts unter das Gesäß schieben, Mikrolagerung).
Wenn du deinen Schwiegervater zu Haus Pflegst dann solltest du dir evtl. eine Wechseldruck Matratze von Hausarzt verschreiben lassen.
Gruß Hermann L.
 
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Manu5959

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19.10.2005
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Hallo weissbrk:eek:riginal: ,

ich schließe mich meinem Vorredner an!
Da der Dekubitus noch nicht abgeheilt ist, ist es nicht gerade ratsam, eine spezielle Matratze zu entfernen. Die Begründung, das dadurch seine Beweglichkeit abnimmt, und er immer steifer wird, kann ich hier so nicht annehmen.
Um die Beweglichkeit oder Mobilität zu fördern gibt es andere geeignete Maßnahmen als den Wechsel einer Matratze.
Möglichkeiten sind z.B. eine dem Bedarf angepasste Krankengymnastik, Bewegungsübungen durch das Personal, Möbilitätsförderung aus dem Bett in den Rollstuhl, aber auch Anwendungen von Konzepten wie Kinästhetik.
Wichtig ist es, eine bedarfsgerechte Matratze zu finden.
Neben einer Antidekubitusmatratze muß ein individueller Bewegungsplan erstellt werden, d.H. es wird ermittelt, welcher Intervall an Positionswechseln am geeignetsten für deinen Angehörigen ist.Wie von Hermann L. erwähnt, fließen hier die Mikrobewegungen mit ein, die nicht nur im Bett angewendet werden sollten.
Nicht zu vergessen natürlich eine angepasste Ernährung.

Ich weiß, das man es manchmal als Angehöriger nicht leicht hat, gerade wenn man dem Personal mit Verbesserungsvorschlägen kommt.
Trotzdem würde ich an deiner Stelle noch mal um ein Gespräch bitten.

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
U

UlrichFürst

Da der Dekubitus noch nicht abgeheilt ist, ist es nicht gerade ratsam, eine spezielle Matratze zu entfernen. Die Begründung, das dadurch seine Beweglichkeit abnimmt, und er immer steifer wird, kann ich hier so nicht annehmen.
Also ich kann das schon nachvollziehen. Auf einer Wechseldruckmatratze ist es einem Pat. unmöglich sich alleine aufzusetzen (falls er es doch schafft, ist es auch noch gefährlich...) oder alleine im Bett hochzurutschen, da die Bezüge (der bei uns verwendeten [1]) Matratzen sehr rutschig sind.
Wenn also der Patient genügend Eigenbewegung/-initiative entwickelt hat, kann es durchaus sinnvoll sein, von einer solchen LuMa auf eine Würfelmatratze oder auch eine ganz normale Matratze zu wechseln. Sicherlich hängt das auch von der Lokalisation des Dekubitus und den gewohnheiten des Pat./BW ab.
Wenn der Dekubitus z.B. über dem Kreuzbein ist, und der Pat. gerne (weil zu Hause so gewohnt) 90 ° seitlich liegt, ist das doch kein Problem ohne Wechseldruck. Sondern sogar eher mit, weil er mit der Zeit wieder auf den Rücken rutscht, ohne dass er etwas dagegen unternehmen kann (weil er sich ja an der Matratze nicht abstützen kann).

Um die Beweglichkeit oder Mobilität zu fördern gibt es andere geeignete Maßnahmen als den Wechsel einer Matratze.
Möglichkeiten sind z.B. eine dem Bedarf angepasste Krankengymnastik, Bewegungsübungen durch das Personal, Möbilitätsförderung aus dem Bett in den Rollstuhl, aber auch Anwendungen von Konzepten wie Kinästhetik.
Das allerdings sollte IMHO auch schon mit der Wechseldruckmatratze so sein. Am besten gleich nach der Aufnahme beginnend.

Wichtig ist es, eine bedarfsgerechte Matratze zu finden.
Da sind wir uns dann wieder vollkommen einig.


Neben einer Antidekubitusmatratze muß ein individueller Bewegungsplan erstellt werden, d.H. es wird ermittelt, welcher Intervall an Positionswechseln am geeignetsten für deinen Angehörigen ist.
Full ACK und keine festen 2-Stunden-Intervalle (das diese Mär nie in Vergessenheit gerät...:cry: )

Nicht zu vergessen natürlich eine angepasste Ernährung.
Ebenso Full ACK.

Ich weiß, das man es manchmal als Angehöriger nicht leicht hat, gerade wenn man dem Personal mit Verbesserungsvorschlägen kommt.
Trotzdem würde ich an deiner Stelle noch mal um ein Gespräch bitten.
... und dazu jemanden suchen, von dem man denkt, dass er offen genug ist, eben auch von Angehörigen Verbesserungsvorschläge entgegen zu nehmen. :thumbsup:

Ulrich

[1] Ich kenne eigentlich nur die Terra Care von KCI
 
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Manu5959

Aktives Mitglied
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19.10.2005
Rosenheim
Also ich kann das schon nachvollziehen. Auf einer Wechseldruckmatratze ist es einem Pat. unmöglich sich alleine aufzusetzen (falls er es doch schafft, ist es auch noch gefährlich...) oder alleine im Bett hochzurutschen, da die Bezüge (der bei uns verwendeten [1]) Matratzen sehr rutschig sind.
Wenn also der Patient genügend Eigenbewegung/-initiative entwickelt hat, kann es durchaus sinnvoll sein, von einer solchen LuMa auf eine Würfelmatratze oder auch eine ganz normale Matratze zu wechseln. Sicherlich hängt das auch von der Lokalisation des Dekubitus und den gewohnheiten des Pat./BW ab.
Wenn der Dekubitus z.B. über dem Kreuzbein ist, und der Pat. gerne (weil zu Hause so gewohnt) 90 ° seitlich liegt, ist das doch kein Problem ohne Wechseldruck. Sondern sogar eher mit, weil er mit der Zeit wieder auf den Rücken rutscht, ohne dass er etwas dagegen unternehmen kann (weil er sich ja an der Matratze nicht abstützen kann).
Hallo Ulrich,

natürlich, ich gebe dir vollkommen recht.:thumbsup:

Grüßle Manu
 
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Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
PflegeFrei

PflegeFrei

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo Kollegen, und Pflegende Angehörige

für die Mobilisation in einen Rollstuhl, oder auch einen "normalen Stuhl" würde ich ein Gelkissen vorschlagen. Dabei entsteht ein ähnliche Sitzmöglichkeit wie auf einer Wechseldruckmatratze. Die Gelkissen können vom Hausarzt verordnet werden. Ansonsten schließe ich mich den Äusserungen meiner vorredner an.


Grüße DvD
 
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exam.Fachaltenpfleger für Gerontopsychiatrie, PA Gerontopsychiatrie,
Fachgebiet
Freiberuflich
Weiterbildungen
Wundexperte ICW
Pflegefachkraft ausserklinische Beatmung
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Hermann L

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11.01.2006
26817
[1] Ich kenne eigentlich nur die Terra Care von KCI[/quote]

Hallo

Also Matratzen gibt es viele und nicht alle sind so aufgebaut wie die Terra Care, wenn auf eine Regelmäßigen Lagerung geachtet wird tuts auch eine Wechseldruck- Matratze der einfachen Kategorie, diese habe den Vorteil das der Bew. kaum in der Selbstbewegung eingeschränkt wird und erfüllt trotzdem ihren Zweck, wohl gemerkt wenn der Bew regelmäßig gelagert wird.
Natürlich weis ich das eine Kammer-Wechseldruck Matratze zum Schutz und bei der Behandlung von Dekubitis besser sind aber wenn der Bew. noch einigermaßen in der Lage ist sich zu Bewegen reicht eine einfache Zellen-Wechseldruck- Matratze vollkommen aus.
In der Einrichtung in der Ich Tätig bin Arbeiten wir mit Drei Matratzen Typen
1. Kammer Wechseldruck Matratze
2. Zellen Wechseldruck Matratze
3. Würfel Matratze
Je nach dem wie gefährdet der Bew. ist und habe seit wir dies so Machen (ca.4 Jahren) keinen Dekubitus mehr gehabt.
Das ist doch überzeugend oder!!:thumbsup:
Hermann L.
 
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Fachgebiet
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Monika58

Monika58

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26.09.2005
Bonn
Full ACK und keine festen 2-Stunden-Intervalle (das diese Mär nie in Vergessenheit gerät...:cry: )
... und das nur, weil die gute alte Florence Nightingale 2 Stunden brauchte, um alle Soldaten einmal zu lagern, um dann wieder von vorne anzufangen.
Wäre ihr Lazarett grösser gewesen, würden wir heute vermutlich punktgenau alle 4 Stunden lagern ....:cry:
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
U

UlrichFürst

Natürlich weis ich das eine Kammer-Wechseldruck Matratze zum Schutz und bei der Behandlung von Dekubitis besser sind aber wenn der Bew. noch einigermaßen in der Lage ist sich zu Bewegen reicht eine einfache Zellen-Wechseldruck- Matratze vollkommen aus.
In der Einrichtung in der Ich Tätig bin Arbeiten wir mit Drei Matratzen Typen
1. Kammer Wechseldruck Matratze
2. Zellen Wechseldruck Matratze
3. Würfel Matratze
Stimmt, Würfelmatratzen haben wir hier auch oft im Einsatz und da entsteht eigentlich keine Bewegungseinschränkung. Dann eher durch die Lagerungsmaterialien :whistling
Ich wollte auch nur klar machen, dass sich meine Aussage weiter oben v.a. auf diese Matratze (-nart) bezieht und das bei anderen, mir unbekannten/nicht geläufigen, Matratzen anders sein kann.

Ulrich
 
rückentrainer

rückentrainer

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29.07.2006
Nördlingen
Bei meinem Schwiegervater ist ein massiver Deku fast wieder abgeheilt. Jetzt hat er in der 1. Woche in der Rhea die Spezial-Matratze gegen eine normale getauscht bekommen. Begründung: der Deku sei nicht mehr "schlimm genug", aber seine Beweglichkeit nimmt ab und er wird immer steifer und verkrampft.
Gut das es auch Rehaeinrichtungen gibt die verantwortungsvoll mit dem Gebrauch von Wechseldrucksystemen umgehen, wenn man das überhaupt so von der Ferne aus sagen kann.
Ich bin jede Woche zu Schulungszwecken in Einrichtungen der Altenhilfe und sehe einen viel zu sorglosen Umgang mit Wechseldrucksystemen.
Menschen die schon über 2 Jahre keinen "Deku" mehr haben werden trotzdem nicht mehr auf eine geeignetere Matratze zurück geführt.
Um es klar zu sagen: Der Gebrauch eines Wechseldrucksystems führt zu abnehmender Beweglichkeit und dazu das man sein eigenes Körpergefühl verliert und sich dadurch schneller Kontraktionen der Extremitäten bilden. Trotzdem wird es oft billigend in Kauf genommen, weil immernoch die Meinung vorherrscht das man nicht so oft lagern muß wenn ein Wechseldrucksystem verwendet wird.
Ausserdem haben viele Einrichtungen der Altenhilfe(da schließe ich die ambulanten Einrichtungen ausdrüclkich mit ein) Angst das sie die Wechseldruckmatratze nicht mehr bekommen wenn man sie einmal zurück gegeben hat was völliger Unsinn ist.
In der Theorie klingt das alles sehr gut mit Krankengymnastik und Lagerungs-bzw Mobilisationsplänen aber die Wirklichkeit schaut in vielen Fällen leider ganz anders aus. Ich hoffe das du es schaffst deinen Schwiegervater wieder auf die Beine zu bringen wenn du rat oder Hilfe brauchst bei der Verwendung von Transferhilfen kannst du dich gerne an mich wenden.
 
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Sonnensturm

Sonnensturm

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05.01.2006
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:ironie: Wenn die Matratze mal liegt, dann liegt sie.

Die "Nebenwirkungen" sind doch schon lang bekannt.
Aber wehe, es zeigt sich eine Druckstelle und der Bew. ist zumindest teilweise bettlägrig, dann bricht aber Hektik aus.
:motzen: Da wird im letzten Winkel gesucht.

:wink: Vielleicht ändert sich diese Vorgehensweise bis der Wassermann zum Pflegefall wird.
 
Qualifikation
Krankenschwester
L

Lisy

Hallo Rückentrainer,
ich arbeit ambulant, wenn ich eine Wecheldruckmatratze für einen Kunden habe, geb ich die nie zurück. Heißt nicht die Kunden müßen ohne Not drauf Schlafen. Ich pack die weg und wenn ich sie wieder brauch, ist die da. Wenn man (zumindest bei uns in der Gegend) eine Wechseldruckmatratze brauchst, dauerts 1 Woche oder länger bis diese im Bett des Kunden liegt. Das liegt an den Krankenkassen, die genehmigen zwar schnell haben aber viele Anforderungen an das Sanitätshaus. Und dann dauerts viel zu lange.
Gruß Lisy
 
rückentrainer

rückentrainer

Mitglied
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29.07.2006
Nördlingen
Hallo Rückentrainer,
ich arbeit ambulant, wenn ich eine Wecheldruckmatratze für einen Kunden habe, geb ich die nie zurück. Heißt nicht die Kunden müßen ohne Not drauf Schlafen. Ich pack die weg und wenn ich sie wieder brauch, ist die da.
Das ist eindeutig die bessere Lösung für den Patienten aber überleg mal Lisy wieviel Geld man der Kassengemeinschaft (somit auch uns)sparen könnte wenn jede Pflegekraft verantwortungsvoller mit dem Gebrauch von Wechseldruckmatratzen umgehen würde und sie sofort nach Gebrauch wieder zurück geben würde, denn die Kassen bezahlen ja weiterhin die Miete dafür auch wenn sie weg gepackt ist.
 
Qualifikation
Dozent rückengerechtes Arbeiten mit kleinen Hilfsmitteln seit 2004
Fachgebiet
Süddeutschland
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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