Sonstiges Welche Hochschule genießt in der Krankenhauslandschaft den besten Ruf?

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Zischi

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Hallo zusammen,

ich beginne zum Wintersemester einen Studiengang Pflege / Pflegewissenschaft...allerdings ist mir noch nicht so ganz klar, wo ich dieses Studium machen werde. Es gibt ja eine schier unüberschaubare Anzahl an privaten und öffentlichen Hochschulen, die alle den selben Titel (sei es jetzt Bachelor of Science oder Arts) vergeben, jedoch grundverschiedene Inhalte und Zugangsvoraussetzungen aufweisen...

Deswegen hab ich mir gedacht, frag ich heute einmal anders herum (hab diese Frage ähnlich schon bei den Pflegedienstleitungen und Führungskräften gestellt): Welche Hochschule hat denn einen sehr guten Ruf? Wird sich nach bestimmten Akademikern in der Pflege besonders umgesehen, wenn sie von einer bestimmten Hochschule kommen? Wo findet man eurer Meinung nach die größten Schnittmengen und Überschneidungen mit der Praxis (welche Hochschule unterhält gute Verbindungen zu Kliniken und Krankenhäusern, wo wird wirklich eng miteinander kooperiert)?

Lasst euer Insiderwissen sprechen...für Tips, Anregungen und Erfahrungen bin ich euch sehr dankbar, sie sollen mich eine wenig auf der Suche nach "meiner" perfekten Hochschule lenken....

Schönen Tag und bis bald!
 
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dirk44

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Hallo,
der Plan Hochschule mit gutem Ruf und dann Karriere im Krankenhaus, funktioniert meiner Meinung nach nicht.
Nach einer Studie über Gehälter von PDL / Direktoren war das Fach/Hochschulstudium und sogar noch krasser die Promotion kontraproduktiv für die Gehaltshöhe im Krankenhaus!
Was sich aber mit der Zeit sicher ändern wird.
Lösung: früh in eine Führungsposition (Stationleitung) kommen, berufbegleitet studieren oder Fernstudium und Leitungserfahrung sammeln.
Man muss auch sehen das der Verwaltungsdirektor und der Ärtzlicherd. gar keinen Elite Pflegedirektor haben wollen!
Grüße
Dirk
 
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Zischi

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Hallo Dirk,

also von Karriere hab ich mal gar nichts geschrieben. Mir geht´s auch nicht um irgendwelche Gehaltshöhen, das habe ich mit meiner Frage nicht beabsichtigt. Mir gings lediglich darum in dieser unglaublich undurchsichtigen Landschaft einige Meinungen über den Ruf der Hochschulen in Deutschland einzuholen.
Ich will einfach meine Basisausbildung und meinen absolvierten Stationsleiterkurs noch vertiefen, pflegetheoretisch und wissenschaftlich fundiert handeln und arbeiten, in welchem Aufgabengebiet ist mir derzeit noch egal, da sich die Landschaft sowieso im Umbruch befindet.
Nachdem eben jeder seine Hochschule als das Non - Plus - Ultra anpreist, gehts mir einfach darum ein wenig Klarheit zu bekommen, welche Hochschule denn auf dem freien Markt beliebt ist, wo Häuser ihre Akademiker oder ihre Personen für das mittlere Management akquirieren. Aber anscheinend gibt´s da keine oder nur sehr wenig Erfahrungen.
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger, Bildungsreferent
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dirk44

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Sorry, da habe ich wohl zu viel hinein interpretiert.
Ich denke Witten-Herdecke mit Bartholomeyczik und Zegelin haben einen sehr guten Ruf (Ob es die Uni aber noch in einem Jahr gibt ist fraglich). Auf Universitärem Niveau gibt es noch die Hochschule in Vallendar. Die ist aber noch Jung. Sonst spielt sich viel an FHs ab und deren Ruf müssten unter denen von Unis sein. Evtl. gibt es ja in der Schweiz noch Universitäten mit guten Ruf. Aber wie gesagt wer will in Krankenhäuser super Pflegewissenschaftler haben ?
Ich denke wie du das es sowas wie einen guten Ruf noch gar nicht gibt und wenn bei Bewerbung nur eine untergeortnete Rolle spielen dürfte.
Es stellt sich doch vielmehr die Frage was darf das Studium kosten, möchte ich umziehen, Präsenz-, Teil- oder Fernstudium.
Grüße
Dirk
 
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Pipi77

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Hallo Zischi und Dirk,

ich möchte auch noch etwas beitragen:
Dirk hat Recht, WH hat sicher mit den besten Ruf und hat in D im Bereich Pflegewissenschaft mit die meiste Bedeutung. Vallendar ist noch recht neu hat aber sicher Potential, Bedeutung zu erlangen (wenn ich mir anmaßen müsste, eine Prognose abzugeben). Was Du bedenken musst ist, dass es sowohl in WH als auch in Vallendar nur MSc und Doktorandenprogramme gibt und keine Möglichkeit, einen Bachelor zu machen, den Du eigentlich brauchst, um einen Master zu machen. Inwieweit Du an den beiden Hochschulen ohne Bachelor studieren kannst, weiß ich nicht konkret. Aber ich würde mal Anfragen, da wird Dir sicher geholfen.
Neben den beiden Unis gibt es noch die Uni Halle, die Pflegewissenschaft anbieten und natürlich einige FHs (auch in Bayern). Da könnte ich Dir konkreter weiterhelfen, schick mir einfach eine persönlich Nachricht.

Herzliche Grüße,

Martin
 
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Zischi

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Vielen Dank soweit für eure Antworten! Ich hoffe es finden sich noch ein paar mehr Mitglieder in diesem Forum, die sich eventuell vertieft mit dieser Thematik beschäftigen, selbst studieren oder studiert haben und einen Beitrag leisten können.
 
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solojess

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Vielen Dank soweit für eure Antworten! Ich hoffe es finden sich noch ein paar mehr Mitglieder in diesem Forum, die sich eventuell vertieft mit dieser Thematik beschäftigen, selbst studieren oder studiert haben und einen Beitrag leisten können.
Hallo,
ich habe mich für die HFH entschieden, da für mich nur ein Fernstudium in Frage kommt ;-)


LG solojess
 
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Studium "Pflegemanagement"
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Flashmob

Ich denke auch, dass Witten/Herdecke durch Fr. Bartholomeyczek einen sehr sehr guten Ruf genießt - leider ist der Master dort nicht ganz günstig (ca 10.000€, Finanzierung ist wohl möglich)...und selbst wenn man sich um das Geld keine Sorgen machen muß, das Auswahlverfahren ist wohl auch nicht ohne.
Reine Pflegewissenschaft (ohne P.-management + P.-pädagogik) kannst Du universitär noch wie oben bereits gesagt noch in Vallendar und Halle studieren. Einen Master gibt es noch an der Charité - d.h. Humboldt-Uni Berlin.
In Lübeck (Uni) wird zur Zeit ein Master entworfen, wann das alles starten soll, weiß ich leider nicht - zumindest gibt es bereits Ausschreibungen für Dozenten, die den Master zum Leben erwecken sollen.
An den FH´s ist die Auswahl deutlich höher, welche FH vom Prestige her gut ist, kann ich nicht beurteilen...Osnabrück hat eine relativ lange Pflegetradition für deutsche Verhältnisse - aber wie gesagt über das Ansehen kann ich nicht viel sagen.
Da Forschung und Drittmittelförderung eher an Universitäten angesiedelt sind, profitieren die Unis natürlich mehr.
Ich habe einen relativ guten Eindruck von Halle, da die dort auch sehr viel für zB Evidence-based Nursing tun. Allerdings erweckt das Studium den Eindruck, dass man für alles ausgebildet wird - also sowohl für Pflegewissenschaften, als auch für P.management und P.pädagogik - klingt zwar gut, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man allen drei Vertiefungen gleichermaßen in der doch recht kurzen Studienzeit gerecht werden kann - aber dies ist meine persönliche Einschätzung, da wäre es ganz gut, mal direkt mit Studenten bzw. Absolventen aus Halle zu sprechen wie die das sehen - ich kann da ja auch falsch liegen.
Interessant ist vielleicht auch die Möglichkeit, an der FH Jena ein Fernstudium ohne hohe Studiengebühren zu absolvieren. Die bieten sowohl den Bachelor, als auch den Master an - den Master sogar mit interessanten Schwerpunkten wie Advanced Nursing Practice, Case Management oder Palliative Care.
Unter KURSNET - Das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung und Home HRK findest Du fast alle Studienmöglichkeiten in Deutschland.
Falls Dir ein Auslandsaufenthalt nichts ausmacht, gibt es in der Schweiz noch die Uni Basel (macht auf mich ebenfalls einen sehr guten Eindruck) und in Österreich zB die MedUni Graz, die Privatuni Paracelsus (? heißt die so?) Salzburg (schweineteuer)...und ich meine in Innsbruck besteht auch die Möglichkeit, Pflege zu studieren.
Quintessenz :
Uni macht im allgemeinen einen besseren Eindruck als FH wegen Forschung und "Standesdünkel" (wobei Bachelor/Master an Unis und F´s gleichgestellt sind). Ich würde mich am ehesten auf Halle konzentrieren und es ggf. mit einem geschickten Finanzierungsplan in Witten/Herdecke versuchen.
 
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samoth

Hallo Zischi,
ich habe an der KFH in Freiburg Pflegemanagement studiert, zugegebenermaßen schon vor über zehn Jahren, aber ich war und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Der Schwerpunkt dieser Fachhochschule liegt etwas mehr auf dem geisteswissenschaftlichen Bereich, insbesondere Philosophie und Soziologie spielen eine gewichtige Rolle mit einem systemtheoretischen Ansatz. Am Anfang meines Studiums dachte ich zunächst: was soll ich denn damit, heute würde ich diese theoretische Basis auf keinen Fall mehr missen wollen - es schärft den Blick über den Tellerrand.
Was den Ruf von Hochschulen in den Reihen der Leitungskräfte betrifft, da kommt es eher auf die persönliche Vorstellung an. Der Gedanke einer Elite-Uni wie in den USA ist zumindest nach meiner Kenntnis in Deutschland noch nicht so verbreitet, vielleicht mal von Witten/Herdecke und Osnabrück abgesehen.
Ich würde jedenfalls keinen Bewerber wegen seines Studienortes per se bevorzugen.
Such Dir lieber eine Hochschule, die zu Dir passt, was Größe, Studienangebot und -schwerpunkt betrifft.

Gruß
Thomas
 
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sr.traudel

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Kann mich Thomas nur anschließen, suche dir eine Hochschule die zu Dir passt.
 
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Marlena

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Der Meinung bin ich auch. Schau dir die Studiengänge genau an, was sie für Schwerpunkte setzen und inwieweit das mit deinen Interessen übereinstimmt. Ob du ein Fern- oder ein Präsenzstudium machen möchtest, wirst du ja wohl schon wissen. Auf jeden Fall solltest du neben dem Studium weiterhin arbeiten, sonst fehlt dir meiner Meinung nach der Praxisbezug, den ich in der Pflege sehr wichtig finde.

Ich selber fange gerade ein Pflegemanagementstudium an der HFH an. Präsenzuni kam für mich nicht in Frage, weil ich weiterhin Vollzeit arbeiten muss. Bei meiner Entscheidungsfindung habe ich mich auch erst an formalen Dingen festgebissen, bei mir war es die Frage, ob Bachelor Gesundheits- und Sozialmanagement oder Diplom Pflegemanagement. Ich war dann bei einer Infoveranstaltung der HFH, wo gesagt wurde, dass es sinnvoller wäre, sich mit den Inhalten der Studiengänge auseinanderzusetzen und danach zu entscheiden. Und plötzlich war es ganz einfach, weil mir die Inhalte von Pflegemanagement mehr zusagten. Ich denke, wenn einem die Inhalte gefallen, ist man auch motivierter und erzielt bessere Leistungen. Geht mir jedenfalls so.

Marlena
 
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Krankenschwester/Studentin Pflegemanagement
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Psychiatrie
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Flashmob

Kann mich Thomas nur anschließen, suche dir eine Hochschule die zu Dir passt.
Na ja, das klingt so einfach...mir ist solch eine Aussage einfach zu schwammig, sie ist allgemeingültig, hilft aber kaum konkret weiter.
Vielleicht hilft das Durchblättern von Modulhandbüchern - kann man auf vielen Homepages auch online ansehen, ist allerdings eher bei Bachelor/Master-Studiengängen zu finden.
Ansonsten : Kontakt zu Leuten suchen, die bereits dort studieren - und die mit Fragen löchern. Eigenständig in verschiedene Seminare gehen und schauen, ob es einem liegt.
Aber auch das sind nur Momentaufnahmen bzw. Infos aus zweiter Hand, wenn man dann selber richtig studiert, sieht man vieles mit anderen Augen.
Letztlich bleibt einem nur : selber möglichst viele Infos über eine Hochschule und das Studienfach sammeln und dann ab ins kalte Wasser.
 
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Zischi

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Erstmal vielen herzlichen Dank für die weiteren Antworten. Es ist wohl richtig, dass man sich wirklich die Hochschule (besser noch die vermittelten Inhalte) suchen sollte, die am ehesten den Vorstellungen von dem entspricht, was man in den nächsten Jahren vermittelt haben möchte.

Danke Parasympathisch, die Modulhandbücher der einzelnen FH´s habe ich bereits studiert und dadruch gewinnt man einen guten Eindruck zumindest davon, was einem nähergebracht wird.

Ich denke mittlerweile ganz gut zu wissen, in welche Richtung es gehen soll und mit welcher FH dies am Besten denkbar wäre. Ich möchte mich gerne etwas internationaler aufstellen, sprich die Pflege im europäischen Kontext sehen. Da hat für meine Begriffe die ev. FH in Bochum die Nase vorne...Fachenglisch für Pflegeberufe aber auch die Versorgungsformen von Pflegebedürftigen in anderen europäischen Ländern zählen dort mit zum Curriculum. Ein Auslandsemester ist denkbar und kann, soweit es einen einer möglichen beruflichen Nebentätigkeit nicht im Wege steht, in einem Urlaubssemester abgeleistet werden.

Einzig die FH Osnabrück steht noch annähernd auf Augenhöhe. Dort sind die Inhalte ein wenig mehr auf Forschung und wissenschaftliches Arbeiten als Schwerpunkt fokussiert.

Mal schauen, was herauskommt. Ein Fernstudium ist für mich nicht denkbar, ich möchte mal wieder was Neues sehen und bin ungebunden.
 
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