Arbeitsrecht Weiterbildung,- und Fortbildungszeit gleich Arbeitszeit?

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Lilly-Willow

Lilly-Willow

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17.07.2007
56130
Hallo ihr lieben, :icon_wave


hab leider nix passendes gefunden um meine Frage selbst zu beantworten, bzw. war zu blöd dafür :eek:riginal: :laughing:

Also ganz kurz und schmerzlos:

Gilt die Fortbidlungs,- bzw. Weiterbildungszeit als Arbeitszeit???
Wo kann ich mich ggf. belesen, bzw. gibt es da was rechtliches? :ka:

Vielen Dank für Eure Antworten im Voraus. :danke:

Gruß Christina
 
Qualifikation
Krankenschwester; Praxisanleiterin
Fachgebiet
Alten und Pflegeheim
Weiterbildungen
"Expertenstandard Menschen mit chronischen Wunden"
Weiterbildung zur Praxisanleiterin
S

Surrogat

In den tiefen der rechtlichen Belange kenne ich mich zwar nicht so aus, allerdings sind Fort- und Weiterbildungen dann Arbeitszeit wenn sie von deinem Arbeitgeber verpflichtend für dich ausgeschrieben werden und nicht in deine reguläre Arbeitszeit fallen.
Fällt glaube ich unter "Direktionsrecht in die Freizeit ausüben"...

Gruss,

Surrogat
 
I

ingefranz

Neues Mitglied
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26.09.2006
53809
Hallo

natürlich ist eine Fortbildung die dir vom Arbeitgeber "verordnet" wird Arbeitszeit bzw. du hast einen gesetzlich vorgeschriebenen Anspruch auf Fortbildungsurlaub.
Im Arbeitsrecht mal nachsehen unter Fortbildungsurlaub
 
Qualifikation
Steuerfachangestellter
Fachgebiet
Steuerbüro Schwerpunkt Pflegedienste
H

haus maranatha

Gesperrter Benutzeraccount
Alles, was der AG anordnet, gehört zur Arbeitszeit. Sollte jedenfalls normal sein. Der AN ist aber auf der anderen Seite auch verpflichtet, sich selbst in seinem Beruf auf dem neuesten Stand des Wissens zu halten. Das gehört in seine Obliegenheiten. Ist demnach keine Arbeitszeit. In der heutigen Zeit gibt es weit mehr Möglichkeiten, sich auf dem aktuellen Stand des Wissens zu halten als früher. Gerade das Internet hält so viel Wissen bereit, daß kein Mensch mehr in der Lage ist, alles auszuwerten. Aber auf fast jede Fragestellung eine Antwort finden kann.

Bildungsurlaub - wie oft waren das Töpferkurse in der Toscana - gibt es in verschiedenen Bundesländern. Da gelten halt die gesetzlichen Regelungen. Wobei ich es für mehr als fragwürdig halte, was da so manchmal angeboten wird.

Johannes
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Leitung
K

Kaffeetrinker

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01.07.2007
44532
Möchte die Fragestellung gerne noch erweitern.Der Arbeitgeber bietet Fortbildungen an, 2-4stündig inhouse bzw. auch mal extern. Ich bekomme die Stunden vergütet wie Arbeit, soll die Kosten jedoch selber zahlen. Andere Variante ist:Kosten der Fortbildung trägt der Arbeitgeber, ich gehe in meiner Freizeit dorthin. Hat das irgendetwas mit Bildungsurlaub zu tun? Zumal dafür kein Antrag gestellt werden muß und demzufolge auch nichts genehmigt wird.Arbeitgeber behauptet dies, seitdem ich wohl als erste einen Übertragungsantrag bzw. die Zusammenfassung von nicht genommenem Bildungsurlaub 2007 ins Jahr 2008 gestellt habe.
 
Qualifikation
Altenpflegerin/Wbl
Fachgebiet
Altenheim
A

access

Mitglied
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28.09.2007
41517
Hallo Kaffeetrinker,

Weiterbildungen , die durch den Arbeitgeber angeboten werden, sind für den AN auf freiwilliger Basis und somit nicht zu Vergüten. Anders wäre es, wenn der AG es zu einer Pflichtveranstaltung deklariert, dann sind die Kosten der Fortbildung und Zeit (Teilnahme des AN) vom AG zu tragen.
Der AN und AG sind an einer Fort-,bzw. Weiterbildung gleichfalls interessiert, können sie eine Kostenteilung vereinbaren, z.B. AG übernimmt Kursgebühren, AN wird für die Zeit der Fortbildungsmaßnahme "Lohnfrei" gestellt.
Bildungsurlaub:
Wie mein Vorredner schon geschrieben hat wird dies in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Um Bildungsurlaub zu erhalten, muss die Fortbildung, als solche anerkannt sein.
Einen Bildungsurlaubsanspruch von einem Jahr ins andere zu übertragen, muss
der AN
1. Bildungsurlaub im Jahr schriftlich beantragt haben, mit Angabe, welche Inhalte die Fortbildung betreffen
2. Lehnt der AG den Antrag (mit Begründung) ab, kann der AN den Bildungsurlaub des laufenden Jahres nur übertragen lassen, wenn die geplante
Fortbildung im nächsten Jahr zu mindest den gleichen Inhalt hat.
Beispiel: Fortbildung 2007 Thematik: Kinästetik, Antrag wird abgelehnt
Antrag für 2008 Fortbildung Thematik Kinästetik Teil 1 und Aufbaulehrgang
Kinästetik Teil 2.
Weiterhin sind die zu beantragenden Bildungstage abhängig vom Stellenumfang des AN, d.h. Teilzeitkräfte haben, um ihren Stellenanteil gekürzten Anspruch auf Bildungsurlaub.

Ich hoffe dir damit behilflich gewesaen zu sein

LG

access
 
Qualifikation
Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Management
K

Kaffeetrinker

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01.07.2007
44532
Guten Morgen Access,
danke für die schnelle Antwort.:thumbsup2: Mit der Zusammenfassung und Übertragung des Bildungsurlaubs ins nächste Jahr habe ich jedoch noch weiter Schwierigkeiten. Bin auf der Seite dgb-bildungswerk-nrw gelandet( Der Weg zum Bildungsurlaub). Dort steht ganz klar,daß" BU auch gegen den Willen des AG ins nächste Jahr übertragen werden kann.Dies muß jedoch schriftlich beantragt werden und zwar noch im laufenden Jahr. Es ist NICHT erforderlich, die geplante Veranstaltung bereits anzugeben. Es braucht auch NICHT eine 10tägige zusammenhängende Veranstaltung besucht zu werden, sondern es muß ein sachlicher Zusammenhang bestehen, wie z.B. Grund-und Aufbaukurs."
Damit wäre Deine Begründung für Übertragung ja nicht ganz stimmig.
Auch die Frage, ob bereits eine 1-2 stündige Inhousefortbildung die Anrech- nung eines ganzen Tages Bildungsurlaubs rechtfertigt(Teilnahme wird von AG gewünscht, ist jedoch keine Plicht...) ist mir immer noch nicht klar. Selbstverständlich für mich ist, daß eine Fortbildung im Interesse beider Parteien liegt. Doch sollte dann auch die Qualität stimmen!


Lbg. Grüße
der Kaffeetrinker
 
Qualifikation
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Altenheim
A

access

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28.09.2007
41517
Hallo kaffeetrinker,

wie du richtig erkannt hast, ist es nicht erforderlich, die geplante Veranstaltung anzugeben, dass setzt aber doch voraus, dass die im laufenden Jahr einen Antrag auf Bildungsurlaub mit Angaben der Thematik bei deinem AG stellst. Dieser wird abgelehnt mit angaben von Gründen, dass bedeutet doch nicht automatisch die Übertragung deines Anspruchs von Bildungsurlaub ins nächste Jahr. Dies würde ja bedeuten, jedes Jahr wird Antrag auf Bildungsurlaub gestellt, aber nicht genommen,bzw. nicht vom AG erhalten, somit summiert sich der Anspruch von Jahr zu Jahr, bis ich eine Anzahl Tage x zusammenhabe.
Beispiel: 2006 Antrag auf Bildungsurlaub = 5 Tage, nicht genehmigt
2007 Antrag auf Bildungsurlaub = 5 Tage, nicht genehmigt
2008 Antrag auf Bildungsurlaub der vorangegangenen Jahre = 15
Tage
von einer zusammenhängenden Veranstaltung (zeitlich gesehen) habe ich auch nicht gesprochen, sondern von der gleichen Thematik oder besser gesagt, Grundkurs = 5 Tage, Aufbaukurs = 5 Tage.

Bzgl. 1 - 2 Stündige Fortbildungen sind nicht gleichzusetzen mit Verrechnung von Bildungsurlaubsanspruch, bzw. Verrechnung.
Wobei man auch unterscheiden muss, ist dies eine Fortbildungsveranstaltung oder eine Weiterbildungmaßnahme, auch dort gibt es definitionsmäßige Unterschiede.
Selbstverständlich, dass eine Fortbildung im Interesse beider Parteien ist, muss nicht unbedingt vorliegen.
Beispiel:
AN möchte eine Weiterbildung zur Leitung besuchen, AG benötigt aber z.Z.
keine Leitung, da keine Stelle in der Einrichtung vakant ist. Es liegt somit kein beiderseitiges Interesse vor.
AN meldet sich trotzdem zur Weiterbildung an und beantragt Bildungsurlaub
(vorrausgesetzt er kann seine dienstlichen Belange regeln, um an der Weiterbildung teilzunehmen und trotzdem seine arbeitsvertraglichen Pflichten nachkommen, Diensttausch usw.), der Arbeitgeber lehnt den Antrag auf Bildungsurlaub ab, somit kann der AN im nächsten Jahr für die gleiche Weiterbildung den Anspruch aus dem vorangegangenen Jahr übertragen lassen.

LG

access
 
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Kaffeetrinker

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01.07.2007
44532
Hallo Access,
Habe mittlerweile gemerkt, daß ich genau auf die Begrifflichkeiten achten muß.Ist für mich als Laie nicht ganz einfach. Versuche es noch mal:
Mir geht es um die Zusammenfassung von Ansprüchen auf BU aus 2 Jahren. Dazu soll es auch ein Urteil des BAG vom 11.05.1993 geben. Dies ist
nicht zu verwechseln mit der gesetzlichen Übertragung, die allein bei Ablehnung einer zustehenden Bildungsmaßnahme aus betrieblichen Gründen durch den AG greift.Die zum Jahresende beantragte Zusammenfassung der Ansprüche bewirkt, daß eine Zusammenfassung mit den Ansprüchen im Folgejahr erreicht wird. Aus Sicht des AN führt also seine Erklärung zum Jahresende damit zu einer faktischen "Übertragung" von BUtagen auf das Folgejahr zum Zwecke der Zusammenfassung, nicht zu verwechseln mit der bereits erwähnten gesetzlichen Übertragung.
Im Übrigen bezieht sich dies immer nur auf 2 Jahre in Folge, so daß Deine Rechnung von z.B. 15 Tagen so nicht aufgeht. Maximal beträgt der BU also 10 Tage.
Habe morgen noch mal Gespräch mit AG. Bin da wirklich mal gespannt.

LBG. Grüße
 
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Altenpflegerin/Wbl
Fachgebiet
Altenheim
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access

Mitglied
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28.09.2007
41517
Hallo Kaffetrinker,

habe eine interessante web-site für dich unter google
Eingabe: BAG Bildungsurlaubsanspruch
dann unter aktuelle Informationen
Verfasser: Sprachen



Arbeitsrecht: die 21 häufigsten Fragen zum Bildungsurlaub

LG

access
 
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05.07.2001
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