Weisungsbefugnis

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silvia468

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Hallo,
ich bin PDL bei einem ambulanten Pflegedienst. Der Inhaber hat den Status 'Altenpflegehelfer' durch seine mehrjährige Tätigkeit im Rettungsdienst anerkannt bekommen. Ein Examen als APH hat er nicht.
Wie weit ist er mir jetzt in fachlichen Dingen weisungsbefugt???

Silvia
 
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Lisy

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Hallo Silvia,
eigentlich gar nicht. Er kann als ungelernte Kraft keine pflegerelevanten Entscheidungen treffen.
In BWL Entscheidungen ist er weisungsbefugt und dich kündigen kann er auch.
Trotzdem für alle pflegerischen/ medizinischen Entscheidung bist du Zuständig und Verantwortlich.
Achtung Ironie:
viel Spass bei dem Spagat
(oder im Ernst, such dir eine neue Stelle)
Gruß Lisy
 
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jackdanielsx84x

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Würde ich auch so sehen und auch empfehlen....ob es dazu jedoch eine niedergeschriebene, rechtliche Regelung gibt kann ich allerdings nicht beantworten.
Andererseits hat er als Rettungsassistent, wenn er das denn ist, auch einige medizinische Kenntnisse.....wenn auch nicht in der Pflege.

Gruß
Dennis
 
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Mich würde mal interessieren wie er an den "Status" Altenpflegehelfer ran gekommen ist. Ein Rettungsassistent hat nichts mit Altenpflege zu tun.
Ich sehe die Sache ähnlich wie Lisy. Warum begibt sich ein RA in den ambulanten Bereich?? Kenne da so ein sehr negatives Beispiel. Muß in deinem Fall ja nicht so sein, ein komisches Bauchgefühl hätte ich dabei allerdings auch.

Weisungsbefugt ist ein Rettungsassistent (welche Qualfikation hat er denn ??) in einem definierten Maße dem Rettungshelfer und Rettungssanitäter. Dies allerdings nur im RD-Einsatz. Bei einer Großschadenslage sind die RA`s auch in einem, voher festgelegten Rahmen, weisungsbefugt.
Sonst sind mir "Weisungsbefugnisse" des RA´s nicht bekannt.

Gruß
Heike
 
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jackdanielsx84x

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Das weitere Problem ist, das diesem RA die Firma gehört. :)


Gruß
Dennis
 
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Windwaste

Hallo miteinander,

interessanterweise erinnere ich mich ganz, ganz dunkel:kopfkratz: auch schon einmal etwas zur "Anerkennung" des KPH gehört zu haben, allerdings hatte das mit der Tätigkeit als San-Offizier bei der Bundeswehr zu tun.
Ansonsten ist im deutschen Rechtsstaat im Zweifel alles über eine entsprechende Einzelfallentscheidung bei der zuständigen Behörde möglich.

Nach der aktuellen Gesetzeslage ist lediglich eine Verkürzung um bis zu 2/3 der Stunden zu Erwarten, aber das ist abhängig vom entsprechenden Bundesland.

Doch das nur am Rande.

Zur Sache der Weisungsbefugnis stimme ich meinen Vorrednern zu was den "pflegerischen" Teil angeht (siehe z.B. auch Gewerkschaft für Beschäftigte im Gesundheitswesen) - und als Besitzer des Dienstes kann er dir bzgl. betrieblicher Zuständigkeit natürlich alles vorgeben, was das Gesetz zulässt...wobei ich immer denke, das für die Leitung eines Unternehmens doch schon Kenntnisse in der BWL sinnvoll sind.
Eine interessante "Dopplespitze" seit ihr allemal :wink:

Gibt es einen speziellen Hintergrund für deine Frage?

Gruss,

Windwaste
 
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Lisy

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Hallo jackdaniels,
das ist im SGB XI niedergeschrieben. Außerdem muß es in der Stellenbeschreibung stehen, diese wird vom MDK verlangt.
Gruß Lisy
 
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silvia468

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Hallo

danke für eure Antworten.

Für den BWL-Bereich hat er einen Steuerberater engagiert. Dieser macht unsere Gehaltsabrechnung und die Steuererklärung für das Finanzamt.

Wie schon von Lisi schon geschrieben, muss er eine PDL eingestellt haben - wenn er selbst die Weiterbildung nicht hat. Im RD hat er 'nur' eine mehrwöchige Ausbildung (?) genossen und danach eben im RD gearbeitet. Wie ich in unserem Land daraufhin zu dem Status APH komme, weiß ich nicht.

Mein konkretes Anliegen war jetzt die Einrichtung einer Rufbereitschaft mittels Anrufweiterschaltung. Der Pflegedienst ist seit rd. drei Jahren auf dem Markt und bisher ist es so gelaufen, dass nach Büroschluss der Anrufbeantworter eingeschaltet wurde. Zwar gab es ein Diensthandy, den Kunden war auch die Mobilnummer bekannt, angerufen haben sie aber immer die Festnetznummer (klar: kostengünstiger) und haben teilweise auf den AB gesprochen. Und im Notfall????

Als ich ihm mitgeteilt habe, dass unsere Kunden uns jetzt durch die Anrufweiterschaltung rund-um-die-Uhr erreichen können, meinte er doch, dass wir das die letzten Jahre nicht benötigt haben, warum jetzt? Darauf hin habe ich ihm nur gesagt, dass in den gemeinsamen Grundsätzen eben eine permanente Erreichbarkeit erwartet wird - notfalls in Kooperation mit anderen Pflegediensten. Da war er dann erstmal platt.

Daher meine Frage, wie weit er mir in fachlichen Dingen weisungsbefugt ist. Denn was die ganze Organisation, QM, Dokumentation und und und betrifft, da wartet noch jede Menge Arbeit auf mich.

Grüße, Silvia
 
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Ich verstehe das hier alles nicht. Letztlich gehört ihm der Laden, er sollte also sagen was gemacht wird. Wenn mir eine Bäckerei gehört, ich aber keine Ahnung vom Backen habe, entscheide trotzdem ich welche Brote gebacken werden.
Natürlich hat er keine Ahnung von Pflege. Desshalb ist er auf Deine Hilfe angewiesen, das sollte ihm bewusst sein. Dir sollte aber auch bewusst sein, daß er Dein Chef ist. Damit ist er Dir weisungsbefugt. Du bist "nur" seine Angestellte.
Ich arbeite in einer Uni-Klinik. Unsere Dienstanweisungen werden grundsätzlich vom Verwaltungsdirektor unterschrieben. Soll ich jetzt sagen:"Nö, mach ich nich. Der hat doch keine Ahnung von Pflege."? Wenn mir nicht passt was ich machen soll muß ich eben überlegen ob ich dort weiter arbeiten möchte.
Kann es sein, daß Du ein ganz grundsätzliches Problem mit Deinem Chef hast?
 
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silvia468

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Nein, ich habe kein grundsätzliches Problem mit meinem Chef!
 
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Hallo silvia,

verstehe den Zusammenhang jetzt nicht.
Das was du schilderst (Anrufweiterleitung, Erreichbarkeit) hat doch nichts mit Pflege oder/und fachlicher Weisung zu tun.
Dies ist eine betriebsorganisatorische Maßnahme und die liegt einzig und alleine in der Befugnis des Inhabers/Betreibers.

Das mit der Anerkennung zur KPH, nur mit einem Kurs als Rettungsdiensthelfer oder Rettungssanitäter ohne weitere Ausbildung (wenn auch verkürzt) und Prüfung, würde ich zum Bereich Fabeln und Legenden zählen.

Gruß
Reiner
 
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silvia468

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Hallo,

mein Chef hat die Anerkennung zum APH, nicht KPH, sagt er. Eine solche Anerkennung habe ich noch nicht gesehen.

In den gem. Grundsätzen der Kranken-/Pflegekassen sowie auch in den MDK-Q-Prüfrichtlinien wird eine Rufbereitschaft gefordert, notfall auch in Kooperation mit anderen Pflegediensten (also, dass diese für uns die Rufbereitschaft übernehmen).

Was passiert von Seiten des MDK bei einer Prüfung, wenn ich eine solche ständige Erreichbarkeit für unseren Pflegedienst nicht eingerichtet ist??
 
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Das wär nicht Dein Verschulden. Dein Chef hat's vergeigt. Im übrigen wendet sich der MDK in solchen Fällen immer an den Träger, in Deinem Fall an Deinen Chef, und gibt ihm eins auf die Nuss. Du bist wie geasagt "nur" eine Angestellte, Deine Pflicht ist mit der Info an Deinen Chef erledigt.
 
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Als Rettungshelfer und Rettungssanitäter kann man erst einmal gar nichts werden, da nicht einmal die Berufbezeichnung geschützt ist und ich kann mich nicht erinnern, dass etwas über die fachliche, rettungsdienstspezifische Qualifikation genannt wurde.
Ergo: Rettungshelfer, Rettungssanitäter, Rettungsassistent (wovon ich ausgehe, da "Ausbildung" erwähnt wurde) sind nur Mutmaßungen.
Rettungshelfer-, sanitäter ist in den meisten Fällen ein Fachlehrgang, keine Ausbildung.

Gruß
Dennis
 
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Es ist doch völlig wurscht was er für eine Ausbildung hat oder nicht hat. Er ist und bleibt der Eigentümer des Pflegedienstes.
 
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Es ist doch völlig wurscht was er für eine Ausbildung hat oder nicht hat. Er ist und bleibt der Eigentümer des Pflegedienstes.
So ist es wohl! Ich denke auch, dass es relativ egal ist ob nun RA, RS oder RH. Deshalb, in meinen Augen, eine etwas dubiose Sache. Nicht der erste Fall...

Gruß
Heike
 
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Hallo silvia,

Was passiert von Seiten des MDK bei einer Prüfung, wenn ich eine solche ständige Erreichbarkeit für unseren Pflegedienst nicht eingerichtet ist??
Das ist eine andere Frage. Hat ja nichts mit deiner ursprünglichen Frage zu tun.

Das muß wie oben schon beschrieben, der Inhaber vertreten. Das liegt nicht in deiner Verantwortung.

Außerdem wenn ich das richtig lese ...sollte eine Rufbereitschaft... und nicht muss.

Gruß renje
 
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silvia468

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Original-Wortlaut der gem. Grundsätze und Maßstäbe zur Qualität und Qualitätssicherung einschl. des Verfahrens zur Durchführung von Q-Prüfungen nach § 80 SGB XI in der amb. Pflege:

3. Qualitätsmaßstäbe
3.1 Strukturqualität
3.1.1 Struktureller Rahmen des Pflegedienstes
3.1.1.1 ......Der Pflegedienst muss über eigene Geschäftsräume verfügen und ständig erreichbar sein. Kooperationen in der Region können gebildet werden.....
 
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Lisy

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Hallo euch allen,
ja, er ist der Inhaber und damit der Verantwortliche was die Betriebsführung angeht.
Und, auch richtig, der MDK macht Nicht die PDL verantwortlich für Dinge, die der Inhaber anordnet.
Jedoch im Haftungsrecht sieht es anderst aus, da haftet die PDL für alle Schäden, die durch z.B. Pflegefehler entstehen.
Somit haben wir die gleiche, ungute Situation, wie sie oft bei den Wohlfahrtsverbänden zu finden ist.
Gruß Lisy
 
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Hallo Lisy,

ich glaube dein Beitrag ist leicht misszuverstehen deshalb möchte ich etwas präzisieren:

Jedoch im Haftungsrecht sieht es anderst aus, da haftet die PDL für alle Schäden, die durch z.B. Pflegefehler entstehen.
Ein Angestellter, welcher Position auch immer, haftet im Aussenverhältnis grundsätzlich nie. Die Haftung liegt immer und ausschließlich beim Vertragspartner - Altenheim - Krankenhaus - Pflegedienst. Die Haftung liegt immer bei demjenigen mit dem ich als Pat./Bew. einen Vertrag geschlossen habe.

Im Innenverhältnis könnte mich als Angestellter mein Vertragspartner, also mein AG wieder zur Verantwortung ziehen.

Für Pflegefehler haftet auch grundsätzlich derjenige der ihn begangen hat. Hier muss dann eine Fahrlässigkeit vorliegen. Auch leichte Fahrlässigkeit führt nicht automatisch zur Haftung. Im Weiteren würde dann noch zu prüfen sein inwieweit Übernahmeverschulden (AN) oder Organisationsverantwortung bzw. Anordnungsverantwortung zum Tragen kommen. Bei den letzten beiden würde sicher die PDL mit in Verantwortung genommen. Aber niemals generell für jeden Fehler den ein MA begeht.

Ich gehe davon aus, dass das von dir auch so gemeint war.

Gruß renje
 
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