Atmung & Beatmung Weaning-Protokolle

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Seck

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09.04.2003
Hallo
wir überlegen uns Weaning-Protokolle einzuführen.
Wer hat Erfahrung damit und kann mir Tips und Literaturhinweise geben.
secka
 
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Fachkrankenschwester für Intensivpflege
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Medizinische Intensivstation
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Dirk Jahnke

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Moin Seck


Worum geht es euch?

Konzeptionen rund ums Weaning (Was/Wann/Wie?) - oder - wie kann man eine Planung praktisch umsetzen/Dokumentieren ?

Wie weant ihr denn im Moment - was wollt ihr warum ändern ?
 
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Fachkrankenpfleger A/I
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Internistische Intensivpflege
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Seck

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09.04.2003
Bei Langzeitbeatmungen die Tracheotomiert sind versuchen wir das diskontinierliche weaning. Das aber mehr nach Gefühl.
Es gibt wohl festgelegte Protokolle die sehr erfolgreich sein sollen.
Das interessiert uns eigentlich.
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester für Intensivpflege
Fachgebiet
Medizinische Intensivstation
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Dirk Jahnke

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Moin Seck

Bedeutet Gefühl ihr plant so wie ihr meint oder lasst ihr den Patienten nach Gefühl spontan atmen? Also ohne festen vorgegebenen Zeitplan ?

Bevor ich ausführlicher werde und Dinge von mir gebe die an deiner Frage vorbei gehen :)
 
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Fachkrankenpfleger A/I
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Internistische Intensivpflege
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Seck

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09.04.2003
Hallo
zur Zeit ohne feste Tagesziele sondern nach Gefühl, leider erschöpfen sich unsere Patienten dabei zu oft, was wir ändern wollen.
Wie macht Ihr es denn???
Andrea
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester für Intensivpflege
Fachgebiet
Medizinische Intensivstation
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Dirk Jahnke

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Moin Seck

Ob es tatsächlich "fertige" Protokolle gibt ? Mag ich mir nicht so recht vorstellen. Aber wer weiß - vielleicht kann ja noch jemand von einem "offiziellen" Protokoll berichten.

Ihr habt euer Problem ja schon erkannt. Eigentlich gilt ja immer noch :

Die Planung/ das System nicht der Weg führt zum Erfolg.

Wir weanen bei schwierigen Entwöhnungen auch diskontinuierlich. Dann aber nach Plan - das heißt es gibt einen Zettel über mehrere Tage auf dem die Art der Atemhilfe (z.B. BIPAP kontrolliert / CPAP / feuchte Nase) beschrieben ist. Dann wird ein Stundenplan erstellt. Z.B. alle 2 Stunden 10 Minuten. Nachts ist grundsätzlich BIPAP kontrolliert angesagt! z.B an der feuchten Nase wird auch Tachypnoe toleriert - die Vitalzeichen sind hier ausschlaggebend! Evtl. müssen die Zeiten am Anfang auch nach unten korrigiert werden.


Am Anfang plant man z.B. über 2 Tage um zu schauen wie es geht. Dann wird der Zeitrahmen entsprechend angepasst. Nach ein paar Tagen gibt es meist recht große Sprünge. Häufig lautet der Plan dann z.B. Vormittags spontan - zur Mittagsruhe BIPAP - Nachmittags spontan.

Es ist halt nur wichtig das der Plan eingehalten wird. Nicht das ein Kollege meint 10 min - das ist ja gar nichts - das ganze bis zur Erschöpfung verlängert - und der Patient den Plan nicht mehr einhalten kann da er sich erstmal erholen muss.

Wichtig ist halt den Patienten zur Erholung tatsächlich kontrolliert zu beatmen.
Also nicht CPAP/ASB oder BIPAP mit zu wenig Unterstützung !

Gerade bei COPD Patienten sehen wir häufig eine schlechte Atemmechanik an der feuchten Nase - hier hilft um den fehlenden PEEP auszugleichen ein CPAP Gerät (z.B. CF800) oder eine Sprechaufsatz (wenn die Luft an der Kanüle vorbei passt :( )
 
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Fachkrankenpfleger A/I
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Internistische Intensivpflege
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Markus Schmidt

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31.01.2001
50679
Hi Seck

ich glaube ich verstehe was Du willst. Du möchtest einen Standard oder Pflegeplan, in welchem klare Ziele formuliert sind, so das niemand mehr so vor sich hin wurschteln kann, sei es Ärztlicher Dienst oder Pflegepersonal.
Weaning ist natürlich ein Thema für sich. Arbeite in drei Kliniken und Du wirst drei verschiedene Konzepte beim gleichen Krankheitsbild haben.
Aber ganz so schwer ist es auch nicht. Wichtig ist, das alle das gleiche Ziel verfolgen.
Wir arbeiten nach festgelegeten Standards, allerdings ist der Weaning-Standard recht weit gefasst, weil das individuelle Vorgehen stark vom Krankheitsbild abhängig ist.
In der "Morgen-Visite" werden gemeinsam Tagesziele festgelegt an die sich definitiv jeder zu halten hat. Das kann z.B. sein... pro Stunde max. 5Minuten feuchte Nase oder CPAP-Versuch. In der nächsten Visite wird nachgefragt: Klappt es? Und wenn nicht... warum nicht?
Vielleicht sollte ich noch anmerken das ich auf einer Neurochirurgischen Intensiv arbeite mit 15Betten und wir viele Langzeitbeatmungen haben.
Ich denke Ihr werdet Euch mit dem kompletten Team zusammensetzen müssen.
In diesem Sinne
Grüsse aus Köln ;)
 
Qualifikation
Case-Management
Fachgebiet
operative Intensivpflege
S

Schöhler

Mitglied
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04.02.2001
Ludwigshafen
Hallo allerseits,

1.) Ich lese hier oft: jede Stunde einmal für so und so lange..
Ich will ja nicht rummäkeln, aber es gibt Studien, das SPITZENSPORTLER nach maximaler Belastung 24h benötigen, bis das Zwerchfell wieder die "gewohnte" Leistung und Kontraktilität erreicht..dementsprechend sollte auch die Belastung für die Patienten im diskontinuierlichen Weaning einmal, höchstens 2 mal alle 24 h erfolgen, nicht jede Stunde ein mal.....;o)

2.) Seck, in Ludwigshafen gibt es doch mehrere große Häuser, mit mehreren Intensivstationen, bist Du sicher, das es keine Kollegen innerhalb deiner Einrichtung gibt, die bereits Erfahrungen damit haben?

Gruß,

Schöhler
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Herzchirurgie
D

Dirk Jahnke

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Moin Schöhler

Nur Ausgangspunkt fürs Weaning sollte ja nicht die erschöpfte Atempumpe sein :smile:

Ziel ist es ja auch nicht die Atem Akkus in der Spontanatemphase leer laufen zu lassen. Alle 2 Stunden 5- 10 min Spontan hat bisher noch jeder Patient sicher geschafft. Gerade Patienten mit Zustand nach Infekt exacerbierter COPD, die bei uns das schwierigste Weaning Klientel darstellen, kommen mit diesen Zeiten am Anfang eigentlich immer zu recht !

Im Minimalfall wären das ingesamt 30 min Spontanatmung in 24 Stunden.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A/I
Fachgebiet
Internistische Intensivpflege
S

Schöhler

Mitglied
Basis-Konto
04.02.2001
Ludwigshafen
Hallo Dirk,

wie ich sagte, ich persönlich halte das für zuviel, weniger ist oft mehr..aber wenn Ihr damit gute Erfolge habt, ist es doch eigentlich fast egal, solange wir alle dorthin kommen, wo wir hinwollen..
Viel wichtiger als ein Weaningprotokoll ist übrigens meiner meinung nach gut geschultes Personal und die genaue Definition von Abbruchkriterien...
Jedes Weaningprotokoll ist nur so gut, wie die Pflegekraft, die es führt....
Protokollieren kann man eben viel...


Gruss

Schöhler
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Herzchirurgie
I

iranwo

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26.12.2000
Hallo Schöhler!Natürlich kann man viel protokollieren, aber man dokumentiert ja auch in der Kurve und das sollte bekanntlich auch korrekt erfolgen. Für die Protokolle werden auch individuelle Kriterien festgelegt, die zum Abbruch des Weanings führen.
Selbst auf einem Kongress wurde propagiert,dass Weaningprotokolle besser sind als die individuelle Entscheidung des Arztes oder des Pflegepersonals. Eben Weanen nach festgelegten Kriterien.
 
Qualifikation
FKS FÜr Intensivpflege
Fachgebiet
Internistische Intensivstation
S

Schöhler

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04.02.2001
Ludwigshafen
Also,

ich will ja nicht kleinkariert sein, aber wenn mich nicht alles täuscht:
Protokoll:
Pro·to'koll <n. 11> gleichzeitig erfolgende od. erfolgte (wortgetreue) Niederschrift einer Verhandlung od. eines Verhörs; Gesamtheit der Regeln für Höflichkeit u.s.w. und so fort...
Das Protokoll hat per se also mal gar nichts mit festgelegeten Kriterien zu tun....sondern nur mit akribischer Dokumentation
Und das auf einer durchschnittlichen Intensivkurve gar nicht der Platz ist (jedenfalls meiner meinung nach) einen 5, oder 10 minütigen Weaningversuch akkurat zu dokumentieren, ist vermutlich fast überall so..

Das mit den Abbruchkriterien ist sicher richtig, darauf muß man sich einigen, und wie jede andere Handlung muß das Weaning sicherlich geplant sein......
Aber ein protokoll ist keine Planung, und ersetz auch nicht gut geschulte MA´s

Gruss

Schöhler
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Herzchirurgie
D

Dirk Jahnke

Mitglied
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Moin Schöhler

Ist ja schon etwas kleinkariert ;)

Gerade beim Thema Weaning / Patientenführung hilft aber nicht nur Schulung sondern es gehört auch eine Portion Erfahrung dazu!

Gerade neuen Mitarbeitern oder unsicheren Kollegen hilft so ein Plan - sorgt für ein Konsequentes weiterführen des Weanings.

Mir scheint es eher das Seck auf der suche nach Planungsbeispielen/ Wege einen Plan zu erstellen ist - wie man aus seinen Postings ersehen kann :smile:

@Seck

Allgemeiner Konsens ist wohl das Planung zum Erfolg führt.
Ansonsten kann ich mich nur der Aussage - nimm 10 Intensivstationen und du hast 10 verschiedene Pläne - anschließen :rolleyes:
 
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Fachkrankenpfleger A/I
Fachgebiet
Internistische Intensivpflege
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Markus Schmidt

Mitglied
Basis-Konto
31.01.2001
50679
Hallo allerseits...

die Diskussion zeigt, das das Wichtigste ist, das man sich einig ist im Weg der zum Ziel führen soll.
Stimme ausserdem der Aussage absolut zu, das gut geschultes und erfahrenes Personal absolut wichtig sind.
Wir arbeiten nach einem Konzept, welches auf jahrelanger Erfahrung basiert. Wichtig ist nur das man auch mal rechts und links schaut, also individuell auf den Patienten reagiert.
Grüsse aus Köln

Markus :redface: :redface: :redface:
 
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Case-Management
Fachgebiet
operative Intensivpflege
G

Grit

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02.02.2005
01277
Hallo
wir überlegen uns Weaning-Protokolle einzuführen.
Wer hat Erfahrung damit und kann mir Tips und Literaturhinweise geben.
secka
Hallo,
im Rahmen einer Weiterbildungsveranstaltung werde ich zum Thema Weaning einen Vortrag halten. Meine Frage an Dich, benutzt Ihr jetzt diese Protokolle und wenn ja, wie sind Deine Erfahrungen. Habt Ihr Protokollvorlagen oder erstellt Ihr immer wieder individull neu für jeden Patienten?

Würde mich über eine Antwort rießig freuen, da zwar viel über die Vorteile der Protokolle gesprochen und geschrieben wird, ich aber noch niemanden gefunden habe, der diese auch wirklich einsetzt.
Grit
 
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Fachkrankenschwester
Fachgebiet
Internistische Intensivstation
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

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05.07.2001
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