Was tun bei Dekubitus IV. Grades

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carlmind

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Hallo zusammen,

ich bin momentan etwas ratlos und hoffe hier im Forum einige Unterstützung zu erhalten. Und zwar geht es um eine Bewohnerin , die vor ein paar Tagen direkt vom KH zu uns ins Pflegeheim kam.
Sie hat einen Dek. IV. Grades und lehnt aber jegliche Unterstützung vom PP ab. Verbandswechsel alle 3 Tage sind das einzige, was sie halbwegs akzeptiert. Alle weiteren Maßnahmen wie Lagerungswechsel, Mobilisation est. werden von der Dame rigeros und sehr bestimmend abgelehnt. Aus dem Kh hatte man sie zuvor auch entlassen, mit dem Zusatz: "Patient lehnt jegliche Art von Behandlung ab".
Sicher haben wir inzwischen sämtliche Schritte eingeleitet, die im Rahmen unserer Möglichkeiten stehen, aber egal was wir auch tun, die Patientin möchte einfach nicht......! Nun meine Bitte bzw. Frage. Hat jemand von euch vielleicht schonmal ähnliche Erfahrungen gemacht und wie seit ihr in dieser Situation vorgegangen. HA weiß um die Umstände, Betreuer vom Amtsgericht ist bestellt, .....aber wie nun weiter, helfende und unterstützende Maßnahmen bleiben ja letztendlich wegen Nicht Tollerierens aus. Wie hinterlegt ihr solche Ereigneisse im Pflegeplan?
Ich wäre wirklich dankbar für euren Rat!
LG carlmind
 
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Parasympathisch

AW: Was tun bei Dekubitus IV. Grades

Ich hab das jetzt so verstanden, dass die BW ganz neu bei Euch im Pflegeheim ist und würde versuchen, folgende Punkte zu beherzigen

  • Eingewöhnungsphase respektieren + dabei unterstützen
  • ansprechbar sein und Vertrauen aufbauen
  • in ruhigen Momenten - frei von Hektik - Gespräch aufbauen und fragen, welche Befürchtungen sie hat, warum sie die Maßnahmen ablehnt - vielleicht hat sie schlechte Erfahrungen gemacht oder kann sich nichts darunter vorstellen
 
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carlmind

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AW: Was tun bei Dekubitus IV. Grades

hallo Parasymphatisch,

erstmal danke für die prompte Antwort.
Ja, die Dame ist erst eine knappe Woche bei uns und du hast sicher recht mit deinen Punkten, wie respektieren der Eingewöhnungsphase ect., aber biographisch gesehen handelt es sich bei der Bewohnerin wohl um einen recht eigenwilligen Charakter, das Problem des Dekubitus besteht lt. Arztbericht inzwischen schon über ein Jahr mit dem Ergebnis einer tendentiellen Verschlechterung. Frau X ist zuvor schon über einen längere Zeitraum von einem ambulanten Pflegedienst betreut wurden, und auch hier war die Problematik die gleiche.
Mich würde prinzipiell interessieren, wie man mit solch einer Situation umgeht, wenn die Dame auch weiterhin mit Ablehnung reagiert. (Psychologe wurde auch schon hinzugezogen, sowie unzählige Gespräche mit dem HA)
Wie dokumentiert man am sinnvollsten, ohne letztendlich greifende Maßnahmen nachweisen bzw. ergreifen zu können. Wieweit unterliegt es unserer Verantwortung, wenn Folgeerkrankungen und weitere Verschlechterungen eintreten?
LG carlmind
 
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Sr. Käthe

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AW: Was tun bei Dekubitus IV. Grades

..du dokumentierst am Besten genauso, wie du es hier beschrieben hast. Angebot gemacht, wird abgelehnt. Kann man auf dem Bewegungsplan machen, sowie immer wieder im Berichteblatt. Unsere Pflicht ist es, die Problematik zu erkennen(habt ihr), die entsprechenden Massnahmen zu planen(habt ihr) und diese dann anzubieten. Dazu noch immer wieder das Gespräch mit der Bewohnerin suchen, zwecks Aufklärung(auch das macht ihr). Damit ist unser Job abgedeckt, und im Rahmen der Möglichkeiten wird alles gemacht..
 
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demnächst Dementia Care Mapping
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AW: Was tun bei Dekubitus IV. Grades

Falls Bewohnerin orientiert ist, schlage ich folgende Formulierung vor: Frau XY wurde über Gefahren und Risiken durch abgehnte Dekubitusbehandlung informiert. Sie äußert weiterhin sehr selbstbestimmt, daß sie außer evtl. unregelmäßigem Verbandwechsel keinerlei Therapie wünscht. Angehörige und Hausarzt wurden informiert.
So oder ähnlich handhaben wir das bei uns und sind damit laut Aussage eines befreundeten Amtsrichters auf einer rechtssicheren Seite. Niemand kann zu seinem Glück gezwungen werden, auch wenn sich das jetzt vielleicht herzlos anhört.

LbG der Kaffeetrinker :coff:
 
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Altenheim
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ScruBs

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AW: Was tun bei Dekubitus IV. Grades

Falls Bewohnerin orientiert ist, schlage ich folgende Formulierung vor: Frau XY wurde über Gefahren und Risiken durch abgehnte Dekubitusbehandlung informiert. Sie äußert weiterhin sehr selbstbestimmt, daß sie außer evtl. unregelmäßigem Verbandwechsel keinerlei Therapie wünscht. Angehörige und Hausarzt wurden informiert.
So oder ähnlich handhaben wir das bei uns und sind damit laut Aussage eines befreundeten Amtsrichters auf einer rechtssicheren Seite. Niemand kann zu seinem Glück gezwungen werden, auch wenn sich das jetzt vielleicht herzlos anhört.

LbG der Kaffeetrinker :coff:
Manchmal muss man den Patienten klar machen was im schlimmsten Fall passieren kann, Sepsis-> Tod. Habe schon oft auf der Intensiv erlebt das Patienten sich über ihre Lage gar nicht bewusst sind ... da muss man manchmal "bildlicher" werden.
 
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hauptamtl. Praxisanleitung
Fachgebiet
Praxisanleitung
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