Intensiv Was passiert mit der Substitution bei CVVHF / CVVHDF?

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johnvernandes

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Moin, Moin,

da habe ich doch heute mal ne interessante frage von einer kollegin auf ITS gestellt bekommen. Es ging um Dialyse und was passiert mit der Substitutionslösung bei CVVH oder einer CVVHDF. generell läuft bei uns eigentlich die CVVHDF als therapieverfahren mit prädilution. dialysatfluss 2000ml/h und substituatfluss 1500ml/h. also mir ist klar das der patient nicht die 1500 ml jede stunde bekommt, folglicherweise muss das substituat mit herausfiltriert werden. aber der entzug ist doch beispielsweiße nur 200 ml/h. weiß das gerät nun das es 1500 + 200 entziehen muss, oder wie? und wie ist es bei postdilution? da läuft die lösung doch erst nach dem filter rein, also sieht es für mich so aus als würde er die 1500 ml bekommen.

viele Fragen, viell. kann jemand helfen. :innocent:

ciao, René
 
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xray3279

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Bei der Filtration ist das Prinzip der Konvektion, das heisst das immer Wasser mit abgepresst wird. Natürlich werden dabei auch die Giftstoffe wie Harnstoff und Krea mitentzogen.
Wenn man das über Stunden machen würde müsste der Pat dann auf dem trockenen liegen. Also substuiert man den Pat. das verlorene Wasser.
Das würde man dann machen wenn der Pat. +- 0 gefahren werden soll, also noch genug Ausscheidung hat.
Möchtes Du Ihn aber minus Bilanzieren musst Du Ihn noch "Entziehen" Um das zu vereinfachen würde er dann nicht in Deinem Beispiel 1500 Substrat bekommen sondern nur 1300. Somit hätte er minus 200 pro Stunde.
Wie das genau die Maschine macht darfst Du mich nicht fragen

Bei der Diffusion also bei der Dialyse werden nur die Teilchen herausgewaschen, kein Wasser des Patienten, deswegen musst Du dort nichts substuieren.

Ich gebe Dir mal 2 Links.

http://www.zwai.net/pflege/Intensiv/Journal/Intensivmedizin/Nierenersatztherapie_auf_Intensivstationen/

Hämofiltration

Fazit:
Bei der Filtration verliert der Pat. immer Flüssigkeit, dies gibst Du Ihm durch das Substrat wieder. Durch den Entzug stellst Du ihm seine Bilanz ein.

Meistens schliesst man das hinter dem Filter an, um kleinere Teilchen rauszufiltern. Vor dem Filter wäre diese nicht zu effektiv.

Ich hoffe ich konnte es Dir ein bisschen erklären.
 
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mr.korky

mr.korky

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ich muss mal gucken ob ich mich richtig aussdrücke
(erstmal ohne predilution)
Substituat 1500ml/h !!
Das substituat wird vor dem venösen Blasenfänger mit 1500ml/h mal grob gesagt mit dem Blut vermischt und durch den Pat. geschleust.
"Dort nimmt es die Gifstoffe mit auf"
Dann kommt das "mit Substituat gemischte Blut" wieder durch den arteriellen Schenkel in den Filter .
Dort wird das "schmutzige" substituat wieder rausgesaugt 1500ml/h !!(bei uns gelberschlauch)
und durch die Pippipumpe in den Ultrafiltratsack den wir immer schleppen müssen gesammelt

so erhällt der pat 1500ml/h substituat und in dem sack landen 1500ml/h ultrafiltrat. (cvvh)

Wenn ihr jetzt "Wasser" entziehen wollt (ultrfiltration) zb 100ml/h
dan dreht die gelbepumpe (pippipumpe) 1600ml/h und es laufen 1600ml/h in den Sack.

1500ml Substituat - 1600ml Ultrafiltrat = 100ml/h mehr Pippi(Entzug) in den Sack.

Da ihr Predilution macht, mischt ihr die 1500ml/h Substituat kurz vor dem Filter ins Blut und dann im Filter wieder raus . Somit ist die Effiziens Geringer
aber das Blut dünner und der Filter geht nicht so schnell zu.

Da ihr noch CVVHDF macht wir zusätzlich 2000ml/h Dialysat an der Filterseite reingepummpt und mit der Pippipumpe wieder Raus.
diese pumpt dann 3500ml/h raus

Das "wäscht das Blut nochmal", kommt aber nicht direkt damit in Kontakt weil die Filtermembran dazwichen ist)

also :

1500ml/h substituat + 2000ml/h dialysat =3500ml/hpipi im beutel
Entzug - 200ml/h = 3700ml/h im Sack

dann müsst ihr eigentlich alle 2,6 Stunden den Pippibeutel wechseln ?

wir Filtrieren mit weniger dialysat max 1500/h

dass kannst du gut beobachten wenn du mal die dialysatrahte aus drehst,
dan wird die gelbe wesentlich langsamer.
 
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