Was kommt nach der Kurzzeitpflege?

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Gotojojo

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Hallo zusammen,
ich hoffe ich bin in diesem Teil des Pflegeboards mit meiner Frage richtig.

Mein Vater (84) hat sich nach einem Fahrradsturz das Wadenbein gebrochen und wurde vor gut 14 Tagen operiert (Platte und Schraube eingesetzt). Ab Morgen geht er für 4 Wochen in eine Kurzzeitpflege und erhält dort Physiotherapie. Allerdings darf er erst 6 Wochen nach der OP den Fuss wieder belasten, was ihn derzeit zu 90 % ans Bett fesselt. D.H. erst dann kann er wieder ans Laufen trainiert werden und bis dahin bauen seine Muskeln m.E. auch ab.

Unterbringung bei ihm zuhause ist schwierig, da er alleine in einem Reihenhaus wohnt und Schlafzimmer und Badezimmer im ersten OG.

Eine Pflegestufe hat er noch nicht. Im KH war der soziale Dienst der Meinung, er sei noch kein Pflegefall. Geistig für 84 noch o.k.. Alleine Aufstehen, sich fortbewegen, geschweige denn Essen zubereiten oder ähnliches ist ihm derzeit nicht möglich

Frage: Hat man nach der Kurzzeitpflege einen Anspruch auf Reha oder ähnliches? Was könnt Ihr/ können Sie für die Zeit während und nach der Kurzzeitpflege raten?

Herzlichen Dank!!

Gotojojo
 
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Lisy

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Hallo Gotojojo,
bist du dir sicher das er nach dem Klinikaufenthalt sofort in die Kurzzeitpflege kommt? Normalerweise ist es anderst rum. Zuerst kommt die REHA (da wird dann eine eventuelle Einstufung gekärt) erst dann, bei Bedarf folgt die Kurzzeitpflege.
Gruß Lisy
 
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ludmilla

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Guren Morgen,

was soll er denn jetzt in der Reha, wenn er den Fuß nicht belasten darf? Nach dem Krankenhaus in Kurzeitpflege ist in diesem Fall meines Erachtens schon die richtige Reihenfolge. Was ja nicht heißt, dass dort nicht auch Physiotherapie stattfinden soll um die jetzt noch mögliche Mobilität u erhalten. Pflegestufe muss man erst in der Reha schauen, er braucht zwar jetzt viel Unterstüzung, aber ob das über die Dauer von 6 Monaten nötig ist....?

Ludmilla
 
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Heustroh

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Ich denke, da wendest Du Dich am besten an die Krankenversicherung Deines Vaters und beantragst dort für ihn eine medizinische Reha, damit er übergangslos nach der Kurzzeitpflege dorthin kann und nicht erst noch wieder nach Hause muß, wo er vielleicht alleine noch nicht klar kommt. Alles Gute für Deinen Vater !
 
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Gotojojo

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Hallo Gotojojo,
bist du dir sicher das er nach dem Klinikaufenthalt sofort in die Kurzzeitpflege kommt? Normalerweise ist es anderst rum. Zuerst kommt die REHA (da wird dann eine eventuelle Einstufung gekärt) erst dann, bei Bedarf folgt die Kurzzeitpflege.
Gruß Lisy
Hallo,
ja, es ist korrekt, dass er jetzt in die Kurzzeitpflege kommt. Nach der OP war er im Krankenhaus zunächst für 17 Tage in einem "speziellen Programm" (Kompakt Mobilität oder so ähnlich...), darf aber 6 Wochen den Fuß nicht belasten. Das geht erst, wenn nach 6 Wochen die Platte rauskommt. Demnach kann er auch dann erst wieder das Laufen trainieren. Und da setzt meine Frage an: Was kann im Anschluss an die Kurzzeitpflege gemacht werden?

Liebe Grüße
Gotojojo
 
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Gotojojo

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Guren Morgen,

was soll er denn jetzt in der Reha, wenn er den Fuß nicht belasten darf? Nach dem Krankenhaus in Kurzeitpflege ist in diesem Fall meines Erachtens schon die richtige Reihenfolge. Was ja nicht heißt, dass dort nicht auch Physiotherapie stattfinden soll um die jetzt noch mögliche Mobilität u erhalten. Pflegestufe muss man erst in der Reha schauen, er braucht zwar jetzt viel Unterstüzung, aber ob das über die Dauer von 6 Monaten nötig ist....?

Ludmilla
Hallo Ludmilla,
meine Frage lautet: "Was kommt nach der Kurzzeitpflege?"
Ich habe m.E. nirgends gesagt, dass er jetzt in die Reha soll, denn er darf, wie Du richtigerweise bemerkt hast, den Fuß nicht belasten. Kann man eine Pflegestufe z.B. auch in der Kurzzeitpflege beantragen?
Liebe Grüße
Gotojojo
 
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ms-sophie

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hallo Gotojojo,

dein Problem wird sein, dass die 6 Monate nicht erfüllt sind.
Als pflegebedürftig wird nur angesehen, wer dauerhaft der Hilfe bedarf. Das ist gegeben, wenn die Hilfebedürftigkeit voraussichtlich länger als sechs Monate andauern wird. Maßgeblich für die Prognose ist der Zeitpunkt der Prognoseerstellung.
Da der Sozialdienst in der Akutklinik schon der Meinung war, dass dein Vater noch zu fit ist, würde ich dir vorschlagen die Krankenkasse deines Vaters aufzusuchen und dort um Beratung/Hilfestellung bitten.

sophie
 
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ludmilla

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Guten Morgen,

ich habe mit meinem Beitrag auf Lisy geantwortet die meinte zuerst Reha und dann Kurzzeitpflege.
Zu deiner Frage..., natürlich kannst man eine Pflegestufe beantragen, jeder kann und darf das zu jeder Zeit! Was aber nicht heißt, dass der Antrag genehmigt wird. Eine Pflegestufe wird er meiner Meinung nach vor Abschluss der Reha aber nicht bekommen, weil die Dauerhaftigkeit (in der Pflegeversichung ist damit ein Hilfebedarf über die Dauer von 6 Monaten gemeint) vorher nicht wirklich abgeschätzt werden kann. Wenn klar ist, dass noch eine Reha erfolgt, wird der MDK höchstwahrscheinlich gar nicht kommen.

Jetzt muss eine zeitliche Versorgungslücke geschlossen werden, die ggfs selbst finanziert werden muss. Hast du schon mal mit der Krankenkasse gesprochen, inwieweit eine pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung über die finanziert wird, für diesen Zeitraum? Gibt es bei euch einen Pflegestützpunkt, wende dich dorthin, dort kann man vieles in einem Beratungsgespräch klären.
Gruß
 
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Lisy

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Hallo Gotojojo,
hat dein Vater eine Unfallversicherung, wenn ja kommt die für eventuelle Versorgungslücken auf. Ansonsten heißt es eventuell selber zahlen oder selber pflegen.
Der Antrag auf REHA (die eventuell nach der Kurzzeitpflege folgt) sollt wie schon geschrieben schnellst möglich gestellt werden.
Lisy
 
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Gotojojo

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Hallo zusammen,

Danke für Eure Antworten, Hinweise und Tipps.

Ich habe mit der KV und der Pflegekasse gesprochen. Von der KV kam der Hinweis, dass man für die Phase nach der Kurzzeitpflege über den Hausarzt einen Antrag nach "Muster 61" stellen könnte. Hier sei allerdings für eine Bewilligung die Gesamtsituation meines Vaters wichtig. Ich könnte mir vorstellen, dass seine "Makula Degeneration" (rechts 30%/links 50% Sehkraft) sicherlich auch eine Rolle spielt.

Sollen wir nach Muster 61 und eine Pflegestufe beantragen? Letzteres kann doch nicht schaden, höchstens abgelehnt werden, oder?

Liebe Grüße
Gotojojo
 
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ms-sophie

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Hallo Gotojojo,

ich habe gerade mal gegoogelt was denn Muster 61 sein könnte, es ist der Antrag auf Reha. Diese kann doch aber erst stattfinden wenn dein Vater überhaupt rehafähig ist und soweit ich es denn richtig verstanden habe, ist dieser bereits gestellt.

Wie Lisy schon richtig geschrieben hat, wenn dein Vater ein Unfallversicherung hat, solltest du diese schnellstmöglich bemühen, ansonsten bleibt dir nur, Kosten selbst aufzubringen.
 
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ludmilla

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Hallo Gotojoho,

natürlich kannst du die Pflegestufe beantragen, wenn aber klar ist, dass die Therapie nicht beendet ist und noch eine Reha ansteht, dann wird der MDK wahrscheinlich nicht begutachten, wenn er Kenntnis von der bevorstehenden Reha hat.

Bei der pflegestufe geht es nicht ausschließlich darum, wie der aktuelle Stand ist, sondern vor allem darum ob dieser Hilfebedarf auch auf Dauer besteht. Auf Dauer bedeutet bei der Pflegeversicherung mind 6 Monate. Und ob dein Angehöriger wirklich auch nach der Reha noch soviel Hilfe braucht, lässt sich erst kurz vor Ende der Reha abschließend klären.

Gruss
Ludmilla
 
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Gotojojo

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Hallo Gotojojo,

ich habe gerade mal gegoogelt was denn Muster 61 sein könnte, es ist der Antrag auf Reha. Diese kann doch aber erst stattfinden wenn dein Vater überhaupt rehafähig ist und soweit ich es denn richtig verstanden habe, ist dieser bereits gestellt.

Wie Lisy schon richtig geschrieben hat, wenn dein Vater ein Unfallversicherung hat, solltest du diese schnellstmöglich bemühen, ansonsten bleibt dir nur, Kosten selbst aufzubringen.
Hallo MS-Sophie,
ein Antrag auf REHA ist noch nicht gestellt. Das macht ja erst Sinn, wenn, 6 Wochen nach der OP, die Platte raus kommt und der Fuß wieder belastet werden darf. Und da überlege ich über den Hausarzt diesen "Muster 61" Antrag zu stellen.

LG

Gotojojo
 
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Lisy

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Hallo Gotojojo,
falsh gedacht. Stell den REHA Antrag gleich, es dauert zuerst eine Weile bis der bearbeitet wird und dann muß noch ein geeigneter REHA Platz frei sein. Das eine REHA notwenig wird scheint ja klar zu sein.
Gruß Lisy
 
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Gotojojo

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Hallo zusammen,

es sind nun einige Wochen vergangen und ich möchte abschließend noch kurz berichten, wie es weiter gegangen ist. Vorher möchte ich mich aber bei allen für die netten Ratschläge und Informationen bedanken!!

Nachdem mein Vater die Schraube aus dem Wadenbein entfernt bekam, war er noch ein paar Tage in der Kurzzeitpflege. Der Antrag zu einer anschließenden stationären Reha (Muster 61) wurde gestellt und genehmigt. Da der Startzeitpunkt der Reha ungewiss war, haben wir ihn nach 4 Wochen Kurzzeitpflege zurück in sein Haus geholt. Ein Krankenbett im Erdgeschoss wurde dafür ebenso genehmigt, wie die medizinische ambulante Pflege. Wenige Tage später konnte er dann die stationäre Reha in Duisburg beginnen, wo er nun seit 1 Woche ist.

Vom Ablauf her haben wir wohl alles richtig gemacht. Er kann mittlerweile wieder am Geländer Treppen hoch und runter laufen und geht auch sogar kurze Strecken selbständig.

Zusammenfassend haben mir die Erlebnisse und Erfahrungen gezeigt, dass ältere Menschen, die schlecht hören und sehen können, sowie keine Angehörigen haben, die sich um sie kümmern, zwar grundsätzlich gut versorgt werden, jedoch im Vergleich zu anderen immer hinten anstehen. Ihnen werde Schriftstücke, wie Behandlungsverträge oder Tagespläne vorgelegt, die sie überhaupt nicht lesen können. Der Kommunikationsfluss zwischen den einzelnen Institutionen (Krankenversicherung, Krankenhaus, Hausarzt, Kurzzeitpflege, Reha etc.) ist suboptimal und verbesserungswürdig. Ohne eine entsprechende Eigeninitiative und Sorge der Angehörigen läuft sicherlich vieles schlechter.

Dennoch versuchen alle ihr Bestes und wir sollten dankbar sein, dass wir, bei allen notwendigen Verbesserungen, ein grundsätzlich gut funktionierendes System haben.

Liebe Grüße

Gotojojo
 
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