Was ist normal?

S

sickti

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
44652
0
Hallo zusammen,

ich arbeite seit 5 Wochen bei einem kleinen, privaten Pflegedienst. Dazu habe ich einige Fragen, denn ich kann absolut nicht einschätzen, was in der ambulanten Pflege normal ist und was nicht.

Zunächst einmal bin ich 2 Wochen lang "mitgefahren" um die Patienten, die ich dann betreuen sollte kennenzulernen und auch das ganze drumherum. Dachte ich zumindest.
Realität ist allerdings, dass ich bis jetzt über 40 Patienten kennengelernt habe und meine jeweilige Tour zumindest im Spätdienst oft erst 1-2 Stunden vorher erfahre. Das bedeutet, ich sitze zu Hause "Gewehr bei Fuss", weil ich ja auch nicht weiß, um wieviel Uhr ich bei welchem Patienten beginne.
Im Frühdienst sehe ich jeden Mittag wenn ich ins Büro zurückkomme, welche Tour ich am nächsten Tag habe.

Meine Tour selbst wechselt von Woche zu Woche und oft auch innerhalb einer Woche. Mir ist schon klar, dass eine gewisse Flexibilität in diesem Job einfach notwendig ist. Oft ist es aber so, dass mir unbekannte Patienten in meine Tour gegeben werden oder solche, bei denen ich den jeweiligen Dienst (früh/mittags oder spät) noch nicht gemacht habe ohne vernünftige Infos. Im gestrigen Spätdienst hatte ich 7 solcher Patienten in meiner Tour.
Auch das ist zu stemmen, allerdings kostet es viel Zeit, mich in der Pat.-Akte zu informieren, den/die Pat. zu fragen wo ich was finde, wie Dinge wie z.B. Abendessen etc. üblich und gewünscht sind usw.. Bei Pat., die mir nicht antworten können suche ich mich selbst durch. Das alles dauert natürlich und summiert sich zusammen.
Wenn ich zu anderer Tageszeit schonmal bei dem Pat. war ist das einfacher, doch oft komme ich wie gesagt auch zu mir völlig unbekannten Pat..

Wie soll ich da vernünftig arbeiten und gleichzeitig in der vorgegebenen Zeit bleiben?
So war ich gestern ziemlich zum Schluss der Tour knapp 30 Minuten in Verzug, ein Angehöriger rief an, ob/wann jemand käme und ich bekam eins "auf`s Dach".
Besagte Pat. war von vornherein eine Stunde später geplant als sie es selbst wünscht, dazu kam meine Verspätung.
Bei all dem denke ich, der Ärger war doch vorprogrammiert und hausgemacht.
Sollte meine Tour heute dieselbe sein wie gestern geht es natürlich flotter, nur vermutlich ist sie das nicht und ich stehe vor demselben Problem.

Meine Chefin schaut nur darauf, dass sich kein Pat. oder Angehöriger beschwert, denn die Konkurrenz hier ist groß. Der Rest interessiert sie m.E. wenig.

Was ich wissen möchte ist einfach, ob das in PD`s so üblich ist und ich mich da einfach durchbeissen muss. Ich kann das einfach nicht einschätzen.

Schonmal vorab lieben Dank für Eure Antworten/Ratschläge,
viele Grüße
sickti
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Ambulante Pflege
anubis

anubis

Mitglied
Basis-Konto
1
99974
0
Hallo ,

Das tut mir echt leid für Dich das es bei euch so abläuft .
Bei uns ist auch ein Ambulanter Dienst mit dran jedoch kann ich das nicht sagen das es so besch..... ist.
Die Außendienstschwester bekommt meißt 1 Woche vorher Ihren Tourenplan und bei Veränderungen wird Ihr so früh wie möglich bescheid gegeben das sie dann auch entsprechend reagieren kann. Dann haben die eine Art Übergabebuch wo dann noch weitere Informationen stehen ( Kommunikation ist halt doch da A und O ) . Dann haben die Schwestern noch von der Firma Handys wo alle Nummern von den Klienten stehen damit sie bei Verzögerungen bescheid gegeben können . Vieleicht kannste deinen Chefin ja fragen ob es nicht möglich wäre das Du früher bescheid bekommen kannst denn ich denke, das sich die klienten nicht jeden Tag ändern oder die Touren ansonsten würde ich sagen hab Ihr da ein ganz großes Qualitätsproblem den wenn sich das häufen tut schauen sich die Klienten auch nicht lange an .

Mfg
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Pflegeheim :)
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
41
Köln
0
Normal ist das mit Sicherheit nicht. Aber leider arbeiten viele Pflegedienste nach solch chaotischen Mustern. Die Härte ist allerdings, dir eins aufs "Dach" zu geben, weil du 30 Minuten Verspätung hattest.

Die Fehler liegen hier klar bei der Planung.
1. muß man dir als "Neuling" schon noch etwas mehr Zeit einplanen.
2. Kostet es immer, auch für eingespieltes Personal viel Zeit, wenn man zu unbekannten Patienten fahren soll.

Leider gibt es immer wieder PDLs, die das einfach nicht wahrhaben wollen. Ich würde auf jeden Fall bei Rügen wie du sie beschrieben hast, ein energisches Veto einlegen. Du bist nicht verantwortlich für die chaotische Planung und tust sicher dein bestes.

Ein kleiner Vorteil: Wenn es in deiner Umgebung viele Pflegedienste gibt, dann besteht auch die Hoffnung, dass du einen besseren Arbeitgeber findest. Meine persönliche Erfahrung ist, dass man solchen Ärger immer ertragen muß, weil die Planung einfach nur miserabel ist. Kleiner Tipp, achte mal auf die Personalfluktuation.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
S

sickti

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
44652
0
Danke Euch, Ihr baut mich grad wieder etwas auf :wink: .

Ja, die Fluktation ist hoch bei uns, in den 5 Wochen, die ich nun dabei bin haben zwei Kolleginnen gekündigt, und vorher war es wohl auch so ähnlich.

Ich finde diese Problematik ja auch hausgemacht, nur zweifle ich als Neuling natürlich auch an meiner Einschätzungsfähigkeit in diesen Dingen.
Es ist leicht zu sagen, ich würde vieles von vornherein ganz anders planen wenn man den nötigen Hintergrund noch nicht hat und ich will ja auch niemandem Unrecht tun.
Umso mehr erleichtert es mich zu lesen, dass nicht nur ich das Ganze chaotisch finde :eek:riginal: .

Ehrlich gesagt bewundere ich viele Patienten, die mich in ihre Wohnung lassen, obwohl sie mich gar nicht kennen.

Ich habe vor fünf Minuten meine PDL angerufen um zu erfahren, wann ich denn heute (ich habe grad SD) überhaupt arbeiten muss und wie meine Tour aussieht. Das kann es doch nicht sein?!
Meine Tour ist übrigens wieder eine andere als gestern, aber wenigstens scheint kein ganz unbekannter Patient dabei zu sein *seufz*.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Ambulante Pflege
S

sickti

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
44652
0
.... denn ich denke, das sich die klienten nicht jeden Tag ändern oder die Touren ansonsten würde ich sagen hab Ihr da ein ganz großes Qualitätsproblem den wenn sich das häufen tut schauen sich die Klienten auch nicht lange an .
In der FD-Woche sind es meist dieselben Klienten, in der SD-Woche ändert sich meine Tour oft täglich. So habe ich auch heute nur z.T. dieselben Patienten wie gestern.
Wenn mich ein Klient fragt:"Kommen Sie morgen wieder?" kann ich immer nur antworten:"Ich denke schon.".

Ich höre fast täglich den Satz:"Ach, an jedem Tag kommt ein anderer.".
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Ambulante Pflege
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
41
Köln
0
Ja, die Fluktation ist hoch bei uns, in den 5 Wochen, die ich nun dabei bin haben zwei Kolleginnen gekündigt, und vorher war es wohl auch so ähnlich.
Das sagt mir schon alles. Ich arbeite seit 10 Jahren in der ambulanten Pflege, auch in einem kleinen Pflegedienst. Früher aus Geldgründen heute um Betriebsblindheit zu vermeiden, arbeite ich zeitweise als Aushilfe in anderen Pflegediensten. Ich mache das gerne. Man lernt andere Arbeitsweisen kennen.

Das was du hier erzählst erlebe ich immer wieder. Miserable Planung, frustrierte Kollegen die reihenweise kündigen und vor allem viel zu geduldige Patienten. Du wirst letztendlich nichts ändern können. Im LAufe der Zeit wird dein Frust immer weiter zunehmen. Ich kann dir nur raten, dich nicht zu sehr zu investieren, sondern einen anderen Arbeitgeber zu suchen.

Das klappt übrigens sehr gut, wenn du erst einmal eine Zeitlang als Aushilfe arbeitest oder zumindest ein paar Tage hospitierst. So kann man feststellen, ob die theoretischen Aussagen aus dem Vorstellungsgespräch wirklich in der Realität gelebt werden oder obs mal wieder so ein Blender ist der sein Personal nur ausnutzt und an den Rand der Erschöpfung bringt mit seinen unsäglichen Diensten.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
S

sickti

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
44652
0
Das was du hier erzählst erlebe ich immer wieder. Miserable Planung, frustrierte Kollegen die reihenweise kündigen und vor allem viel zu geduldige Patienten. Du wirst letztendlich nichts ändern können. Im LAufe der Zeit wird dein Frust immer weiter zunehmen. Ich kann dir nur raten, dich nicht zu sehr zu investieren, sondern einen anderen Arbeitgeber zu suchen.
Das klingt ja nicht sehr hoffnungsvoll :-( .

Viel zu geduldige Patienten - ja, das sehe ich auch so. Ich hatte in dieser Woche einschl. heute nur an 2 Tagen in etwa die gleiche Tour und höre von den Patienten immer wieder die Frage, wieso denn dauernd ein anderer kommt. Auf die auch häufige Frage "kommen Sie morgen wieder?" kann ich immer nur sagen "Ich weiß es nicht".

Zudem ist meine Tour immer so vollgestopft, dass ich von einem Patienten zum anderen hetzen muss, was den Leuten auch oft nicht verborgen bleibt, obwohl ich wie ich finde wirklich schnell und trotzdem ruhig arbeiten kann.
Irgendwie scheint es meinen Cheffinnen bisher verborgen geblieben zu sein, dass ich mich vor allem abends nicht durch den Feierabendverkehr beamen kann. Da sind mir oft nur 5 Minuten zugestanden um vom einen Ende der Stadt zum anderen zu kommen. Spätestens beim dritten Patienten bin ich dann schon zu spät dran. Und ich mache wirklich zwischendurch nicht die kleinste Pause. Wenn ich dann noch tanken muss passt zeitlich gar nichts mehr.
Ich versuche dann immer die Zeit irgendwie aufzuholen, wenn der schlimmste Verkehr vorbei ist, was bleibt mir auch übrig?! Das erste Verwarnungsgeld für zu schnelles Fahren durfte ich schon bezahlen.

Liegt das alles an mir? Ich meine, die Arbeit beim Patienten selbst schaffe ich gut in der vorgegebenen Zeit, wenn nichts besonderes dazwischen kommt.


Ich glaube, ich gucke wirklich auch mal bei anderen Pflegediensten. In der ambulanten Pflege möchte ich nämlich auf jeden Fall bleiben, die Arbeit selbst macht mir Spass.
Danke auch für den Tip mit der Hospitation, das werde ich auch ins Auge fassen, und wenn es nur dazu dient zu sehen, wie es anderswo zugeht.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Ambulante Pflege
Valentina

Valentina

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo sickti,
wie stern3007 schon schrieb, ist die Panung das A und O. Nur nützt die beste Planung nichts, wenn sie absolut unrealistisch ist. Deshalb sollte die Tourenplanung regelmäßig mit den tatsächlichen Zeiten (die u.a. anhand des Stundenzettels nachvollziehbar sind) abgeglichen werden.
Viel zu geduldige Patienten - ja, das sehe ich auch so. Ich hatte in dieser Woche einschl. heute nur an 2 Tagen in etwa die gleiche Tour und höre von den Patienten immer wieder die Frage, wieso denn dauernd ein anderer kommt. Auf die auch häufige Frage "kommen Sie morgen wieder?" kann ich immer nur sagen "Ich weiß es nicht".
Dieses Problem haben wir durch Wochen-Tourenpläne gelöst. Im Spätdienst teilen sich z.B. 5 Mitarbeiter die monatlichen Dienste. Stellt ein Patient die wer-kommt-denn-morgen-Frage, kann jeder MA sie beantworten. Bei den Frühdiensten sind die Patienten den Touren fest zugeordnet, hat ein MA frei, dann übernimmt der Springer. Das klappt i.d.R. selbst bei 60-65 Patienten ganz gut.
Ständige Verspätungen/ständiger Personalwechsel würden unsere Patienten auf Dauer nicht hinnehmen - sie greifen dann zum Telefonhörer und beschweren sich (zu Recht) bei uns.
Unsere Mitarbeiter notieren sich die tatsächlichen Pflegezeiten auf ihrem Tourenplan, da sieht man als Vorgesetzte gleich, wo eine unrealistische Planung oder ein zu niedrig bemessener Kostenvoranschlag vorliegt.
Wenn ich dann noch tanken muss passt zeitlich gar nichts mehr.
Wir haben bei uns geregelt, dass rechtzeitig, bzw. nach der Patiententour bzw. vor dem Wochenende getankt wird.
Liegt das alles an mir? Ich meine, die Arbeit beim Patienten selbst schaffe ich gut in der vorgegebenen Zeit, wenn nichts besonderes dazwischen kommt.
Jetzt rede dir bloß nicht ein, dass es an dir liegt. Wenn die Strukturen nicht stimmen, kannst du dich auf den Kopf stellen und wirst es trotzdem im vorgegebenen Rahmen nicht schaffen.:sick:
Ich würde zunächst zu einem Gespräch raten und die Vorgesetze anhand deiner Aufzeichnungen mit der Realität konfrontieren. Es geschehen ja manchmal auch noch Wunder und die Leitung ist wirklich an Verbesserungen (das Zauberwort heißt Kundenorientierung - und damit sind auch die Mitarbeiter gemeint) interessiert... Wenn kein Interesse besteht, dann würde ich mich auch nach einem anderen Arbeitgeber umsehen.
Gruß
Valentina
 
Qualifikation
Krankenschwester/TQM-Auditorin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
41
Köln
0
Irgendwie scheint es meinen Cheffinnen bisher verborgen geblieben zu sein, dass ich mich vor allem abends nicht durch den Feierabendverkehr beamen kann. Da sind mir oft nur 5 Minuten zugestanden um vom einen Ende der Stadt zum anderen zu kommen. Spätestens beim dritten Patienten bin ich dann schon zu spät dran. Und ich mache wirklich zwischendurch nicht die kleinste Pause. Wenn ich dann noch tanken muss passt zeitlich gar nichts mehr.
Ich versuche dann immer die Zeit irgendwie aufzuholen, wenn der schlimmste Verkehr vorbei ist, was bleibt mir auch übrig?! Das erste Verwarnungsgeld für zu schnelles Fahren durfte ich schon bezahlen.
Ich kann dir nur raten das sein zu lassen. Es bringt nichts, wenn du dich in Gefahr bringst, nur um einen Plan einhalten zu können, der in der Praxis nicht haltbar ist.

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich dir nur sagen, dass es durchaus mal Spaß machen kann, so zu arbeiten. Ist irgendwie eine Herausforderung. Aber wenn du den Job ein wenig länger machst, wirst du merken, wie das an die Substanz geht. Ab und zu mal die Supermegahetze ist ok, aber dauernd führt das unweigerlich in den Burnout oder in den Autounfall. Du verlierst immer bei diesem Spielchen. Die Sinnlosigkeit deines Tuns nimmt dir auf Dauer die Lust am arbeiten. Wenn du obendrein auch noch eine Kostenbeteiligung bei einem Unfall in deinem Arbeitsvertrag stehen hast, dann würde ich auf keinen Fall beim Fahren versuchen, die fehlende Zeit wieder hereinzuholen. Du zahlst dann drauf.

Wenn sich die Patienten bei dir beschweren, dann verweise sie aufs Büro. Sie sollen sich dort beschweren. Wenn du zu spät kommst weil die Fahrzeiten utopisch sind, dokumentiere genau die Fahrzeiten und ggf. auch die Probleme die zu Verzögerungen geführt haben.

Verausgabe dich nicht. Dein Arbeitgeber ist der letzte, der dich unterstützen wird, wenn es dir schlecht geht, weil dich die Arbeit krank gemacht hat.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
H

Hannamobil

:mad_2: Mich macht es immer wütend, wenn ich höre, daß bei Pflegediensten solche "Planung" üblich ist!

Ich finde es unmöglich, daß jeden Tag eine andere Person in den allerpersönlichsten Bereich eines Menschen eindringt! Das MUSS anders möglich sein!

Ich stelle mir dann immer vor, wie ich mich als Patient/Kunde fühlen würde.
Ich würde kündigen!!!

Bei uns ist es zum Glück so, daß alle Kollegen ihre feste Tour haben, sowohl im Frühdienst als auch im Spätdienst. Unsere Kunden schätzen das sehr. Manche wechseln deshalb von anderen Pflegediensten zu uns. Es hat sich halt rumgesprochen.


Gruß Hanna
 
S

sickti

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
44652
0
Jep Hanna, so hatte ich mir das auch vorgestellt, eine feste Tour mit in AUSNAHMEFÄLLEN auch anderen Patienten.
So wie es bei uns läuft ist es nicht zufriedenstellend, nicht für die Kunden und nicht für mich.

Valentina - Wochenpläne wären ja ein Traum :rolleyes: . Das funktioniert im FD noch so halbwegs, im SD gar nicht mehr.
Liegts vielleicht daran, dass wir fast nur mit TZ-Kräften arbeiten?

Ich werde wie gesagt an jedem Tag von der PDL angerufen, die mir dann sagt von wann bis wann ich arbeite und bei welchen Patienten, sprich ich kenne meine eigene Runde oft erst 2 Stunden vor Arbeitsbeginn, denn der SD wird an jedem Tag mittags neu geplant.
So weiß ich z.B. bis jetzt noch nicht ob ich morgen FD oder SD habe, von wann bis wann und bei welchen Patienten schon gar nicht.
Ich bin neu dort und das wurde angeblich schon immer so gehandhabt und hat funktioniert, was soll ich da groß sagen?
Auch bei uns werden die tatsächlichen Zeiten die jeder brauchte dokumentiert, ich werde nur das Gefühl nicht los, dass das niemanden interessiert.

Stern - ja, so ab und zu einen Megastresstag mag ich auch, das macht mir nichts. Wenn ich allerdings zu Beginn der Tour schon absehen kann, dass das wie geplant nicht machbar ist und das fast täglich ist`s eher frustrierend.
Angeblich soll ja alles anders sein, wenn wir personalmäßig wieder voll besetzt sind, nur wo sollen die Mitarbeiter herkommen, wenn die einen kündigen und andere nach 3 Tagen Hospitation nicht mehr auftauchen (waren vier die das machten in den letzten 5 Wochen)?

Ich bin jedenfalls schon froh zu lesen, dass es nicht überall so ist, denn wie gesagt, die ambulante Pflege macht mir ansonsten großen Spass, notfalls eben woanders.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Ambulante Pflege
L

Lisy

Unterstützer/in
Basis-Konto
Hallo sickti,
ich versteh nicht ganz wieso man jeden Tag die Tour neu mischen muß?
Bei uns steht schon im Dienstplan, wer wann was arbeitet. Und die Tourenpläne werden Donnerstags für die nächste Wochen geplant.
so wir ihr arbeitet, hast du doch gar keine Freizeit.
Liest sich fast wie täglicher Bereitschaftsdienst, den würde ich mir mal bezahlen lassen.
Der MDK freut sich auch über solches Vorgehen. (Achtung Ironie)
Da ist nichts von Ablauf oder Qualitätsicherung zu sehen.
Such dir einen ambulanten Dienst der eine Strukturqualität besitzt.
Denn lange gut gehen kann das nicht.
Gruß Lisy
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
S

sickti

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
44652
0
so wir ihr arbeitet, hast du doch gar keine Freizeit.
Exakt so empfinde ich es auch, zumindest im SD. Ich sitze tgl. zu Hause und warte auf den Anruf um zu wissen, wann mein Dienst beginnt. Die Planung irgendwelcher privaten Dinge ist fast unmöglich.

Wie sind überhaupt die Feiertage bei Euch geregelt? Bei uns arbeiten Heilig Abend und Silvester alle, denn das sind ja keine Feiertage und die meisten, die Neujahr arbeiten, arbeiten auch an einem der Weihnachtsfeiertage.
Da war ich wohl zu blauäugig, als ich dachte ich hätte Weihnachten ODER Silvester Dienst. Aber vielleicht muss das so sein?!
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Ambulante Pflege
L

Lisy

Unterstützer/in
Basis-Konto
Hallo sickti,
wie jetzt? Was jetzt? Es arbeiten doch nie alle Arbeitnehmer, irgendwer ist doch immer im Frei oder in Urlaub.
Und bei uns ist es schon so geregelt, über die Feiertage 2 Schichten. Entweder Weihnachten oder Neujahr.
Wer dieses Jahr Weihnachten Dienst hat, hat nächstes Jahr keinen Weihnachtsdienst. Außer unsere jungen Kollegen wollen ausdrücklich Weihnachten arbeiten.
Euren Dienst kann man gelinde als "Saustall" bezeichnen.
Und das ist zum Glück nicht normal.
Gruß Lisy
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
S

sickti

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
44652
0
Über Weihnachten/Neujahr gibts bei uns ne Urlaubssperre. Das kenne ich aber auch vom stationären Dienst.
Mit "Heilig Abend und Silvester arbeitet jeder" meinte ich, dass diese Tage wie normale Werktage behandelt werden und nicht wie Feiertage/Wochenenden.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Ambulante Pflege
H

Hannamobil

Hallo, Sickti

das kann ja wohl nicht sein! Du wartest jeden Tag zu Hause drauf, daß man geruht Dir mitzuteilen, wann Dein Dienst beginnt und wen Du anfährst!!!

Bist Du kein Mensch mit eigenen Bedürfnissen? Mit dem Recht auf Freizeit? Auf planbare Freizeit? :mad_2: das kann es ja wohl nicht sein!

Ich würde mir an Deiner Stelle ganz schnell was anderes suchen! So wie es ja wohl schon viele Deiner Kollegen getan haben.

LG Hanna
 
Valentina

Valentina

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo sickti,
laut Gesetz sind Heiligabend + Silvester "ganz normale" Werktage - es können aber durch Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung andere Regelungen getroffen werden (unter Fortzahlung der Bezüge frei oder nur 1/2 Arbeitstag usw.).

Hier noch eine Geschichte wie es nicht laufen sollte:
Pflegeübernahme eines insulinpflichtigen Diabetikers, vereinbarte Einsatzzeit 17-18 Uhr. Tatsächliche Einsatzzeiten irgendwann zwischen 15 und 20 Uhr bei täglich wechselndem Personal.
Der Höhepunkt war aber die Ankunft einer Pflegehelferin, die den Angehörigen verwundert mitteilte: "Wie, hier muss Insulin gespritzt werden? Das kann ich doch garnicht!" Immerhin rief sie ihren Chef an, der dann eine Stunde später einen Mitarbeiter mobilisierte, der die Injektion übernahm.
Gespräche mit dem Inhaber bezüglich fester Uhrzeiten verliefen ergebnislos, er verwies nur darauf, dass er nun mal personelle Probleme habe.
Da die Angehörigen die ständige Warterei satt hatten, haben sie sich einen anderen Pflegedienst gesucht. (Obwohl sie das Theater ziemlich lange erduldet haben)
Ich werde wie gesagt an jedem Tag von der PDL angerufen, die mir dann sagt von wann bis wann ich arbeite und bei welchen Patienten
So geht man nicht mit seinen Mitarbeitern um, ich denke auch, du solltest dir eilig etwas anderes suchen!
Schönen Restsonntag
Valentina
 
Qualifikation
Krankenschwester/TQM-Auditorin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
41
Köln
0
Stern - ja, so ab und zu einen Megastresstag mag ich auch, das macht mir nichts. Wenn ich allerdings zu Beginn der Tour schon absehen kann, dass das wie geplant nicht machbar ist und das fast täglich ist`s eher frustrierend.
Angeblich soll ja alles anders sein, wenn wir personalmäßig wieder voll besetzt sind, nur wo sollen die Mitarbeiter herkommen, wenn die einen kündigen und andere nach 3 Tagen Hospitation nicht mehr auftauchen (waren vier die das machten in den letzten 5 Wochen)? [/quote
Ein nicht erreichbaresZiel ist letztendlich keine Motivation mehr. Der Frust steigt nur ins immense. Glaube mir einfach das sich die Personalsituation niemals ändern wird. Ich wohne in einer Großstadt, also entsprechend viele Pflegedienste um mich herum. Wenn man längere Zeit dabei ist, weiß man ganz genau, welchen Pflegedienst man als Arbeitnehmer tunlichst meiden sollte. Bestimmte Pflegedienste haben einen derart schlechten Ruf, dass sie kein gutes Personal mehr anwerben können. Die Personalfluktuation ist extrem, man arbeitet nur dort, wenn es gar nicht anders geht und ist schnellstmöglich wieder weg.

Euer Dienstplan ist eine Katastrophe. Auch mit vielen Teilzeitmitarbeitern kann man einen gescheiten Dienstplan aufstellen. ich würde so ein Spiel auf jeden Fall nicht mitmachen.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
S

sickti

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
44652
0
Pflegeübernahme eines insulinpflichtigen Diabetikers, vereinbarte Einsatzzeit 17-18 Uhr. Tatsächliche Einsatzzeiten irgendwann zwischen 15 und 20 Uhr bei täglich wechselndem Personal.
Das kommt mir jetzt sehr bekannt vor. :(


Die Personalfluktuation ist extrem, man arbeitet nur dort, wenn es gar nicht anders geht und ist schnellstmöglich wieder weg.

Euer Dienstplan ist eine Katastrophe. Auch mit vielen Teilzeitmitarbeitern kann man einen gescheiten Dienstplan aufstellen. ich würde so ein Spiel auf jeden Fall nicht mitmachen.
Tja, momentan brauche ich den Job, was mich aber nicht hindern muss mich auch woanders umzusehen :wink: .Danke jedenfalls nochmal für Deine/Eure Einschätzungen, das hat mir doch schon sehr weitergeholfen.

Liebe Grüße und schöne Weihnachtstage
sickti
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Ambulante Pflege
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.

Ähnliche Themen