Intensiv Was ist Intensivpflege?

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Rolf

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Hallo all
wenn ich einmal ein Fazit aus dem bisher gesagten ziehe,komme ich nicht umhin,festzustellen,das wir Intensivler uns in der Pflege nicht von den "normal" pflegenden unterscheiden.All das gesagte lässt sich ohne weiteres auch auf die "Normalstation" übertragen.
Aber so richtig definiert,was Pflege ausmacht haben wir noch nicht.Begriffe wie ganzheitlich oder umfassend sind mir persönlich zu weit gefasst.Wir sollten versuchen,diese Begriffe mit Inhalt zu füllen.Vielleicht gelingt es uns mit dieser Diskussion ja ein wenig.
Greetz von einem immer noch suchenden Rolf
 
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Elisabeth Dinse

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13.08.2000
00000
Hallo @all,
das ist doch schon mal ein Ansatz...
[QB]
Pflege hat (vor allem in Deutschland), genau dieses Problem: Keiner weiss so genau, was das eigentlich ist. Seit Jahren definieren wir uns darüber, was wir NICHT machen, darüber was wir delegiert bekommen, was andere Berufsgruppen NICHT dürfen oder eben was andere Berufsgruppen machen SOLLEN.[/QB]
...vielleicht sollten wir wirklich beginnen im Ausschlußverfahren heraus zu bekommen, was Pflege ist.

Also Pflege ist nicht: Geräte von A nach B transportieren
Material ins Labor tragen
Röntgenbilder sortieren
Akten fürs Archiv fertig machen
Untersuchungsscheine vorbereiten
Technik pflegen und
gegebenenfalls reparieren
???
Was ist noch keine pflegerische Tätigkeit?

Elisabeth
 
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Schöhler

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04.02.2001
Ludwigshafen
Hi all,

sooo viele Dinge sind NICHT pflegerische Aufgabe, da braucht man ja ewig zum aufzählen.....
Wie wärs denn mal (ein Teilaspekt natürlich nur): Pflege als solche versucht, den Menschen als Gesamt"konstrukt" zu sehen, als Individuum, und nicht nur als die Summe seiner Teile....im Gegensatz zu den:
-Muskulär-Knochigen Physiotherapeuten
-Organ-defizitär orientierten Ärzten
-Seelisch-spirituellen Seelsorgern
-Mental-psychischen Psychologen/Psychiatern

Pflege versucht also irgendwie, all das unter einen Hut zu bringen und das beste für den Patienten zu tun, sozusagen sowohl als Anwalt des Patienten als auch als (vieleicht?) einzige beteiligte Berufsgruppe, die jeden Aspekt des Menschen wahrnimmt.....

Hatte Frühdienst und wenig Schlaf, wenn ich also Mist geschrieben habe, seid Nachsichtig..;o)

Gruss

Christian
P.S.: An all die anderen berufsgruppen drumherum, das ist ÜBERSPITZT formuiert und nicht als Angriff gemeint...;o)
 
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Krankenpfleger
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Herzchirurgie
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Rolf

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Hallo all
ich weiss nicht,ob es uns wirklich weiter bringt,aufzuzählen,was Pflege nicht ist,damit hat das "Gebilde Pflege" für mich immer noch kein Gesicht bekommen.
Ich will aber dennoch diesen Weg einmal beschreiten:
Pflege ist jedenfalls nicht,Spritzen zu verteilen und Blut abzunehmen;das ist reine Arztsache.Nur Pflege hat diese Aufgaben mit übernommen.
Pflege ist für mich auch nicht,mit Ärzten über Therapien zu diskutieren.Die Therapie intressiert mich nur insoweit,wie sie für die Pflege relevant ist,das heisst,welche Konsequenzen ich daraus für die Pflege ableiten muss.Mal abgesehen davon,das Ärzte oft nicht mit uns dikutieren,eben weil wir nur Pflegepersonal sind.
Und Pflege ist für mich auch nicht,Assistenzärzte anzulernen.Um die Ausbildung ihrer KollegInnen haben sich die Ärzte selber zu kümmern.
Vielleicht helfen uns auch die Gedanken von Christian,das Pflege den gesamten Menschen im Auge hat.
Greetz,Rolf
 
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Krankenpfleger
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chirurg. Intensivstation
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Willi

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08.11.2000
44143
hallo,
wenn Rolf meint, Pflege bedeute nicht Assistenzärzte anzulernen, dann ist das schon richtig, aber m.E. bedeutet Pflege und zwar überall und nicht nur auf Intensivstationen, dass wir Mentor und Anwalt des Patienten sein sollen. Wenn es dann darum geht, unsere Patienten vor unfähigen oder nassforschen Dokters zu schützen, dann gehört das Anlernen von Ärzten sehr wohl mit zu unseren Aufgaben. Wir erklären ja auch den Krankengymnasten oder den RTAs wie wir mit unseren Patienten umgehen und wie wir wünschen, das mit ihnen umgegangen wird.
Grüße aus Dortmund
Willi
 
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ltd. Fachkrankenpfleger
Fachgebiet
interdisziplinäre Intensivstation
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Rolf

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Hallo Willi
damit stimme ich mit dir überein,das wir Anwälte der PatientInnen sind.Und wenn ich KollegInnen vor mir habe,egal welcher Berufsgruppe,die offensichtlich etwas nach meinem Kenntnisstand falsches tun,so bin ich der letzte,der den Mund hält.Trotzdem denke ich weiterhin,das es nicht unsere Aufgabe sein kann,für die praktische Ausbildung von anderen Berufsgruppen zu sorgen.
Wenn ich eingreife,dann nur,weil dem Patienten durch das Handeln des andern offensichtlich ein Schaden droht.Wer von uns würde nicht dem jungen Assistenzarzt auf der Intensivstation den Absaugkatheter aus der Hand reissen,weil die Gesichtsfarbe von zartrosa nach blauviolett gewechselt hat.Und da gebe ich dir recht,damit lerne ich diesen Assistenzarzt an.
Vielleicht können wir uns dahingehend einigen,das es unsere Aufgabe ist,mit den andern,am Gesundungsprozess des Patienten beteiligten Berufsgruppen zusammen zu arbeiten,um sie im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtungsweise des Patienten anzulernen?
Greetz,Rolf
 
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Krankenpfleger
Fachgebiet
chirurg. Intensivstation
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Rolf

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Hallo all
unsere Diskussion scheint langsam in der allgemeinen Sprachlosigkeit,was Pflege ist,unterzugehen.
Vielleicht hilft da ein anderer Ansatz weiter,nämlich die Frage,was ein Patient ist.
Ein Patient ist(nach Ernestine Wiedenbach)ein Mensch,der erkennt,dass er seine derzeitigen Probleme,Bedürfnisse und die aktuellen Beeinträchtigungen seiner Gesundheit nicht selbst bewältigen kann und damit Hilfe von aussen benötigt.
Diese Sichtweise,was ein Patient ist,kommt meinem Bild eines Patienten sehr nahe.Ausgehend von dieser Sichtweise beinhaltet Pflege für mich alle Handlungen an dem Patienten mit dem Ziel,seine Automie wieder herzustellen.
Zugegeben,auch das ist noch sehr schwammig und sehr weit gefasst,aber vielleicht hilft uns dieser Ansatz ja weiter.
auf eine weiter stattfindenden Diskussion hoffend,Rolf
 
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Krankenpfleger
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chirurg. Intensivstation
T

TOM

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@ Rolf

Das Patientenbild gefällt mir. Aber die Ableitung der Pflege daraus ist m.E. unzutreffend. Pflege übernimmt alle Handlungen um die Autonomie herzustellen?
1. dazu würden dann doch wohl auch OPs gehören, oder? Fein, dan brauchen wir keine Docs mehr... ;)
2. was ist mit den Fällen, wo sich Autonomie nicht wieder herstellen läßt?
3. Wo bleibt die Prävention? Die Prophylaxe?

Ich hoffe somit auch als nicht Intensivler zu Eurer Suche beigetragen zu haben...
 
S

Schöhler

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04.02.2001
Ludwigshafen
Hallo Rolf,

eine interessante Definition (von der ich noch ni egehört habe) allerdings: was ist, wenn der Patient seinen eigenen Bedarf NICHT erkennt/äußert (nach dem Motto, ich schaff das schon- hups schon wieder hingefallen)..oder die zahllosen Fälle von Prophylaxen/Prävention (wei Tom schon sagT)...die wenisten WISSEN und ERKENNEN doch, was gfut für sie ist bzw. was sie gebrauchen könnten..

Aber ich geb zu,. so richtig weiterhelfen tut dieser Ansat auch nicht, sorry

Christian
 
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Krankenpfleger
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Herzchirurgie
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Rolf

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Hallo Tom,Christian,hallo all
@Tom
ich gebe zu,die Formulierung ist etwas unglücklich gewählt,zutreffender wäre vielleicht folgende: alle Handlungen,die über die medizinische Behandlung hinausgeht.
Das Ziel,Autonomie wieder herzustellen sagt nichts darüber aus,wie diese Autonomie aussieht,vielleicht ist auch nur eine Teilautonomie herstellbar,das gilt es in der täglichen Pflege immer wieder zu hinterfragen und gegebenenfalls zu aktualisieren.Was ich beschrieben habe,ist allenfalls ein Fernziel.Und da sind wir dann wieder beim Pflegeprozess,der ja auch Fern- und Nahziele benennt,die immer wieder evaluiert werden müssen.
In den Bereich Prophylaxe/Prävention würde ich die Schulung des Patienten ansiedeln,das ist für mich auch Aufgabe der Pflege.Wir sollten dem Patienten Hilfe zur Selbsthilfe anbieten,d.h. ihm nur die Hilfe zukommen lassen,die er wirklich benötigt.
@Christian
Nun,nach der Definition von Wiedenbach ist jemand,der seinen Bedarf an Hilfe nicht erkennt und damit auch nicht äussert,kein Patient.In wieweit diese Definition richtig oder zutreffend ist,darüber lässt sich natürlich streiten.
Ich glaube,ein Patient sendet vielfältige Signale über seine momentane Befindlichkeit an uns,manche verbal und manche nonverbal.Diese gilt es,zu erkennen und mit dem Patienten in Pflegehandlungen umzusetzen.

Tom,ich finde es gut,das Du dich an unserer Diskussion beteiligst,sind wir doch an einem Punkt angekommen,festzustellen,das sich Intensivpflege von "Normalpflege" eigentlich gar nicht unterscheidet,lässt man die medizinischen Belange einmal weg.Die Frage lautet also:Was ist Pflege?Und selbst wenn die Frage immer noch lauten würde:Was ist Intensivpflege?Der Blick eines Aussenstehenden hilft oft weiter als der oft eingeschränkte eigene Blick.Also,deine Meinung ist gefragt.

Ich weiss nicht,ob wir unsere Frage je beantworten können;wenn die Diskussion auch nur einen ein wenig zum Nachdenken anregt,so ist sie ein voller Erfolg.
Greetz,Rolf
 
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Krankenpfleger
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chirurg. Intensivstation
T

TOM

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Tja, Rolf, dann bewahrheitet sich anscheinend, was ich schon anfänglich gedacht habe. Nämlich das diese Diskussion hier irgendwann bei der Frage landet: Was ist Pflege eigentlich?
Es wäre schön, wenn es darauf hinausliefe, denn m.E. ist das die entscheidende Frage für die Zukunft unseres Berufes. Können wir dies nicht beantworten, wird es bald mehr als schlecht um unsere Arbeit stehen. Denn wie können wir erwarten, für etwas bezahlt zu werden, das wir nicht beschreiben können???
Und dann werden wir auch schnell feststellen, das jegliches Gruppen- oder Elitendenken in der Pflege völlig fehl am Platze ist, gefragt ist (endlich) Einigkeit!

Vielleicht bin ich jetzt etwas am eigentlichen Thread vorbei, aber es liegt mir am Herzen.

TOM
 
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Schöhler

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04.02.2001
Ludwigshafen
Hallo alle, Hallo Tom,

sicherhast Du Recht mit dem was ich sage, wir demonstrieren offenichtlich allzu oft, wie Uneinig wir Eigentlich sind..ein Merkmal von "Professionalität" ist tatsächlich das "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus".....bis dahin ist es noch wein weiter weg, ABER:
Ich plädiere für eine PFLEGENDE ELITE (denn das sind alle anderen am Genesungsprozess beteiligten Gruppen auch), jeder der nicht bereit, willens oder fähig ist, einen minimalen Standard zu erreichen UND aufrecht zu erhalten, hat in eben jener Gruppierung m.E. wenig verloren...
Dabei spielt es, um beim Topic zu bleiben, absolut keine Rolle, wo ich arbeite, oder welche Arbeit ich dort tue..nur das WIE ist entscheidend..


Oder?

Christian
 
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Herzchirurgie
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Elisabeth Dinse

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13.08.2000
00000
Hallo @all,
ich höre immer wieder in Zusammenhang mit grundpflegerischen Tätigkeiten das Wörtchen "nur". Was unterscheidet Laienpflege von professioneller Pflege? Die /der Angehörige wäscht seinen Pflegebedürftigen auch, er reicht ihm das Essen, er unterstützt ihn bei der Verichtung der Notdurft. Was mache ich als Pflegekraft anders? Wo liegen die Unterschiede? Gibts überhaupt welche?

Ein Beitrag der mich nachdenklich stimmte:
http://www.medizin-forum.de/index.php3?menue=Foren&go=zeigeArtikel&nid=35&seite=&aid=101156

Ist das die Zukunft der Pflege? Wo wir doch so gerne amerikanische Verhältnisse hätten?

Elisabeth
 
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TOM

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Hi, Elisabeth!

Danke für den Link.
Ich kann verstehen, das er Dich nachdenklich stimmt (mich im übrigen auch). Und wenn man mal realistisch betrachtet, wie die Entwicklung im Gesundheitswesen bei uns derzeit aussieht, dann könnte ich mir vorstellen, das wir uns in ähnliche Richtungen bewegen.
AUßER es gelingt uns endlich, uns selbstverantwortlich und aktiv in die Diskussionen um die Zukunft der Pflege einzubringen. Ein Schritt in diese Richtung macht m.E. dieser Thread, indem er der Frage auf den Grund geht "was machen wir eigentlich?" und "wer sind wir?".
Ohne dies beantworten zu können, wird es uns sicher nicht gelingen zukünftig wirtschaftlich UND qualitativ gut zu arbeiten.

Ich hoffe, das uns dies gelingt.

TOM
 
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Rolf

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Hallo Elisabeth,hallo all
Du hast Recht,der pflegende Angehörige wäscht,füttert,hilft bei der Verrichtung der Notdurft,bei der Lagerung,genau wie wir auch.Aber eines unterscheidet uns:wir können eine Situation objektiv beurteilen,weil wir eine,wie gross auch immer,Distanz zum Patienten haben.Diese Distanz fällt beim pflegenden Angehörigen weg,er handelt im Umgang mit dem zu pflegenden emotional.Was wir auch immer anstellen,unser Verhältnis zum Patienten wird immer ein andres sein als das Verhältnis Angehöriger/Patient.
Zu den amerikanischen Verhältnissen nur soviel:Wie in jedem System gibt es auch im amerikanischen Gesundheitssystem vieles,was zu verbessern ist.Doch gibt es einiges,was wir uns zunutze machen sollten,wie z.B. die Stellung der RNs im therapeutischen Team,die dort gleichberechtigter Partner ist;davon sind wir hier meilenweit entfernt.
Aber all diese Betrachtungen helfen nicht wirklich weiter bei der Beantwortung unserer Frage.Vielleicht sollten wir weg kommen von einer getrennten Betrachtungsweise,der medizinischen Seite unseres Berufes und dem,was übrig bleibt,wenn wir die medizinische Seite weg lassen.
Greetz,Rolf
 
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Krankenpfleger
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chirurg. Intensivstation
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Elisabeth Dinse

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13.08.2000
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Hallo TOM,
die Entscheidung, ob wir amerikanische Verhältnisse bekommen, ist meiner Meinung nach längst gefallen. Der Kunde Patient hat sich bereits entschieden, wofür er Geld ausgeben will- für Pflege jedenfalls nicht allzuviel. Siehe die Entwicklung in der ambulanten Altenpflege billige Arbeitskräfte aus Osteuropa einzustellen.
Unser Fehler in den letzten Jahren war wohl, das wir versucht haben aus allem eine Wissenschaft zu machen. Das ist für den Normalverbraucher nicht nachvollziehbar. Und ich denke, wir haben uns so manches mal der Lächerlichkeit preisgegeben. Denn wir haben oft versucht anatomisch/ physiologische Erklärungen für unsere Tätigkeiten zu finden. (Mein schönstes Beispiel in diese Richtung ist "Elementartherapie".) Dabei wäre vieles doch viel leichter begründbar und für den Kunden nachvollziehbar, wenn man psychologische/ pädagogische Aspekte mit einbringen würde. Vieles wirkt einzig und allein dadurch, das eine menschliche Hand mit Empathie es ausführt. Aber dieser Ansicht verweigern wir uns schnell. Sie ist nicht wissenschaftlich fassbar.
Was will der Patient von uns? Das sollte die Frage sein, die uns beschäftigen sollte. Und da kann es durchaus sein das neben dem Waschen und Lagern der Patient es als völlig normal ansieht, das die Schwester Blut abnimmt bzw. die Antibiosen anhängt, i.v. Spritzen gibt bei entsprechender Qualifikation. Nicht wir entscheiden, was sein wird, sondern das Portomanaie des Patienten. Und der Patient kennt keine Pflegetherapien, der Arzt kennt sie ja noch nicht mal. Quo vadis, Pflege?
Elisabeth
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
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T

TOM

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Natürlich hast Du Recht, Elisabeth.
Dennoch bin ich der Meinung, das wir in der Pflege uns ganz entscheiden daran beteiligen können, wie das Bild über unseren Beruf in der Gesellschaft aussieht. Hier gilt es immer noch darüber aufzuklären, WAS Pflege überhaupt tut. Solange in den Köpfen der Patienten die Vorstellung herrscht, das wir nur Betten machen und Assistenten der Ärzte sind, erwarten sie natürlich auch genau das von uns.

Und noch ein Aspekt: Das Gesundheitswesen bedeutet inzwischen Marktwirtschaft. Die Zukunft eines Hauses wird von Angebot und Nachfrage bestimmt (sein). Und dort liegt (so denke ich) auch eine Chance für die Pflege. Denn die Patienten werden sicher eher in ein Haus gehen, welches bei gleicher medizin. Leistung und Dauer mehr "Hotelservice", Dienstleistung (auch über med./pfleg. hinaus), Freundlichkeit, Empathie, Betreuung etc. anbietet.
Ergo: NUR wirtschaftlich und schnell Patienten abzufertigen wird sicher zukünftig nicht ausreichend sein.

ein immer noch hoffnungsvoller
TOM
 
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Hallo @Rolf
Objektivität in der Patienten-Pflegerbeziehung... dem würde ich widersprechen. Es gibt keine Objektivität. Jede Wahrnehmung/ Handlung ist subjektiv geprägt.
Unsere Beziehung zum Patienten ist eine andere, das ist wohl wahr. Sie ist geprägt von der Tatsache, das es eine Begleitung auf einem Stück ihres Lebensweges ist. Und beide Partner entscheiden in dieser Beziehung wieviel Nähe der eine bereit ist zu geben und wieviel nähe der andere bereit ist anzunehmen. Es ist übrigens der schwierigste Teil unseres Berufes, alldieweil er nicht gelehrt wird und häufig verleugnet wird. Sympathie und Antipathie spielen auch in der Klinik eine nicht geringe Rolle im Beziehungsaufbau. Gefühle gibt man nicht an der Pforte bei Dienstbeginn ab.
Hallo @TOM
Unser Berufsbild in der Öffentlichkeit wird wohl nach wie vor geprägt von Serien wie "Sr.Stefanie". Mir begegnen immer häufiger Patienten die dieses auch verbalisieren. Der "Hotelbetrieb" Krankenhaus hat ebenfalls schon schöne Medienvorbilder. Aber wie wollen wir dieses falsche Bild korrigieren? Nur durch unsere Tätigkeit im Klinikbetrieb- das wird zu wenig sein. Der Mensch vergißt gerne. Wir brauchen Öffentlichkeitsarbeit. Öffentlichkeitsarbeit die nicht geprägt ist vom Jammern über den Pflegenotstand. Der Kunde Patient muß von allein darauf kommen, daß und was ihm fehlt. Dann wird er auch bereit sein, dafür Geld auszugeben. Momentan erlebt er den Pflegenotstand in der Regel nur am Rande. Schließlich ist es unser Bestreben ihn in seiner schwierigen Situation der Krankheit mit möglichst wenig Problemen zu belasten. Wenn Ärzte es schaffen Bedauern in der Bevölkerung über überlange Dienste zu erreichen, dann muß es der Pflege doch wohl möglich sein ähnliche Beachtung zu erreichen... nicht nur wenn ein Altenheim aus katastrophalen Pflegezuständen geschlossen wird.

Was ist für mich Pflege?
Wichtigste Eckpfeiler sind Beziehungsfähigkeit und hohes Fachwissen, Fähigkeit zur kritischen Reflexion der eigenen Arbeit.
Grundkrankenpflege unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Patienten nach Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation
Spezielle Krankenpflege- ausgerichtet auf das Krankheitsbild (z.B. Lagerungsdrainagen bei Pneumonie etc.)
Behandlungspflege inclusive Blutentnahmen, Infusionen anhängen, i.v. Meidkamente geben

Elisabeth
 
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KS, PA BasStim, FS A/I
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IBFW
K

Kai-Uwe Klöting

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17.07.2000
44225
Hallo Elisabeth

Ich habe den Link agesehen und befürchte das es aufgrund der Kassenlage schon so sein wird das wir mit minder Ausgebildeten Personal abeiten müssen wir aber im gegenzug bestimmt kein so klares System bekommen werden.Ich finde diese Vorstellung im Moment erschreckend nur wenn es aufgrund von Geldmangel immer weniger Personal auf den Stationen gibt werden wir eine Lösung brauchen?
 
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Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
S

Sabine Kuhn

Mitglied
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01.08.2000
Ein hallo an euch Alle....da komme ich mal reingeschneit und klinke meine gedanken mit ein.
Eine andere Richtung was nicht bedeutet das eure Disskussion langweilig ist!!
Pflege...was ist das....aber auch was könnte sie sein!
Ohne das ich die Probleme betrachten möchte, sondern das was möglich ist!
Für mich hat die Pflege ,obwohl ich sie seit 17 Jahren betreibe ,in den letzten 3 jahren erst begonnen!

Also möchte ich einfach da mal hinschauen was sich bei mir am deutlichsten verändert hat!

Durch das Konzept der Basalen Stimulation und der Kinästhetik sind die entscheidenen Impulse gekommen!
Mir wurde klar das die Pflege ein Teil der Heilung wurde------warum vorher nicht?
Vielleicht weil Pflege eine sehr persönliche Angelegenheit war...?

In meiner Ausbildung war es wichtig viele medizinische Fakten zu erlernen...Operationsverfahren...Diagnose...Laborbefunde...
Dann auf der Intensivstation Geräte kennenlernen...Messungen...Medikamente...Krankheitsbilder...
Pflege hatten wir kaum inm Lehrplan, außer im Einführungsblock...

Der Stellenwert der Pflege war also eher sehr niedrig!
Ich habe ihn auch so angenommen und mußte jetzt wieder begreifen was Pflege bedeuten kann!
Kann vor alledem wenn ein Team ähnliche Ansichten hätte!
Der Weg war für mich über die eigene Wertschätzung der Pflegearbeit!
Das bedeutet nein sagen zu können wenn Arbeit zugerufen wird---
Das bedeutet für mich einen Raum für die Pflege zu schaffen-----

Was ich mir wünsche...in einem Team zu arbeiten in dem über diePflege gesprochen wird, aber keine Ausreden...keine zeit....das haben wir noch nie so gemacht....die Ärtze sind an allem Schuld....alles wird gekürzt...ich mache hier nur meinen Job...dafür werde ich zu schlecht bezahlt.....................

Ich habe Spass an meinem Beruf und lerne jeden Tag dazu.Jeder von uns ist Pflegepersönlichkeit und sollte für sein Handeln voll verantwortlich sein und nicht anderen nur die Schuld zuweisen!

Bis auf bald

Sabine
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
chirurgische ITS
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