Was darf eine Arzthelferin in NRW bzw wo mache ich mich schlau?

E

Elma Elan

Neues Mitglied
Basis-Konto
20.03.2021
Guten Abend ihr Lieben!

Folgendes:

Ich arbeite seit etwas über fünf Jahren in der häuslichen Pflege, Schwerpunkt ausserklinische Intensiv- und Beatmungspflege.
Ich bin gelernte Arzthelferin und habe in diesem Beruf nach meiner Ausbildung 7 Jahre gearbeitet.
Aktuell kam bei uns auf der Arbeit das Thema auf, ob ich z.B. Medikamente stellen darf. Meine Chefin meinte wohl eher nicht und legte mir eine Fortbildung für die Behandlungspflege LG1 und LG2 ans Herz.
Als ich nun so auf der Suche nach Einrichtungen für diese Fortbildung war begegnete mir mehrfach, das Arzthelferinnen mit entsprechender Berufserfahrung diese nicht benötigen. Auch einen entsprechenden Rahmenvertrag für HKP vom LFK hab ich gefunden in dem dieses ebenso steht. Gesondert für die ausserklinische konnte ich nichts finden.
Nun meine Frage: wo kann ich mich denn konkret schlau machen was ich nun darf oder eben nicht? Muss meine Chefin in ihren speziellen Rahmenvertrag schauen oder sind die Rahmenverträge alle "gleich", sprich der, den ich online gefunden habe allgemeingültig? Kann mir der MDK Auskunft geben oder die Ärztekammer?
Danke schon mal und eine gute Nacht euch allen =)
 
Qualifikation
Arzthelferin
Fachgebiet
Häusliche Krankenpflege
C

Care2000

Aktives Mitglied
Basis-Konto
18.02.2014
Berlin
Du musst Differenzieren: Marterielle und Formale Qualifikation. Als Arzthelferin gibt es nach meinen Kenntnisstand KEINE Formale Qualifkation. Eine Formale Qualifkation erlangts du beispeislweise mit dem Staatsexamen. Als Arzthelferin hat man jedoch oft "nur" die materielle Qualifikation. Per SE kann ein Arzt jeden materiell (durch Schulung, Zeigen etc) qualifizieren. Ob du eine Behandlungspflege durchführen darfst, hängt NUR VON DEINER MATERIELLEN UND/ODER FORMALEN Qualifikation ab. Der Nächste Punkt ist die Abrechnung und damit wirst du sicherlich bei jeden Pflegedienst (zumindest in NRW) scheitern. Die Krankenkasse hat u. a. im §132 SGB V (Jede Kasse hat teilweise eigene) sehr genau definiert welche Leistung abgerechnet werden dürfen und welche Qualifikation hierzu vorliegen muss. Im ergebnis könntest du nach entsprechender materieller Qualifizierung viele Tätigkeiten rechtlich und ohne Probleme übernehmen - aber keiner wird dir die Leistung bezahlen wenn im 132 steht, dass du mit deiner Qualifikation die LEISTUNG nicht abrechnen darfst. Im besten Fall wird die Kasse den Betrag für den Pflegedienst entsprechend Kürzen oder gar nicht bezahlen.
 
Qualifikation
TQM Auditor, Gutachter, Wundspezialist, DCM, exam Krpfl. etc.
Fachgebiet
QM
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Saxon

Saxon

Mitglied
Basis-Konto
15.09.2020
Hallo Care2000,

Ich arbeite seit etwas über fünf Jahren in der häuslichen Pflege, Schwerpunkt ausserklinische Intensiv- und Beatmungspflege.
Ich bin gelernte Arzthelferin und habe in diesem Beruf nach meiner Ausbildung 7 Jahre gearbeitet.
Erst einmal Hut ab und Respekt ! Aber auch Gleichzeitig ein wenig Verwunderung.
Ich persönlich kenne auch einige sehr gute Arzthelferinnen ( die viele Fähigkeiten mit der Zeit sich angeeignet haben ).
Doch rein rechtlich und bei Licht betrachtet, hat euer PD Glück, dass ihm das noch nicht auf die Füsse gefallen ist.

Gerade im Bereich spezielle Krankenpflege / spezielle Krankenbeobachtung / Intensiv - und Beatmungspflege sind enorme Hürden durch die Kostenträger den PD und Einrichtungen gesetzt!
Ob examinierte Altenpfleger oder examinierte Krankenschwester bei erbringen von Intensiv- und Beatmungspflege werden zusätzliche WB / Qualifikationen gefordert, welche auch nachgewiesen werden müßen. z.B. der berühmt berüchtigte Beatmungsschein.

Oder noch simpler, im Bereich SGB V § 37 ( häusliche Krankenpflege ) dürfen diese Leistungen NUR durch qualifizierte Pflegefachkräfte erbracht und abgerechnet werden.

Da der Beruf einer Arzthelferin keine Examen Ausbildung beinhaltet - dürfen diese auch nicht erbracht werden bzw. abgerechnet.

Im Bereich spezielle Krankenpflege / spezielle Krankenbeobachtung / Intensiv - und Beatmungspflege - so die Vorgaben der Kostenträgen sind diese ausschließlich durch examinierten Pflegefachkräfte zu erbringen. Da habt ihr ja bisher Glück, dass dies weder dem MdK noch Kostenträger aufgefallen ist. denn für die Erbringung der Leistungen muß eure PDL ja die Auflistung der MA und deren Qualifikationsnachweise erbringen - einschließlich der geforderten Zusatzqualifikation .
Nicht nur die PDL würde im falle eines Falle zur Verantwortung gezogen sondern auch die Mitarbeiter.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger Anästhesie u. Intensivmedizin
Fachgebiet
Palliativ care
Weiterbildungen
PDL, Heimleiter, Dozent
Studium
Uni Leipzig
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